Selbstorganisation Archive - Peter Gress

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Peter Gres Podcast Quickies

015 – Grenzen ziehen und Nein sagen

Mit einem Gastbeitrag von Jana Ritzen, Conscious Ballet, Braunschweig

Heute geht es um Grenzen ziehen und konsequenteres Nein sagen.
Wer immer ja sagt, hat irgendwann kein eigenes Leben mehr. Er wird von anderen vereinnahmt und dadurch in der Entwicklung gehemmt, die beste Version seiner selbst zu sein.

Wer zu oft ja sagt, schadet dauerhaft seiner Karriere und seinem Leben. Strahlst du dagegen eine gewisse Sperrigkeit aus, wirst du weniger oft als Objekt für die Ziele anderer missbraucht. Der Biologe und Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther fordert, dass sich Menschen vor allem im Beruf auf Augenhöhe begegnen und sich gegenseitig als gleichberechtigte Subjekte anerkennen.

Das bedeutet, dass die Führungskräfte des Unternehmens begreifen müssen, dass Menschen gut behandelt werden müssen  und nicht überfordert werden, damit sie dauerhaft gute Leistung bringen können.


Jeder Mensch hat eine psychische und physische Belastungsgrenze. Wenn die regelmäßig überschritten wird, tut das weder der Seele noch dem Organismus gut. Nein zu sagen markiert eine Grenze, die für unsere Gesundheit wichtig ist.

Wenn du dich ständig anderen unterwirfst, erleidest du jedes Mal einen Angriff auf dein Selbstbewusstsein. Das geht nicht lange gut, weil es Menschen aushöhlt und zu Burnout-Kandidaten macht. Wenn du immer verfügbar ist, muss du dich irgendwann mal fragen lassen, ob du deine Prioritäten kennst? Das ist keine gute Basis für eine erfolgreiche Karriere.


Die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren ist keine Kunst. Ein freundliches Nein bringt mehr Anerkennung und Respekt als dauernde, fast grenzenlose Hilfsbereitschaft. Die wird zudem gerne ausgenutzt. Wenn ich dauernd nachgebe ist meine Leistung irgendwann mal nichts mehr wert. Leider erkennen das viele Menschen nicht früh genug.

Sie haben diffuse Ängste vor Disharmonie. Sie stellen sich vor was passieren könnte, wenn sie Nein sagen. Sie laden die Folgen eines Neins emotional so stark negativ auf, dass sie im Moment der Entscheidung keine Kraft zum Nein sagen haben und nachgeben.


Im Job ist die persönliche Abgrenzung meist eine Gratwanderung. Wie gehe ich als Mitarbeiter damit um, wenn mich der Chef wieder und wieder um Überstunden bittet? Oder die Kollegin Arbeit abwälzen will, die sie nicht gern macht. Wenn ich hier keine klare Grenze ziehe wird es den anderen zur Gewohnheit, zusätzliche Aufgaben auf mich abzuwälzen.

Wie kannst Du dich abgrenzen?  Höre dir an, was dein Gegenüber von dir will. Dann bitte dir Bedenkzeit aus, die du zeitlich klar kommunizierst. Wenn sich bis zum Termin zeitliche Reserven ergeben, kannst du zusagen. Erkennst du aber, dass du mit meinen eigenen Aufgaben nicht rechtzeitig fertig werden kannst, sagst du ab.

Wenn dein Chef drängelt und sofort eine Entscheidung will, musst du selbst entscheiden, ob du deine eigene Aufgaben entweder an Kollegen abgeben kannst, oder ob eine Verschiebung möglich ist. Kannst du die zusätzliche Aufgabe mit anderen zusammen stemmen?Dann mach ihm das Angebot, dass du die Aufgabe in Kooperation mit anderen erledigen kannst.


Wenn Mitarbeiter Überstunden machen sollen, steht wertschätzende Kommunikation Pate. Wie lange sollen die Überstunden dauern, und vor allem, wann wird die Zeit wieder ausgeglichen. Überstunden kommen oft unvorhergesehen, und manchmal dulden die Dinge  keinen Aufschub. Für die Folgen braucht das Unternehmen einen Prozess, innerhalb welchen Zeitraums bspw. Überstunden ausgeglichen werden müssen.

Angefallene Überstunden werden bei uns im Unternehmen in einer Liste erfasst. Innerhalb von vier Wochen müssen die Stunden ausgeglichen sein. Es macht keinen Sinn, Überstunden ohne Ausgleichsprozess vor sich herzuschieben, sonst kommen sie nie weg. Diese Sicherheit brauchen Mitarbeiter, um Vertrauen in die Verlässlichkeit der Führung aufzubauen.


Nein sagen findet auch in der Freizeit statt. Freundinnen und Freunde verlangen nach einem, um zu helfen, um zu reden und um Gesellschaft zu haben. Ich persönlich kann das eher nicht gebrauchen. Ich gehe nirgendwo hin, nur um jemandem einen Gefallen zu tun.

Meine Frau sagt mir oft, ich solle doch nicht so eklig sein und andere nicht so düpieren. Ich bin nicht eklig und düpier auch niemanden, ich sage nur, dass ich keine Lust habe irgendwo hin zu gehen, das mich nicht interessiert. Das Leben ist kurz und arbeitsam genug, da muss ich aufpassen, dass genügend Zeit für mich übrig bleibt.


Ich gehe samstags nicht ins Theater, in die Oper oder ins Kino, weil ich am Ende der Woche in dunklen Räumen einschlafe. Sonntagsmorgens ist es eine absolute Erholung für mich, im Bett zu lesen und mich dann in meine Kreativecke zurück zu ziehen, um meine Gedanken in Evernote zu notieren, vielleicht einen Text auszuarbeiten oder mir Gedanken zu einer Marketingaktion oder zum Leben als solches zu machen.

Dazu brauche ich Zeit und Entspannung. Ich bin kein Mensch, der dauernd irgendwo mit irgendjemandem abhängen muss. Ich liebe es, alleine zu sein und mir ungestört meine Gedanken machen zu können. Also nein, mir fällt es nicht schwer, Nein zu sagen. Das bedeutet für mich mehr Freizeit, weniger Druck und ein Höchstmaß an Entspannung.

Socialising findet natürlich statt, aber eben in dem Maß, in dem ich das zulasse. Ich entscheide, niemand sonst. Es ist ein schönes Gefühl mit Menschen zusammen zu sein, die mir nicht die Zeit stehlen, sondern mit denen ich mich zu beiderseitigem Nutzen austauschen kann.

Es gibt zu viele Menschen, die anderen ihre Energie rauben. Jeder Mensch sollte sich deshalb die Frage stellen, wer in seinem Umfeld ein Energiegeber ist.


Alexandra Reinwarth hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg – Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich locker machst“. Sie beschreibt, wie ihre fordernde Freundin Kathrin ihr zum Nachteil die gemeinsame Freundschaft lebt. Irgendwann hat sie sich ein Herz gefasst und ihr ein deftiges „Fick Dich!“ hingeschmettert. Seitdem lebt sie leichter. Dass ihr das nicht leicht gefallen ist und sie vor der Konfrontation Bedenken gehabt hat, ist verständlich.

Jemanden aus seinem Leben zu entfernen ist, wie mit einem Partner Schluss zu machen. Auf der einen Seite steht ab dem kritischen Punkt Zwang und Frustration, auf der anderen Seite steht die große Freiheit, die ein Mensch durch einen solchen Schritt erreicht. Für jeden Lebensabschnitt gibt es die passenden Menschen. Man kommt zusammen, und man driftet wieder auseinander.

Aber es gibt eben auch Menschen, die das nicht zulassen wollen, die klammern, und dir den Spaß am Leben rauben. Ich sehe das so: Wenn mir etwas weh tut, gehe ich zum Arzt und lass es behandeln. Dann tue ich was getan werden muss, um wieder schmerzfrei leben zu können. So einfach die Analyse, so schwierig die Umsetzung.

Auch in der Beratung müssen oft Grenzen gezogen werden. Manche Menschen tendieren dazu, Argumentationen x-mal zu wiederholen und wieder und wieder durchzukauen. Sie wollen alles erschöpfend diskutieren, und sie strapazieren damit die Nerven ihrer Mitmenschen. Solche Leute brauchen diese klare Grenze, sonst saugen sie dich ein und vernichten deine Zeit und deine gute Laune.


Richtig nein zu sagen ist eine Kunst. Zu brutal solltest du die Grenze nicht ziehen, weil das auch verletzen kann. Hör Dir an was der andere will, auch wenn du schon vorher weißt, dass du ablehnen wirst. Das gebietet die Höflichkeit. Erkläre in kurzen Worten, warum du nicht helfen kannst.

In den meisten Fällen reicht das aus, um dem anderen zu signalisieren, dass du dich auf deine eigenen Projekte kümmern willst. Wenn dein erklärtes Nein nicht angenommen wird, kannst du selbstverständlich schärfer formulieren. Nein muss  definitiv nein bleiben!


