Kultur & Leben Archive - Peter Gress

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Unsere Lions-Cabrio-Tour über die Alb

Am Sonntag, 12. Juni 2022 hatten Susanne und ich für den Lions-Club Postmichel eine Cabrio-Ausfahrt organisiert. Der Plan war eine Fahrt die grünen Hügel auf und ab, ein paar schöne Kilometer über die Albhochfläche und dann ins Albhotel Malakoff zum essen. Soweit der Plan, den wir wegen der Öffnungszeiten des Malakoff anpassen mussten.

Der Start

Zu Beginn der Ausfahrt hatten wir mit ein paar technische Kleinigkeiten zu tun. Das älteste Auto der Gruppe, ein SL 300 Roadster von 1957 musste noch vollständig betankt werden. Leider fehlte das Additiv, er hat dann Super Plus beigemischt bekommen, das hat wohl auch funktioniert. Man lernt immer noch was dazu. Unter dem Auto der zweiten alten Tante, ein SL 190 von 1962, haben wir einen feuchten Fleck gesehen, das musste natürlich auch erstmal untersucht werden. Den Schätzchen sollte ja schließlich nichts passieren. So verrinnen die Minuten schnell. An unserem Auto fehlte vorne rechts etwas Luft. An zwei Tankstellen hatte ich kein Glück, die Luftanlagen waren defekt. Lapidare Auskunft: Lohnt sich nicht, werden nicht mehr instand gesetzt. Soweit zum Thema Service an der Tankstelle.

Die Teilnehmer

Sabine und Harald haben sich spontan entschieden mitzufahren. Mit Claudia und Andi, Susanne und ich, DW und Erwin Müller, sowie Hanne und Albert waren wir fünf Autos. Die Gangart war sehr dezent, aus Rücksicht auf die beiden Oldtimer. Trotzdem haben sie gut mitgehalten. Vom Parkplatz Reuschwald aus sind wir über Ochsenwang nach Hepsisau, Neidlingen, Schopfloch wieder runter ins Lenninger Tal nach Gutenberg. Ein paar hundert Meter nach Schlattstall ging’s hoch nach Grabenstetten und gleich wieder runter nach Bad Urach. Von der B 28 dann nach Seeburg zur ersten Pause im Speisecafe Schlössle. Dort haben wir ein schönes Motiv für die teilnehmenden Autos gefunden.

Der zweite Abschnitt

Der nächste Abschnitt begann mit der Wittlinger Steige, führte nach Hengen, Böhrngen, Donnstetten nach Westerheim. Leider gab es auf dem Weg nach Drackenstein einen Motorradunfall, die Straße wurde kurzfristig gesperrt. Als ehemalige Motorradfahrer haben wir das natürlich nicht gerne gesehen. Wir hoffen, dem verunglückten Fahrer bleiben keine Spätfolgen. Die notwendige Umfahrung nach Drackenstein war nur ein kurzer Umweg. Die Abfahrt nach Gosbach, und der folgende Aufstieg auf die Hochfläche brachte uns nach Merklingen. Die Bundesstraße Richtung Laichingen ist nicht schön zu fahren, vor allem auch deshalb, weil sie, inklusive der Baustellenampel, drei Ampeln hat. Die mussten wir zwar nur geradeaus überqueren, aber Ampeln sind immer ein umkalkulierbares Hindernis.

Reginas Futterkiste

In Heroldstadt Ennabeuren haben wir in Reginas Futterkiste einen zweiten Stopp eingelegt. Von dort aus sind wir ein paar Hundert Meter in das Biosphärengebiet Alb in den ehemaligen Truppenübungsplatz zum Aussichtsturm geschlendert und haben die Aussicht genossen. 

Die Schlussetappe

Von Ennabeuren führte die Route nach Feldstetten und weiter nach Wiesensteig. Leider öffnet das Alhotel Malakoff erst um 17 Uhr, und wir waren viel zu früh dran. Wir sind deshalb nach Gosbach in den Hirsch gefahren, die haben durchgehend Küche bis 19 Uhr. Die Aussicht ist im Hirsch zwar nicht so schön, das Albhotel Malakoff bietet in dieser Hinsicht wesentlich mehr. Aber die Tellersülze, und auch das restliche Essen, ist der Hammer, die Bratkartoffel sind ein Gedicht. Ich denke, alle waren mit der Umbuchung und Qualität des Essens zufrieden.

Wir haben abgemacht, dass wir die Cabrio-Ausfahrt im kommenden Jahr wieder durchführen. Der neue Termin ist Sonntag, 11. Juni 2023. Die Strecke gebe ich rechtzeitig bekannt.

Cabrioausfahrt

Lions-Club Cabrio-Tour auf und ab und über die Alb

Am Sonntag, 12. Juni 2022, geht es mit dem Cabrio über die Alb. Organisiert wird die Ausfahrt vom Lions-Club Postmichel-Esslingen, Freunde sind gerne gesehen. Es wird keine Hetzjagd, sondern eine absolute Genussfahrt. Wir treffen uns um 10:00 Uhr auf dem Parkplatz beim Restaurant Reuschwald zwischen Bissingen und Weilheim. Warum grade da? Weil der Parkplatz gegenüber der Auffahrt zur Ochsenwanger Steige liegt und dort unsere Tour beginnt.

Fakten

  • Treffpunkt Parkplatz Restaurant Reuschwald
  • Zeit: 10:00 Uhr
  • Ende: offen
  • Bei Regen fällt die Tour aus

Am Start gibt es noch Gebäck von unserem Lionsfreund Florian Dieringer vor, und Kaffee bringen Susanne und ich sowieso immer mit.

Im Falle einer Navi-Nicht- oder Fehlfunktion (es kann ja immer alles passieren) hier die Routenbeschreibung:

Anfahrt über die A8 – Ausfahrt 57 – Kirchheim unter Teck-Ost auf B 465 in Richtung Lenningen/Dettingen unter Teck fahren -links abbiegen auf B465 – nach 1,2 km links abbiegen auf K1250 – nach nach 2,6 km im Kreisverkehr die 2. Ausfahrt Richtung Weilheim nehmen – nach 900 m links abbiegen auf den Parkplatz beim Restaurant Reuschwald (die Einfahrt zum Parkplatz liegt schräg gegenüber der Abfahrt nach Ochsenwang).

