Selbstorganisation Archive - Peter Gress

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Peter Gres Podcast Quickies

015 – Grenzen ziehen und Nein sagen

Mit einem Gastbeitrag von Jana Ritzen, Conscious Ballet, Braunschweig

Heute geht es um Grenzen ziehen und konsequenteres Nein sagen.
Wer immer ja sagt, hat irgendwann kein eigenes Leben mehr. Er wird von anderen vereinnahmt und dadurch in der Entwicklung gehemmt, die beste Version seiner selbst zu sein.

Wer zu oft ja sagt, schadet dauerhaft seiner Karriere und seinem Leben. Strahlst du dagegen eine gewisse Sperrigkeit aus, wirst du weniger oft als Objekt für die Ziele anderer missbraucht. Der Biologe und Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther fordert, dass sich Menschen vor allem im Beruf auf Augenhöhe begegnen und sich gegenseitig als gleichberechtigte Subjekte anerkennen.

Das bedeutet, dass die Führungskräfte des Unternehmens begreifen müssen, dass Menschen gut behandelt werden müssen  und nicht überfordert werden, damit sie dauerhaft gute Leistung bringen können.


Jeder Mensch hat eine psychische und physische Belastungsgrenze. Wenn die regelmäßig überschritten wird, tut das weder der Seele noch dem Organismus gut. Nein zu sagen markiert eine Grenze, die für unsere Gesundheit wichtig ist.

Wenn du dich ständig anderen unterwirfst, erleidest du jedes Mal einen Angriff auf dein Selbstbewusstsein. Das geht nicht lange gut, weil es Menschen aushöhlt und zu Burnout-Kandidaten macht. Wenn du immer verfügbar ist, muss du dich irgendwann mal fragen lassen, ob du deine Prioritäten kennst? Das ist keine gute Basis für eine erfolgreiche Karriere.


Die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren ist keine Kunst. Ein freundliches Nein bringt mehr Anerkennung und Respekt als dauernde, fast grenzenlose Hilfsbereitschaft. Die wird zudem gerne ausgenutzt. Wenn ich dauernd nachgebe ist meine Leistung irgendwann mal nichts mehr wert. Leider erkennen das viele Menschen nicht früh genug.

Sie haben diffuse Ängste vor Disharmonie. Sie stellen sich vor was passieren könnte, wenn sie Nein sagen. Sie laden die Folgen eines Neins emotional so stark negativ auf, dass sie im Moment der Entscheidung keine Kraft zum Nein sagen haben und nachgeben.


Im Job ist die persönliche Abgrenzung meist eine Gratwanderung. Wie gehe ich als Mitarbeiter damit um, wenn mich der Chef wieder und wieder um Überstunden bittet? Oder die Kollegin Arbeit abwälzen will, die sie nicht gern macht. Wenn ich hier keine klare Grenze ziehe wird es den anderen zur Gewohnheit, zusätzliche Aufgaben auf mich abzuwälzen.

Wie kannst Du dich abgrenzen?  Höre dir an, was dein Gegenüber von dir will. Dann bitte dir Bedenkzeit aus, die du zeitlich klar kommunizierst. Wenn sich bis zum Termin zeitliche Reserven ergeben, kannst du zusagen. Erkennst du aber, dass du mit meinen eigenen Aufgaben nicht rechtzeitig fertig werden kannst, sagst du ab.

Wenn dein Chef drängelt und sofort eine Entscheidung will, musst du selbst entscheiden, ob du deine eigene Aufgaben entweder an Kollegen abgeben kannst, oder ob eine Verschiebung möglich ist. Kannst du die zusätzliche Aufgabe mit anderen zusammen stemmen?Dann mach ihm das Angebot, dass du die Aufgabe in Kooperation mit anderen erledigen kannst.


Wenn Mitarbeiter Überstunden machen sollen, steht wertschätzende Kommunikation Pate. Wie lange sollen die Überstunden dauern, und vor allem, wann wird die Zeit wieder ausgeglichen. Überstunden kommen oft unvorhergesehen, und manchmal dulden die Dinge  keinen Aufschub. Für die Folgen braucht das Unternehmen einen Prozess, innerhalb welchen Zeitraums bspw. Überstunden ausgeglichen werden müssen.

Angefallene Überstunden werden bei uns im Unternehmen in einer Liste erfasst. Innerhalb von vier Wochen müssen die Stunden ausgeglichen sein. Es macht keinen Sinn, Überstunden ohne Ausgleichsprozess vor sich herzuschieben, sonst kommen sie nie weg. Diese Sicherheit brauchen Mitarbeiter, um Vertrauen in die Verlässlichkeit der Führung aufzubauen.


Nein sagen findet auch in der Freizeit statt. Freundinnen und Freunde verlangen nach einem, um zu helfen, um zu reden und um Gesellschaft zu haben. Ich persönlich kann das eher nicht gebrauchen. Ich gehe nirgendwo hin, nur um jemandem einen Gefallen zu tun.

