Unternehmenskultur Archive - Peter Gress

Category Archives for Unternehmenskultur

Unternehmenswachstum

Gesundes Wachstum ist notwendig

Das Minimumgesetz gibt vor, dass Wachstum immer von der im Verhältnis knappsten Ressource eingeschränkt wird. Diese Erkenntnis lässt sich von der Biologie sehr gut auf das Business übertragen. Übrigens ist das Minimumgesetz das zweite Prinzip der Mewes Strategie (EKS).

Was ist Wachstum? Warum ist Wachstum wichtig? Und warum ist Wachstum kein Stigma? Diese drei wichtigen Fragen möchte ich beantworten. Wachstum ist ein natürlicher Prozess. Keine Pflanze bleibt klein, sie strebt nach ihrer genetisch angelegten Größe. In der Natur wird das Wachstum von einander abhängigen Faktoren bestimmt, denen wir Menschen im Business ebenfalls unterliegen, die wir aber immer wieder auszuhebeln versuchen. Gesundes Wachstum ist dagegen völlig normal.

Wachstum ist wichtig, weil sie gesunde Stärke und Vielfalt bringt. Wachstum bringt selbstverständlich auch mehr Komplexität, von Stufe zu Stufe braucht ein größer werdendes Unternehmen andere Führungs-, Management- und Denkansätze. Wenn mehr Menschen im Unternehmen arbeiten, Umsatz und Gewinn steigen und mehr Kapital gebraucht wird, um Prozesse zu optimieren, Mitarbeiter zu schulen oder neue Verwaltungs- und Produktionsräume zu schaffen, dann sind Führungsfähigkeiten gefragt, damit bestehende und entstehende Engpässe definiert und gelöst werden können. Diese Fähigkeiten kann man sich entweder erarbeiten, oder man gibt sie an Menschen ab, die dafür geeignet sind. Wachstum ist eine Herausforderung an die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmers. Mehr Verantwortung zu tragen bedeutet auch zu delegieren, loszulassen und Mitarbeiter wachsen zu lassen.

Wachstum ist kein Stigma. Ich mag es nicht, wenn Umsatz- und Gewinnwachstum mit Unanständigkeit und Ausbeutung gleichgesetzt werden. Das ist in den wenigsten Fällen so, denn in jedem inhabergeführten Unternehmen stecken Herzblut, Risikobereitschaft, Mut, Vision, Wünsche, Lebensträume und damit ein ganzes Unternehmerleben mit anhängender Familie. Es braucht viel Energie und Einsatz, um unternehmerisch aktiv zu gestalten und Verantwortung für Menschen zu übernehmen. Unternehmen sind wie Bäume, in deren DNA Wachstum verankert ist, es ist sozusagen ihr Betriebssystem. Wenn ein Unternehmen über menschliche Werte gut geführt wird, kann es gesund alt werden, agil bleiben und viel Freude bereiten.

Eispickel für konzentrierte Kraft

Ohne Alleinstellungsmerkmal geht es nicht

60% der Friseurbetriebe haben dieselben Dienstleistungen auf der Preisliste, zu nahezu identischen Preisen. Was gleich ist, ist austauschbar, denn es ergibt sich kein erkennbarer Nutzen für potentielle Neukunden. Die Salons haben kein Alleinstellungsmerkmal. Woher kommt der Hang zum Gleichen?


Ich nenne es das “Generalisten-Syndrom”. Friseure werden zu Generalisten ausgebildet. Das ist vom Ansatz her gut, denn die theoretischen und praktischen Grundlagen müssen vermittelt werden. Was fehlt ist die weiterführende Spezialisierung. Beispiel: Juristen und Mediziner absolvieren ihr Grundstudium, dann spezialisieren sie sich. Der eine Jurist wird Scheidungsanwalt, die andere Verkehrsrechtlerin, der eine Arzt spezialisiert sich auf Zahnmedizin, die andere Ärztin auf Dermatologie. Für Friseure gibt es keine offiziell anerkannten weiterführenden Spezialisierungen, sie bleiben Generalisten.

Als Generalist am Markt erfolgreich sein zu wollen hat den cw-Wert eines Scheunentors. Dahinter steckt keine Kraft. Löcher schlägt man mit einem Pickel, denn dabei konzentriert sich die gesamte Kraft auf einen Punkt. Das ist wesentlich effektiver und bringt einen schneller ans Ziel. Sich auf wenige Dienstleistungen zu konzentrieren hat den Vorteil, dass Sie schneller große Erfahrung aufbauen und Sie Ihre Leistung für einen höheren Preis verkauft können. Expertise schafft Vertrauen und Nutzen für potentielle Neukunden.

