Spezialisierung Archive - Peter Gress

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Peter Gres Podcast Quickies

002 – Podcast Starke Marke – Duale Transformation

Duale Transformation sorgt für neuen Umsatz. Ich erkläre im Podcast anhand von Beispielen was das ist, und warum duale Transformation für jede Unternehmensgröße und für jeden Arbeitsbereich neue Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Und wir bekommen ein Statement zur dualen Transformation von Prof. Dr. Nils Herda.

Disruption

Es gibt zwei Wege wie ein Unternehmen in die Transformation findet: Das Geschäftsmodell wird disruptiert und durch branchenfremde Spieler radikal erneuert. Ein Unternehmen will sein bestehendes Geschäftsmodell schützen, aber es muss auch rechtzeitig neue, parallel laufende Geschäftsmodelle finden, um neue Einsatzgebiete für die vorhandene Expertise finden.

Als Beispiele dienen die Foto-, Musik-, Film- und Druckindustrien. Sie haben sich viel zu lange gegen einen offensichtlich fälligen Wandel gestemmt, um ihr Geschäftsmodell  zu schützen. Sie waren nicht mehr  objektiv genug, um die Dramatik ihrer Situation zu erkennen.

Handwerk sticht

Handwerk hat einen großen Vorteil: Es kann nicht digitalisiert werden. Handwerker verknüpfen Digitalisierung mit der Manufakturwelt und schaffen sich eine große Zukunft mit dem sprichwörtlichen goldenen Boden. Noch kann keine Maschine kreative Handarbeit umsetzen.

Eine kleine Volte: Im Jahr 1997 hatte das Handwerk den Höchststand mit 633.000 Auszubildenden. Im Jahr 2019 waren es 369.000 Azubis, ein Minus von 264.000 Nachwuchskräften. Ich habe einige Jahre lang für die Wirtschaftsjunioren Esslingen Schüler von achten Hauptschul-Klassen mit Bewerbungstraining versorgt.

Vor zwölf Jahren haben noch sechs von zehn Hauptschülern eine handwerkliche Ausbildung in Betracht. Im Jahr 2018 wollten dagegen nur noch 20 Prozent der Schüler ins Handwerk. Das wird sich in Zukunft noch verstärken. Weniger Handwerker versorgen zukünftig eine Überzahl von Akademiker mit handwerklichen Leistungen, was sie sich entsprechend teuer bezahlen lassen werden.

Der Königsweg

Beispiele aus dem Friseurhandwerk: Die duale Transformation ist der Königsweg. Hier wird Technik, Wissen und Expertise aus dem Stammgeschäft auf ein paralleles Geschäftsmodell übertragen. In jedem Geschäft liegt Potential zur Erneuerung. Prof. Dr. Nils Herda ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Er erklärt uns, was hinter der dualen Transformation steckt.

Wie Professor Herda anmerkt, hat sich Kodak in seinen Zukunftsaussichten vertan. Kodak hat zwar die digitale Fotografie erfunden, aber nicht daran geglaubt, dass sich die Technik durchsetzt. Sie haben auf ihr analoges Geschäftsmodell gesetzt und haben damit ihre Existenz verspielt.

Dabei ist Veränderung in der Wirtschaft allgegenwärtig. Nokia hat einst Gummistiefel produziert, dann wurden sie Weltmarktführer bei Mobiltelefonen. Nokia hat dann allerdings den Trend zum Smartphone verschlafen und das wars mit der Weltmarktführerschaft.

Beispiele für duale Transformation

Drei Beispiele für die duale Transformation habe ich: Faber-Castell und Schwan Stabilo mit fast denselben Geschäftsmodellen und amazon. Wie sich Fujifilm aufgestellt hat, haben wir von Professor Herda gehört. Fuji und seine Kosmetikmarke Astalift in Asien ist das plakativste Beispiel dafür, wie duale Transformation funktionieren kann.

Problem Gipfelsicht

Viele ehemals starke Marken haben nicht rechtzeitig neue Geschäftsmodelle aufgebaut. Sie sind vom Markt verschwunden oder spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Viele Führungskräfte sind geradezu paralysiert vom Ausblick ihres Gipfels auf die Wettbewerber unter sich. Viele erkennen nicht mehr, dass es ohne eine duale Transformation langfristig nur einen Weg gibt – den nach unten.

Die duale Transformation basiert darauf, dass Unternehmen ihr aktuelles Kerngeschäft gezielt weiter entwickeln, sich aber parallel dazu Gedanken über neue Geschäftsfelder machen. Das sagt sich leicht, bedarf aber eines systematischen analytischen Vorgehens. Viele Testballone müssen steigen, bis sich neue  Möglichkeiten zeigen.