Jeder von uns hat andere Grenzen. Während die eine spontane Besuche gerne mag, stört es den anderen. Auch in der Lebensgemeinschaft  ist es wichtig, sich Freiräume zu schaffen und Grenzen zu ziehen. Das ist in einem großen Haus sicher einfacher umzusetzen als in einer kleinen Wohnung.

Wer an einer entspannten häuslichen Gemeinschaft interessiert ist muss dann Lösungen finden. Wir leben in einer ehemaligen Tanzschule. Dort gibt es weder Balkon noch Garten, dafür viel Wohnraum. Kinderzimmer und Bad sind separat, der Rest der Wohnung hat Loftcharakter. Wir können uns nicht aus dem Weg gehen. Deshalb haben wir Rückzugsräume eingerichtet.

Ich ziehe mich in meine Kreativecke zu meinen Büchern zurück, höre Musik oder schreibe Texte am Notebook. Meine Frau hat ihren Lieblingsplatz an unserem vier Meter langen Holztisch, an dem sie sich ausbreiten kann. Das Zentrum und Kommunikationszentrum des  Raums ist die offene Küche. Im Grunde genommen sind wir ein Start-up mit zwei Geschäftsführern, die sich immer wieder mal zum Austausch in der Küche treffen.

Wir haben unsere Bedürfnisse abgegrenzt und Lösungen geschaffen. Lösungen zu schaffen ist ein aktiver Prozess, bei dem sich beide Parteien bewegen müssen. Das gilt für alle Lebensbereiche.


Wir überschreiten ständig Grenzen. Das ist normal, weil niemand von uns wissen kann, wo die Grenzen des anderen liegen, unsere Lebenspartner vielleicht mal ausgenommen. Das tolerieren wir einfach, weil wir wissen, dass wir der Situation eicht wieder entkommen können.

Schwierig wird es erst, wenn wir uns aktiv gegen Grenzüberschreitungen wehren müssen. Wer einen definierten Standpunkt hat ist hierbei im Vorteil. Sie oder er können klar benennen, was sie warum nicht akzeptieren können. Menschen mit weniger ausgeprägtem Selbstbewusstsein haben hier Schwierigkeiten.

Die gute Nachricht ist: Nein sagen und  Grenze ziehen kann jeder Mensch lernen. Wer diese Stabilität nicht von sich selbst aus mitbringt, sollte sich helfen lassen. Das ist besser, als sich den Forderungen anderer schutzlos auszusetzen.

Meine persönliche Strategie ist es, gar nicht erst in solche Situationen zu kommen. Je besser ich mich selber kenne, desto besser kenne ich meine Schwachpunkte, desto besser kann ich mich schützen.

Wir kommen alle von Zeit zu Zeit in Grenzsituationen, in denen wir entscheiden müssen, wie wir auf einen Reiz reagieren. Meine persönliche Strategie ist zuhören, wie vorher schon beschrieben. Es ist mir aber schon etliche Male passiert, dass ich die neue Anfrage wesentlich interessanter fand als das, was ich grade gemacht habe. Das kann ich aber nur dann machen, wenn ich keinen Abgabetermin habe. Dann hat mein Projekt selbstverständlich absolute Priorität.


Im Unternehmen haben wir die Kommunikationnsregeln in der Betriebsverordnung festgelegt. Die haben wir mit den Mitarbeitern gemeinsam dfiniert, sie sind von allen unterschrieben worden und damit gültig. Das hat geholfen, dass sich alle gegenseitig unterstützen, weil die Rahmenbedingungen von Geben und Nehmen klar geregelt sind.

Wir, die Geschäftsführung haben einen verbindlichen Prozess festgelegt, wie und in welchem Zeitraum Überstunden ausgeglichen werden. Sie dürfen nicht über das Quartalsende mitgenommen werden. Überstunden können auch nur in absoluten Ausnahmefällen angesammelt und als Urlaubstag, bzw. Urlaubstage ausgeglichen werden. Mit diesen Regeln sind wir in den letzten 17 Jahren sehr gut gefahren.

Wenn ich andere Menschen wichtiger nehme als mich selbst, stelle ich deren Freiheit höher als meine eigene.

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012 – Podcast -Was wir aus dem Lockdown mitnehmen

Seit Februar 2020 sind unsere Freiheitsrechte eingeschränkt. Wir waren von einem Tag auf den anderen ausgebremst, und wir mussten uns mit einem veränderten Tagesablauf abfinden.

Corona ist hartnäckig

Im Frühjahr hatten wir noch Hoffnung, Corona würde nicht lange dauern. In den Wochen nach dem Reise-Sommer haben wir aber erkannt, dass Corona noch einmal richtig Gas gegeben hat. Weihnachten fiel aus, Parties zum Jahreswechsel ebenfalls.

Seit achteinhalb Wochen sitzen wir im 2. Lockdown fest. Und es besteht immer noch die Gefahr, dass uns die Mutante in einen 3. Lockdown schickt. Den würden dann viele Geschäfte definitiv nicht mehr überleben.

Frust statt Euphorie

Die Euphorie des Sommers 2020 hat sich nicht fortgesetzt. Ich stelle fest, dass wir mit der Ernüchterung nur schwer zurecht kommen. Einerseits geht es bei uns Selbstständigen um die Existenz, andererseits bei vielen Menschen um den Frust und die Depression, die sich aus einer nicht vorhandenen Hoffnung auf ein Ende speist. Wir sehen kein Ende.

Die Impfung hat uns lange Wochen gepusht, wir mussten aber feststellen, dass die Hoffnungen durch die eingeschränkte Verfügbarkeit des Vakzins wieder einmal getrogen hat. Ich persönlich lasse mich auch durch die Impfung nicht mehr dazu hinreißen, zu viel Hoffnung in ein schnelles Ende der Einschränkungen zu setzen.

Strategie und Planung

In den vergangenen Jahren war es mir immer wichtig, die Geschicke des Unternehmens vorauszuplanen, soweit das eben möglich war. Jahresziele waren wichtig, Umsatz und Gewinn spielten Hauptrollen, die strategische Planung wurde durch Investitionen in Aus- und Weiterbildung, sowie in Spezialisierung unterstützt.

All das ist jetzt nicht mehr in gleichen Umfang möglich. Wir haben einfach zu viel Geld verloren, dabei zu wenig Unterstützung vom Staat bekommen und dazu hin herrscht immer noch zu dichter Nebel um die Zukunft.

Selbstverständlich tun wir etwas. Wir renovieren, schreiben neue Konzepte, optimieren unsere Prozesse und machen alles mögliche, von dem wir uns wieder trennen müssen, wenn wir wieder öffnen dürfen. Wir werden gar nicht mehr die Zeit haben, alles zu verfolgen, was wir im Lockdown angefangen haben.

Neues versuchen

Es ist definitiv eine gute Zeit, um Neues zu versuchen. Social Media wird neu konzipiert, die Webseite erneuert, Onlineshops eingerichtet, Videos werden gedreht, Podcasts gestartet. Niemals zuvor in 47 Jahren hatte ich so viel Zeit am Stück und konnte mein Arbeitspensum so frei gestalten.

Der wirtschaftliche Schaden rückt in manchen Stunden der Tage in den Hintergrund, das ist auch ein Erfolg. Die Neuroplastizität des Gehirns sorgt dafür, dass wir alle trotz fortgeschrittenen Alters Neues lernen kann.

Es ist ungeheuer befreiend bedürfnisorientiert lernen zu können. Nur, es fehlt der Abschluss, der Beweis, die Aktion, die Tat, das Tun. Alles zielt in eine ungewisse Zukunft, der Erfolg des Tages fehlt am Abend.

Frustration über die Politik

Ich bin völlig genervt von der schleppenden Zuweisung der Überbrückungshilfe und des Arbeitslosengeldes. Die Politik frustriert mich. Aus die Frustration heraus ich neige immer häufiger dazu, meine objektive Sicht auf die Dinge zu verlieren.

Wenn der Frust überwiegt muss irgendjemand dafür verantwortlich sein. Dass das Virus aber uns alle in allen Positionen und Verantwortungsbereichen gnadenlos vor sich hertreibt, dafür kann niemand etwas. Auch die Politik nicht.

Was mich frustriert snd die Regeln der Verwaltung. Hat man uns im 1. Lockdown noch Geld mit der Gießkanne spendiert, regiert jetzt wieder der Amtsschimmel. Dass von der schönen Soforthilfe nur 25 Prozent bei mir bleiben durften war nachträglich ein Tritt vors Schienbein.

Den Umsatzverlust der Soforthilfe gegengerechnet haben wir 5,84 Prozent Ausgleichszahlung bekommen. Ehrlich gesagt, das hätten sich das Land Baden-Württemberg sparen können.

Was wir mitnehmen sollten

Was nehmen wir also mit? Erstens: Die Hoffnungslosigkeit ist keine Option. Sie kommt zustande, wenn wir uns zu stark auf das konzentrieren was kommen könnte und was nicht. Wir wissen es nicht. Es ist wichtig, Schritt um Schritt zu tun und konzentrierter im Jetzt zu leben.