Parkplatz Restaurant Reuschwald

Teilnahme

Wer mitfahren will darf mich gerne kontakten: 0173-7230376 oder peter.gress@gress.de. Ich brauche eure Anmeldungen bitte bis spätestens 8. Juni 2022, damit ich die Plätze auf der Terrasse vom Hotel Malakoff reservieren kann. Wenn der eine oder andere nachmeldet ist das kein Umstand, aber spontan mit mehreren Personen geht dort bei schönem Wetter leider gar nichts.

Google Maps Link zum direkten kopieren

https://www.google.com/maps/dir/48.7379534,9.3065016/Restaurant+Reuschwald,+Simmereswasen+1,+73230+Kirchheim+unter+Teck/@48.674473,9.3219328,12z/data=!3m1!4b1!4m17!1m6!3m5!1s0x479997f252139897:0xf751b33174d4913b!2sRestaurant+Reuschwald!8m2!3d48.6124462!4d9.5005835!4m9!1m1!4e1!1m5!1m1!1s0x479997f252139897:0xf751b33174d4913b!2m2!1d9.5005838!2d48.6124461!3e0?hl=de

Wohin geht es?

Der am weitesten entfernte Punkt ist Scharenstetten, ca. 63 km von Esslingen entfernt. Wie der Routenverlauf am 12. Juni definitiv aussehen wird entscheiden wir an einigen Punkten spontan wegen einiger Baustellen und eventueller Ortsfeste. Im Großen und Ganzen haben wir kleine und unbekannte Sträßchen und befahrbare Wege abseits der Hauptrouten ausgesucht, die nicht jeder kennt. Ein weiterer Planungspunkt war: Möglichst wenige Ampeln und Linksabbiegung. Das ist uns zum Großteil gelungen, jedoch lassen sich manche Knotenpunkte leider nicht umgehen.

Routenbeschreibung

Bei der letzten Routenfestlegungsfahrt waren wir bei herrlichem Sonnenschein in einer wunderbaren Landschaft oft alleine oder mit sehr wenig Verkehr auf den Straßen unterwegs. Purer Genuss! Ich möchte noch nicht zu viel verraten, ein gewisser Überraschungseffekt muss schon sein.

Wir starten mit der Ochsenwanger Steige und fahren erstmal ein paar weitere Steigen auf und ab. Dann ziehen wir eine Schleife auf der Hochebene Richtung Merklingen, bevor wir über den Truppenübungsplatz Münsingen wieder zu den Steigen zurückkehren.

Ihr bekommt beim Treffpunkt am Morgen eine Routenbeschreibung, damit ihr nicht verloren geht. Ob mit Motorrad oder Autos, wir haben bisher alle Gruppen vollzählig und gesund ans Ziel gebracht. Das wird auch dieses Mal so sein.

Hoch hinaus

Unser nachmittäglicher Kaffee-Stop liegt direkt am Rand des Biosphärengebietes Truppenübungsplatz Münsingen. Nach Kaffee und Kuchen machen wir einen kurzen Abstecher zu einem der Aussichtstürme im Schutzgebiet und schütteln damit die Versteifungen vom sitzen ab. Der Aussichtsturm ist vom Parkplatz rund 7-800 Meter entfernt. Höhenmeter gibt es keine, um den Running Gag gar nicht erst aufkommen zu lassen. 😂

Lecker Kaffee und Kuchen

Schlußetappe

Die letzte Etappe ist kurz, nur knapp 40 Kilometer, aber sie hat ein paar interessante Strecken drin. Ich habe mich gefreut wie Bolle, weil ich wieder zwei Verbindungen gefunden habe, die mir vorher unbekannt waren. Mein neuronales Straßennetz im Kopf hat somit wieder Zuwachs bekommen. Wir werden vielleicht zwei Oldtimer dabei haben, das war bei der Veröffentlichung des Artikels noch nicht klar. Für die Schätzchen wird es die letzten 5 Kilometer eine Alternativroute geben, der Rest lässt sich überraschen.

Damit keine Bedenken aufkommen: alle Straßen und Wege sind offiziell für den Verkehr frei gegeben.

Das schöne Ende

Unsere Fahrt endet in Wiesensteig im Albhotel Malakoff. Ich gehe mal davon aus, dass wir schönes Wetter haben werden, und wir die Tour mit einem schönen Essen und kühlen Getränken auf der Terrasse mit Blick ins Filstal hinein beenden können.

Copyright: Albhotel Malakoff
Peter Gres Podcast Quickies

008 – Podcast Starke Marke Weniger ist mehr

In dieser Folge geht es um das Zuviel an Auswahl, um den Stress mit den damit zusammenhängenden Kauf-Entscheidungen und um das andauernde Gefühl, niemals zufrieden zu sein, egal wieviel wir konsumieren. Das bringt uns zwingend logisch zu der Frage: Sollten wir generell weniger Dinge besitzen?


Wie viele Klamotten hängen in unseren Schränken, die wir vielleicht noch nicht einmal getragen waren? An denen noch das Preisschild hängt? Wie viele Kleidungsstücke vergessen  wir, weil sie in der unübersichtlichen Stoffmassen im Schrank untergehen?

Wie viel Stress haben wir jeden Morgen bis wir entschieden haben was wir anziehen und wer wir heute sein wollen? Ella Schön, die Asperger-Authistin, gespielt von Ellen Frier, probiert ein Outfit in der Boutique an und sagt zur Verkäuferin:“Bitte siebenmal.“ Das hört sich übersichtlich an.

Leben wo bist Du?

Ich erlebe nichts. Das macht mich nachdenklich. Leben, wo bist Du? Leben, ich will kommen! Aber wohin, das ist derzeit die Gretchenfrage. Vor Corona gab es genug Futtertröge für’s Gehirn. Jetzt sind sie weg!

Peter Gress auf der Suche nach dem Input

Input zu verschenken

Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, allen Trainern, Motivatoren und Seminatoren für ihre unermüdliche Mühe um den Input an Motivation und Inspiration während des Lockdowns, und auch jetzt noch.

