Kommunikation Archive - Seite 3 von 5 - Peter Gress

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Friseure und die Zukunft

Friseure und die Zukunft

Die Coronakrise hat uns überrollt und sie hat Spuren hinterlassen. Wir Friseure können die Zukunft nach dem heutigen Stand noch nicht überschauen. trotzdem müssen wir uns überlegen, wie wir uns weiter entwickeln wollen.

Die ersten Insolvenzen

Die ersten Insolvenzen sehe ich in Esslingen im Handel und in der Gastronomie. Zwei Gastrobetriebe haben gar nicht mehr aufgemacht, und eine Traditions-Parfümerie macht zum Monatsende zu. Alle Unternehmer rufen grade nach Finanzhilfe und der Staat verteilt diese mit vollen Händen. Nicht alle profitieren davon.

Kassensturz

Aber auch hier gilt: abgerechnet wird zum Schluss. Was uns heute hilft, muss nicht unbedingt gut sein für die Entwicklung ins Morgen. Das werden viele merken, die Kosten wie Sozialversicherungebeiträge, Einkommensteuervorauszahlungen, Lieferantenrechungen und Mieten, oder ausgesetzte Tilgungsraten für Kredite und weitere Kosten gestundet haben.

Laufende Kosten

Das Problem dabei: Wenn das Geld jetzt nicht da ist, wird es auch später im Jahr nicht da sein. Wer kann, zahlt jetzt. Wir haben ja nicht nur die Folgen der Stundungen zu tragen, sondern müssen auch den Umsatzausfall verkraften. Ich gehe vorsichtshalber nicht davon aus, dass wir diesen Ausfall übers Jahr aufholen. Deshalb ist es umso wichtiger, die laufenden Kosten bedienen zu können. Wo aber liegen die Probleme der kommenden Monate?

Kunden

Zehn Millionen Menschen sind in Kurzarbeit, die Anstieg der Arbeitslosigkeit ist sicher, nur noch nicht, wie viele Menschen es treffen wird. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im ersten Quartal um 2,2 Prozent eingebrochen.

Die Ökonomen rechnen, je nach Ausrichtung der Prognosen, mit bis zu acht Prozent Rückgang bis zum 31.12.2020. Ich nehme an dieser Stelle das ifo Institut als Referenz mit 6,3 Prozent Rückgang.

Aussicht 2021

In 2021 soll sich die Situation wieder erholen, das scheint auch logisch, denn wenn es so weit runter geht, muss es auch wieder nach oben. Erwartet werden 8,5 Prozent Wachstum, was bereinigt um 1,5 Prozent insgesamt Wachstum für 2021 heißen würde.

In Industrieregionen wie Stuttgarts Großraum wird für alle Handwerker, Händler und Dienstleister viel davon abhängen, wie hoch die Arbeitslosigkeit ausfallen wird. Die FAZ meldet, im Mai liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 2,65 Millionen, das sind 308.000 mehr als im April 2020.

Analyse

Rund ein Drittel ist direkt durch Corona ausgelöste Arbeitslosigkeit, 21 Prozent durch Nichteinstellung neuer Mitarbeiter und rund 40 Prozent sind Selbstständige. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet rund 3 Millionen Arbeitslose, das ist eine zusätzliche Belastung für die Staatskasse und ein riesiger psychologischer und finanzielle Druck für die betroffenen Menschen, den auch wir Friseure spüren werden.

Unternehmen

Friseure haben ihren Lockdown seit dem 4.5.2020 hinter sich. Mein Eindruck ist, dass mehr Kunden nach dem ersten Besuch insgesamt spontaner entscheiden wollen, wann sie wieder zum nächsten Service kommen. Das ist aber mehr ein Gefühl als beweisbare Tatsache.

Viele Kunden sind in Kurzarbeit oder direkt von Arbeitslosigkeit bedroht. Sie fragen sich, ob sie sich den Friseur leisten sollen, wenn sie selber in Kurzarbeit sind oder vielleicht sogar arbeitslos werden (könnten) und mit vermindertem Familieneinkommen zurecht kommen müssen.

