Öffentlichkeitsarbeit Archive - Seite 7 von 8 - Peter Gress

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Azubi beim Haarschnitt

Rohstoff Friseur-Azubi

Wann habe ich mit Keller the school angefangen, unsere Azubis sechs Monate lang vor der Ausbildung zu qualifizieren? Das genaue Jahr weiß ich nicht mehr, aber es ist bestimmt 20 Jahre her. Das hat super funktioniert, aber ich hatte immer noch die Berufsschule am Rockzipfel die es mir nie leicht gemacht hat. Schon vor so vielen Jahren war der Input der Schule für uns Friseure und speziell für die Bedürfnisse meines Unternehmens sehr gering. Ich habe die Berufsschule immer als Dienstleister verstanden die etwas für uns Friseure leistet, das ist aber  leider nicht das Selbstverständnis der Schule.

Dann kam die Private Duale Ausbildung von Marcus Curth mithilfe Pivot Point. Die Chance, die Berufsschule zu umgehen war für mich eine Offenbarung und ich wähnte mich am Ziel. Dass letztlich die Curt’sche Insolvenz diese Möglichkeit zerstörte war für uns zuerst nur halb schlimm. Es gab ja noch die Wettstein-Akademie als Alternative. Aber der Schulwechsel mit all seinen Abstimmungsproblemen hat an der Effizienz genagt. Und dann kam noch die Ankündigung, dass die Wettstein-Akademie schließt. La Biosthetique hat die Chance ergriffen und den einzig richtigen Move gemacht, indem sie Geld in die Hand genommen und die Private Duale Ausbildung professionell aufgestellt haben. Ich drücke die Daumen, dass das hält, es ist ein Leuchtturm für die Friseurausbildung.

Die Übergangszeit von Curth zu Wettstein war schwierig, die angekündigte Schließung der Wettstein-Akademie hat uns vor große Probleme gestellt. Wir hatten keine andere Wahl als mit unseren neuen Azubis wieder in das staatlich duale System zu wechseln. Gress Friseure bildet seit 1960 ununterbrochen jedes Jahr aus, es gab noch nie eine Pause. Das sind 57 Jahre Erfahrungen, entweder selber gemacht als Azubi und seit meiner Selbstständigkeit als Ausbilder. Ich sehe wenn ein System produktiv ist, wenn es sichtbare Erfolge bringt. Deshalb tun mir unsere Azubis Leid, die sich in drei Jahren 166 Tage lang durch die Berufsschule plagen müssen. Diese verlorene Zeit, nahezu ein dreiviertel Arbeitsjahr, macht letztlich den starken Leistungsunterschied zwischen privat-dual und staatlich aus.

Dennoch, zwei Situationen spielen mir positiv in die Karten: 1. Azubis die schon zwölf Jahre Schule hinter sich haben, und 2. Quereinsteiger mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung müssen die Berufsschule nicht mehr besuchen. Als ausbildendes Unternehmen müssen wir nur dafür sorgen, dass die Azubis den prüfungsrelevanten Stoff salonintern lernen. Und hier kommt das Nöckl’sche Ausbildungssystem ins Spiel. Wir werden so in positiver Weise gezwungen umzudenken und eine vollkommen neue Wissensvermittlung für uns zu definieren. Ohne System geht Ausbildung nicht mehr, und, ich sage es mal mit einem Vergleich zu Edelmetall und seltenen Erden, je seltener der Rohstoff wird, desto wertvoller ist er. Und wertvolle Ressourcen, das lernen wir von Kindesbeinen an, sollen nicht verschwendet werden.

Das Szenario sieht wie folgt aus: In der Berufsschule wird kein allgemein verwendbares und vernünftiges friseurfachliches System geschult. Theoriefächer wie Religion, Deutsch und Englisch müssen meiner Meinung nach in der Berufsschule nicht mehr unterrichtet werden, denn was die Schüler in der Regelschule nicht gelernt haben lernen sie als Azubis in der Berufsschule auch nicht mehr. Aber wenn die Zeit schon abgesessen werden muss, dann wäre es sinnvoll, den Kids berufsrelevante Inhalte zu vermitteln. Es macht also de facto keinen Sinn, die Schüler zum Zeit totschlagen in die BS zu schicken. Dieser Zustand alleine ist schon schlimm, strategisch gesehen machen viele Salons, oft aus Mangel an finanzierbaren Alternativen, aber noch einen Riesenfehler, weil sie die Qualifikation ihrer Auszubildenden dem Zufall überlassen.