Meine Frau sagt mir oft, ich solle doch nicht so eklig sein und andere nicht so düpieren. Ich bin nicht eklig und düpier auch niemanden, ich sage nur, dass ich keine Lust habe irgendwo hin zu gehen, das mich nicht interessiert. Das Leben ist kurz und arbeitsam genug, da muss ich aufpassen, dass genügend Zeit für mich übrig bleibt.


Ich gehe samstags nicht ins Theater, in die Oper oder ins Kino, weil ich am Ende der Woche in dunklen Räumen einschlafe. Sonntagsmorgens ist es eine absolute Erholung für mich, im Bett zu lesen und mich dann in meine Kreativecke zurück zu ziehen, um meine Gedanken in Evernote zu notieren, vielleicht einen Text auszuarbeiten oder mir Gedanken zu einer Marketingaktion oder zum Leben als solches zu machen.

Dazu brauche ich Zeit und Entspannung. Ich bin kein Mensch, der dauernd irgendwo mit irgendjemandem abhängen muss. Ich liebe es, alleine zu sein und mir ungestört meine Gedanken machen zu können. Also nein, mir fällt es nicht schwer, Nein zu sagen. Das bedeutet für mich mehr Freizeit, weniger Druck und ein Höchstmaß an Entspannung.

Socialising findet natürlich statt, aber eben in dem Maß, in dem ich das zulasse. Ich entscheide, niemand sonst. Es ist ein schönes Gefühl mit Menschen zusammen zu sein, die mir nicht die Zeit stehlen, sondern mit denen ich mich zu beiderseitigem Nutzen austauschen kann.

Es gibt zu viele Menschen, die anderen ihre Energie rauben. Jeder Mensch sollte sich deshalb die Frage stellen, wer in seinem Umfeld ein Energiegeber ist.


Alexandra Reinwarth hat ein Buch geschrieben mit dem Titel “Am Arsch vorbei geht auch ein Weg – Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich locker machst”. Sie beschreibt, wie ihre fordernde Freundin Kathrin ihr zum Nachteil die gemeinsame Freundschaft lebt. Irgendwann hat sie sich ein Herz gefasst und ihr ein deftiges “Fick Dich!” hingeschmettert. Seitdem lebt sie leichter. Dass ihr das nicht leicht gefallen ist und sie vor der Konfrontation Bedenken gehabt hat, ist verständlich.

Jemanden aus seinem Leben zu entfernen ist, wie mit einem Partner Schluss zu machen. Auf der einen Seite steht ab dem kritischen Punkt Zwang und Frustration, auf der anderen Seite steht die große Freiheit, die ein Mensch durch einen solchen Schritt erreicht. Für jeden Lebensabschnitt gibt es die passenden Menschen. Man kommt zusammen, und man driftet wieder auseinander.

Aber es gibt eben auch Menschen, die das nicht zulassen wollen, die klammern, und dir den Spaß am Leben rauben. Ich sehe das so: Wenn mir etwas weh tut, gehe ich zum Arzt und lass es behandeln. Dann tue ich was getan werden muss, um wieder schmerzfrei leben zu können. So einfach die Analyse, so schwierig die Umsetzung.

Auch in der Beratung müssen oft Grenzen gezogen werden. Manche Menschen tendieren dazu, Argumentationen x-mal zu wiederholen und wieder und wieder durchzukauen. Sie wollen alles erschöpfend diskutieren, und sie strapazieren damit die Nerven ihrer Mitmenschen. Solche Leute brauchen diese klare Grenze, sonst saugen sie dich ein und vernichten deine Zeit und deine gute Laune.


Richtig nein zu sagen ist eine Kunst. Zu brutal solltest du die Grenze nicht ziehen, weil das auch verletzen kann. Hör Dir an was der andere will, auch wenn du schon vorher weißt, dass du ablehnen wirst. Das gebietet die Höflichkeit. Erkläre in kurzen Worten, warum du nicht helfen kannst.

In den meisten Fällen reicht das aus, um dem anderen zu signalisieren, dass du dich auf deine eigenen Projekte kümmern willst. Wenn dein erklärtes Nein nicht angenommen wird, kannst du selbstverständlich schärfer formulieren. Nein muss  definitiv nein bleiben!


Jeder von uns hat andere Grenzen. Während die eine spontane Besuche gerne mag, stört es den anderen. Auch in der Lebensgemeinschaft  ist es wichtig, sich Freiräume zu schaffen und Grenzen zu ziehen. Das ist in einem großen Haus sicher einfacher umzusetzen als in einer kleinen Wohnung.

Wer an einer entspannten häuslichen Gemeinschaft interessiert ist muss dann Lösungen finden. Wir leben in einer ehemaligen Tanzschule. Dort gibt es weder Balkon noch Garten, dafür viel Wohnraum. Kinderzimmer und Bad sind separat, der Rest der Wohnung hat Loftcharakter. Wir können uns nicht aus dem Weg gehen. Deshalb haben wir Rückzugsräume eingerichtet.