Dagegen steht unsere Kalkulation, die wenigstens die anfallenden Mehrkosten für die Hygienemaßnahmen und die verminderte Anzahl von Kunden beinhaltet. Von einem Ausgleich des während des Lockdowns entfallenen Umsatzes rede ich gar nicht, der ist weg und lässt sich auch nicht wieder vollständig ausgleichen.

Unser Unternehmen

Das erste Quartal konnten wir bei Gress Friseure trotz der fehlenden Arbeitstage fast auf Vorjahresniveau abschließen. Im Mai sind wir randvoll, ich nenne es mal einen Weihnachtsmonat. Ich gehe davon aus, dass Juni und Juli rund 80 Prozent Belegung bringen werden. Das wären fünf Prozent weniger als meine Kennzahl dafür vorsieht. Sollte das so bleiben bin ich zufrieden, dann haben wir die erste wichtige Hürde genommen.

Google My Business

Ich bin hier sehr zuversichtlich, weil die Statistik von Google My Business einen klaren Aufwärtstrend beweist. Die Webseitenzugriffe sind um 157 Prozent gestiegen, die Aufrufe (Maps und klassische Suche) um 700 Prozent, die Fotoaufrufe um 237 Prozent und die Aufrufe der Wegbeschreibungen um 329 Prozent und unsere Webseite ist wieder dauerhaft unter den ersten drei Plätzen.

Das bedeutet zwar nicht automatisch, dass die Kassen voll sind, es heißt aber, dass das Interesse an unserem Unternehmen wieder zulegt. Jetzt liegt es an uns, das Interesse durch Marketingaktionen in Termine zu verwandeln.

Neukunden akquirieren

Das ist die Königsaufgabe, denn die Statistik sagt leider nichts darüber aus, wie viele der 176 Telefonate, die über GMB zustande gekommen sind, von Neukunden stammen. Immerhin sind das 46 Prozent mehr generierte Telefonat mehr als im Jahresdurchschnitt 2019 pro Monat angefallen sind.

Nackte Zahlen

Das sind die nackten Zahlen, und sie zeigen wenigstens eine Tendenz.
Zurzeit haben wir 74 Stunden in der Woche geöffnet. So können wir das gesamte Team durchgehend beschäftigen und mussten keine Entlassung vornehmen.

Corona-Konzept

Eine Auszubildende ist wieder in ihre Heimatstadt zurück gegangen, eine weitere schließt im Juli ihre Ausbildung ab und beginnt im Herbst mit ihrem Studium. Beide Abgänge haben wir mit neuen Azubis ersetzt. Nun steht noch der Test einer neuen Fachkraft an, die ich gerne in ein, ich nenne es mal Corona-Konzept, einbinden möchte.

Mitarbeiterplanung

Bei der Mitarbeiterplanung sind wir damit unseren Plänen zu 100 Prozent gefolgt, auch auf die Gefahr hin, dass wir eventuell länger zwischenfinanzieren müssen als in Normalzeiten. Aber die Chance, das Unternehmen jetzt neu aufzustellen und an den richtigen Stellen zu verstärken, kann ich nicht ohne Versuch verstreichen lassen.

Urlaub

Während des Lockdowns hatten unsere Mitarbeiter zwei Wochen Betriebsferien. Trotz des größeren Umsatzdrucks in diesem Jahr muss der gesamten Urlaub wieder im laufenden Jahr genommen werden. Ein Übertrag ins neue Arbeitsjahr ist bei uns nicht möglich.

Das hat für mich denselben Stellenwert wie die Vermeidung von Verbindlichkeitsstundungen. Wenn alles gut läuft und wenn mit der zweiten Welle kein weiterer Lockdown kommt, können wir das laufende Jahr noch einigermaßen gut abschließen.