Fazit: Ohne internes Ausbildungssystem geht es nicht.

Was Wann Wo Wie

Was Wann Wo Wie

Das Lastenheft für ausbildende Friseurunternehmen  sieht heute so aus:

  • Der Image des Salons muss positiv besetzt sein
  • Die Ausbildungsinhalte müssen klar kommuniziert werden
  • Der Betrieb muss in sozialen Medien präsent sein und eine eigene Webseite haben
  • Die Karrierechancen im Betrieb müssen vorhanden sein und offensiv kommuniziert werden
  • Die Zielgruppe der Auszubildenden muss klar definiert sein
  • Azubis müssen aktiv akquiriert werden
  • Die interne Ausbildung muss konsequent und systematisch erfolgen

Die Ausbildung sollte die Lernenden im Idealfall  im ersten Jahr mit maximalem Input versorgen, denn da ist Wissen und Übung am wichtigsten. Durch interne Prüfungen muss sicher gestellt werden, dass die Azubis die erforderliche Leistung am Kunden schnell und qualitativ hochwertig erbringen können. Im zweiten Jahr erfolgt die Festigung und Erfahrungen sammeln als Assistent. Im dritten Ausbildungsjahr bedienen die Azubis eigene Schnittkunden, um ihren Lohn bei einer Übernahme nach der Ausbildung zu finanzieren.

Azubis sind wertvoller Rohstoff, wir sollten alles dafür tun, um den Ausbildungserfolg  zu gewährleisten.

„Beim Friseur verjünge ich mich“

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Fotos: Landesfilmdienst BW

Die Zielgruppe 70+ rückt durch den demographischen Wandel immer mehr ins Bewusstsein der Friseursalons. Hier schlummert ein echtes Potenzial an Bedarf und Kaufkraft. Friseurunternehmer Peter Gress hat mit Best Ager-Kundin Hannelore Steiner-Loest (Jahrgang 1938) über Schönheit im Alter, Wohlfühloasen im Alltag und ihre Perspektive auf Friseure gesprochen.

Was bedeutet für Sie der regelmäßige Friseurbesuch?
Hannelore Steiner-Loest: Ich bin 78 Jahre alt und sehe im Spiegel meine Falten. Daran kann ich nichts ändern – an meinen Haaren schon. Also besuche ich gemeinsam mit meinem Hund Maxima (die Cocker Spaniel-Dame ist auch schon 14 Jahre alt) alle sechs Wochen den Friseur.

Was gefällt Ihnen bei Gress Friseure?
Die Atmosphäre hier ist anders als in anderen Salons. Ich bin im Vorfeld schon immer ganz kribbelig und freue mich auf meinen Termin. Wenn ich dann da bin, fällt alle Anspannung von mir ab, und ich komme in dieser Wohlfühloase zur Ruhe. Die Menschen sind freundlich und herzlich – nichts davon ist aufgesetzt, alles ist authentisch und ehrlich. Ich spüre, willkommen zu sein. Zu einigen Friseure pflege ich eine persönliche Beziehung.

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Fotos: Landesfilmdienst BW

Was macht das Friseurerlebnis aus?
Ich genieße die verschiedenen Duftöle der Kopfmassage. Es ist, wie auf einer blumigen Sommerwiese zu liegen. Dann wird geschnitten und geföhnt. Wenn ich mich anschließend anschaue, fühle ich mich wie eine 40 Jahre jüngere Frau. Im Alter hat man so viele Zipperlein – beim Friseurbesuch verjünge ich mich! Das liegt nicht am Haarschnitt, sondern am Erlebnis. Ich gehe als ein verwandelter Mensch wieder raus. Ich werde bis zu meinem Lebensende den Salon nicht mehr wechseln – ich bin jetzt glücklich und zufrieden.