Ich ziehe mich in meine Kreativecke zu meinen Büchern zurück, höre Musik oder schreibe Texte am Notebook. Meine Frau hat ihren Lieblingsplatz an unserem vier Meter langen Holztisch, an dem sie sich ausbreiten kann. Das Zentrum und Kommunikationszentrum des  Raums ist die offene Küche. Im Grunde genommen sind wir ein Start-up mit zwei Geschäftsführern, die sich immer wieder mal zum Austausch in der Küche treffen.

Wir haben unsere Bedürfnisse abgegrenzt und Lösungen geschaffen. Lösungen zu schaffen ist ein aktiver Prozess, bei dem sich beide Parteien bewegen müssen. Das gilt für alle Lebensbereiche.


Wir überschreiten ständig Grenzen. Das ist normal, weil niemand von uns wissen kann, wo die Grenzen des anderen liegen, unsere Lebenspartner vielleicht mal ausgenommen. Das tolerieren wir einfach, weil wir wissen, dass wir der Situation eicht wieder entkommen können.

Schwierig wird es erst, wenn wir uns aktiv gegen Grenzüberschreitungen wehren müssen. Wer einen definierten Standpunkt hat ist hierbei im Vorteil. Sie oder er können klar benennen, was sie warum nicht akzeptieren können. Menschen mit weniger ausgeprägtem Selbstbewusstsein haben hier Schwierigkeiten.

Die gute Nachricht ist: Nein sagen und  Grenze ziehen kann jeder Mensch lernen. Wer diese Stabilität nicht von sich selbst aus mitbringt, sollte sich helfen lassen. Das ist besser, als sich den Forderungen anderer schutzlos auszusetzen.

Meine persönliche Strategie ist es, gar nicht erst in solche Situationen zu kommen. Je besser ich mich selber kenne, desto besser kenne ich meine Schwachpunkte, desto besser kann ich mich schützen.

Wir kommen alle von Zeit zu Zeit in Grenzsituationen, in denen wir entscheiden müssen, wie wir auf einen Reiz reagieren. Meine persönliche Strategie ist zuhören, wie vorher schon beschrieben. Es ist mir aber schon etliche Male passiert, dass ich die neue Anfrage wesentlich interessanter fand als das, was ich grade gemacht habe. Das kann ich aber nur dann machen, wenn ich keinen Abgabetermin habe. Dann hat mein Projekt selbstverständlich absolute Priorität.


Im Unternehmen haben wir die Kommunikationnsregeln in der Betriebsverordnung festgelegt. Die haben wir mit den Mitarbeitern gemeinsam dfiniert, sie sind von allen unterschrieben worden und damit gültig. Das hat geholfen, dass sich alle gegenseitig unterstützen, weil die Rahmenbedingungen von Geben und Nehmen klar geregelt sind.

Wir, die Geschäftsführung haben einen verbindlichen Prozess festgelegt, wie und in welchem Zeitraum Überstunden ausgeglichen werden. Sie dürfen nicht über das Quartalsende mitgenommen werden. Überstunden können auch nur in absoluten Ausnahmefällen angesammelt und als Urlaubstag, bzw. Urlaubstage ausgeglichen werden. Mit diesen Regeln sind wir in den letzten 17 Jahren sehr gut gefahren.

Wenn ich andere Menschen wichtiger nehme als mich selbst, stelle ich deren Freiheit höher als meine eigene.

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012 – Podcast -Was wir aus dem Lockdown mitnehmen

Seit Februar 2020 sind unsere Freiheitsrechte eingeschränkt. Wir waren von einem Tag auf den anderen ausgebremst, und wir mussten uns mit einem veränderten Tagesablauf abfinden.

Corona ist hartnäckig

Im Frühjahr hatten wir noch Hoffnung, Corona würde nicht lange dauern. In den Wochen nach dem Reise-Sommer haben wir aber erkannt, dass Corona noch einmal richtig Gas gegeben hat. Weihnachten fiel aus, Parties zum Jahreswechsel ebenfalls.

Seit achteinhalb Wochen sitzen wir im 2. Lockdown fest. Und es besteht immer noch die Gefahr, dass uns die Mutante in einen 3. Lockdown schickt. Den würden dann viele Geschäfte definitiv nicht mehr überleben.

Frust statt Euphorie

Die Euphorie des Sommers 2020 hat sich nicht fortgesetzt. Ich stelle fest, dass wir mit der Ernüchterung nur schwer zurecht kommen. Einerseits geht es bei uns Selbstständigen um die Existenz, andererseits bei vielen Menschen um den Frust und die Depression, die sich aus einer nicht vorhandenen Hoffnung auf ein Ende speist. Wir sehen kein Ende.