Zukunft

Dazu wage ich derzeit keine Prognose, außer der, dass sich der Markt bereinigen wird. Das Zukunftsinstitut und der Thinktank 2beahead haben zwar schon Prognosen veröffentlicht. Es stecken sehr viele gute Ansätze und Gedanken drin, für mich ist das aber derzeit für unser lokales Business noch nicht greifbar.

Tendenzen erkennbar

Gesellschaftlich, politisch und gesamwirtschaftlich mag es erkennbare Tendenzen geben, aber die kann ich derzeit in unser Konzept nicht einweben. Ich brauche definitiv mehr belastbare Daten, und das bedeutet zurzeit (leider) Geduld beweisen zu müssen.

Kassensturz

Am 31.7.2020 kann ich erstmalig einen einigermaßen belastbaren Kassensturz vornehmen. Dann habe ich fünfeinhalb Umsatzmonate vorliegen, daraus läßt sich ein vorläufiges Jahresszenario berechnen. Trotz Corona, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und drohenden Insolvenzen muss ich entscheiden, wohin unsere Reise im Jahr 2021 gehen soll.

Roter Faden

Ich bin mir natürlich vollständig bewusst, dass meine Pläne beim ersten Kontakt mit der Realität wahrscheinlich Makulatur sind. Aber was hilft’s? Noch schlechter ist es, einfach ins Moor zu laufen, ohne eine Sicherheitsleine anzubringen. Mein Roter Faden 2020 hängt nach wie vor im Salon, und den greife ich jetzt wieder auf. Ich hoffe jetzt auf die Vernunft und die Einigkeit der Politik bei der weiteren Vorgehensweise in der Corona-Pandemie.

Fazit

Für mich persönlich kann ich sagen, dass mein Glaube an die Zukunft unseres Unternehmens unerschütterlich ist. Auf gar keinen Fall verschließe ich die Augen vor möglichen Schwierigkeiten, und ich laufe mit offenen Augen und dem Mut, schmerzhafte Entscheidungen zu fällen wenn es notwendig wird, meiner Zukunft entgegen. Veränderung wird die neue Regelmäßigkeit sein.

Wohin geht die Reise in Deutschland mit Corona?

Corona in Deutschland – Gutes Politik-Management

Die deutsche Politik hat Corona bisher gut in Griff bekommen. Wir leben aus Corona-Sicht betrachtet im Paradies, das haben wir gutem Politik-Management zu verdanken. Schnell handelnde Politiker haben die Pandemie gut gemanagt. Der wirtschaftliche Schaden ist immens, und sicher wird man in der Nachbetrachtung feststellen, dass viele Fehler passiert sind. Hinterher lassen sich Fehler natürlich leichter finden, und die Besserwisser werden die Chancen zur Profilierung nutzen. 

Entscheidung bei unsicherer Faktenlage

Dabei ist die Entscheidung auf Basis weniger belastbarer Informationen eine Königsdisziplin, die viele Führungskräfte scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Die Geschwindigkeit, mit der entschieden werden musste, war und ist immer noch irrwitzig hoch, und das ohne zu wissen, ob man der Republik den Todesstoss versetzt oder sie vor noch Schlimmerem rettet. Hätte man die Zeichen besser lesen können? Ich halte es hier mit Peer Steinbrück: „Hätte, hätte, Fahrradkette!“Es macht keinen Sinn, Energie dafür zu verschwenden, weil es niemandem einen Nutzen bringt, vergangene Entscheidungen zu diskutieren. Ich halte es in solchen Fällen mit meiner Großmutter: „Was geht mich mein Gerede von gestern an?“? 

Aufbruch in eine neue Zukunft

Es geht um das vorwärts denken in eine neue Zukunft. Wer ehrlich reflektiert wird schnell erkennen, dass an ein solches Ausmaß von wirtschaftlicher Zerstörung und gesellschaftlicher Erschütterung nicht zu denken gewesen ist. Niemand, übrigens auch kein Politiker, konnte diesen Verlauf voraus ahnen, auch wenn wir das von den Verantwortlichen erwarten. Ich vertraue allerdings fest auf uns. Menschen sind anpassungsfähig, wir werden auch diese Krise stemmen und die positiven Folgen für uns zu nutzen wissen.