Allein, es läuft sich tot. Mein Kopf ist leer, meine Gedanken wollen sich nicht fügen. Kreativität, wo bist Du? Wo bekomme ich dich her? Die letzten Wochen haben mich leer gesaugt und ich hab’s gar nicht richtig bemerkt. Es gab Dringendes zu tun. Nun aber wird es Zeit für das Wichtige.

Neustart

Die Zeit ist reif für einen Neustart. Durch die allgemeine Unsicherheit ist es aber noch schwierig, einen solchen planvoll zu beginnen. Ideen dafür hätte ich schon, aber mir fehlt die solide Basis für die Bewertung. Das nervt am meisten.

Kennt ihr den Wackelwald am Federsee? Man merkt beim laufen, unten drunter ist es nicht fest. Der Wald schwimmt auf dem Moor. Durchbrechen kann man nicht, aber man weiß es eben nicht sicher.

Leben, wo bist Du? ist nicht einfach nur eine Floskel. Der gesellschaftliche und soziale Betrieb fehlt mir wirklich sehr. Es kostet mich viel Mühe, mich zu fokussieren. Möglichkeiten lugen von allen Seiten aus den Ritzen, aber sie wollen sich noch nicht richtig zeigen.

Mir fehlen Konzerte, Theater, Oper, Ausstellungen, Museen. Klar, es gibt Spotify zum Musik stöbern, das Vinyl harrt auf den Plattenspieler, auf YouTube habe ich Konzerte ohne Ende, TikTok bringt mich ab und zu zum lachen, mit Netflix-Serien schlage ich die Zeit tot, meine Buchliste ist etwas kürzer geworden. Dafür stapeln sich die eBooks auf dem Kindle Reader.

Zuckerwatte führt zu Junkie-Mentalität

Zuckerwatte

Mit all den digitalen Ablenkungen ist es wie mit Zuckerwatte. Sie schmeckt lecker, macht aber nicht satt. Sie hinterlässt eine kurzzeitige Befriedigung, aber danach herrscht schnell wieder Leere. Das ist Junkie-Mentalität, sie führt zu Frustration. Ab und zu muss es Live & Echt sein, es muss etwas Habhaftes her. Etwas, das nachhallt und den Speicher füllt.

Das Abgeschnitten sein ist zurzeit mein größtes Problem. Ich stelle mir ab und zu die Frage: „Komme ich jetzt nicht mehr mit mir selber klar?“ Doch, das geht noch, sehr gut sogar. Aber wenn so wenig von außen und fast alles aus mir selber kommen muss, wird es schwer, das dauerhaft auf hohem Niveau durchzuhalten.

Nur echt ist gut

Es wird ja langsam wieder besser. An allen Ecken kommen Lockerungen, und der Puls des Lebens steigt wieder an. Ich komme mir aber ausgetrocknet vor, es geht mir zu langsam. Bei allem Verständnis für Vorsicht, die wir tagtäglich im Betrieb, beim einkaufen und sozialen Kontakten einhalten, gefühlt muss jetzt das pralle Leben wieder her.

Corona-App hilft bei der Eindämmung

Aktiv helfen

Deshalb unterstütze ich alles, was uns, der Gesellschaft, hilft, Corona einzudämmen. Wir bewerben die App, nutzen sie selber, empfehlen sie allen die es hören wollen oder auch nicht. Wir desinfizieren und tragen Maske, wir halten Abstand und wundern uns wie alle verantwortungsvollen Bürger, was um uns herum so abgeht.

Ob Feste zum Fastenbrechen, die hygienischen Zustände in der Fleischverarbeitung oder Gesänge in der Kirche – ich sehe, dass wegen wenigen die Gefahr eines lokalen Lockdowns steigt und kleine Geschäfte eventuell in die Insolvenz gehen. Von Eltern, die ihre Kindern wieder aus Schulen und Kitas zuhause behalten müssen ganz zu schweigen. Das ist schwer zu akzeptieren. Vor solchen Hintergründen dauerhaft motiviert in die Zukunft zu schauen fällt mir, ehrlich gesagt, schwer.

Positiv bleiben

So, jetzt habe ich mich ausgejammert. Das muss auch mal sein. Positiv bleiben ist immer noch die wichtigste Aufgabe. Und nicht überdrehen vor lauter Aktionismus. Auf dem Boden bleiben und sich immer wieder zur Geduld ermahnen. Es ist erst rund drei Monate her, seit wir dicht machen mussten.

Wir befinden uns in der Senke der U-Phase. Vielleicht wird es auf die Dauer gesehen eine W-Phase, wer weiß? Im Rückblick hatten wir es über die Jahrzehnte mit den Kondratjew-Zyklen zu tun. Ein Zyklus dauert durchschnittlich 52 Jahre. Hoffen wir, dass wir durch das derzeitige hohe Innovationstempo schneller aus dem Tal kommen.

Corona Welt

Was macht Corona aus uns?

Wenn ich meine/unsere wirtschaftliche Existenz vom Corona-Konto abziehe und die derzeitige Situation, soweit es mir möglich ist, neutral betrachte, muss sich klar sagen, dass sich die politische Führung sehr überzeugend präsentiert. Es schält sich langsam eine Kontur heraus. Ich sage das natürlich auch vor dem Hintergrund, dass wir Friseure ab dem 4.5.2020 die Chance haben, unsere Betriebe zu retten. Anderen Wirtschaftsbereichen geht es schlechter, die müssen noch durchhalten und es ist nicht garantiert, dass alle Betriebe am Leben bleiben.

Die Furcht vor der ersten Welle

Ich habe immer die Situation im Kopf, die meine Frau zu Beginn des Lockdowns tagtäglich aus der Klinik berichtet hat. Die erste Corona-Welle war derart massiv, darauf konnte unser Gesundheitssystem nicht vorbereitet sein.

Es ist durchaus verständlich, dass die Angst der Politik groß ist, dass eine zweite Welle die Kliniken einfach überrollt und alles wieder zurück auf Anfang gesetzt wird. Das kann niemand von uns wirklich wollen. Wir sehen ja überdeutlich, wie miserabel beispielsweise die Briten oder die Amerikaner auf das Virus vorbereitet waren.