Die Impfung hat uns lange Wochen gepusht, wir mussten aber feststellen, dass die Hoffnungen durch die eingeschränkte Verfügbarkeit des Vakzins wieder einmal getrogen hat. Ich persönlich lasse mich auch durch die Impfung nicht mehr dazu hinreißen, zu viel Hoffnung in ein schnelles Ende der Einschränkungen zu setzen.

Strategie und Planung

In den vergangenen Jahren war es mir immer wichtig, die Geschicke des Unternehmens vorauszuplanen, soweit das eben möglich war. Jahresziele waren wichtig, Umsatz und Gewinn spielten Hauptrollen, die strategische Planung wurde durch Investitionen in Aus- und Weiterbildung, sowie in Spezialisierung unterstützt.

All das ist jetzt nicht mehr in gleichen Umfang möglich. Wir haben einfach zu viel Geld verloren, dabei zu wenig Unterstützung vom Staat bekommen und dazu hin herrscht immer noch zu dichter Nebel um die Zukunft.

Selbstverständlich tun wir etwas. Wir renovieren, schreiben neue Konzepte, optimieren unsere Prozesse und machen alles mögliche, von dem wir uns wieder trennen müssen, wenn wir wieder öffnen dürfen. Wir werden gar nicht mehr die Zeit haben, alles zu verfolgen, was wir im Lockdown angefangen haben.

Neues versuchen

Es ist definitiv eine gute Zeit, um Neues zu versuchen. Social Media wird neu konzipiert, die Webseite erneuert, Onlineshops eingerichtet, Videos werden gedreht, Podcasts gestartet. Niemals zuvor in 47 Jahren hatte ich so viel Zeit am Stück und konnte mein Arbeitspensum so frei gestalten.

Der wirtschaftliche Schaden rückt in manchen Stunden der Tage in den Hintergrund, das ist auch ein Erfolg. Die Neuroplastizität des Gehirns sorgt dafür, dass wir alle trotz fortgeschrittenen Alters Neues lernen kann.

Es ist ungeheuer befreiend bedürfnisorientiert lernen zu können. Nur, es fehlt der Abschluss, der Beweis, die Aktion, die Tat, das Tun. Alles zielt in eine ungewisse Zukunft, der Erfolg des Tages fehlt am Abend.

Frustration über die Politik

Ich bin völlig genervt von der schleppenden Zuweisung der Überbrückungshilfe und des Arbeitslosengeldes. Die Politik frustriert mich. Aus die Frustration heraus ich neige immer häufiger dazu, meine objektive Sicht auf die Dinge zu verlieren.

Wenn der Frust überwiegt muss irgendjemand dafür verantwortlich sein. Dass das Virus aber uns alle in allen Positionen und Verantwortungsbereichen gnadenlos vor sich hertreibt, dafür kann niemand etwas. Auch die Politik nicht.

Was mich frustriert snd die Regeln der Verwaltung. Hat man uns im 1. Lockdown noch Geld mit der Gießkanne spendiert, regiert jetzt wieder der Amtsschimmel. Dass von der schönen Soforthilfe nur 25 Prozent bei mir bleiben durften war nachträglich ein Tritt vors Schienbein.

Den Umsatzverlust der Soforthilfe gegengerechnet haben wir 5,84 Prozent Ausgleichszahlung bekommen. Ehrlich gesagt, das hätten sich das Land Baden-Württemberg sparen können.

Was wir mitnehmen sollten

Was nehmen wir also mit? Erstens: Die Hoffnungslosigkeit ist keine Option. Sie kommt zustande, wenn wir uns zu stark auf das konzentrieren was kommen könnte und was nicht. Wir wissen es nicht. Es ist wichtig, Schritt um Schritt zu tun und konzentrierter im Jetzt zu leben.

Ja, aber wir müssen doch…?! Ja, was? Keiner weiß etwas genaues. Niemand kann sagen, ob wir einen 3. oder gar einen 4. Lockdown bekommen. Niemand weiß, was der Mutant noch anstellt und ob der Impfstoff dauerhaft gegen ihn wirkt.

Ein Virus ist qua seiner Natur dazu bestimmt, ständig zu mutieren, um sein Überleben zu sichern. Wenn schon die ganze Welt vor der ersten Mutation zittert, was passiert, wenn es eine noch aggressivere Mutation geben sollte?

Schon jetzt gibt die Virologin Melanie Brinkmann den Kampf um die Mutante B 1.1.7. verloren. Virologen rechnen mit neuen Mutationen und mit Lockdown bis ins Jahr 2022 hinein. Eventuelle sogar mit einem Dauer-Lockdown mit zwischenzeitlichem Luft holen, wie Brinkmann sich ausdrückt.

Sich selber Hoffnung schaffen

Wie schaffen wir in einer solchen Lage Hoffnung? Für mich persönlich heißt das Struktur und äußere Ordnung gestalten, und das Denken auf das Jetzt konzentrieren. Gedanke zieht  Aktion.