Neue Sicht auf die Wirtschaft

Wir wissen nicht, was noch kommt, und wahrscheinlich sind viele Aussagen von heute schon morgen nichts mehr wert. Das schreckt mich aber nicht, denn Wirtschaft wird in Zukunft mit sehr viel mehr gefühlten Unsicherheiten behaftet sein als Wirtschaft vor Corona. Wir haben uns viele Jahre lang in vermeintlicher Sicherheit gewiegt. Jedes Jahr wird besser als das vorige, das haben wir schon fast als Geburtsrecht gesehen. 

Daraus entstand auch der Glaube, dass die egozentrische Entwicklung des individuellen Ichs weit über dem Wert der individuellen Leistung für die Gesellschaft steht. Corona hat uns gezeigt, dass unsere Erwartungen trügerisch sind. Innerhalb weniger Wochen hat die Pandemie das Wirtschaftssystem weltweit aus den Angeln gehoben und manche Länder an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Staatsbankrott heran geführt. Innerhalb der Staaten traf, trifft und wird es noch viele Unternehmen treffen, die den wirtschaftlichen Lockdown nicht überstehen werden.

Starke Entscheider

Trotz aller Unsicherheiten müssen immerzu Entscheidungen getroffen werden. Was man nicht berechnen kann, muss man eben entscheiden. Das muss jemand proaktiv tun, in vollem Wissen darum, dass sich diese Entscheidungen als falsch herausstellen können. Genau deshalb braucht es starke Entscheider, die in der Zeit der herrschenden Zustands der Verwirrung und Unsicherheit Leitplanken einziehen. Entscheider, die den Mut haben, auch die Folgen falscher Entscheidungen zu schultern und ihrer Intuition unbeirrt von Selbstzweifeln weiter folgen. Entscheidungen in Coronazeiten sind immer ein ungesicherter Drahtseilakt. Deshalb sollten wir dankbar sein, dass wir vernünftige Politiker haben, die diese Aufgabe mit allen daraus folgenden Konsequenzen übernommen haben. Übrigens sind alle Staaten unter der Führung von Frauen besser durch die Krise gekommen, auch das müssen wir bei der Bewertung der politischen Leistung einmal in Betracht ziehen.

Neue Informationen kommen schnell

Menschen brauchen Sicherheit, sei sie auch noch so trügerisch, sie wollen sich an etwas festhalten. Als politischer Entscheider könnte man Wankelmütigkeit attestiert bekommen, wenn man seine Entscheidungen immer wieder den realen Entwicklungen anpassen muss. Es fällt uns als nicht umfassend Informierte schwer, den vielen Gedankensprüngen zu folgen. Wir haben oft noch nicht einmal die vorige Information verdaut und verortet, schon kommt die nächste, die uns in dem Fall mehr verwirrt als Klarheit schafft. Aber auch unsere Entscheider sind nur Menschen, die Informationen verarbeiten müssen.

Was macht Corona mit uns?

Ich persönlich bin in einem seltsamen Zustand. Körperlich so fit wie seit Jahren nicht, im Kopf aber arg langsam. Erst langsam kommen die Verschaltungen wieder in Gang. Trotzdem: Abseits vom wirtschaftlichen Schaden waren die sechs Wochen Lockdown für mich persönlich äußerst aufschlussreich und produktiv. Sie haben allerdings unheimlich viel Energie verbraucht und die ersten drei 6-Tage Wochen nach der Wiedereröffnung nicht minder. 

Während des Lockdowns habe ich vermehrt mit Menschen aus meinem Umfeld kommuniziert, woraus sich viele neue gegenseitige Einsichten ergeben haben. Kaum zu fassen, was ich von diesen Menschen nicht wusste, und wie ich mit manchen davon gegenseitigen Nutzen schaffen konnte. 