Ja, aber wir müssen doch…?! Ja, was? Keiner weiß etwas genaues. Niemand kann sagen, ob wir einen 3. oder gar einen 4. Lockdown bekommen. Niemand weiß, was der Mutant noch anstellt und ob der Impfstoff dauerhaft gegen ihn wirkt.

Ein Virus ist qua seiner Natur dazu bestimmt, ständig zu mutieren, um sein Überleben zu sichern. Wenn schon die ganze Welt vor der ersten Mutation zittert, was passiert, wenn es eine noch aggressivere Mutation geben sollte?

Schon jetzt gibt die Virologin Melanie Brinkmann den Kampf um die Mutante B 1.1.7. verloren. Virologen rechnen mit neuen Mutationen und mit Lockdown bis ins Jahr 2022 hinein. Eventuelle sogar mit einem Dauer-Lockdown mit zwischenzeitlichem Luft holen, wie Brinkmann sich ausdrückt.

Sich selber Hoffnung schaffen

Wie schaffen wir in einer solchen Lage Hoffnung? Für mich persönlich heißt das Struktur und äußere Ordnung gestalten, und das Denken auf das Jetzt konzentrieren. Gedanke zieht  Aktion.

Die Jagd nach den neuesten Gadgets, coolen Klamotten, Schuhen und Accessoires ist erst mal vorbei. Der Besuch im angesagten Restaurant, in der Szene-Bar und bei diversen Must-Events, Messen, Seminaren und Workshops ebenso.

Auch die all-Inkl. Reise ans Steißbein der Welt oder wenigstens in ein angesagtes Luxus-Ressort in Deutschland, Österreich oder der Schweiz  –  alles nicht mehr möglich. Hoffnung kommt nur aus uns selber, dabei wir sind von ihr abhängig. Nur mit ihr überleben wir in unsicheren Zeiten mit wirtschaftlicher und persönlicher Not und finden in eine inspirierende Zukunft.

Vorteile des Lockdowns

Im zweiten Lockdown habe ich bestehende Freundschaften wieder aufgenommen und vertieft und neue geschaffen. Von einigen Menschen musste ich mich trennen, oder wenigstens mein Vertrauen in sie neu bewerten.

Ich habe eine große Welle der mentalen Unterstützung durch unsere Kunden erhalten. Viele Gespräche haben mir Hoffnung gemacht, dass wir auch nach dem 2. Lockdown weiterhin eine treue Gefolgschaft haben werden.

Wie viele Kunde durch Schwarzarbeit, Kurzarbeit, Jobverlust und weitere Gründe verloren gegangen sind, wird sich zeigen. Es ist ja nicht so, dass nur ich mein Leben und meine Aktionen neu bewerte, sondern auch unsere Kunden werden das tun.

Es git keine Garantie dafür, dass sie es weiterhin für wichtig empfinden, zu uns zu kommen. Vielleicht reduzieren auch sie ihre Ansprüche? Unwägbarkeiten, die wir heute nicht bewerten können. Aber wir können darauf hoffen.

Hoffnung und Glauben

Neben der Hoffnung nehme ich auch den Glauben an das Gute in meinen Mitmenschen mit in die Zukunft. Allerdings werde ich noch intensiver bewerten, mit wem ich meine Zeit verbringen will. Nicht jeder passt zu jedem.

Und, mal Hand aufs Herz: Wer mag schon alle Menschen die er trifft? Das lässt sich nicht vermeiden, aber ich nehme mir ganz einfach das Recht heraus zu bestimmen, wer mir nahe kommt. So wie wir Lieblingskunden haben, kümmern wir uns um die anderen mit professioneller Freundlichkeit.


Die Lockdowns haben gezeigt, wem aus meinem Umfeld ich trauen kann. Vertrauen ist deshalb der dritte Wert, den ich aus dem Lockdown mitnehme. Menschen sind grundsätzlich daran interessiert, anderen zu helfen.

Ob das finanziell, mental oder aktiv durch Gespräche passiert  ist minder wichtig. Dass sie grundsätzlich vertrauenswürdig sind ist die Hauptsache. Vertrauen bedingt nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben.

Geben und nehmen in der Waage

Ein Beispiel: Mein Sohn wollte als Teen auf ein Reggae-Festival im Esslinger Stadtpark. Es war aber ausverkauft. Einer meiner Freunde war zu dieser Zeit Chef des Stadtmarketings. Ich habe meinen Sohn zu ihm geschickt, er solle fragen, ob er noch Karten habe. Er hatte.

Als mein Sohn zurück kam und ich ihn fragte, was er meinem Freund für die Tickets zum Ausgleich angeboten habe, stutzte er. Nichts, kam zur Antwort. Ich hab ihn daraufhin nochmals geschickt, er solle meinen Freund fragen, was er ihm zum Dank Gutes tun könne.

Zu dieser Zeit war mp3 der letzte Schrei und ein USB-Stick mit 100 Songs war ein adäquater Ausgleich für die Tickets. Geben und nehmen muss sich die Waage halten.

Positive Vibes einsammeln

Grundpositive Menschen haben in den letzten Monaten immer wieder dafür gesorgt, dass ich mich nicht in verengten Weltsichten verliere. Ich habe natürlich nicht alle persönlich getroffen, auf viele bin ich in den sozialen Medien aufmerksam geworden.

Ihre Gedankenansätze habe ich aufgenommen und mit meinen eigenen Überlegungen verwoben. Positivität schafft Hoffnung, Negativität dagegen Depression, Frustration und Angst.

Angst aber lähmt uns und wer zu der Angst zu viel Raum gibt zulässt macht seinen persönlichen Raum immer kleiner. Damit ich gar nicht erst in diese Gefahr komm, habe Ich  mir vorgenommen, wieder mehr zu meditieren und mich mit mir selber zu beschäftigen.

Wenn ich schlechte Gedanken bekomme lerne ich ein neues Gedicht auswendig, mache einen Spaziergang, höre Musik, lese aktiv, schreibe meine Gedanken auf oder führe mein Tagebuch. Hauptsache raus dem Gedankenkarussell.

Fazit

Aus dem Lockdown, Stand heute, 13. Februar 2021, nehme ich den Glauben an das Gute im Menschen, die Hoffnung, das Vertrauen und die Notwendigkeit zu positivem Denken mit in die Zukunft. 

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009 – Podcast Starke Marke – Tägliche Routinen

Heute geht es um das Thema der täglichen Routinen im Lockdown. Wir sind ja von einem Tag auf den anderen aus unserem gewohnten Ablauf gerissen worden und müssen unsere Tage mit einer alternativen Struktur versehen. Warum diese Routinen speziell im Lockdown wichtig sind möchte ich heute anhand meines eigenen Beispiels aufzeigen.

Gezielt Routinen aufbauen

Dazu möchte zuerst eine Volte knappe zehn Jahre zurück drehen. Am 1. August 2011 hatte ich einen schweren Motorradunfall mit Wirbelbrüchen,  kaputter Schulter und einer komplett gestauchten linken Körperhälfte. Bei der Untersuchung im Krankenhaus war nicht klar, ob die Operation zur Stützung der Wirbel erfolgreich würde verlaufen können. Gottseidank hat alles gut geklappt, ich bin dem Rollstuhl entkommen.

Am zweiten Tag nach der OP stand morgens ein Physiotherapeut an meinem Bett, der mich aufforderte, aufzustehen und mit ihm einige Schritte zu gehen. Ich dachte, der scherzt, ich hatte das Gefühl, mein Körper würde sich vor Schmerz nie mehr bewegen lassen. Er blieb unerbittlich, und durch die Androhung eines Rollators hat er meinen Ehrgeiz angefacht.

Damit die Erzählung jetzt nicht ausartet, gehe ich zweieinhalb Jahre weiter ins Frühjahr 2013. Meine Schulter hat wieder gut funktioniert, die Schmerzen im Rücken waren akzeptabel und ich habe mich wieder an den Physiotherapeuten erinnert.

Von alleine wird’s nicht mehr

In diesem Frühjahr war mit klar: Wenn ich jetzt nicht gezielt meinen Körper wieder aufbaue werde ich zum schlurfenden alten Sack. Also habe ich begonnen, jeden Morgen Sport zu machen, außer sonntags. In der ersten Sitzung habe ich eine Liegestütze geschafft, zwei halblebige Rumpfbeugen, und für mein Schultertraining konnte ich lediglich das schwächste grüne Teraband benutzen.

Ich habe natürlich gemerkt, dass sich der Körper selber heilt. Aber eben nur bis zu einem bestimmt Grad. Diesen Heilungsprozess wollte ich unbedingt stärker unterstützen. Dafür habe ich einen Personal Trainer gebucht.  Der hat mir ein Programm mit Übungen geschrieben,  und mit mir jede Übung so lange trainiert, bis ich ein Gefühl für die richtige Haltung bekommen hatte.