Die Jagd nach den neuesten Gadgets, coolen Klamotten, Schuhen und Accessoires ist erst mal vorbei. Der Besuch im angesagten Restaurant, in der Szene-Bar und bei diversen Must-Events, Messen, Seminaren und Workshops ebenso.

Auch die all-Inkl. Reise ans Steißbein der Welt oder wenigstens in ein angesagtes Luxus-Ressort in Deutschland, Österreich oder der Schweiz  –  alles nicht mehr möglich. Hoffnung kommt nur aus uns selber, dabei wir sind von ihr abhängig. Nur mit ihr überleben wir in unsicheren Zeiten mit wirtschaftlicher und persönlicher Not und finden in eine inspirierende Zukunft.

Vorteile des Lockdowns

Im zweiten Lockdown habe ich bestehende Freundschaften wieder aufgenommen und vertieft und neue geschaffen. Von einigen Menschen musste ich mich trennen, oder wenigstens mein Vertrauen in sie neu bewerten.

Ich habe eine große Welle der mentalen Unterstützung durch unsere Kunden erhalten. Viele Gespräche haben mir Hoffnung gemacht, dass wir auch nach dem 2. Lockdown weiterhin eine treue Gefolgschaft haben werden.

Wie viele Kunde durch Schwarzarbeit, Kurzarbeit, Jobverlust und weitere Gründe verloren gegangen sind, wird sich zeigen. Es ist ja nicht so, dass nur ich mein Leben und meine Aktionen neu bewerte, sondern auch unsere Kunden werden das tun.

Es git keine Garantie dafür, dass sie es weiterhin für wichtig empfinden, zu uns zu kommen. Vielleicht reduzieren auch sie ihre Ansprüche? Unwägbarkeiten, die wir heute nicht bewerten können. Aber wir können darauf hoffen.

Hoffnung und Glauben

Neben der Hoffnung nehme ich auch den Glauben an das Gute in meinen Mitmenschen mit in die Zukunft. Allerdings werde ich noch intensiver bewerten, mit wem ich meine Zeit verbringen will. Nicht jeder passt zu jedem.

Und, mal Hand aufs Herz: Wer mag schon alle Menschen die er trifft? Das lässt sich nicht vermeiden, aber ich nehme mir ganz einfach das Recht heraus zu bestimmen, wer mir nahe kommt. So wie wir Lieblingskunden haben, kümmern wir uns um die anderen mit professioneller Freundlichkeit.


Die Lockdowns haben gezeigt, wem aus meinem Umfeld ich trauen kann. Vertrauen ist deshalb der dritte Wert, den ich aus dem Lockdown mitnehme. Menschen sind grundsätzlich daran interessiert, anderen zu helfen.

Ob das finanziell, mental oder aktiv durch Gespräche passiert  ist minder wichtig. Dass sie grundsätzlich vertrauenswürdig sind ist die Hauptsache. Vertrauen bedingt nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben.

Geben und nehmen in der Waage

Ein Beispiel: Mein Sohn wollte als Teen auf ein Reggae-Festival im Esslinger Stadtpark. Es war aber ausverkauft. Einer meiner Freunde war zu dieser Zeit Chef des Stadtmarketings. Ich habe meinen Sohn zu ihm geschickt, er solle fragen, ob er noch Karten habe. Er hatte.

Als mein Sohn zurück kam und ich ihn fragte, was er meinem Freund für die Tickets zum Ausgleich angeboten habe, stutzte er. Nichts, kam zur Antwort. Ich hab ihn daraufhin nochmals geschickt, er solle meinen Freund fragen, was er ihm zum Dank Gutes tun könne.

Zu dieser Zeit war mp3 der letzte Schrei und ein USB-Stick mit 100 Songs war ein adäquater Ausgleich für die Tickets. Geben und nehmen muss sich die Waage halten.

Positive Vibes einsammeln

Grundpositive Menschen haben in den letzten Monaten immer wieder dafür gesorgt, dass ich mich nicht in verengten Weltsichten verliere. Ich habe natürlich nicht alle persönlich getroffen, auf viele bin ich in den sozialen Medien aufmerksam geworden.

Ihre Gedankenansätze habe ich aufgenommen und mit meinen eigenen Überlegungen verwoben. Positivität schafft Hoffnung, Negativität dagegen Depression, Frustration und Angst.

Angst aber lähmt uns und wer zu der Angst zu viel Raum gibt zulässt macht seinen persönlichen Raum immer kleiner. Damit ich gar nicht erst in diese Gefahr komm, habe Ich  mir vorgenommen, wieder mehr zu meditieren und mich mit mir selber zu beschäftigen.

Wenn ich schlechte Gedanken bekomme lerne ich ein neues Gedicht auswendig, mache einen Spaziergang, höre Musik, lese aktiv, schreibe meine Gedanken auf oder führe mein Tagebuch. Hauptsache raus dem Gedankenkarussell.