Ich sehe viele Fehler bei uns, aber ich bin selbstkritisch genug zu erkennen, dass ich in meiner Laufbahn auch nicht immer alles zu jeder Zeit richtig gemacht habe. Da können sich wohl alle Unternehmer an die eigene Nase fassen, sofern sie zu selbstkritischer Reflexion in der Lage sind.

Ignoranz rächt sich

„Make America great again“ hat sich bei den Fallzahlen schon mal bewahrheitet. Die Ignoranz des Manns mit der seltsamen Frisur und dem übergroßen Ego rächt sich extrem. Über eine Million Infizierte sind bisher gemeldet.

Der Struwwelpeter von der Insel hat Corona ebenfalls nicht ernst genommen, er konnte letztlich froh sein, dass er die Klinik gesundet verlassen konnte. Auch diese Ignoranz rächt sich, die Briten sind auf dem Weg zur traurigen Spitze. Dabei ist nicht die Zahl der Infizierten das große Problem, sondern die der Sterbefälle, die rasant zunimmt.

In diesem Vergleich ist Deutschland noch gut aufgestellt. Jeder Tote reißt ein Loch in die Herzen der Angehörigen, und es ist schlimm darüber nachzudenken was wäre, wenn es unsere Lieben treffen würde. Jeder von uns könnte der nächste Patient am Beatmungsgerät sein, das wurde mir heute wieder sehr bewusst. Das macht doch wieder etwas demütiger.

Es gibt kein Richtig

Und trotzdem bohrt die Existenzangst immer im Hintergrund. Was ist, was kommt? Das wissen wir nicht. Ich habe aber heute bei der Pressekonferenz eine aufgeräumte Führungsriege gesehen, die zwar auch nicht weiß, wohin die Reise geht.

Aber mal ganz ehrlich: Wolle wir lieber an deren Stelle sitzen? Würden wir es besser machen? Wir können uns natürlich in die Tasche lügen und das behaupten. Aber auch wir unterlägen Zwängen, Spekulationen, schwierigen Berechnungen und Entscheidungsfindungen, unglaublichem Zeitdruck und der Angst, die falschen Entscheidungen zu treffen zwischen Menschenleben schützen und/oder die Republik an die Wand zu fahren. Viele schauen nach Schweden und finden es toll, wie das Land mit der Situation umgeht.

Traurige Hitliste

Das kann man auch anders sehen. Prozentuell gesehen liegen die Schweden weltweit an vierter Stelle der Todesfälle bezogen auf die Zahl der Infizierten. Hier ein (nicht vollständiger) Überblick: Großbritannien (15,7%), Frankreich (14,5%), Italien (13,6%), Schweden (12,3%), Spanien (10,2%), USA (5,9%), Schweiz (5,9%) und Deutschland (4%).

Die Prozentzahlen sagen selbstverständlich nichts darüber aus, wie viele Arbeitslose es aufgrund der Pandemie in den einzelnen Ländern gibt, welchen Schaden die Wirtschaft nimmt und wie die Gesellschaft die Situation verarbeitet.

Wie viele Menschen an der Krise verzweifeln, vereinsamen, sich aus dem Leben zurück ziehen, depressiv werden und vielleicht sogar aus Verzweiflung freiwillig aus dem Leben scheiden, wird (noch) nicht thematisiert.

Schon vor der Corona-Pandemie haben sich beispielsweise im Jahr 2017 mehr als 25 Menschen pro Tag das Leben genommen (Qualle: Statistisches Bundesamt). Ob und um wieviel sich diese Zahl durch Corona erhöht wird sich zeigen.

Fallzahlen gehen zurück

Die Statistik zeigt sehr deutlich, dass die Fallzahlen in Deutschland zurück gehen. Für die Einen ist das ein Zeichen, dass das Leben wieder losgehen kann, für die anderen, und dazu gehören unsere Politiker, ist es ein Zeichen, dass zwar die Richtung stimmt, aber ein Wiederanstieg um (fast) jeden Preis verhindert werden muss.

Die wahnsinnige Summe von über einer Billion Euro neuer Staatsschulden macht einen schwindelig. Es liegt auf der Hand, dass nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder, Enkel und vielleicht sogar noch unsere Urenkel daran zu knabbern haben. Aber das ist ein anders Thema.

Eine interessante Zahl ist die der Todesfälle je Millionen Einwohner. Hier erkennt man ganz deutlich, wie gut wir in Deutschland dran sind. Ich erinnere mich noch mit Grausen an die Bilder, als nächtens Hunderte Leichen mit Armee-Lkws durch Bergamo zum Massenbegräbnis gefahren wurden.

Wir müssen es wohl anerkennen, dass die Politik in Deutschland laut Statistiken vorausschauend gehandelt hat. Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und individuellen Begleiterscheinungen lasse ich auch hier bewusst außen vor. Die Tendenz aber ist erkennbar.

Wenn wir vernünftig sind können wir erstarkt aus der Krise heraus kommen. Unser Know-how, unser Ideenreichtum, unsere Anpassungsfähigkeit und unsere Konsequenz in der Umsetzung von Maßnahmen werden wahrscheinlich den Unterschied machen. Wenigsten besteht darin meine Hoffnung bis 2025.

Bundestag Berlin (1)

Aufruf an die Kanzlerin

Bisher haben Sie, Frau Bundeskanzlerin, einen guten Job gemacht, aber jetzt brauchen wir ein Konzept, das uns als mündige Bürger und Unternehmer einbezieht. Ich beziehe mich dabei auf die Grundlagen kommunikativer Führung, wie wir und viele andere Unternehmer sie seit vielen Jahren in unseren Unternehmen praktizieren. Ich weiß, Sie tragen eine riesige Last an Verantwortung im Großen, aber auch wir Kleinen stehen vor ebenso existentiellen Herausforderungen.

Drohungen motivieren nicht

Wirklich an die Nerven gehen mir Ihre derzeitigen Drohungen. Übersetzt verstehe ich das als „wenn ihr nicht brav seid, dann gibt es einen neuen Lockdown“. Wie soll ich motiviert arbeiten, vorsorgen und an die Zukunft glauben, wenn ich bedroht werde und nicht weiß, was mit meinem Unternehmen wird, wenn ich nochmal zwei Wochen zumachen muss?