Die Zeit nutzen

Während des Lockdowns habe ich Online-Tutorials bei Udemy und Coursera gekauft, um Wissens- und Fertigkeitslücken zu schließen, woraus wieder neue Projekte erwachsen sind. Beruhigt haben mich auch meine Hochrechnungen, die zwar noch keine wirklich belastbare solide Basis haben, aber immerhin deuten die laufenden Umsätze im Mai und die Vorausbuchungen bis Ende Juli wieder auf Umsätze in vorheriger Höhe hin. 

Fakten statt Verschwörungstheorien

Die Inzidenzen lassen ebenfalls hoffen, auch wenn wir uns jeden Tag im Betrieb ermahnen müssen, die Maßnahmen konsequent einzuhalten und nicht nachlässig zu werden. Heute Morgen habe ich auf ntv gelesen, dass in einem Lokal in Leer 40 COVID-Ausbrüche registriert wurden. Das bedeutet Quarantäne und individuellen Lockdown. Das ist der Alptraum für den Betrieb, deshalb sollten wir konsequent bleiben. 

Egomanen versagen

Und vergesst nicht, die Politik ist erstens nicht an COVID Schuld, und zweitens hat sie geholfen, Deutschland im Vergleich zu Spanien, Italien, Frankreich mit relativ wenigen Einschränkungen durch die Zeit zu bringen. Was passiert, wenn man COVID nicht ernst nimmt sieht man in den Ländern mit Egomanen an der Spitze. Da willst du nicht sein wenn es dir gesundheitlich schlecht geht. 

Mut zur sozialen Beschränkung

Darüber sollten wir öfter nachdenken, anstatt permanent auf die Politik einzuschlagen. Unsere Entscheider leiden am gleichen Problem wie wir, sie fahren auf Sicht, lernen jeden Tag in einer labilen Faktenlage hinzu und setzen Maßnahmen schnell um. Dass diese Maßnahmen eine hohe Fehlerquote beinhalten ist logisch. Den Mut, 82 Millionen Menschen in die notwendige soziale Beschränkung zu schicken, musst Du als Führungskraft erstmal haben. 

Bleibt gesund und optimistisch.

Welle bricht

COVID-19 und die 2. Welle

Es wird noch einige Monate so bleiben. Das ist eine gesicherte Erkenntnis aller Wissenschaftler. Wenigstens bis es ein Medikament für die Erkrankten oder einen Impfstoff für die Gesunden gibt. Am Dienstagmorgen habe ich in Gabor Steingarts Morning Briefing Podcast ein Interview mit dem RKI-Präsident Lothar Wieler gehört. Steingarts Podcast könnt ihr hier abonnieren.

Wichtige Kennzahlen

Der Umgang mit Corona ist von täglichen Learnings begleitet. Jede Erkenntnis muss erst gewonnen werden, bevor sie von der Politik in eine Handlungsanleitung umgesetzt werden kann. Mein Eindruck von Lothar Wieler ist positiv, er ist ein faktengetriebener Wissenschaftler, der Informationen abwägt und auf die gesellschaftlichen Folgen prüft. Nichtsdestotrotz handelt er als Berater der Politik und hält sich mit eigenen Umsetzungsmaßnahmen zurück. Das empfinde ich als sehr wohltuend.

Reproduktionsrate (1)

Für Wieler spielt die Reproduktionsrate (1) eine große Rolle. Sie ist der Indikator dafür, ob die Intensivbetten in Deutschland ausreichen, um Schwerbetroffene zu behandeln. Beträgt der R-Faktor 1, steckt ein Mensch maximal einen anderen an. Liegt der Faktor kleiner als 1 verlängert sich die so genannte Verdopplungszeit, was die Neuinfektionen verringert (s. Statistik)

Je kürzer die Verdopplungszeit ist, desto mehr Infektionen gibt es. Russland, USA und Großbritannien sind die derzeitigen Hotspots. Spanien erholt sich zusehends und auch in Frankreich und Italien geht es stetig bergauf. Deutschland ist auf einem guten Weg und diese Entwicklung sollten wir auf keinen Fall durch Unvorsichtigkeit gefährden.

