Perücken Archive - Peter Gress

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Schneiden Sie Zöpfe ab!

Das Ziel der Initiative des Bundesverbandes der Zweithaarspezialisten e.V. (BVZ) ist es, Menschen in einer besonders schwierigen Lebenssituation zu helfen. Das wollen wir mit unserer Haarspenden-Aktion “Rapunzel” unterstützen.

Am Mittwoch, 26.6.2019 startet die 3-monatige Rapunzel Haarspenden-Aktion von Gress Friseure und dem Perücken-Kompetenzzentrum Esslingen. Die gesammelten Haare, die die notwendigen Voraussetzungen zur Weiterverarbeitung und Herstellung von Perücken und Haarteilen erfüllen, werden versteigert.Ab dem 17.7.2019 könnt ihr eure Haare spenden und erhaltet von mir einen kostenlosen Haarschnitt. 

Warum solltet ihr spenden?
O-Ton BVZ: “Seit nunmehr neun Jahren sammelt der Bundesverband der Zweithaarspezialisten mit seiner Charity-Aktion „Rapunzel“ abgeschnittenes Echthaar. Dieses Echthaar – in der Regel zum Zopf geflochten – wird jedes Jahr im Rahmen einer Versteigerung an den meist bietenden Haarwarenhersteller abgegeben und der Erlös nach Steuern wird an eine gemeinnützige Institution gespendet.

Empfänger waren schon die Rexrodt-von-Fircks-Stiftung, die mit dem Geld das Projekt „Gemeinsam gesund werden“ mitfinanziert, das Kinderhospiz Balthasar in Olpe, die Ronald Mc Donald Kinderhilfestiftung mit ihren angeschlossenen Elternhäusern , der Verein “Aktion Pink”, der mit dem Erlös der Versteigerung das Projekt der “HomeDoctors” finanziert und zuletzt die Stiftung HUMOR HILFT HEILEN von Dr. Eckart von Hirschhausen, die jetzt für noch mehr therapeutisches Lachen und heilsame Stimmung im Krankenhaus sorgen kann.


Für die Aktion gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Eure Haare dürfen nicht chemisch behandelt sein (keine Farbe, keine Strähnen, keine Dauerwelle).
  • Euer Spendenzopf muss geflochten mindestens 25, besser aber 30 cm lang sein.
  • Eure Haare müssen frisch gewaschen, aber trocken sein.
  • Das Waschen und Trocknen erledigen wir gerne für euch.

Termine gibt es unter 0711-357701 bei mir persönlich.

Krebs, Chemo, Perücke – wie gehen wir Friseure damit um?

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Ist mein Leben als attraktiver Mensch mit dem Ausfall meiner Haare zu Ende? Diese Frage stellen sich Frauen und Männer die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen. Haben wir Friseure intensiv darüber genug darüber nachgedacht was der Besuch eines Perückenstudios für Menschen mit drohendem Haarausfall bedeutet? Haben wir uns ausführliche Gedanken dazu gemacht, welche Bedürfnisse Menschen mit einer Krebserkrankung an die Perückenberatung haben? Diese Fragen müssen wir lösen, damit wir gute Berater für Menschen mit Haarverlust sein können.

Die Krebs-Statistik des Robert-Koch-Instituts weist für das Jahr 2012 knapp 478.000 Erkrankungen aus. Für das Jahr 2016 erwarten Wissenschaftler einen Anstieg um etwas mehr als 20.000 Fälle auf 498.700 betroffene Menschen. Die steigende Lebenserwartung ist mitverantwortlich für den Anstieg der Krebsfälle. Nahezu alle Krebsarten treten sehr viel häufiger bei älteren Menschen auf. Ein über 80-jähriger Mensch hat ein 200 bis 300 mal größeres Risiko an Krebs zu erkranken als ein unter 15-jähriger. Die medizinische Versorgung hat sich in den letzten Jahrzehnten zwar wesentlich verbessert, den kontinuierliche Anstieg an Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Alter kann sie aber nicht verhindern. In den kommenden Jahren wird die Silver Society stetig wachsen und die Lebenserwartung höher werden. Demzufolge werden auch die Krankheitsfälle weiter steigen.

Susanne Gress kümmert sich bei Gress Friseure seit sechs Jahren um Menschen mit Haarausfall. Sie versorgt Chemo-Patienten und Menschen mit Alopecie mit Haarersatz. Bedingt durch die wachsende Anzahl von Betroffenen haben wir im zweiten Stock über dem Salon einen Beratungsraum eingerichtet, in dem die Anonymität gesichert ist und sie ganzheitlich auf ihre Kundinnen eingehen kann. Unsere Treibfeder für die ganzheitliche Beratung waren Krebsfälle bei langjährigen Kunden. Jahrzehntelang haben wir diese Menschen mit unserem Service und unserer Arbeit betreut, und in einer psychisch schweren Zeit mussten wir sie hängen lassen, weil wir keine Zweithaar-Dienstleistung im Angebot hatten.

