Hohe Inflation macht Angst

Hohe Inflation macht Angst

Im Mai 2021 habe ich schon darauf hingewiesen, dass die Inflation steigen wird. Mittlerweile sind wir bei 4,1 Prozent (Stand September) angekommen. Die Finanzwirtschaft schätzt, dass es zu Ende des Jahres 5 Prozent sein werden.

Das auftreten einer Stagflation ist wahrscheinlich. Der Verbraucherindex ist im Oktober zum dritten Mal hintereinander gesunken. Die Konsumenten halten ihr Geld zurück, vor allem, weil noch nicht absehbar ist, wie weit die Inflation steigen wird. Stagflation ist deshalb gefährlich, weil sie von steigender Arbeitslosigkeit und damit verbundenem rückläufigem Wohlstand begleitet wird. Das trifft auch uns Friseure.

Wir haben im Lauf des Jahres 2021 schon erfahren, dass unsere Umsätze eher sinken, im besten Fall aber stagnieren. So geht es dem gesamten Handel in den Innenstädten. Ich konnte das auch beim Midnight-Shopping in Esslingen beobachten. Auf der Straße, in Cafes und Kneipen war richtig viel los, in den Geschäften dagegen war Totentanz. Ein befreundeter Optiker hat seinen Laden um 22 Uhr zugemacht, weil er zwischen 18 und 22 Uhr an Null Euro Umsatz gemacht hat.

Noch ist auch nicht klar, wie sich die Situation am Arbeitsmarkt entwickelt. Seit dem 1. Mai 2021 ist die Insolvenzanzeigepflicht wieder in Kraft. Die erwartete große Insolvenzwelle ist nicht gekommen. Im Gegenteil, die Arbeitslosenzahl war im September 2021 gegenüber dem Vorjahr um 392.000 Menschen niedriger. Ich bin gespannt, ob sich diese Entwicklung im Januar 2022 fortsetzt. Hoffen wir das Beste.

Preise erhöhen oder nicht?

Ich halte es für gefährlich, derzeit die Preise zu erhöhen. Noch wissen wir nicht, ob die prognostizierten 5 Prozent Inflation auch kommen. Die EZB hat das Ziel, die Inflationsrate wieder auf 2 Prozent zu drücken. Wenn das zum Jahreswechsel gelingen sollte, müssen wir unsere Preise lediglich anpassen. Ich jedenfalls warte ab, um unsere preissensiblen Kunden nicht zu verschrecken. Das Thema Inflationsanpassung sollte aber wöchentlich auf die Beobachtungsliste.

Für die Zukunft kann es nur eine Entwicklung geben: Weniger Volumen x höhere Qualität x hoher Kundennutzen = höherer Preis. Die Preis ohne Zusatznutzen zu heben, wird von den Kunden nicht akzeptiert.

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