Dem Virus ist es völlig egal, ob wir es ernst nehmen oder nicht. Mit dem Virus können wir nicht verhandeln, das reagiert radikal auf jede Unvorsichtigkeit. Corona ist binär, es gibt nur Null oder Eins. Verhindern können wir die Ansteckungen nicht, wohl aber kontrollieren.

Die Chance , die uns die Politik durch umsichtiges Handeln gegeben hat, sollten wir nicht mit Kniebrecher-Aktionen aufs Spiel setzen. Wenn wir schlau sind nutzen wir die Chance und kommen besser aus der Situation heraus als anfänglich befürchtet.

Die größten Sorgen der Menschen

Die Gesundheit der Familien und die wirtschaftlichen Aspekte sind den Menschen in allen Ländern nahezu gleich wichtig. Lediglich Deutschland knickt hier etwas ein, was wahrscheinlich damit zu tun hat, dass sich die Menschen durch die sozialen Sicherungssysteme als sehr stark abgesichert empfinden. Die Arbeitsplatzsicherheit spielt dagegen erstaunlicherweise eine recht geringe Rolle. Erfrischend ist, dass die Weltuntergangsapostel recht weit unten rangieren.

Dynamik der Inzidenz (2)

Mit der Inzidenz wird die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes beziffert. Je schneller die Infektionsrate steigt, desto schneller sind unsere Krankenhauskapazitäten am Limit. Dafür hat die Politik das Zentralregister geschaffen, in dem alle Intensivbetten und Beatmungsgeräte erfasst sind. Im Falle der erwarteten zweiten Welle ist das von unschätzbar hohem Wert, weil die Krankenhäuser in einem solchen Fall schnell reagieren und die Intensivbetten bereitstellen können.

Die Entwicklung der Neuinfektionen ist durch den geringen R-Faktor von derzeit 0,71 stetig rückläufig. Das zeigt deutlich, dass wir die Reproduktion durch die Mund-Nasen-Bedeckungen und die Abstandswahrung dauerhaft verringern können. Ich bin gespannt, wie die teilweise Öffnung der Gastronomie und Ladengeschäfte die Reproduktion beeinflusst.

Kanzlerin Merkel war bei der Pressekonferenz am Mittwoch, 6.5.2020, sichtlich genervt davon, dass die Länder ihre eigenen Maßnahmen schon vor der Konferenz beschlossen hatten. Wir haben mit Winfried Kretschmann einen besonnenen Politiker an der Spitze, dem ich die richtigen Schritte für Baden-Württemberg zutraue. (s. Notfallmechanismus)

Egal wie jeder von uns zum Lockdown oder der Handlungsweise der Politik steht; jede Entscheidung die heute getroffen wird, kann sich morgen als falsch herausstellen. Deshalb sollten wir uns alle besser an die Fakten halten und Corona-Leugner wie den grenzdebilen rechtslastigen AfD-Mann Hansjörg Müller geflissentlich ignorieren. Das Problem dabei: Die Verschwörungstheoretiker haben eine große Lobby.

Schwere der Krankheit (3)

Laut Wieler müssen 18 Prozent der Corona-Infizierten ins Krankenhaus und 4,7 Prozent sterben. Im nachfolgenden Chart sieht man die Konzentration der Todesfälle auf die Altersklassen ab 57 Jahre. Auch wenn der Krankheitsverlauf bei vielen Jungen heftig verläuft, liegt der Schwerpunkt der Mortalität ganz klar auf älteren Menschen.

Die Berechnungen der Wissenschaftler zielen einzig darauf ab, dass im Falle einer zweiten Welle genügend Intensivbetten und Beatmungsgeräte vorhanden sind. Wenn 18 Prozent der Infizierten ins Krankenhaus müssen und 40.000 Intensivbetten vorhanden sind, dürfen nicht mehr als 222.400 Menschen gleichzeitig innerhalb von zwei Wochen infiziert sein. Das ist die maximale Anzahl an Neuerkrankungen, ab der die Ärzte mit der Triage beginnen müssten.