Wie schaffe ich Alleinstellung? Durch systematisches und analytisches Hinterfragen der persönlichen Vorlieben. Durch nicht vergleichbare Dienstleistungen. Durch die individuellen Stärken der Mitarbeiter. Durch Neu- und Querdenken. Durch Investitionen in Aus- und Weiterbildung. Wenn alle dasselbe machen heißt das nicht automatisch, dass alle Recht haben.

Eine Lösung ist die konsequente Umsetzung der Mewes-Strategie. Die Strategie besteht aus vier Prinzipien und sieben Phasen. Mit meinem Kompakt-Kurs erhalten Sie einen kostenlosen Einblick in die Mewes-Strategie (auch engpasskonzentrierte Strategie oder EKS genannt), die Ihnen eine Alternative aufzeigen kann, wenn Sie sich mit dynamischer Veränderung beschäftigen wollen.

Zeit aufmerksam beobachten

Warum Kennzahlen wichtig sind

Kennzahlen sind eine Seite der Medaille, wenn auch eine wichtige. Vergessen Sie aber bitte bei aller Zahlenkontrolle nicht, dass Ihre Mitarbeiter  nur dann produktiv arbeiten können, wenn Sie ihnen dauerhaft Wertschätzung zollen. Ich unterscheide hier zwischen dem materiellen und dem immateriellen Bereich des Unternehmens, die beide ausgewogen sein müssen, damit das Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein kann.

Wann sind meine Mitarbeiter rentabel? Wie bestimme ich das Limit meines Wareneinsatzes? Wie hoch darf der eigentlich sein? Warum macht es Sinn, Verkauf und Kabinettware zu trennen? Und warum ist die Bestimmung des Verkaufs in Prozent nicht aussagekräftig? Es gibt viele Themen die ich mit Ihnen im Seminar diskutieren möchte.

Vielleicht haben Sie schon einmal einen meiner Texte gelesen. Wenn das so ist kennen Sie eventuell meinen Standpunkt zur einzig wirklich wichtigen kritischen Zahl im Friseurgewerbe, der Zeit! Die Zeit ist unsere Achillesferse, sie ist das einzige Produkt das wir verkaufen. Nicht Haarschnitt, Haarfarbe, Strähnen, Balayage und Treatments sind wichtig, sondern die Zeit. Ich weiß, das geht gegen die Friseurehre, aber Sie werden erkennen, dass die Zeit der einzig ausschlaggebende Faktor unseres täglichen Tuns ist.

In einer normalen Friseurkalkulation spielt zwar auch der Wareneinsatz eine große Rolle. Wenn Sie für eine Haarfarbe 50 Euro nehmen sollten Sie darauf schauen, dass Ihr verarbeiteter Rohstoff  durchschnittlich acht Prozent nicht übersteigt. Nehmen Sie für dieselbe Haarfarbe 150 Euro brauchen Sie sich über den Wareneinsatz keine Gedanken zu machen. Aber zurück zur kritischen Zahl Zeit.

Sie bezahlen ihre Mitarbeiter bei einer 38 Stunden Woche und fünftägiger Arbeitszeit pro Tag für 7,6 Stunden Anwesenheitszeit. Wie viele Termine sind davon gebucht? Und zu welchem Durchschnittspreis? Und wie viel Zeit brauchen Ihre Mitarbeitern für einen Haarschnitt, eine Haarfarbe oder eine Balayage? Die investierte Zeit muss in der Kasse ankommen, darauf kommt es betriebswirtschaftlich gesehen an. Wenn Sie wissen, was ihre Arbeitsminute kostet, können Sie ihre Dienstleistungen exakt timen und kalkulieren, deshalb ist die Minutenkalkulation eine wichtige Voraussetzung für einen auskömmlichen Gewinn.

Sie haben nur die begrenzte Zeit des Tages, in der Sie und ihre Mitarbeiter im Salon arbeiten. Wenn Sie in dieser Zeit nicht genügend Umsatz erwirtschaften, bekommen Sie auf die Dauer ein Problem mit Ihrem Gewinn. Aus nachvollziehbaren Gründen können Sie Ihre Arbeitszeit nicht vervielfältigen und mehr Arbeit würde demnach auch nicht mehr Umsatz und Gewinn bringen, weil Sie durch die Mehrarbeit nur den Verlust aus den vorher geleisteten Stunden ausgleichen. Sie sehen, der Fokus auf die Zeit macht sehr viel Sinn.

Behalten Sie also die „kritische Zahl“ Zeit im Auge und denken Sie nicht mehr nur in Dienstleistungen.

1 2 3 20