Es kann viele mittelmäßige lange  Ideen dauern, bis sich eine richtig gute zeigt. Lasst uns alle Ideen denken, auch wenn sie sich als grottenschlecht herausstellen. Wenn wir aus Angst vor Veränderung nicht ins Tun kommen und stehen bleiben, wird das gnadenlos bestraft. Wir müssen den Hebel aktiv ansetzen. Synergieeffeke haben sich oft dann ergeben, wenn ich nicht damit gerechnet habe.

Vom Bleistift zur Kosmetik

Ich komme zu Faber-Castell und Schwan Stabilo und deren duale Transformation. Beide Unternehmen sind bekannt für ihre Blei- und Buntstifte. Damit, und mit Zusatzprodukten rund ums schreiben und malen mit Stiften, decken beide Unternehmen die Bedürfnisse der Käufer ab. Die Palette reicht vom Schulbedarf über Marker, Kugelschreiber, Kreiden, Wasserfarben und weiterem Zubehör.

Faber-Castell beispielsweise produziert  rund 2,3 Milliarden Holzstifte pro Jahr. Der Umsatz belief sich im Jahr 2019 auf 587,5 Millionen Euro. Faber-Castell hat seine Kernkompetenz bei Holzhüllen mit integrierten Farbstiften.

Die duale Transformation bei Faber-Castell liegt bei kosmetischen Stiften rund um die Augen, Lippen und Brauen. Auch Schwan Stabilo hat sich dahingehend weiter entwickelt und setzte 2019 neben seinem Kerngeschäft 256 Millionen Euro mit Schwan Kosmetikartikeln um.

Amazon ist weit in der dualen Transformation gediehen

Amazon hat als Online-Buchhändler begonnen. Die Transformation zum Softwareunternehmen ging Hand in Hand mit der Weiterentwicklung des Produktportfolios. Heute ist der Produktverkauf bei amazon Produkte fast Nebensache, der Fokus für dieZukunft liegt  auf Digital Services.

So bietet amazon heute vielfältige Dienstleistungen und Lösungen an, beispielsweise für Machine Learning, Analystic und Data Lakes, Internet der Dinge, Serverlose Datenverbeitung, Unternehmensanwendungen, Speicher und skalierbare Rechnerleitung für Microsoft-Anwendungen. Die Branchen reichen von Telekommunikations-  über Medien- bis hin zu Finanzunternehmen und noch einige mehr. amazon ist definitiv weit gekommen mit seiner dualen Transformation.

Was wir daraus lernen

Ein Unternehmen kann mehr sein, als seine Kernkompetenz. Wenn die Analyse stimmt und die Ideen laufen dürfen, besteht eine große Chance, dass die duale Transformation in jedem Wirtschaftsbereich funktioniert.

Peter Gres Podcast Quickies

000 – Podcast Starke Marke – Vorstellung

Mein Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ ist jetzt verfügbar.

Hallo Strategen, ich heiße euch herzlich willkommen bei meinem Podcast-Quickie Starke Marke „Raus aus der Vergleichbarkeit“. Dies ist die Nummer Null. Ich möchte mit und für euch in Zukunft strategische Ideen beleuchten, die unseren Unternehmen mehr Sichtbarkeit im Markt verschaffen.

Podcast-Quikie

Dieser Podcast-Quikie ist ein kurz gehaltener Impulsgeber. Ich selber mag meine Informationen gerne so knackig und so intensiv wie möglich, deshalb hoffe ich, dass euch mein Format gefällt.

Themen

Meine Themen sind der Umgang mit Kreativität, der strategische Prozess, Local Marketing mit Google My Business, Mitarbeiterentwicklung und Spezialisierung, sowie die Zielgruppen-Morphologie. Ideen müssen gefunden, entwickelt, ausgeführt und vermarktet werden. Und warum? Weil am Ende der Kunde und sein konstantes Grundbedürfnis steht.

Der Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ erscheint derzeit unregelmäßig. Da ich in technischer Hinsicht noch nicht so fit bin wie ich das gerne wäre, wird es in den kommenden Folgen immer wieder Änderungen geben. Aber ich kann euch versprechen, dass ich mich ranhalte und das schnell in Griff bekomme.

Ich freue mich über Kommentare, Tipps und Feedback aller Art.

Strategie-Gruppe

Strategie bestimmt den Erfolg

Läuft das Geschäft nicht, stimmt die Strategie nicht. Strategie bestimmt den Erfolg, das haben viele erfolgreiche Unternehmer erkannt. Wenn ein Unternehmen nicht mehr wächst, kann es auf Dauer nicht überleben. Wolfgang Mewes hat das in seiner EKS genannten Strategielehre thematisiert.

Erfolg kommt nicht zufällig

Als Unternehmer sind wir abhängig von guten Mitarbeitern, einer guten Strategie, von effektiver Datenanalyse und an vorderster Stelle vom Mut und der Energie der UnternehmerIn.