Routinen im Lockdown

Im Lockdown ist dieses tägliche Training ein Teil meiner Tagesstruktur. Ich habe mittlerweile drei Trainingseinheiten entwickelt, die ich an sechs Tagen je zweimal pro Woche durchziehe. Montag und Donnerstag gibt es Bizeps- und Trizeps-, Oberschenkel- und Schultermuskulatur-Training am TRX-Band. Dienstag und Freitag Bauchaufzüge, Rumpfbeugen, Dips und Bizeps. Mittwoch und Samstag Liegestützen, Planks, seitliche Beinheber und Rückenstretching.

Unter dem Tag verteilt schnappe ich mir die Langhantel, die mitten im Wohnzimmer liegt. Ich führe dazu eine Strichliste und habe festgestellt, dass ich die Langhantel durchschnittlich viermal pro Tag zusätzlich hernehme. So einfach kann es sein.

Fitness-Pflicht

Zusätzlich lege ich mit meinem Kollegen und Freund Oliver Gerbert einen Pflicht-Wandertag pro Woche ein, egal ob es regnet, schneit oder der Wind uns fast vom Berg bläst. Das Training am Morgen setze ich deshalb aber nicht aus. Das Training ist an allen Tagen Pflicht, ob Urlaub oder Alltag, es ist von allen Tagesunternehmungen völlig unabhängig.

Wenn 6 Uhr aus Zeitgründen zu spät ist, dann stehe ich eben früher auf. Ausnahmen gibt es nicht. In den letzten sieben Jahren hat sich das Trainingsritual bei mir so verfestigt, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke, ob ich morgens eine andere Option habe. Noch niemals zuvor in meinem Leben war ich körperlich und mental so fit.

Meine Trainingsklamotten hängen beim Bett. Ich stehe auf, schlüpfe rein und trainiere. Ohne Umweg in die erste Runde. In der kurzen Pause Wasser  kochen und Tee ziehen lassen. Dann die zweite Runde. Einen Schluck Tee nehmen. Dritte Runde.

Nach dem Training das Morgenmagazin anschalten, dann  bin ich wach genug, um die News ertragen zu können. Was bringt es, wenn ich mir schon vor dem richtig wach sein die Informationen reinknalle? Corona, Mortalität, Lockdown, Impfprobleme und USA gibt es auch noch wenn ich wach bin.

Seltsame Automatismen

Ich frühstücke niemals, außer am Sonntag und im Urlaub. Fragt mich nicht wieso, das hat sich eben so entwickelt.  Viele um  mich herum denken anders darüber, und meist dauert es nicht lange, bis ich die ersten Argument bekomme, warum ich unbedingt frühstücken sollte. Ich lasse sie reden, sollen sie denken, was sie wollen, es ist nicht mein Problem.

Das hat sich einfach so ergeben, und ich komme damit sehr gut klar. Schon interessant, welche Automatismen sich so nebenher entwickeln. Was ich mache  taugt für mich, einem anderen dagegen gar nicht. Aber das interessiert mich ja nicht, ich bin ja nicht der andere. Alleine wichtig ist, meinen eigenen Takt zu finden, um meine persönliche Ausgeglichenheit zu erreichen oder zu erhalten.

Ich höre zu, was andere sagen, gleiche ab, ob ich das brauchen kann, und nehme es auf oder lasse es sein. Es ist eigentlich ganz einfach, sein Ding durchzuziehen. Man darf einfach nicht zu viel auf andere hören, sonst bekommst Du keine Linie in die Tages-Routinen.

Der erste Schritt ist der wichtigste

Das Allerwichtigste ist, dass man überhaupt anfängt. Das beginnt ganz klein und vorsichtig, aber wenn man es konsequent jeden Tag immer zur selben Zeit macht, ist der wichtigste Schritt getan. Eines gar nicht fernen Tages vom ersten Schritt entfernt, nimmst man ein richtig gutes Körpergefühl und das Gefühl von mentaler Kraft wahr.

Die Investitionen einen Personal Trainer  hat sich für mich ausgezahlt, weil ich keine computergesteurten Maschinen, sondern nur mich und mein Eigengewicht brauche.

Was hat das jetzt mit dem Lockdown und den täglichen Routinen zu tun? Das Training mache ich ja auch während meiner Arbeitstage. Um das Training herum habe ich im Lockdown jedoch zusätzliche, verpflichtende Routinen installiert.

Struktur-Routinen

  • Erstens: Niemals ungeduscht arbeiten
  • Zweitens: Niemals in Lümmel- oder Sportklamotten an den Rechner sitzen
  • Drittens: Immer zur selben Zeit aufstehe (außer Sonntag)
  • Viertens: Immer zur selben Zeit mit der Arbeit beginnen
  • Fünftens: Um 13 Uhr Mittagessen
  • Sechstens: Nachmittags frei verfügbar

Was im Gehirn passiert

Routinen einzuführen ist wichtig, aber auch sie zu verändern oder sie anzupassen. Der Körper bleibt ja nicht über Jahre gleich. Ein Beispiel: Ich möchte eine Routine installieren. Was passiert im Gehirn? Zuerst muss ich klar vor Augen habe, was ich verändern möchte.

Habe ich kein Ziel, komme ich nirgends an. Mit der ersten Handlung lege ich einen Pfad in meinem Gehirn an. Synapsen werden getriggert, sie legen die Informationen an. Je öfter ich eine Handlung wiederhole, desto stärker feuern die Synapsen, beziehen andere Synapsen mit ein und legen so einen immer breiteren Pfad im Gehirn an. Ob ich eine Fremdsprache oder ein Gedicht lerne, oder eine andere Routine einstudiere, das Gehirn braucht einen gewisse Zeit,  um sie zu festigen.

Das funktioniert über Konzentration, Konsequenz und natürlich eine gehörige Portion Sturheit und Egoismus. Bevor meine wichtigsten Routinen nicht abgehandelt sind – in meinem Fall ist es das tägliche Fitnesstraining – gibt es keine geschäftliche Aktivität, keine familiären Verpflichtungen und Erledigung, werden keine Anweisungen angenommen, nur die Routine steht im Fokus. Deshalb: Niemals etwas or den wichtigsten Routinen einschieben!

Smartphone-freie Zeit

Das Smartphone, sonst mein sehr intensiv genutzter Begleiter ist von 19 Uhr abends bis um 8 Uhr morgen auf Nachtruhe gestellt. Nach 19 Uhr lese ich, mal kürzer, mal länger, aber wenn, dann fokussiert und konzentriert.

Informationen im Vorbeigehen aufzunehmen bringt nichts, so entwickelt sich kein Gedankenfluss. Es kommt nicht auf die Menge der Informationsaufnahme an, oder auf die Lesegeschwindigkeit, sondern darum, sich in den Text einzudenken und die Synapsen feuern zu lassen.

Passiert das nicht, ist das Thema für mich nutzlos. Was nicht heißt, das ich das Thema später wieder aufnehme. Wrong time, wrong topic!  Ich quäle mich nicht durch Bücher, deren Schreibstil und Inhalt ich nicht mag.  Ich kann mich dann einfach nicht mehr auf den Sinn des Textes konzentrieren.

In meiner Bibliothek stehen viele Bücher, die für mich so schrecklich nutzlos sind, die aber von anderen geliebt werden. So hat halt jeder seinen Ansatz, aber wenn meinem Mitmenschen etwas gefällt muss ich das nicht automatisch auch gut finden. Und selbstverständlich gilt das auch vice versa.

Cooles Sport-Styling

Heute Morgen habe ich TikTok geschaut und viele perfekte Ärsche in hautengen Sportklamotten gesehen. Perfekt in Szene gesetzt und dem gängigen Publikumsgeschmack angepasst. Ich habe eine ausgeleierte Trainingshose an, ein schlabbriges T-Shirt mit dem ich keinen Schönheitspreis gewinne und meine Woll-Hausschuhe, weil die eine rutschfest Sohle haben.

Der ganze Mist mit angesagten Klamotten, coolen Schuhen und elektronischen Devices nervt mich. Den ersten Schritt zu einer sportlichen Routine kannst Du auch im Kartoffelsack machen. Hauptsache ist, Du machst es!

Gedichte-Routine

Ihr könnt natürlich gerne darüber lachen, aber gedanklichen Ausgleich schaffe ich mit dem auswendig lernen von Gedichten. Wer die geschrieben hat ist dabei nicht ganz so wichtig, das Thema muss mich emotional packen.

Wenn ich nachts aufwache und meine Gedanken, speziell im Lockdown, auf Wanderschaft gehen, rezitiere ich im Stillen meine Gedichte. Dazu habe ich mir gedankliche Ordner angelegt. Die heißen: 1. Erich Kästner, 2. Goethe, 3. Morgenstern, 4. Diverse und 5. Songtexte.

Habt ich euch schon einmal mit Memo-Techniken beschäftigt? Dann werdet ihr Gregor Staub vielleicht kennen. Nach dem Studium seiner Technik habe ich mit den Gedichten begonnen und es funktioniert super. Auch zu Gregor Staub findet ihr einen Link in den Shownotes.