Derzeit gibt es rund 28.000 Infektionen in Deutschland (Gesamtzahl minus Gesundete minus Gestorbene). Es könnten theoretisch rund 200.000 Neuansteckungen innerhalb zwei Wochen hinzu kommen, bevor die Kapazität der Intensivbetten erschöpft ist. Das wären pro Tag 14.285 Neuinfektionen.

Zum Vergleich: Die höchste Zahl der Neuinfektionen lag am 28. März 2020 bei rund 6.800 pro Tag. Es würde also 30 Tage dauern, bis die Grenze von 200.000 Neuinfektionen erreicht ist. Für die genaue Berechnung müsste ich noch die Gesundungs- und Mortalitätsrate einrechnen. Das spare ich mir an dieser Stelle.

Fazit

Wir sitzen alle im gleichen Boot. Deshalb stünde es uns gut an, wenn wir auch so handeln und aufpassen. Ein gewisses Maß an Selbstreflexion ist jetzt wichtig, denn wir wollen auch alle gemeinsam aus diesem Boot heraus.

Corona Welt

Was macht Corona aus uns?

Wenn ich meine/unsere wirtschaftliche Existenz vom Corona-Konto abziehe und die derzeitige Situation, soweit es mir möglich ist, neutral betrachte, muss sich klar sagen, dass sich die politische Führung sehr überzeugend präsentiert. Es schält sich langsam eine Kontur heraus. Ich sage das natürlich auch vor dem Hintergrund, dass wir Friseure ab dem 4.5.2020 die Chance haben, unsere Betriebe zu retten. Anderen Wirtschaftsbereichen geht es schlechter, die müssen noch durchhalten und es ist nicht garantiert, dass alle Betriebe am Leben bleiben.

Die Furcht vor der ersten Welle

Ich habe immer die Situation im Kopf, die meine Frau zu Beginn des Lockdowns tagtäglich aus der Klinik berichtet hat. Die erste Corona-Welle war derart massiv, darauf konnte unser Gesundheitssystem nicht vorbereitet sein.

Es ist durchaus verständlich, dass die Angst der Politik groß ist, dass eine zweite Welle die Kliniken einfach überrollt und alles wieder zurück auf Anfang gesetzt wird. Das kann niemand von uns wirklich wollen. Wir sehen ja überdeutlich, wie miserabel beispielsweise die Briten oder die Amerikaner auf das Virus vorbereitet waren.

Ich sehe viele Fehler bei uns, aber ich bin selbstkritisch genug zu erkennen, dass ich in meiner Laufbahn auch nicht immer alles zu jeder Zeit richtig gemacht habe. Da können sich wohl alle Unternehmer an die eigene Nase fassen, sofern sie zu selbstkritischer Reflexion in der Lage sind.

Ignoranz rächt sich

„Make America great again“ hat sich bei den Fallzahlen schon mal bewahrheitet. Die Ignoranz des Manns mit der seltsamen Frisur und dem übergroßen Ego rächt sich extrem. Über eine Million Infizierte sind bisher gemeldet.

Der Struwwelpeter von der Insel hat Corona ebenfalls nicht ernst genommen, er konnte letztlich froh sein, dass er die Klinik gesundet verlassen konnte. Auch diese Ignoranz rächt sich, die Briten sind auf dem Weg zur traurigen Spitze. Dabei ist nicht die Zahl der Infizierten das große Problem, sondern die der Sterbefälle, die rasant zunimmt.

In diesem Vergleich ist Deutschland noch gut aufgestellt. Jeder Tote reißt ein Loch in die Herzen der Angehörigen, und es ist schlimm darüber nachzudenken was wäre, wenn es unsere Lieben treffen würde. Jeder von uns könnte der nächste Patient am Beatmungsgerät sein, das wurde mir heute wieder sehr bewusst. Das macht doch wieder etwas demütiger.