Führungsqualität, Innovationsfähigkeit und Konsequenz sind die Voraussetzung für erfolgreiches Wachstum. Ich bin davon überzeugt, dass Konsequenz Genialität sticht. Wer bald von einem Thema gelangweilt ist und nicht dran bleibt, kommt nicht voran. Wer dagegen bei der Sache bleibt und seinen Weg konsequent und zielstrebig umsetzt, wird erfolgreich sein.

Mitarbeiter müssen passen

In den ersten Lebensmonaten lernen Babies automatisch. Sie hören, beobachten und kopieren. Die Eltern sind die Vorbilder, denen das Kleinkind folgt. Wir freuen uns, wenn das Kind sich zum ersten Mal auf den Bauch dreht und ganz aus dem Häuschen sind wir, wenn es erste Gehversuche macht. Wir unterstützen es, klatschen in die Hände und freuen uns über die Fortschritte.

Kaum kann das Kind laufen fangen die Beschränkungen an. Tu dies nicht, zu das nicht, lass das, ich mach – das sind gut gemeinte Einschränkungen. In der Schule werden die natürlichen Anlagen wenig gefördert. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung schlechter Noten in Fächern, die das Kind nicht mag. In der Ausbildung und im Berufsleben geht das so weiter, dabei ist die Stärkung des Selbstbewusstseins die wichtigste Aufgabe. Die Unternehmensführung muss erkennen, welche Stärken die Mitarbeiter haben. Diese Stärken müssen zum Unternehmensprofil passen.

Wenn Sie die Vorlage downloaden können Sie aus einer Apple oder Microsoft Vorlage wählen. Tragen Sie in die linke Spalte die Namen Ihrer Mitarbeiter ein. In der Headline listen Sie Ihre Dienstleistungen oder Services und bitte Ihre Mitarbeiter, dort ein Kreuz zu machen wo sie sich richtig stark einstufen. Ein weiteres Kreuz sollen sie dorthin machen, wo sie eine stärkere Spezialisierung anstreben. So haben Sie erstmal einen Überblick, wo Ihre Mitarbeiter stehen und wie Sie sie in Ihre Unternehmensstrategie einbinden können.

Wenn ein Mitarbeiter nicht die Stärken hat und Leistung bringt, die er bringen soll, passt er leider nicht zur Strategie des Unternehmens. Die Floskel: „Das wird schon“ setzt auf Hoffnung, ist aber weder für das Unternehmen noch für den Mitarbeiter gesund. Wenn die Mitarbeiter nicht zum Unternehmen passen, muss man sich von ihnen trennen. Ein harter Schnitt ist besser als ein langgezogenes Leiden.

Was folgert daraus für das Unternehmen?

Wir wissen, dass wir Menschen nicht dauerhaft von außen motivieren können. Menschen motivieren sich aus sich selbst heraus, wenn sie einen Sinn in dem sehen was sie tun. Unternehmen sollten deshalb dafür sorgen, den Mitarbeitern ein Umfeld zu bieten, in dem sie wachsen und ihre Vorstellungen von erfüllender Arbeit gestalten können. Das dringendste Ziel von strategischer Führung muss heute sein, die individuellen Stärken der Menschen heraus zu filtern. Erst wenn beide Seiten zueinander passen, beginnt die produktive Reise in die Zukunft.

Fluktuation einplanen

Strategie bestimmt den Erfolg, deshalb gehört zu einem guten Mitarbeitermanagement die Akzeptanz von Fluktuation. Die Ziele des Unternehmens können sich verändern, und Mitarbeiter entwickeln sich im Lauf der Jahre ebenfalls weiter. Es kann durchaus der Zeitpunkt kommen, an dem man auseinander driftet. Das liegt in der Natur der individuellen Entwicklung durch viele Einflüsse von außen. Will das Unternehmen den Mitarbeiter halten muss es deshalb aufmerksam bleiben und sich aktiv um die Mitarbeiter kümmern.

Lebenslanges Lernen

Auch die Denkweise der Mitarbeiter ist der Veränderung unterworfen. Menschen lernen automatisch immer weiter. Sie müssen nur zulassen, dass sie das Gelernte auch für ihre eigene Entwicklung einsetzen. Wäre das nicht so, gäbe es keine Entwicklung und der gefürchtete Satz: „Du hast Dich in all den Jahren gar nicht verändert“ wird ausgesprochen. Das mag gut gemeint sein, aber es ist eine Beleidigung des Intellekts.

Wenn wir unseren Mitarbeitern ein konstruktives Lern- und Arbeitsumfeld bieten, haben wir eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Die zweite wichtige Aufgabe besteht darin, eine klare Vorstellung der passenden Mitarbeiter zu entwickeln.

Wenn ich nicht weiß, was ich suchen soll, kann ich auch nichts finden.

Auch hier gilt: Die Strategie bestimmt den Erfolg