Lockdown-Blues

Unsere Gesellschaft steht derzeit unter Strom. Vielen Unternehmern droht das Aus, viele Menschen werden ihre Arbeit verlieren und wahrscheinlich wird es viele Jahre dauern, bis wir wieder eine kulturell potente Szene haben werden.

Ich habe mir mittlerweile die Mutmaßung über die Zukunft versagt. Es kommt wie es kommt, wir werden wenig daran ändern können. Das heißt nicht, dass ich mir keine Gedanken um die Zukunft mache. Aber: Wenn ich mit dem Auto im dichten Nebel unterwegs bin, dann fahre ich halt etwas langsamer. Wenn ich die Strecke nicht kenne macht es keinen Sinn, sich Gedanken darüber zu machen, wie viele Kurven noch kommen und wieviele Abzweigungen wohl auf mich warten. Ich weiß es einfach nicht, ich kann nur raten und weiter fahren.

Persönlicher Lockdown

Für meine persönliche ist der Lockdown fast ein Segen. Wäre der wirtschaftliche Druck nicht, würde ich jauchzen, denn noch nie in meinem Arbeitsleben hatte ich so viel Zeit, um mich mit anderen interessanten Dingen zu beschäftigen. Das Perückenstudio wächst, der Podcast ist endlich draußen, die Live-Video-Shopping Software ist auf der Webseite integriert.

Ich habe viel über iMovie, Garageband, Aufnahmetechnik von Video und Ton gelernt und ich lerne immer weiter. Das langsame Voranschreiten und das tiefe Lernen unterliegt auch Routinen.

Ich habe verstanden, dass Leben ein immer währender Prozess ist. Ich werde nie fertig, ich bin immer im Entwicklungszustand. Heute noch ich, morgen ein Unbekannter. Ich bewege mich, lerne, wäge ab und handle jede Sekunde auf einer neuen Wissens- und Erfahrungsbasis. Das ist doch super. Ich muss bloss denken und schon verändere ich mich. Einfacher geht Veränderung nicht. Ich kann es gar nicht aufhalten, das passiert automatisch.

Routinen sind das Mittel dazu, sich von blossen Wunschgedanken zu lösen und tatsächlich etwas umzusetzen. Ob das mehr Sport ist, weniger Alkohol trinken oder sich mehr um Frau oder Mann oder Kinder zu kümmern, ist völlig egal. Es geht um das, was ich wir wirklich wollen. Wir kennen ja alle das jährliche Ritual an Silvester, was wir im nächsten Jahr alles tun werden. Am Ende des Jahres nehmen wir uns wieder Neues vor, obwohl wir das Alte noch gar nicht in Angriff genommen haben.

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008 – Podcast Starke Marke Weniger ist mehr

In dieser Folge geht es um das Zuviel an Auswahl, um den Stress mit den damit zusammenhängenden Kauf-Entscheidungen und um das andauernde Gefühl, niemals zufrieden zu sein, egal wieviel wir konsumieren. Das bringt uns zwingend logisch zu der Frage: Sollten wir generell weniger Dinge besitzen?


Wie viele Klamotten hängen in unseren Schränken, die wir vielleicht noch nicht einmal getragen waren? An denen noch das Preisschild hängt? Wie viele Kleidungsstücke vergessen  wir, weil sie in der unübersichtlichen Stoffmassen im Schrank untergehen?

Wie viel Stress haben wir jeden Morgen bis wir entschieden haben was wir anziehen und wer wir heute sein wollen? Ella Schön, die Asperger-Authistin, gespielt von Ellen Frier, probiert ein Outfit in der Boutique an und sagt zur Verkäuferin:“Bitte siebenmal.“ Das hört sich übersichtlich an.

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006 – Podcast Starke Marke – FORDEC-Liste

In dieser Folge geht es um die FORDEC Liste für schnelle Problemlösungen. Sie wird in der Luftfahrt eingesetzt, wenn ein auftretendes Problem in kurzer Zeit nachvollziehbar gelöst werden muss.

Die FORDEC-Liste ist eine Kurzform des Strategie-Tableaus. Sie ist ausgelegt auf schnelle Problemlösungen, denn Probleme in der Luft lassen keine langen Strategiesitzungen zu. Schneller Konsens ist das Ziel. Flugzeuge sind komplexe, vielschichtige Organismen und brauchen deshalb definierte und kooperative Entscheidungsprozesse. 

FORDEC-Liste Vorlage

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005 – Podcast Starke Marke – Corona Lockdown 2

Good bye Wirtschaftswunderland!

Zwischen Corona Lockdwon 1 und Corona Lockdown 2 haben sich die Ministerpräsidenten ausgetobt und sich mit bürgernahen Maßnahmen überboten, in der Hoffnung, ja, genau, auf was?

Unsere liberale Demokratie ist so liberal geworden, dass Politik und Interessenverbände keine anderen Maßnahmen mehr kennen, als ein Thema, kaum veröffentlicht, an allen Ecken und Kanten abzuschleifen.

Viele Mäuse nagen an einem soliden Stück Käse hier und dort immer wieder einen Brocken ab. Vom ursprünglich feinen Käse bleibt nicht mehr als ein Haufen angefressenes, unappetitliches und unförmiges Stück übrig.

Eierlegende Wolmilchsau

In unserem liberalen, föderalistischen System mäandern Politiker wie ein Flusslauf im Tal. Es geht von einer Ecke in die andere. Sie sind so an die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau gewöhnt, dass sie vergessen haben, dass in einer schwierigen Zeit nicht der Individualismus im Vordergrund steht, sondern die Pandemie und damit gemeinsame Handlungen.

Virologen erklären Menschen die Pandemie, sie wurden durch die Medien zu Stars gemacht, weil die Politiker keine Erklärung haben. Anstatt einer starker Gemeinschaft mit einem erklärten Ziel gibt es Scharmützel untereinander.

Konfus und unorganisiert

Das Virus steht derweil wie eine gewaltige Armee geschlossen vor einem wilden, unkoordiniert daher rennenden Haufen Stammesfürsten.Olaf Scholz und Peter Altmaier werden nicht müde, uns zu erklären, dass Deutschland ein reiches Land sei, dass Deutschland wie der Phönix aus der Corona-Asche aufersteht und seine herrschende Stellung wieder einnimmt.

Ich sehe das nicht so. Deutschland hat bisher alle wichtigen technischen Entwicklungen verschlafen. Teilweise selbst verschuldet, teilweise auch verhindert durch kleingeistige Nörgler und Bedenkenträger, die nicht begreifen, dass man nur schützen kann was man hat, indem man aktiv und weitsichtig in die Zukunft geht und nicht im Bestehenden beharrt.

Keine Angst vor Insolvenz

Insolvente Unternehmen müssen mittlerweile keine Angst vor Insolvenz haben, die Kurzarbeit, eher eine kurzfristige Stützung, wird um ein weiteres Jahr verlängert, und Mitarbeiter staatsgestützter Unternehmen werden an der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gehindert, weil Staatsgeld eine trügerische Sicherheit verbreitet.

Zukunft? Das wird schon werden! Jetzt erstmal mit dem Hammer drauf und mit dem Füllhorn hinterher. Dass der Hammer mehr niederdrücken wird, als das Füllhorn wieder aufrichten kann ist ja kein Thema. Ich habe den Eindruck, hinter uns Bürgern sind Horden von Chef-Anästhesisten mit ihren Beruhigungsspritzen her, die uns zwar nicht helfen, aber immerhin für eine Narkotisierung sorgen.

Unternehmen! Aber was genau?

Natürlich nutzen wir alle die Zeit des Lockdowns. Wir sind Unternehmer und als solche unternehmen wir etwas. Alle wollen wir die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen. Es ist der Trotz der uns nach vorne treibt, der Trotz dagegen, uns durch die Situation demoralisieren zu lassen. Natürlich nutzen wir alle die Zeit des Lockdowns. Wir sind Unternehmer und als solche unternehmen wir etwas. Alle wollen wir die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen. Es ist der Trotz der uns nach vorne treibt, der Trotz dagegen, uns durch die Situation demoralisieren zu lassen.

Wir wollen beweisen, dass wir trotz des navigierens im Schaum handlungsfähig sind. Das hält Unternehmer aufrecht. Aber wenn die Politik weder ein Ziel noch einen Plan für das Land hat, ist es als Unternehmen unmöglich zu handeln und in die Zukunft zu investieren.

Ich stelle mir vor wie es wird, wenn die Infektionszahlen trotz des Lockdowns nicht sinken. Das wäre für mich ein Beweis dafür, dass Geschäfte mit Publikumsverkehr nicht zu dem irrsinnigen Anstieg der Fälle geführt haben. Dort wo die Hygienemaßnahmen ernst genommen werden und Vorsorge getroffen wurde, sind Menschen nicht gefährdet.

Schnelltest ja oder nein?