Fazit

Aus dem Lockdown, Stand heute, 13. Februar 2021, nehme ich den Glauben an das Gute im Menschen, die Hoffnung, das Vertrauen und die Notwendigkeit zu positivem Denken mit in die Zukunft. 

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009 – Podcast Starke Marke – Tägliche Routinen

Heute geht es um das Thema der täglichen Routinen im Lockdown. Wir sind ja von einem Tag auf den anderen aus unserem gewohnten Ablauf gerissen worden und müssen unsere Tage mit einer alternativen Struktur versehen. Warum diese Routinen speziell im Lockdown wichtig sind möchte ich heute anhand meines eigenen Beispiels aufzeigen.

Gezielt Routinen aufbauen

Dazu möchte zuerst eine Volte knappe zehn Jahre zurück drehen. Am 1. August 2011 hatte ich einen schweren Motorradunfall mit Wirbelbrüchen,  kaputter Schulter und einer komplett gestauchten linken Körperhälfte. Bei der Untersuchung im Krankenhaus war nicht klar, ob die Operation zur Stützung der Wirbel erfolgreich würde verlaufen können. Gottseidank hat alles gut geklappt, ich bin dem Rollstuhl entkommen.

Am zweiten Tag nach der OP stand morgens ein Physiotherapeut an meinem Bett, der mich aufforderte, aufzustehen und mit ihm einige Schritte zu gehen. Ich dachte, der scherzt, ich hatte das Gefühl, mein Körper würde sich vor Schmerz nie mehr bewegen lassen. Er blieb unerbittlich, und durch die Androhung eines Rollators hat er meinen Ehrgeiz angefacht.

Damit die Erzählung jetzt nicht ausartet, gehe ich zweieinhalb Jahre weiter ins Frühjahr 2013. Meine Schulter hat wieder gut funktioniert, die Schmerzen im Rücken waren akzeptabel und ich habe mich wieder an den Physiotherapeuten erinnert.

Von alleine wird’s nicht mehr

In diesem Frühjahr war mit klar: Wenn ich jetzt nicht gezielt meinen Körper wieder aufbaue werde ich zum schlurfenden alten Sack. Also habe ich begonnen, jeden Morgen Sport zu machen, außer sonntags. In der ersten Sitzung habe ich eine Liegestütze geschafft, zwei halblebige Rumpfbeugen, und für mein Schultertraining konnte ich lediglich das schwächste grüne Teraband benutzen.

Ich habe natürlich gemerkt, dass sich der Körper selber heilt. Aber eben nur bis zu einem bestimmt Grad. Diesen Heilungsprozess wollte ich unbedingt stärker unterstützen. Dafür habe ich einen Personal Trainer gebucht.  Der hat mir ein Programm mit Übungen geschrieben,  und mit mir jede Übung so lange trainiert, bis ich ein Gefühl für die richtige Haltung bekommen hatte.

Routinen im Lockdown

Im Lockdown ist dieses tägliche Training ein Teil meiner Tagesstruktur. Ich habe mittlerweile drei Trainingseinheiten entwickelt, die ich an sechs Tagen je zweimal pro Woche durchziehe. Montag und Donnerstag gibt es Bizeps- und Trizeps-, Oberschenkel- und Schultermuskulatur-Training am TRX-Band. Dienstag und Freitag Bauchaufzüge, Rumpfbeugen, Dips und Bizeps. Mittwoch und Samstag Liegestützen, Planks, seitliche Beinheber und Rückenstretching.

Unter dem Tag verteilt schnappe ich mir die Langhantel, die mitten im Wohnzimmer liegt. Ich führe dazu eine Strichliste und habe festgestellt, dass ich die Langhantel durchschnittlich viermal pro Tag zusätzlich hernehme. So einfach kann es sein.

Fitness-Pflicht

Zusätzlich lege ich mit meinem Kollegen und Freund Oliver Gerbert einen Pflicht-Wandertag pro Woche ein, egal ob es regnet, schneit oder der Wind uns fast vom Berg bläst. Das Training am Morgen setze ich deshalb aber nicht aus. Das Training ist an allen Tagen Pflicht, ob Urlaub oder Alltag, es ist von allen Tagesunternehmungen völlig unabhängig.

Wenn 6 Uhr aus Zeitgründen zu spät ist, dann stehe ich eben früher auf. Ausnahmen gibt es nicht. In den letzten sieben Jahren hat sich das Trainingsritual bei mir so verfestigt, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke, ob ich morgens eine andere Option habe. Noch niemals zuvor in meinem Leben war ich körperlich und mental so fit.

Meine Trainingsklamotten hängen beim Bett. Ich stehe auf, schlüpfe rein und trainiere. Ohne Umweg in die erste Runde. In der kurzen Pause Wasser  kochen und Tee ziehen lassen. Dann die zweite Runde. Einen Schluck Tee nehmen. Dritte Runde.