Wie haben Sie sich in den Jahren verändert?
Ich war ursprünglich eine Blondine und wünschte mir immer schwarzes Haar, so wie meine Mutter es hatte. Inzwischen bin ich silbergrau und habe ein wenig schwarz im Hinterkopf – also Wunsch erfüllt. Bei Gress Friseure wird durch die Kunstfertigkeit der Friseure das Beste aus mir herausgeholt. Früher war gutes Aussehen eine Selbstständigkeit, heute betrachte ich mich sehr viel kritischer und freue mich dann über eine professionelle Unterstützung.

Was bedeutet Ihnen Schönheit im Alter?
Ich lege viel Wert auf mein Äußeres, das ist vom Alter unabhängig. Viele werden als Senioren mit sich nachlässig. Ich finde es wichtig, gepflegt zu sein und sich zu schminken. Ich bin alt, das ist keine Frage – dennoch will ich mir selbst gefallen. Ich habe viele Falten, denn ich habe viel erlebt. Das gehört zu meinem Leben und hat mein Gesicht so gestaltet. Dennoch werde ich oft viel jünger geschätzt. Das liegt wohl daran, dass ich ein lebensbejahender Mensch bin. Mir ist der Kontakt mit der jungen Generation wichtig, um immer wieder neue Perspektiven zu bekommen.

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Fotos: Landesfilmdienst BW

Was ist Ihr Tipp für Menschen 70+?
Nehme dein Äußeres an, und mache das Beste daraus! Achte auf deinen Körper, und halte dich fit! Ich selbst gehe zu Wassergymnastik und bin seit 30 Jahren in der Sportgruppe. Sonst baut der Mensch zu schnell ab. Es braucht nicht viel, um schön zu sein und zu bleiben. Aber es braucht die richtige Einstellung und die passende Begleitung.

Doofe Gauner

Es ist schon eine Krux mit den Friseurpreisen. Überall prangen 8, 10, 12, 15 Euro Preislisten und zeigen an, wie billig eine Friseurdienstleistung zu haben ist. Sogar der Herr Lafontaine von der Linken sagte öffentlich in einer Talk-Show, dass er 16 Euro für einen Haarschnitt bezahlt. So forderte der Herr Lafontaine auf der einen Seite den Mindestlohn und auf der anderen Seite denkt er, dass 16 Euro Erlös für einen Haarschnitt zur Finanzierung eines gerechten Lohns und aller mit einer professionellen Unternehmensführung verbundenen Kosten ausreichen. Ihm saß eine Friseurin aus der Nähe der polnischen Grenze gegenüber, die mit 3,50 Euro Stundenlohn auskommen musste, und die er mit dramatischen Worten bei ihrer berechtigten Forderung nach gerechter Bezahlung lautstark unterstützte. Beim Preis hat der Herr Lafontaine hat bestimmt nicht richtig nachgedacht – den Linken fällt ja das Rechnen von Natur aus schwer – sonst wäre er garantiert auf einen höheren Haarschneidepreis gekommen.

Nun gut, das gehört ja Gottseidank der Vergangenheit an, wir haben ja, dafür sei nun der SPD Dank, jetzt Mindestlohn und, trotzdem ich Unternehmer bin, bin ich für unseren Bereich sehr froh darum. So habe ich die Genugtuung, dass auch Herr Lafontaine zukünftig etwas mehr für seinen Haarschnitt zahlen muss. Das gefällt mir als kleingeistigem Selbstständigen natürlich besonders gut, der ich ja sowieso entweder Gauner oder doof bin, laut einer dümmlich daherredende Dame von der SPD. Ich persönlich bin sicher, dass ich weder in die Kategorie Gauner falle oder doof bin, weil ich keine zeitlichen Probleme mit der Dokumentation der Stundennachweiszettel habe. Zum Einen macht das meine Frau, und zum Anderen habe ich nur eine Aushilfe.
Diejenigen Unternehmer, die ihr Geschäft nicht ohne dem Mindestlohn unterworfene Arbeitskräfte betreiben dürfen sich, aus Zeitgründen, herzlich willkommen fühlen in der Welt der doofen Gauner! So schnell verwandelt man tatkräftige Unternehmer in fiese Kriminelle. So geht Gehirnverstopfung vs. reale Welt.