Wir alle kennen die Argumente über Schnelltests, den Einsatz von FFP2 Masken und die Hygienemaßnahmen. Aber Schnelltests sind ja erstens zu ungenau und zweitens flächendeckend zu teuer. Ich will gar nicht erst versuchen, das mit den Kosten des Lockdowns gegenzurechnen.


Die Politik wird keine andere Alternative haben, als die Hilti einzupacken und das Skalpell herauszuholen, wenn Deutschland wirtschaftlich, gesellschaftlich, sozial und vor allem politisch überleben und vital bleiben will.

Agil, vital, das sind große Begriffe, die von Unternehmen verlangt, von der Politik aber negiert werden. Selbst die Zulassung eines Impfstoffes wird hinaus gezögert, weil man niemanden auf die Füße treten will.

Gemeinschaftlich beim Impfstoff, sonst aber – beispielsweise beim Streit um Rechtsstaatlichkeit – jeder mit dem Messer zwischen den Zähnen und dem Säbel in der Hand zum eigenen Vorteil.

Die Konsequenz

Was heißt das alles jetzt für mich und unser Unternehmen? Ehrlich gesagt habe ich dazu nur neblige Vorstellungen. Aber ich will die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, und auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen.

So wie jeder von euch halt. Was soll ich auch sonst tun? Klar: Wie die letzten Jahre üblich jeden Tag am Morgen Sport machen, dazu tagsüber ein paar Kilometer laufen oder wandern. Musik hören. Bücher lesen. Kochen. Und, um es mit den Worten meines Sohnes zu sagen: chillen und auch mal dröge Langeweile aufkommen lassen.

Langeweile ist für mich das beste Mittel, um die Gedanken zu sortieren. Einfach mal aus dem Fenster schauen und das Leben vorbei ziehen zu lassen hat auch was. Mit neu gewonnenen Freunden chatten, ruhende Freundschaften wieder mit Leben füllen und, ganz wichtig, eigentümlicher werden und weniger unwichtiges Zeugs machen. Und die einlaufenden Ideen konsequent abwägen und umsetzen.


Jedenfalls wünsche ich euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Und: Nutzt die Zeit des Lockdowns, um euer Geschäftsmodell zu überprüfen, und auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen😅. Bleibt gesund und kritisch, und biegt nicht falsch ab

Peter Gres Podcast Quickies

000 – Podcast Starke Marke – Vorstellung

Mein Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ ist jetzt verfügbar.

Hallo Strategen, ich heiße euch herzlich willkommen bei meinem Podcast-Quickie Starke Marke „Raus aus der Vergleichbarkeit“. Dies ist die Nummer Null. Ich möchte mit und für euch in Zukunft strategische Ideen beleuchten, die unseren Unternehmen mehr Sichtbarkeit im Markt verschaffen.

Podcast-Quikie

Dieser Podcast-Quikie ist ein kurz gehaltener Impulsgeber. Ich selber mag meine Informationen gerne so knackig und so intensiv wie möglich, deshalb hoffe ich, dass euch mein Format gefällt.

Themen

Meine Themen sind der Umgang mit Kreativität, der strategische Prozess, Local Marketing mit Google My Business, Mitarbeiterentwicklung und Spezialisierung, sowie die Zielgruppen-Morphologie. Ideen müssen gefunden, entwickelt, ausgeführt und vermarktet werden. Und warum? Weil am Ende der Kunde und sein konstantes Grundbedürfnis steht.

Der Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ erscheint derzeit unregelmäßig. Da ich in technischer Hinsicht noch nicht so fit bin wie ich das gerne wäre, wird es in den kommenden Folgen immer wieder Änderungen geben. Aber ich kann euch versprechen, dass ich mich ranhalte und das schnell in Griff bekomme.

Ich freue mich über Kommentare, Tipps und Feedback aller Art.

Welle bricht

COVID-19 und die 2. Welle

Es wird noch einige Monate so bleiben. Das ist eine gesicherte Erkenntnis aller Wissenschaftler. Wenigstens bis es ein Medikament für die Erkrankten oder einen Impfstoff für die Gesunden gibt. Am Dienstagmorgen habe ich in Gabor Steingarts Morning Briefing Podcast ein Interview mit dem RKI-Präsident Lothar Wieler gehört. Steingarts Podcast könnt ihr hier abonnieren.

Wichtige Kennzahlen

Der Umgang mit Corona ist von täglichen Learnings begleitet. Jede Erkenntnis muss erst gewonnen werden, bevor sie von der Politik in eine Handlungsanleitung umgesetzt werden kann. Mein Eindruck von Lothar Wieler ist positiv, er ist ein faktengetriebener Wissenschaftler, der Informationen abwägt und auf die gesellschaftlichen Folgen prüft. Nichtsdestotrotz handelt er als Berater der Politik und hält sich mit eigenen Umsetzungsmaßnahmen zurück. Das empfinde ich als sehr wohltuend.

Reproduktionsrate (1)

Für Wieler spielt die Reproduktionsrate (1) eine große Rolle. Sie ist der Indikator dafür, ob die Intensivbetten in Deutschland ausreichen, um Schwerbetroffene zu behandeln. Beträgt der R-Faktor 1, steckt ein Mensch maximal einen anderen an. Liegt der Faktor kleiner als 1 verlängert sich die so genannte Verdopplungszeit, was die Neuinfektionen verringert (s. Statistik)

Je kürzer die Verdopplungszeit ist, desto mehr Infektionen gibt es. Russland, USA und Großbritannien sind die derzeitigen Hotspots. Spanien erholt sich zusehends und auch in Frankreich und Italien geht es stetig bergauf. Deutschland ist auf einem guten Weg und diese Entwicklung sollten wir auf keinen Fall durch Unvorsichtigkeit gefährden.

Dem Virus ist es völlig egal, ob wir es ernst nehmen oder nicht. Mit dem Virus können wir nicht verhandeln, das reagiert radikal auf jede Unvorsichtigkeit. Corona ist binär, es gibt nur Null oder Eins. Verhindern können wir die Ansteckungen nicht, wohl aber kontrollieren.

Die Chance , die uns die Politik durch umsichtiges Handeln gegeben hat, sollten wir nicht mit Kniebrecher-Aktionen aufs Spiel setzen. Wenn wir schlau sind nutzen wir die Chance und kommen besser aus der Situation heraus als anfänglich befürchtet.

Die größten Sorgen der Menschen

Die Gesundheit der Familien und die wirtschaftlichen Aspekte sind den Menschen in allen Ländern nahezu gleich wichtig. Lediglich Deutschland knickt hier etwas ein, was wahrscheinlich damit zu tun hat, dass sich die Menschen durch die sozialen Sicherungssysteme als sehr stark abgesichert empfinden. Die Arbeitsplatzsicherheit spielt dagegen erstaunlicherweise eine recht geringe Rolle. Erfrischend ist, dass die Weltuntergangsapostel recht weit unten rangieren.

Dynamik der Inzidenz (2)

Mit der Inzidenz wird die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes beziffert. Je schneller die Infektionsrate steigt, desto schneller sind unsere Krankenhauskapazitäten am Limit. Dafür hat die Politik das Zentralregister geschaffen, in dem alle Intensivbetten und Beatmungsgeräte erfasst sind. Im Falle der erwarteten zweiten Welle ist das von unschätzbar hohem Wert, weil die Krankenhäuser in einem solchen Fall schnell reagieren und die Intensivbetten bereitstellen können.

Die Entwicklung der Neuinfektionen ist durch den geringen R-Faktor von derzeit 0,71 stetig rückläufig. Das zeigt deutlich, dass wir die Reproduktion durch die Mund-Nasen-Bedeckungen und die Abstandswahrung dauerhaft verringern können. Ich bin gespannt, wie die teilweise Öffnung der Gastronomie und Ladengeschäfte die Reproduktion beeinflusst.

Kanzlerin Merkel war bei der Pressekonferenz am Mittwoch, 6.5.2020, sichtlich genervt davon, dass die Länder ihre eigenen Maßnahmen schon vor der Konferenz beschlossen hatten. Wir haben mit Winfried Kretschmann einen besonnenen Politiker an der Spitze, dem ich die richtigen Schritte für Baden-Württemberg zutraue. (s. Notfallmechanismus)

Egal wie jeder von uns zum Lockdown oder der Handlungsweise der Politik steht; jede Entscheidung die heute getroffen wird, kann sich morgen als falsch herausstellen. Deshalb sollten wir uns alle besser an die Fakten halten und Corona-Leugner wie den grenzdebilen rechtslastigen AfD-Mann Hansjörg Müller geflissentlich ignorieren. Das Problem dabei: Die Verschwörungstheoretiker haben eine große Lobby.

Schwere der Krankheit (3)

Laut Wieler müssen 18 Prozent der Corona-Infizierten ins Krankenhaus und 4,7 Prozent sterben. Im nachfolgenden Chart sieht man die Konzentration der Todesfälle auf die Altersklassen ab 57 Jahre. Auch wenn der Krankheitsverlauf bei vielen Jungen heftig verläuft, liegt der Schwerpunkt der Mortalität ganz klar auf älteren Menschen.