Ich verstehe die Problematik um Corona, so wie jeder andere denkende Mensch auch. Unsere Existenz hängt von unserem Verhalten ab. Ich brauche aber nicht noch die Drohung von Ihnen obendrauf. Das geht auch anders.

Ein Staat ist kein Unternehmen, das akzeptiere ich. Sie können nicht an jeder Ecke auf jede Befindlichkeit eingehen. Aber Sie können Ihre Kommunikation, Ihre Gedanken und Ihre Pläne mit uns teilen. Wir sind mündig.

Wir verstehen Sachverhalte und wir können in die Tiefe und um die Ecke denken. Das müssen wir als Unternehmer sowieso, und als Bürger können Sie uns eine Anleitung dazu geben. Wir sind keine Kinder, die blind und voller Vertrauen folgen.

Hoffnung ist wichtig

Wir sind erwachsene Menschen, die ihre Existenz sichern müssen. Ich will nicht in einem Staat leben, der wirtschaftlich am Boden liegt und mich dazu zwingt, bis zum letzten Tag meines Lebens arbeiten zu müssen, um Schulden ohne Gegenleistung abzubauen.

Sie, Frau Dr. Merkel, sind nicht für das Virus verantwortlich, aber doch für die Zukunft unseres Landes, seine Wirtschaft, seine Kultur und für seine Gesellschaft. Drohungen in Form eines weiteren Lockdown sind kontraproduktiv, sie stellen unsere Intelligenz infrage.

Sie mögen auf die Spezialisten und Wissenschaftler hören, aber es gibt noch uns, die Garanten des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland, die all diese Institute tragen und ihre Mitarbeiter bezahlen. Es braucht eine vernünftige Balance, die uns als Bürger und Unternehmer leben lässt.

Immerhin sind wir, unsere Kinder, Enkel und Urenkel diejenigen, die den grade eben entstehenden Schaden in den kommenden Jahrzehnten abarbeiten müssen. Wir stehen am Scheideweg, ob unsere gesellschaftliche Ordnung aufrecht erhalten bleiben kann.

Ich gebe nichts auf Verschwörungstheorien, aber ich bin tagtäglich in der Stadt unterwegs, kaufe ein, spreche mit Menschen und höre, dass der Ton langsam ungeduldiger wird. Die Menschen brauchen Hoffnung, sie wollen hören, wohin die Reise geht.

Wir brauchen einen Plan von der Politik, eine belastbare Aussage, eine Zukunftsaussicht, auch wenn alle verantwortlichen Politiker sagen, dass eine solche Aussage derzeit nicht möglich ist.

Dann überlegen Sie sich ein Startszenario und diskutieren das mit uns, und nicht nur mit Instituten und Experten, die andauernd mit neuen Ansichten um die Ecke kommen und wir Bürger nicht wissen, wie wir das einzuordnen haben.

SPRECHEN SIE MIT UNS!!! INFORMIEREN SIE UNS WIE ERWACHSENE MENSCHEN!

Mitarbeiter Aussicht auf Zukunft geben

Verstehen meine Mitarbeiter das Unbestimmte? Vielleicht? Eventuell? Wahrscheinlich? Möglich? Nein, die brauchen eine klare Ansage wie es mit ihrer Arbeit, ihrem Lohn, ihrer Karriere, ihrem Leben weitergeht. So wie wir Unternehmer das auch wissen müssen.

Nochmal: Ich will nicht damit bedroht werden, ob die Politik uns leben lässt. Ich habe Lust auf Zukunft, davon will ich etwas hören, nicht von „Wenn ihr nicht brav seid schließen wir euch nochmal ein.“

Wir sind Unternehmer, die sich auf Situationen einstellen können wenn sie müssen. Wir brauchen von der Politik klare Ansagen, und zwar nicht nur bis zum Ende einer Woche, sondern mittelfristig und verlässlich.

Ich war bisher einverstanden mit dem Krisenmanagement, weil ich gesehen habe, was bei meiner Frau in der Klinik abging. Die Versorgung von Infizierten musste sichergestellt werden. Das war notwendig, genauso wie es notwendig war, die Bürger auf die Dringlichkeit ihres Verhaltens hinzuweisen. Dafür habe ich vollstes Verständnis.

Zeit für Neubestimmung

Aber jetzt ist es Zeit für Neubestimmung. Davon höre ich aber nichts. Ich habe schon keine Lust mehr, mir die Informationen zu holen, weil es mir immer schwerer fällt, die Zahlen vom begleitenden Getöse getrennt zu sehen. Die Zahlen sind immer absolut. So viele sind erkrankt, so viele gestorben, so viele sind gesundet.

Wie verhält sich das aber zur Gesamtzahl der Intensivbetten, der Beatmungsgeräte, zu der Gesamtzahl der Bevölkerung im Bundesgebiet? Ab und zu sehe ich die Reproduktionsrate, aber ich habe den Eindruck, die wird uns gesteuert genannt. Bloss nicht zu viel Infos rauslassen.

Die Zahlen ins Verhältnis gesetzt zu bekommen muss ich mir entweder selber mit der Hand am Arm berechnen und mühselig nachforschen. Das ist Blindflug im Nebel ohne Autopilot.

Diese Fixierung auf das JETZT ohne einen Ansatz auf das MORGEN funktioniert nicht, das nervt nur. Jeder Unternehmer, der Führungsaufgaben ernst nimmt und seine Mitarbeiter informiert weiß, dass es wichtig ist, dass alle wissen was um das Unternehmen herum abgeht.

Es ist eine Ausnahmesituation, für uns wie für die Politik. Das dürfen wir natürlich nicht vergessen. Und ja, wir neigen dazu, schnell ungeduldig zu werden und die Schuld für irgendwas irgendwohin zu irgendjemanden zu schieben.

Das ist sicher nicht zielführend, es dient eher dem Abbau der persönlichen Frustration, die mit jedem Tag zunimmt. Aber genau das muss Ihnen bewusst sein. Es hilft nicht weiter, wenn Sie die Menschen im Ungewissen lassen.

