Strategie für Anfänger

Strategie für Anfänger

Hallo Strategen! Strategie ist zwar militärisch belegt, aber trotzdem auch für unsere Geschäfte unverzichtbar. Viele Selbstständig sind es nicht gewohnt, strategisch zu denken, sie machen ihren Job, und solange es gut läuft ist alles in Ordnung.

Selber das Heft in die Hand nehmen
Aber sobald sich die Wirtschaft eintrübt scheidet sich die Streu vom Weizen. Es fehlt an Mitarbeitern, an Zielen, an Ideen, an Spezialisierungen und leider oft auch an der Einsicht, dass man selber etwas tun muss und nicht darauf warten darf, dass jemand anders für einen die Probleme löst.

Wenn Du nicht selber aktiv wirst, bleibt Erfolg aus

In jedem Gespräch mit Handwerkern, Dienstleistern, Händlern kommt das Thema ziemlich schnell auf den Mitarbeitermangel. Genau hier tun die meisten Unternehmer viel zu wenig. Früher hat man eingestellt wenn man jemanden gebraucht hat. Das hat funktioniert, weil immer Fachkräfte da waren.

Bei Fachkräften bewerben
Speziell im Handwerk nehmen viele Chefs automatisch an, dass man ein Anrecht auf Lösungen habe. Schließlich bezahlt man die Beiträge für die Handwerkskammer und seinen Obolus an die Innung. Dabei übersehen diese Selbstständigen, dass die Zeiten der Zünfte und der damit verbundenen Generalregelung eines Gewerks schon ein paar Jahre zu Ende sind.

Kein verbrieftes Recht auf Erfolg

Wir bei Gress Friseure Die Haarexperten haben einen 50 Jahre Ausbildungsplan. 1995 habe ich begonnen, meine Auszubildenden extern qualifizieren zu lassen. Das hat mich zusätzliches Geld gekostet, aber der Vorteil war, dass meine Azubis qualitativ von Beginn an jede Leistung am Kunden ausführen konnten.

Jeder macht Fehler
Natürlich habe ich meine Fehler gemacht, war mal zu schnell, mal zu langsam, aber nie planlos. Das Ziel war immer klar: Jedes Jahr junge Menschen ausbilden. Mittlerweile sind 25 Jahre vergangen, wir haben niemals mit der Ausbildung ausgesetzt und wir haben dadurch immer Nachschub an Fachkräften gehabt.

Langfristige Strategie lohnt sich
Das Team ist mit den Jahren auf 16 Mitarbeiter angewachsen, wir machen hohe Umsätze und verdienen guten Gewinn. Vor 25 Jahren haben mich meine Kollegen ausgelacht, heute lache ich. Während andere händeringend nach Leuten suchen, haben wir einen kontinuierlichen Nachfluss und so soll das auch bleiben.

Wer nicht ausbildet, stirbt!

Wenn ich sage, wir planen die Ausbildung bis ins Jahr 2070 wird es wieder Lacher geben. Das spielt keine Rolle, weil ich weiß, dass wir mit der nachwachsenden Generation vor noch viel, viel größere Herausforderungen gestellt werden als das in der Vergangenheit der Fall war.

Es gibt viele Selbstständige, die sagen, dass die jetzigen Zustände für sie ja noch rausreichen werden. Sie sind ja bald in Rente. Wer sein Geschäft zumacht kommt damit noch durch. Aber wer seinen Betrieb verkaufen und/oder ihn an einen Nachfolger/in übergeben will muss sich langfristig über die Zukunft Gedanken machen.

Rente ist keine Lösung

Viele Steine liegen im Weg, bis ein Betrieb übergeben werden kann. Aber die Chancen sind wesentlich höher, wenn sich der Unternehmer rechtzeitig Gedanken dazu macht und ein Geschäftskonzept lebt, das auf Zukunft und nicht auf Rückzug ausgerichtet ist.

Sich neuen Abläufen stellen
Ein potentieller Käufer hat nicht die Vergangenheit im Blick, sondern eine prosperierende Zukunft. Was steht dagegen, dass Handwerker strategischer denken? Es ist wohl die Auseinandersetzung mit neuen Abläufen und den daraus resultierenden Herausforderungen.

Strategie ist wichtig, und die Grundlage jeder strategischen Entscheidung sind Daten. Die gibt es bei der Stadt, bei Statista, Destatis oder anderen Statistikanbietern. Dieses Wissen hat mir schon oft geholfen, meine unternehmerischen Entscheidungen mit Fakten zu unterfüttern.

Bleibt gesund und optimistisch.

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