Die Berechnungen der Wissenschaftler zielen einzig darauf ab, dass im Falle einer zweiten Welle genügend Intensivbetten und Beatmungsgeräte vorhanden sind. Wenn 18 Prozent der Infizierten ins Krankenhaus müssen und 40.000 Intensivbetten vorhanden sind, dürfen nicht mehr als 222.400 Menschen gleichzeitig innerhalb von zwei Wochen infiziert sein. Das ist die maximale Anzahl an Neuerkrankungen, ab der die Ärzte mit der Triage beginnen müssten.

Derzeit gibt es rund 28.000 Infektionen in Deutschland (Gesamtzahl minus Gesundete minus Gestorbene). Es könnten theoretisch rund 200.000 Neuansteckungen innerhalb zwei Wochen hinzu kommen, bevor die Kapazität der Intensivbetten erschöpft ist. Das wären pro Tag 14.285 Neuinfektionen.

Zum Vergleich: Die höchste Zahl der Neuinfektionen lag am 28. März 2020 bei rund 6.800 pro Tag. Es würde also 30 Tage dauern, bis die Grenze von 200.000 Neuinfektionen erreicht ist. Für die genaue Berechnung müsste ich noch die Gesundungs- und Mortalitätsrate einrechnen. Das spare ich mir an dieser Stelle.

Fazit

Wir sitzen alle im gleichen Boot. Deshalb stünde es uns gut an, wenn wir auch so handeln und aufpassen. Ein gewisses Maß an Selbstreflexion ist jetzt wichtig, denn wir wollen auch alle gemeinsam aus diesem Boot heraus.

Bundestag Berlin (1)

Aufruf an die Kanzlerin

Bisher haben Sie, Frau Bundeskanzlerin, einen guten Job gemacht, aber jetzt brauchen wir ein Konzept, das uns als mündige Bürger und Unternehmer einbezieht. Ich beziehe mich dabei auf die Grundlagen kommunikativer Führung, wie wir und viele andere Unternehmer sie seit vielen Jahren in unseren Unternehmen praktizieren. Ich weiß, Sie tragen eine riesige Last an Verantwortung im Großen, aber auch wir Kleinen stehen vor ebenso existentiellen Herausforderungen.

Drohungen motivieren nicht

Wirklich an die Nerven gehen mir Ihre derzeitigen Drohungen. Übersetzt verstehe ich das als „wenn ihr nicht brav seid, dann gibt es einen neuen Lockdown“. Wie soll ich motiviert arbeiten, vorsorgen und an die Zukunft glauben, wenn ich bedroht werde und nicht weiß, was mit meinem Unternehmen wird, wenn ich nochmal zwei Wochen zumachen muss?

Ich verstehe die Problematik um Corona, so wie jeder andere denkende Mensch auch. Unsere Existenz hängt von unserem Verhalten ab. Ich brauche aber nicht noch die Drohung von Ihnen obendrauf. Das geht auch anders.

Ein Staat ist kein Unternehmen, das akzeptiere ich. Sie können nicht an jeder Ecke auf jede Befindlichkeit eingehen. Aber Sie können Ihre Kommunikation, Ihre Gedanken und Ihre Pläne mit uns teilen. Wir sind mündig.

Wir verstehen Sachverhalte und wir können in die Tiefe und um die Ecke denken. Das müssen wir als Unternehmer sowieso, und als Bürger können Sie uns eine Anleitung dazu geben. Wir sind keine Kinder, die blind und voller Vertrauen folgen.

Hoffnung ist wichtig

Wir sind erwachsene Menschen, die ihre Existenz sichern müssen. Ich will nicht in einem Staat leben, der wirtschaftlich am Boden liegt und mich dazu zwingt, bis zum letzten Tag meines Lebens arbeiten zu müssen, um Schulden ohne Gegenleistung abzubauen.

Sie, Frau Dr. Merkel, sind nicht für das Virus verantwortlich, aber doch für die Zukunft unseres Landes, seine Wirtschaft, seine Kultur und für seine Gesellschaft. Drohungen in Form eines weiteren Lockdown sind kontraproduktiv, sie stellen unsere Intelligenz infrage.

Sie mögen auf die Spezialisten und Wissenschaftler hören, aber es gibt noch uns, die Garanten des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland, die all diese Institute tragen und ihre Mitarbeiter bezahlen. Es braucht eine vernünftige Balance, die uns als Bürger und Unternehmer leben lässt.

Immerhin sind wir, unsere Kinder, Enkel und Urenkel diejenigen, die den grade eben entstehenden Schaden in den kommenden Jahrzehnten abarbeiten müssen. Wir stehen am Scheideweg, ob unsere gesellschaftliche Ordnung aufrecht erhalten bleiben kann.

Ich gebe nichts auf Verschwörungstheorien, aber ich bin tagtäglich in der Stadt unterwegs, kaufe ein, spreche mit Menschen und höre, dass der Ton langsam ungeduldiger wird. Die Menschen brauchen Hoffnung, sie wollen hören, wohin die Reise geht.

Wir brauchen einen Plan von der Politik, eine belastbare Aussage, eine Zukunftsaussicht, auch wenn alle verantwortlichen Politiker sagen, dass eine solche Aussage derzeit nicht möglich ist.

Dann überlegen Sie sich ein Startszenario und diskutieren das mit uns, und nicht nur mit Instituten und Experten, die andauernd mit neuen Ansichten um die Ecke kommen und wir Bürger nicht wissen, wie wir das einzuordnen haben.

SPRECHEN SIE MIT UNS!!! INFORMIEREN SIE UNS WIE ERWACHSENE MENSCHEN!

Mitarbeiter Aussicht auf Zukunft geben

Verstehen meine Mitarbeiter das Unbestimmte? Vielleicht? Eventuell? Wahrscheinlich? Möglich? Nein, die brauchen eine klare Ansage wie es mit ihrer Arbeit, ihrem Lohn, ihrer Karriere, ihrem Leben weitergeht. So wie wir Unternehmer das auch wissen müssen.

Nochmal: Ich will nicht damit bedroht werden, ob die Politik uns leben lässt. Ich habe Lust auf Zukunft, davon will ich etwas hören, nicht von „Wenn ihr nicht brav seid schließen wir euch nochmal ein.“

Wir sind Unternehmer, die sich auf Situationen einstellen können wenn sie müssen. Wir brauchen von der Politik klare Ansagen, und zwar nicht nur bis zum Ende einer Woche, sondern mittelfristig und verlässlich.

Ich war bisher einverstanden mit dem Krisenmanagement, weil ich gesehen habe, was bei meiner Frau in der Klinik abging. Die Versorgung von Infizierten musste sichergestellt werden. Das war notwendig, genauso wie es notwendig war, die Bürger auf die Dringlichkeit ihres Verhaltens hinzuweisen. Dafür habe ich vollstes Verständnis.

Zeit für Neubestimmung

Aber jetzt ist es Zeit für Neubestimmung. Davon höre ich aber nichts. Ich habe schon keine Lust mehr, mir die Informationen zu holen, weil es mir immer schwerer fällt, die Zahlen vom begleitenden Getöse getrennt zu sehen. Die Zahlen sind immer absolut. So viele sind erkrankt, so viele gestorben, so viele sind gesundet.

Wie verhält sich das aber zur Gesamtzahl der Intensivbetten, der Beatmungsgeräte, zu der Gesamtzahl der Bevölkerung im Bundesgebiet? Ab und zu sehe ich die Reproduktionsrate, aber ich habe den Eindruck, die wird uns gesteuert genannt. Bloss nicht zu viel Infos rauslassen.

Die Zahlen ins Verhältnis gesetzt zu bekommen muss ich mir entweder selber mit der Hand am Arm berechnen und mühselig nachforschen. Das ist Blindflug im Nebel ohne Autopilot.

Diese Fixierung auf das JETZT ohne einen Ansatz auf das MORGEN funktioniert nicht, das nervt nur. Jeder Unternehmer, der Führungsaufgaben ernst nimmt und seine Mitarbeiter informiert weiß, dass es wichtig ist, dass alle wissen was um das Unternehmen herum abgeht.

Es ist eine Ausnahmesituation, für uns wie für die Politik. Das dürfen wir natürlich nicht vergessen. Und ja, wir neigen dazu, schnell ungeduldig zu werden und die Schuld für irgendwas irgendwohin zu irgendjemanden zu schieben.

Das ist sicher nicht zielführend, es dient eher dem Abbau der persönlichen Frustration, die mit jedem Tag zunimmt. Aber genau das muss Ihnen bewusst sein. Es hilft nicht weiter, wenn Sie die Menschen im Ungewissen lassen.