Nach dem Training das Morgenmagazin anschalten, dann  bin ich wach genug, um die News ertragen zu können. Was bringt es, wenn ich mir schon vor dem richtig wach sein die Informationen reinknalle? Corona, Mortalität, Lockdown, Impfprobleme und USA gibt es auch noch wenn ich wach bin.

Seltsame Automatismen

Ich frühstücke niemals, außer am Sonntag und im Urlaub. Fragt mich nicht wieso, das hat sich eben so entwickelt.  Viele um  mich herum denken anders darüber, und meist dauert es nicht lange, bis ich die ersten Argument bekomme, warum ich unbedingt frühstücken sollte. Ich lasse sie reden, sollen sie denken, was sie wollen, es ist nicht mein Problem.

Das hat sich einfach so ergeben, und ich komme damit sehr gut klar. Schon interessant, welche Automatismen sich so nebenher entwickeln. Was ich mache  taugt für mich, einem anderen dagegen gar nicht. Aber das interessiert mich ja nicht, ich bin ja nicht der andere. Alleine wichtig ist, meinen eigenen Takt zu finden, um meine persönliche Ausgeglichenheit zu erreichen oder zu erhalten.

Ich höre zu, was andere sagen, gleiche ab, ob ich das brauchen kann, und nehme es auf oder lasse es sein. Es ist eigentlich ganz einfach, sein Ding durchzuziehen. Man darf einfach nicht zu viel auf andere hören, sonst bekommst Du keine Linie in die Tages-Routinen.

Der erste Schritt ist der wichtigste

Das Allerwichtigste ist, dass man überhaupt anfängt. Das beginnt ganz klein und vorsichtig, aber wenn man es konsequent jeden Tag immer zur selben Zeit macht, ist der wichtigste Schritt getan. Eines gar nicht fernen Tages vom ersten Schritt entfernt, nimmst man ein richtig gutes Körpergefühl und das Gefühl von mentaler Kraft wahr.

Die Investitionen einen Personal Trainer  hat sich für mich ausgezahlt, weil ich keine computergesteurten Maschinen, sondern nur mich und mein Eigengewicht brauche.

Was hat das jetzt mit dem Lockdown und den täglichen Routinen zu tun? Das Training mache ich ja auch während meiner Arbeitstage. Um das Training herum habe ich im Lockdown jedoch zusätzliche, verpflichtende Routinen installiert.

Struktur-Routinen

  • Erstens: Niemals ungeduscht arbeiten
  • Zweitens: Niemals in Lümmel- oder Sportklamotten an den Rechner sitzen
  • Drittens: Immer zur selben Zeit aufstehe (außer Sonntag)
  • Viertens: Immer zur selben Zeit mit der Arbeit beginnen
  • Fünftens: Um 13 Uhr Mittagessen
  • Sechstens: Nachmittags frei verfügbar

Was im Gehirn passiert

Routinen einzuführen ist wichtig, aber auch sie zu verändern oder sie anzupassen. Der Körper bleibt ja nicht über Jahre gleich. Ein Beispiel: Ich möchte eine Routine installieren. Was passiert im Gehirn? Zuerst muss ich klar vor Augen habe, was ich verändern möchte.

Habe ich kein Ziel, komme ich nirgends an. Mit der ersten Handlung lege ich einen Pfad in meinem Gehirn an. Synapsen werden getriggert, sie legen die Informationen an. Je öfter ich eine Handlung wiederhole, desto stärker feuern die Synapsen, beziehen andere Synapsen mit ein und legen so einen immer breiteren Pfad im Gehirn an. Ob ich eine Fremdsprache oder ein Gedicht lerne, oder eine andere Routine einstudiere, das Gehirn braucht einen gewisse Zeit,  um sie zu festigen.

Das funktioniert über Konzentration, Konsequenz und natürlich eine gehörige Portion Sturheit und Egoismus. Bevor meine wichtigsten Routinen nicht abgehandelt sind – in meinem Fall ist es das tägliche Fitnesstraining – gibt es keine geschäftliche Aktivität, keine familiären Verpflichtungen und Erledigung, werden keine Anweisungen angenommen, nur die Routine steht im Fokus. Deshalb: Niemals etwas or den wichtigsten Routinen einschieben!

Smartphone-freie Zeit

Das Smartphone, sonst mein sehr intensiv genutzter Begleiter ist von 19 Uhr abends bis um 8 Uhr morgen auf Nachtruhe gestellt. Nach 19 Uhr lese ich, mal kürzer, mal länger, aber wenn, dann fokussiert und konzentriert.

Informationen im Vorbeigehen aufzunehmen bringt nichts, so entwickelt sich kein Gedankenfluss. Es kommt nicht auf die Menge der Informationsaufnahme an, oder auf die Lesegeschwindigkeit, sondern darum, sich in den Text einzudenken und die Synapsen feuern zu lassen.