Eine fiktive Ansprache

Die Motivation aus der Führungsetage könnte lauten: „Liebe Bürger! Wir freuen uns, dass Sie in den vergangenen sechs Wochen durch ihr besonnenes Verhalten geholfen haben, die Coronakrise zu entschärfen. Jetzt ist die Zeit für eine vorsichtige Lockerung der Restriktionen gekommen.

Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer haben sich geeinigt, dass Deutschland einen gemeinsame Kurs bei der Lösung der Coronskriese fährt. Dafür haben wir uns geeinigt, den Förderalismusgedanken hintenan zu stellen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Ministerpräsidenten.

Wie Sie wissen war es in den letzten sechs Wochen das Ziel, die Reproduktionsrate unter 1 zu drücken. Das ist gelungen. Wir bitte Sie jetzt alle gemeinsam, dabei zu helfen, dass die so bleibt und sich im besten Fall sogar verringert. Wir unterstützen alle Unternehmer dabei mit Informationen, damit Sie die Situation mit entscheiden können.

Wir wissen, dass transparente Information der Schlüssel zum Erfolg aus der Krise ist. Wir haben eine neue Informationsstruktur aufgesetzt, die alle Ihre Anfragen unter dieser Mailadresse/WhatsApp/Messenger etc. bündelt: abcd.de. Insgesamt stehen Ihnen 15240 Mitarbeiter 24 Stunden lang sieben Tage die Woche zur Verfügung.

Alle Ihre Anfragen werden durch eine KI nach Schwerpunkten geprüft und von unseren Mitarbeitern innerhalb weniger Stunden an die von Ihnen angegebene Mailadresse/WhatsApp etc. zugesendet. Wir sind Ihre Partner in der Krise.

Helfen Sie uns in der Bundes- und in der Landespolitik mit Ihren konstruktiven Vorschlägen, damit wir Ihnen die planerische Sicherheit geben können, die Sie brauchen, um Ihre Unternehmen wieder hochzufahren und Sie damit helfen, den Schaden für die Bundesrepublik Deustchland so weit es geht einzugrenzen.

Ihre Angela Merkel.“

Digitale Geldwirtschaft – Die Freiheit die wir meinen?

euro cash withdrawal from an ATM of the airport

euro cash withdrawal from an ATM of the airport

Das Ende des traditionellen Bankgewerbes ist angekündigt. Die FinTec Branche attackiert mit disruptiven Innovationen. Tägliche Transaktionen am POS werden immer mehr digital getätigt was mein Leben ungemein erleichtert. Ich bin dafür!

Immer lauter wird in diesem Zuge die Abschaffung des Bargeldes gefordert. Ich bin dagegen! Ich brauche zum Einen eine Wahlmöglichkeit und zum Anderen eine staatlich garantierte Währungssicherheit in Form physisch greifbarer Banknoten und Münzen.

Bargeld ist in den Augen der Finanzer teuer und ineffizient. Mag sein. Aber den Zustand der Alternativlosigkeit lehne ich für mein generell Leben vehement ab. Ich werde heute schon durchleuchtet, überwacht, getrackt. Die Daten stelle ich freiwillig zur Verfügung, weil ich Smartphone, Navi, Kreditkarte verwende und weil mir das einen persönlichen Nutzen bringt.

Aber: eine Wahl zu haben bedeutet Freiheit, und was kann über der Freiheit stehen?

Wo liegt das Problem mit dem digitalen Geld?

Über 80 Prozent der Geldmenge in der Eurozone ist Giral- oder Buchgeld. Dieses Geld existiert nicht wirklich, es ist elektronisch erzeugt, hat aber denselben Wert wie Banknoten. Diese Geld der Notenbanken macht heute nur noch um die 20 Prozent des gesamten Geldes in der EU aus. Wenn die Bank einen Kredit vergibt entsteht Giralgeld das die Bank über eine Rücklage von lediglich 3% des neu geschaffenen Geldes absichern muss (1% Mindestreserve, 1,4% Bargeldreserve, 0,1-0,6% für die Überschussreserve). Die Bank transferiert das Buchgeld auf ein Konto, es beginnt zu zirkulieren, und wenn der Kredit zurückbezahlt ist verschwindet das Geld wieder. Es war nur ein Buchungsvorgang in den Büchern der Bank.

De facto ist es also schon heute so, dass wir so gut wie kein Bargeld mehr haben. Man stelle sich aber weiterhin vor, dass dieser geringe Gegenwert von 20% Bargeld in Form von Noten und Münzen ganz wegfällt. Geld könnte von jeder Bank per Knopfdruck produziert und vernichtet werden. Ein staatlicher Einfluss über den Geldverkehr ist ohne Banknoten und Münzen nicht mehr vorhanden, die Kontrolle über die Bürger durch privatwirtschaftlich agierende Geldproduzenten wäre vollkommen. Wer soll das wollen?

Hatte jemand im ausschließlich von Bargeld bestimmten Wirtschaftsleben einen Kauf getätigt musste er die Rechnung mit real existierendem Geld bezahlen. Wenn sich heute eine Bank eine Immobilie kauft braucht sie nicht einmal mehr selber einen Kredit aufzunehmen. Sie bucht einfach den Betrag elektronisch als Sichteinlage auf das Konto des Verkäufers. Bedingt durch das System kann die Bank relativ sicher sein, dass die Sichteinlage – für die sie haftet und diese auf Wunsch des Kontoinhabers in Bar ausbezahlen muss – nicht abgehoben wird, sondern als Buchgeld auf dem Konto bleibt. Da auch Geldanlagen und Investitionen mit Buchgeld getätigt werden macht eine Barabhebung über den persönlichen Bedarf hinaus überhaupt keinen Sinn mehr.

Ich bin kein übertriebener Skeptiker, aber ich vertraue privatwirtschaftlich agierenden Bankkonzernen nicht, und ich will auch nicht mein persönliche Wohl oder Wehe in den Händen von Banken sehen. In unserem Wirtschaftssystem werden Konzerne immer mit alle Möglichkeiten versuchen, das Machbare bis zur Schmerzgrenze auszureizen, und wenn das nicht mehr genügend Gewinn verspricht darf es gerne auch darüber hinaus gehen. Die ethischen und moaralischen Grennzen dieses wirtschaftichen Tuns in gesellschaftlichen Diskursen auszuloten wird dann obsolet, weil es nichts mehr an der Situation ändert.