Eine fiktive Ansprache

Die Motivation aus der Führungsetage könnte lauten: „Liebe Bürger! Wir freuen uns, dass Sie in den vergangenen sechs Wochen durch ihr besonnenes Verhalten geholfen haben, die Coronakrise zu entschärfen. Jetzt ist die Zeit für eine vorsichtige Lockerung der Restriktionen gekommen.

Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer haben sich geeinigt, dass Deutschland einen gemeinsame Kurs bei der Lösung der Coronskriese fährt. Dafür haben wir uns geeinigt, den Förderalismusgedanken hintenan zu stellen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Ministerpräsidenten.

Wie Sie wissen war es in den letzten sechs Wochen das Ziel, die Reproduktionsrate unter 1 zu drücken. Das ist gelungen. Wir bitte Sie jetzt alle gemeinsam, dabei zu helfen, dass die so bleibt und sich im besten Fall sogar verringert. Wir unterstützen alle Unternehmer dabei mit Informationen, damit Sie die Situation mit entscheiden können.

Wir wissen, dass transparente Information der Schlüssel zum Erfolg aus der Krise ist. Wir haben eine neue Informationsstruktur aufgesetzt, die alle Ihre Anfragen unter dieser Mailadresse/WhatsApp/Messenger etc. bündelt: abcd.de. Insgesamt stehen Ihnen 15240 Mitarbeiter 24 Stunden lang sieben Tage die Woche zur Verfügung.

Alle Ihre Anfragen werden durch eine KI nach Schwerpunkten geprüft und von unseren Mitarbeitern innerhalb weniger Stunden an die von Ihnen angegebene Mailadresse/WhatsApp etc. zugesendet. Wir sind Ihre Partner in der Krise.

Helfen Sie uns in der Bundes- und in der Landespolitik mit Ihren konstruktiven Vorschlägen, damit wir Ihnen die planerische Sicherheit geben können, die Sie brauchen, um Ihre Unternehmen wieder hochzufahren und Sie damit helfen, den Schaden für die Bundesrepublik Deustchland so weit es geht einzugrenzen.

Ihre Angela Merkel.“

Hygienekonzept zum kostenlosen Download

Herzlich willkommen liebe Kunden, liebe Kolleginnen und liebe Kollegen! Mein neues Video zum kostenlosen Download unseres Hygienekonzepts seht ihr hier:

Video zum kostenlosen Download des Hygienekonzepts

Kostenloser Download des Hygienekonzepts

Heute geht es um die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung unserer Salons. Stand heute Karfreitag gibt es natürlich noch keine hundertprozentige Gewissheit, unter welchen Voraussetzungen das geschehen wird. Aber wir bei Gress Friseure haben uns mit verschiedenen Szenarien darauf vorbereitet. Wie bereits in meinem letzten Video angekündigt, haben wir bei Gress Friseure intensiv an einem Konzept zur Vermeidung von Corona im Salon gearbeitet. Meine Schwester Bettina hat sich voll rein gekniet und für jeden einzelnen Geschäftsbereich Corona-Vermeidungsprozesse definiert und in Tabellen eingepflegt. Das Konzept könnt ihr gerne hier kostenfrei downloaden.

Ohne höhere Hygienestandards im Salon wird es nicht gehen, soviel ist auf jeden Fall schon mal sicher. Diese Standards waren schon vor Corona sehr hoch. Aber jetzt kommen eben die Corona-Maßnahmen noch obendrauf. Deshalb haben wir alle möglichen Corona-Maßnahmen in ein Konzept gepackt, das auf der Basis der Hygiene Vereinbarungen für das Friseurhandwerk aufgesetzt ist. Wir sind somit in der Lage, die geforderten Maßnahmen von Verband und Politik sehr, sehr schnell umzusetzen. Hier könnt ihr die aktuellsten Informationen über die Corona-Situation in BW abrufen.

Corona-Virus Darstellung
Microscopic view of Coronavirus, a pathogen that attacks the respiratory tract. Analysis and test, experimentation. Sars. 3d render

Ich hatte in den vergangenen Wochen sicher viele Informationen in den Medien mitbekommen. Immer aktuelle Informationen zu Corona: Robert-Koch-Institut, Johns Hopkins University, Gesundheitsministerium, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bundesgesundheitsministerium, Sozialministerium Baden-Württemberg.

Für mich persönlich war es sehr zeitraubend und arbeitsintensiv, die wichtigen Informationen herauszufiltern. Meiner Meinung nach macht die Politik in Deutschland einen richtig guten Job. Daran gemessen, was in Italien oder in Spanien oder jetzt auch in den USA abläuft. Damit wir uns ein eigenes Bild machen konnten, haben wir uns bei der Erarbeitung unseres Konzepts von der Hygienebeauftragten einer Klinik im Landkreis Esslingen beraten lassen.

Unser Ansatz war der, dass was in der Klinik funktioniert, auch im Friseurbetrieb taugt. Ich gehe davon aus, dass der Verband in den nächsten Tagen zur Situation Stellung beziehen wird. Bis dahin wird es auch ein Hygienekonzept geben. Ich weiß von vielen geschätzten Kolleginnen und Kollegen, die an eigenen Konzepten arbeiten. Und das ist sehr, sehr gut genutzte Zeit. Auch wenn wir noch nicht wissen, wohin die Reise führt und was wir direkt umzusetzen haben, sind wir doch vorbereitet für die nächsten Schritte.

Ich habe heute am Karfreitag noch einmal das Netz durchforstet, aber noch keine wirklich aussagekräftige und ernst zu nehmende Kommunikation zur Vermeidung von Corona im Friseursalon gefunden. Ihr könnt deshalb gerne unser Konzept unter www.gress.de/hygiene downloaden. Wichtig für alle Friseursalons ist jetzt, dass sich der Verband und die Politik darauf einigen, unter welchen Gesichtspunkten es für uns weitergeht. Ich gehe immer noch vom 20. 2020 aus. Und ich drücke wirklich alle Daumen, dass uns das auch gelingt.

Beachtet bitte, dass unser Konzept selbstverständlich keine Allgemeingültigkeit hat. Die finale Gestaltung der offiziellen Handlungen im Salon obliegt dem Verband und der Politik. Unser Konzept ist als Leitfaden für euer eigenes Konzept gedacht, damit ihr die offiziellen Forderungen schneller umsetzen könnt. Unser Konzept beinhaltet zum Großteil Maßnahmen, die der Leitfaden für die Hygienestandards im Friseursalons schon vorgibt. Diese Anleitung fanden wir eine gute Ausgangslage, um unsere eigenen Corona Vermeidung Maßnahmen einzusetzen.

So haben wir beispielsweise beschlossen, dass wir keine Behandlungen im Gesicht und um die Augen herum durchführen. Unsere Mitarbeiter und auch unsere Kunden werden Atemschutzmasken tragen. Wenn Kunden keine Masken haben, dann stellen wir eine Maske kostenlos zur Verfügung. Hände waschen, desinfizieren, pflegen, die Reinigung der Sitzflächen, der Tische, der Ablagen, der Spiegel, Handspiegel und Waschbecken konsequent nach jeder Benutzung reinigen und desinfizieren. Und noch einiges darüber hinaus gehören zum Konzept.

Wir planen die Erweiterung unserer Öffnungszeiten und werden auf jeden Fall in einer Art zweieinhalbfach Schicht arbeiten, amit nicht zu viele Mitarbeiter und Kunden auf einmal im Salon sein werden. Selbstverständlich werden erkrankte Kunden nicht behandelt, und auch erkrankte Mitarbeiter haben keinen Zutritt zum Salon. An der Rezeption vermeiden wir weitgehend Kontakt mit Bargeld und bitten unsere Kunden mit Karten zu bezahlen. Wir nehmen alle Kreditkarten, Giro Card, Apple Pay. Alles ist möglich. Alle weiteren Details zur Begrüßung, zur Bezahlung und zur Verabschiedung findet ihr in unserem Konzept zum Download.

Da die Reisemöglichkeiten komplett eingeschränkt sind, erwarten wir auch keine Rückkehrer aus Krisengebieten, und Urlauber, die im Zuge von Rückholaktionen nach Deutschland gebracht werden, müssen sowieso zwei Wochen in Quarantäne, bevor sie wieder in die Öffentlichkeit dürfen. Also von dieser Seite her wird keine Gefahr bestehen. Unser erklärtes Ziel war es von Anfang an, die Eröffnung der Friseursalons am 20.4.2020 zu unterstützen und zu forcieren. Und wir hoffen inständig und drücken die Daumen, dass das auch wirklich klappt.

Unsere Mitarbeiter sind auf jeden Fall informiert, und sie werden bis zum Eröffnungstag alle geschult sein, den digitalen Medien wie Facetime, Zoom, Skype oder WhatsApp zum Dank ist das ja heutzutage problemlos möglich. In diesem Sinne erwarten wir hoffentlich unsere Kunden am 20.4.2020.

Wir wünschen euch allen positive Gedanken. Auf jeden Fall, viel, viel Gesundheit. Steckt euch nicht an, bleibt gesund und bleibt vor allen Dingen optimistisch. Euer Peter Gress