Passiert das nicht, ist das Thema für mich nutzlos. Was nicht heißt, das ich das Thema später wieder aufnehme. Wrong time, wrong topic!  Ich quäle mich nicht durch Bücher, deren Schreibstil und Inhalt ich nicht mag.  Ich kann mich dann einfach nicht mehr auf den Sinn des Textes konzentrieren.

In meiner Bibliothek stehen viele Bücher, die für mich so schrecklich nutzlos sind, die aber von anderen geliebt werden. So hat halt jeder seinen Ansatz, aber wenn meinem Mitmenschen etwas gefällt muss ich das nicht automatisch auch gut finden. Und selbstverständlich gilt das auch vice versa.

Cooles Sport-Styling

Heute Morgen habe ich TikTok geschaut und viele perfekte Ärsche in hautengen Sportklamotten gesehen. Perfekt in Szene gesetzt und dem gängigen Publikumsgeschmack angepasst. Ich habe eine ausgeleierte Trainingshose an, ein schlabbriges T-Shirt mit dem ich keinen Schönheitspreis gewinne und meine Woll-Hausschuhe, weil die eine rutschfest Sohle haben.

Der ganze Mist mit angesagten Klamotten, coolen Schuhen und elektronischen Devices nervt mich. Den ersten Schritt zu einer sportlichen Routine kannst Du auch im Kartoffelsack machen. Hauptsache ist, Du machst es!

Gedichte-Routine

Ihr könnt natürlich gerne darüber lachen, aber gedanklichen Ausgleich schaffe ich mit dem auswendig lernen von Gedichten. Wer die geschrieben hat ist dabei nicht ganz so wichtig, das Thema muss mich emotional packen.

Wenn ich nachts aufwache und meine Gedanken, speziell im Lockdown, auf Wanderschaft gehen, rezitiere ich im Stillen meine Gedichte. Dazu habe ich mir gedankliche Ordner angelegt. Die heißen: 1. Erich Kästner, 2. Goethe, 3. Morgenstern, 4. Diverse und 5. Songtexte.

Habt ich euch schon einmal mit Memo-Techniken beschäftigt? Dann werdet ihr Gregor Staub vielleicht kennen. Nach dem Studium seiner Technik habe ich mit den Gedichten begonnen und es funktioniert super. Auch zu Gregor Staub findet ihr einen Link in den Shownotes.

Lockdown-Blues

Unsere Gesellschaft steht derzeit unter Strom. Vielen Unternehmern droht das Aus, viele Menschen werden ihre Arbeit verlieren und wahrscheinlich wird es viele Jahre dauern, bis wir wieder eine kulturell potente Szene haben werden.

Ich habe mir mittlerweile die Mutmaßung über die Zukunft versagt. Es kommt wie es kommt, wir werden wenig daran ändern können. Das heißt nicht, dass ich mir keine Gedanken um die Zukunft mache. Aber: Wenn ich mit dem Auto im dichten Nebel unterwegs bin, dann fahre ich halt etwas langsamer. Wenn ich die Strecke nicht kenne macht es keinen Sinn, sich Gedanken darüber zu machen, wie viele Kurven noch kommen und wieviele Abzweigungen wohl auf mich warten. Ich weiß es einfach nicht, ich kann nur raten und weiter fahren.

Persönlicher Lockdown

Für meine persönliche ist der Lockdown fast ein Segen. Wäre der wirtschaftliche Druck nicht, würde ich jauchzen, denn noch nie in meinem Arbeitsleben hatte ich so viel Zeit, um mich mit anderen interessanten Dingen zu beschäftigen. Das Perückenstudio wächst, der Podcast ist endlich draußen, die Live-Video-Shopping Software ist auf der Webseite integriert.

Ich habe viel über iMovie, Garageband, Aufnahmetechnik von Video und Ton gelernt und ich lerne immer weiter. Das langsame Voranschreiten und das tiefe Lernen unterliegt auch Routinen.

Ich habe verstanden, dass Leben ein immer währender Prozess ist. Ich werde nie fertig, ich bin immer im Entwicklungszustand. Heute noch ich, morgen ein Unbekannter. Ich bewege mich, lerne, wäge ab und handle jede Sekunde auf einer neuen Wissens- und Erfahrungsbasis. Das ist doch super. Ich muss bloss denken und schon verändere ich mich. Einfacher geht Veränderung nicht. Ich kann es gar nicht aufhalten, das passiert automatisch.

Routinen sind das Mittel dazu, sich von blossen Wunschgedanken zu lösen und tatsächlich etwas umzusetzen. Ob das mehr Sport ist, weniger Alkohol trinken oder sich mehr um Frau oder Mann oder Kinder zu kümmern, ist völlig egal. Es geht um das, was ich wir wirklich wollen. Wir kennen ja alle das jährliche Ritual an Silvester, was wir im nächsten Jahr alles tun werden. Am Ende des Jahres nehmen wir uns wieder Neues vor, obwohl wir das Alte noch gar nicht in Angriff genommen haben.