In Anbetracht an die immer stärker steigende Zahl von älteren Menschen über 65 Jahre – Deutschland ist nach Japan die Gesellschaft mit den meisten Alten – macht es definitiv Sinn, sich mehr Gedanken um die Bedürfnisse der Silver Society zu machen. Die höhere Anfälligkeit für Krankheiten wie Krebs fordert uns Friseure nicht nur fachtechnisch heraus, wir müssen auch in unsere menschliche Befähigung investieren. Spezialisten im Zweithaarbereich sind in vielfacher Hinsicht zur Weiterbildung herausgefordert: Psychologie, Produktberatung, Produktkenntnis und Lebenshilfe. Chronologisch zu altern muss nicht automatisch in Krankheit enden, jedoch steigt die Anfälligkeit für Krankheiten wie Krebs deutlich an. Die Diagnose Krebs verändert die Lebensumstände sofort und nachhaltig. Plötzlich konzentriert sich das ganze Leben nur noch auf dieses Thema. Physisch angegriffen und psychisch oft instabil brauchen Patientinnen und Patienten eine völlig andere Betreuung als wir sie in unseren Salon anbieten.

Nebenbei gesagt müssen nicht nur wir Friseure neue Herangehensweisen an einen keineswegs homogenen Markt der Silver Society finden. Der Fokus von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft muss auf der Veränderung und Anpassung des Gesundheitssystems an die zukünftigen Herausforderungen liegen, anstatt das Problem bei den Menschen zu suchen.

Wenn das Dach über’m Kopf fehlt

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Seit 35 Jahren arbeitet Gress Friseure mit unterschiedlichen Sozialpartnern zusammen. Wir haben viele Menschen und deren Schicksale kennengelernt, und wir mussten uns mit vielen Situationen auseinandersetzen die wir ohne diese Kooperationen nicht kennengelernt hätten. Susanne Gress versorgt Krebspatientinnen als Zweithaarspezialistin seit sechs Jahren mit Perücken und Kopfbedeckungen und berät ihre Patientinnen ganzheitlich ayurvedisch. Durch ihre Tätigkeit hat sie von der Selbsthilfegruppe Mutmacher e.V. erfahren. Der Verein hat die Aktion „Mützen häkeln für Helden + innen“ aus der Taufe gehoben, mit der Unterstützer kreAktiv helfen können.

Und so funktioniert es
Gress Friseure kauft Wollepäckchen mit beigelegter Häkelnadel und Häkelanleitung von den Mutmachern. In den Päckchen befinden sich drei Knäuel Wolle aus Bio-Baumwolle die für zwei Mutmachermützen reichen. Unser Kunden, Freunde und Familien häkeln die Mützen, Gress Friseure verteilt sie an die onkologischen Abteilungen der Kreiskliniken Esslingen gGmbH zur kostenlosen Mitnahme für Patientinnen und Patienten.

Zusätzliche Hilfe
Damit wir zusätzlich krebskranke Kinder unterstützen können weiten wir die Aktion aus. Seit einigen Wochen haben wir mit Anna Unterstützung krebskranker Kinder e.V. einen neuen Sozialpartner. Damit Anna nutznießen kann reicht Gress Friseure die Wollepäckchen für die 18 Euro an Sie weiter, also genau den Betrag den wir selbst dafür bezahlt haben. Das Geld spenden wir direkt und ohne Abzug an Anna e.V. Je mehr Wollpäckchen also verkauft werden, desto größer wird die Anzahl der Mützen und desto höher die Spende an Anna. Wunderbar, oder? So schlagen wir gemeinsam zwei Fliegen mit einer Klappe.

Anna e.V.
Die Diagnose Krebs bei Kindern wird als Schock erlebt und verändert die vertraute Lebenssituation einer Familie grundlegend. Die Familie muss ihren Alltag für eine längere Zeit gänzlich neu strukturieren. Eine Krise ist oftmals die Folge. Die anstrengende Therapie und die monatelangen Aufenthalte im Krankenhaus belasten das Kind, aber auch die Eltern und Geschwister. Insbesondere die Geschwisterkinder leiden dabei mehr als es auf den ersten Blick erscheint. Eine Isolation zur Außenwelt ist oftmals die Folge.

Susanne und ich konnten das Anna-Haus in Aich vor kurzem besichtigen. Wir wurden vom stellvertretenden Vorsitzeden Dr. Jürgen Friedrich empfangen und durch das Haus geführt. In seiner angenehmen und ruhigen Art erzählte er die bewegende Geschichte des Hauses. In der Nacht waren nicht alle Detail im Garten rund ums Haus zu erkennen, aber wir haben trotzdem einen guten Eindruck davon erhalten was die Vereinsmitglieder und viele Unterstützer in den vergangenen Jahren geleistet hatten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und wünschen uns, dass sich viele Mützenhäklerinnen und -häkler für den gemeinsamen Erfolg stark machen.