Sei es noch so ineffektiv und teuer zu handhaben – ich liebe Bargeld!

Bildung im Handwerk braucht ein Umdenken

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war Kunst Handwerk. Die großen Maler der Geschichte haben bewiesenermassen nicht alle ihre Bilder selber gemalt. In den Malerwerkstätten waren Maler angestellt, wie es eben in einem Handwerksbetrieb üblich war und immer noch üblich ist. Der eine Maler konnte gut Hände malen, ein anderer war perspektivisch gut drauf und wieder andere haben tolle Gesichter gemalt. Kunst war Handwerk und daher kommt auch der Wortstamm – Kunst = können = Kenntnis, Wissen, Meisterschaft. Dazu ein Auszug aus dem Text: Geheimnisse der Maler – Köln im Mittelalter: >…hinter einem solchen Titel können sich auch mehrere Personen einer Werkstatt verbergen. So wiesen die Forscher in zahlreichen Gemälden die Arbeit von mehreren Händen nach. Teils wurde dabei sogar mit Schablonen gearbeitet, um effizienter sein zu können und in Bilderserien eine bessere Wiedererkennbarkeit der dargestellten Personen zu gewährleisten<. Arbeiten wir im Friseurberuf nicht ähnlich? Wir beschäftigen Haarschneider, Coloristen, Visagisten und Styler, jedes Feld ein Spezialgebiet mit hohem handwerklichen und künstlerischen Anspruch. Und alle Bereiche dienen dazu, Menschen schöner zu machen und durch Handwerk Kunst am Kopf entstehen zu lassen. Auch im Friseurberuf ist der Erkennungswert der Arbeit hoch, aber eben schnell vergänglich. Es gibt keine Effizienz steigernden Maßnahmen durch Maschinen, nur durch aufspalten der Produktionsabläufe können wir unsere Zeit optimieren. Hätten wir kein Preislimit für unsere Leistung bräuchten wir diese Optimierung nicht. Das wären schöne Zustände, nicht wahr? Soll, wer Visionen hat, zum Arzt gehen?
Der Begriff Kunst hat heute eher mit Selbstverwirklichung, Vision, Kreativität und Freigeistigkeit zu tun. Sie wird im umgangssprachlichen Gebrauch nicht automatisch mit Handwerk gleichgesetzt, hat aber genau dort ihren Ursprung. Friseure sind Handwerker, Künstler, Visionäre und Freigeister und viele sind fähige Unternehmer, die das Bild des Friseurberufes in Deutschland zum Positiven wenden. Die wichtigste Frage die wir zukünftig lösen müssen ist die Stärkung der intellektuellen Fähigkeiten der Friseur-Nachwuchses. Der überwiegend weibliche Nachwuchs, der früher gerne Barbie-Püppchen gestylt, der großen Puppen mal die Haare geschnitten und dabei festgestellt hat, Friseur wäre doch ein durchaus tauglicher Beruf, der darf gerne zuhause bleiben. Das sind keine Indikatoren für fähigen Nachwuchs. Wir brauchen selbstbewusste, visionäre junge Menschen, für die Leistung kein Fremdwort ist und denen die gewerkschaftlich vorgeschriebene Arbeitszeit links hinten vorbei geht. Denjenigen jungen Menschen, denen die Arbeitszeit von 9 bis 18 Uhr für ihr Können ausreicht, geht irgendwann die Leistung aus, sie werden die Zuträger sein. Diejenigen, die ihre Grenzen erfahren wollen und nach Wissen und Können über den Rahmen hinaus lechzen, werden zu Motivatoren und Moderatoren der Zukunft. Diese jungen Menschen müssen wir gezielt suchen, dafür brauchen wir verbindliche Anforderungsprofile. Vor allem dürfen wir es nicht mehr zulassen, dass jungen Menschen als Putzamseln und lebendige Waschmaschinen missbraucht werden. Klar, das gehört dazu, aber darin besteht nicht der Sinn einer Ausbildung. Und wenn ich das Argument höre: „Ich ziehe mir doch meine Konkurrenz nicht selber her“, dann frage ich mich, ob die oder der ihr Business überhaupt begriffen haben.

Die Schule als Hafen des kreativen Müßiggangs?
Schule leitet vom lateinischen schola ab, und schola bedeutet im Ursprung “freie Zeit”, “Müßiggang”, “Nichtstun”, “Muße”. Die Schule war in früherer Zeit nur wohlhabenden Bürgern, etwa der ägyptischen und griechischen Gesellschaft zugängig. In Europa war die schulische Ausbildung und das Studium in der Hand der Kirche. Bildung war für die Kirche ein wichtiger Baustein zum Machterhalt, sie war eine exklusive Ware, die den Zugang zu begehrten Posten, Macht und Wohlstand ermöglichte. Bezahlt wurde dafür mit Kadavergehorsam, im wahrsten Sinne des Wortes. Immerhin hatte Schule dieselbe Intention wie heute, nur dass sie heute für alle Kinder verpflichtend ist. Kreativität hat viel mit Spiel und Freigeistigkeit zu tun, ich bezweifle aber stark, dass die Schule diesen Zweck erfüllt. Viele Spielelemente finden sich beispielsweise bei Design Thinking, bei der die gestalterische Kraft von Menschen durch den Bau eines fassbaren Prototypen kanalisiert wird. Kreativität braucht immer ein Ziel. Kreativität um der Kreativität willen führt in eine Sackgasse. Also müssen wir die zielgerichtete Kreativität zurück in unsere Unternehmen holen.

Bessere Mitarbeiter
Wir reklamieren ständig, dass wir nicht die richtigen Auszubildenden und nicht die richtigen Fachkräfte finden. Da aber keine anderen da sind, müssen wir eben die nehmen die es gibt. Sollten wir unsere Ausbildung nicht überdenken wenn wir so unzufrieden sind mit den Menschen die wir bei uns arbeiten lassen müssen? Was wäre, wenn wir nicht mehr nach den gültigen Vorbild ausbilden, die uns die Schule vorgibt? Wenn wir beispielsweise die Kreativität über einen alternativen Werkkreis wieder in die Ausbildung zurück holen? Wenn wir Lernen wieder erfahrbarer machen? Wenn wir den jungen Menschen Zeit geben, sich ihr Wissen und Können über den natürlichen Spieltrieb zu holen? Wir können die Verantwortung natürlich wieder und wieder auf die Schule schieben. Aber ich bin es Leid bis zum Stehkragen, mich ständig über das Negative der Situation auszutauschen. Konstruktive Gespräche wären ergiebiger und interessanter.

Dringend gegen wichtig
In vielen großen Unternehmen sind Sabbaticals, Rückzugsräume, Kreativräume schon lange Realität, weil die Unternehmen erkannt haben, dass Menschen denkerischen und spielerischen Freiraum brauchen. Ich stelle für mich fest, dass die freigeistigen Auszeiten zu mehr Kreativität und neuen Zielen führen. Wann gönnt man sich denn schon einmal die Zeit, einfach irgendwohin zu sitzen und in die Welt hinein zu schauen, ohne Mobiltelefon, iPad und andere Segnungen des modernen Lebens? Tut man das, dann sortieren sich die Gedanken, und manche Problemlösung findet sich ganz von alleine. Manchmal liegen die nächsten Schritte so offenkundig auf der Hand, dass ich mich wundere, warum ich darauf nicht schon früher gekommen bin. Oft sieht man die Lösungen nicht, weil man Tag für Tag permanent mit Informationen zugeschüttet wird und dadurch in einen seltsam fremdgesteuerten Handlungszugzwang kommt. Zuerst das Wichtige, dann das Dringende! Dringend ist immer, aber wichtig…?

Burn up the day, burn up the night (I’m not the one to tell you what’s wrong or what’s right, I’ve seen suns that were freezing and lives that were through )…

Jede Führungskraft weiß, dass sie ihre Mitarbeiter nicht verbrennen darf. Was für die Mitarbeiter gilt, gilt für Führungskräfte genauso. Sie dürfen nicht an beiden Seiten brennen, auch sie müssen ihre Kräfte einteilen. Selber mehr zu arbeiten, um die Versäumnisse in der Führungsarbeit auszugleichen, ist der falsche Weg. Zeit zu schaffen, um zu führen ist dagegen die richtige Wahl. Dazu gehört Zeit zur Reflexion, Musse zum Ausgleich und der unbedingte Wille zur Delegation von Aufgaben.

Glück kennt keine Unterschiede

Was ist Glück? Das ist eine wirklich gute Frage! Es ist das alltägliche kleine Glück, das uns durch den Tag hilft, das uns aufrecht hält und das uns die emotionale Sicherheit gibt, ohne die ein glückliches Leben unmöglich wäre. Dagegen ist die Beseitigung des Welthungers keine gute Wahl als Glücksquelle. Keiner von uns wird eine Lösung für dieses globale Problem finden, weshalb man sein persönliches Glück nicht davon abhängig machen kann.

Das persönliche Glück
Geglücktes Leben kann sein, auf dem Sterbebett sagen zu können: “Ich habe mein Leben für mich gelebt, und nicht für die anderen.” Viele Menschen sind unglücklich, weil sie es nicht schaffen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen, ihr Leben selbstbestimmt und nach eigenem Entwurf zu leben. Es ist immer jemand oder etwas da, der oder das einen an der Erfüllung seines persönlichen Glücks hindert.

Identität schaffen
Wenn ich auf meinem Weg nicht mehr weiterkomme muss ich mir drei Fragen stellen: 1.) Wo setze ich bei einer Veränderung an?; 2.) Was taugt mein Netzwerk; 3.) Habe ich überhaupt den Mut zu dieser Veränderung? Wer sich bewusst dafür entscheidet, sein Leben zu lassen wie es ist entscheidet akzeptabel. Dann aber bitte auch keine Lamenti darüber.

Persönliches Glück gestalten
Glück ist für alle Menschen gleich und wird doch sehr unterschiedlich empfunden. Wenn ich die Möglichkeit hätte, per Verbindung mit einer Maschine einen dauerhaften Glückszustand zu erreichen würde ich das sicher ablehnen. Ich möchte nicht einfach irgendwie, sondern der richtigen Dinge wegen glücklich sein, auch wenn ich dieses Glück notfalls erkämpfen muss. Welche Hautfarbe Menschen haben, in welchen sozialen Strukturen sie leben, wo sie leben, wie sie leben, was sie essen und trinken, ob sie gesund oder behindert sind und ob die individuellen Glücke dem entsprechen, was wir in unserer Gesellschaft unter Glück verstehen, spielt überhaupt keine Rolle. Ein behinderter Mensch empfindet bei denselben Tätigkeiten Glück wie ein gesunder Mensch.

Was hat das tägliche Glück mir Führung zu tun? Ich könnte alle möglichen Gründe anführen, will aber mit meiner kleinen Schrift lediglich darauf hinweisen, dass Glück zu einem gelungenen Leben gehört. Je mehr wir uns mit unseren persönlichen Glücken identifizieren, desto mehr ruhen wir in uns. Und wer würde besser führen als ein in sich ruhender Mensch mit klaren Werten und Zielen?

„Get your ass up!“…

…und bleiben Sie nicht sitzen, vertun Sie nicht Ihre Zeit und meckern Sie nicht Ihren entschwundenen Träumen hinterher.

Warum etwas nicht geht, was sie hindert, welche Probleme es geben könnte, welche Schwierigkeiten auf sie warten – all das gewichten die meisten Menschen stärker als die Chancen, die sich durch eine Änderung des Bestehenden ergeben. Eigentlich sollte das Hauptaugenmerk auf dem zweiten Teil des folgenden Spruches liegen: „Ich kann nicht sagen, dass es besser wird, aber ich weiß, dass sich etwas ändern muss, damit es besser werden kann.“ Die Sitzenbleiber und Zauderer legen dagegen mehr Wert auf die erste Hälfte, sie hoffen ihr Leben lang, dass ihnen irgendwer die Garantie dafür gibt, dass das Bessere nach einer Änderung auch wirklich eintritt. Oder sie planen so lange bis das, was sie machen wollen, mausetotgeplant ist.