Es gibt kein Richtig

Und trotzdem bohrt die Existenzangst immer im Hintergrund. Was ist, was kommt? Das wissen wir nicht. Ich habe aber heute bei der Pressekonferenz eine aufgeräumte Führungsriege gesehen, die zwar auch nicht weiß, wohin die Reise geht.

Aber mal ganz ehrlich: Wolle wir lieber an deren Stelle sitzen? Würden wir es besser machen? Wir können uns natürlich in die Tasche lügen und das behaupten. Aber auch wir unterlägen Zwängen, Spekulationen, schwierigen Berechnungen und Entscheidungsfindungen, unglaublichem Zeitdruck und der Angst, die falschen Entscheidungen zu treffen zwischen Menschenleben schützen und/oder die Republik an die Wand zu fahren. Viele schauen nach Schweden und finden es toll, wie das Land mit der Situation umgeht.

Traurige Hitliste

Das kann man auch anders sehen. Prozentuell gesehen liegen die Schweden weltweit an vierter Stelle der Todesfälle bezogen auf die Zahl der Infizierten. Hier ein (nicht vollständiger) Überblick: Großbritannien (15,7%), Frankreich (14,5%), Italien (13,6%), Schweden (12,3%), Spanien (10,2%), USA (5,9%), Schweiz (5,9%) und Deutschland (4%).

Die Prozentzahlen sagen selbstverständlich nichts darüber aus, wie viele Arbeitslose es aufgrund der Pandemie in den einzelnen Ländern gibt, welchen Schaden die Wirtschaft nimmt und wie die Gesellschaft die Situation verarbeitet.

Wie viele Menschen an der Krise verzweifeln, vereinsamen, sich aus dem Leben zurück ziehen, depressiv werden und vielleicht sogar aus Verzweiflung freiwillig aus dem Leben scheiden, wird (noch) nicht thematisiert.

Schon vor der Corona-Pandemie haben sich beispielsweise im Jahr 2017 mehr als 25 Menschen pro Tag das Leben genommen (Qualle: Statistisches Bundesamt). Ob und um wieviel sich diese Zahl durch Corona erhöht wird sich zeigen.

Fallzahlen gehen zurück

Die Statistik zeigt sehr deutlich, dass die Fallzahlen in Deutschland zurück gehen. Für die Einen ist das ein Zeichen, dass das Leben wieder losgehen kann, für die anderen, und dazu gehören unsere Politiker, ist es ein Zeichen, dass zwar die Richtung stimmt, aber ein Wiederanstieg um (fast) jeden Preis verhindert werden muss.

Die wahnsinnige Summe von über einer Billion Euro neuer Staatsschulden macht einen schwindelig. Es liegt auf der Hand, dass nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder, Enkel und vielleicht sogar noch unsere Urenkel daran zu knabbern haben. Aber das ist ein anders Thema.

Eine interessante Zahl ist die der Todesfälle je Millionen Einwohner. Hier erkennt man ganz deutlich, wie gut wir in Deutschland dran sind. Ich erinnere mich noch mit Grausen an die Bilder, als nächtens Hunderte Leichen mit Armee-Lkws durch Bergamo zum Massenbegräbnis gefahren wurden.

Wir müssen es wohl anerkennen, dass die Politik in Deutschland laut Statistiken vorausschauend gehandelt hat. Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und individuellen Begleiterscheinungen lasse ich auch hier bewusst außen vor. Die Tendenz aber ist erkennbar.

Wenn wir vernünftig sind können wir erstarkt aus der Krise heraus kommen. Unser Know-how, unser Ideenreichtum, unsere Anpassungsfähigkeit und unsere Konsequenz in der Umsetzung von Maßnahmen werden wahrscheinlich den Unterschied machen. Wenigsten besteht darin meine Hoffnung bis 2025.

Bundestag Berlin (1)

Aufruf an die Kanzlerin

Bisher haben Sie, Frau Bundeskanzlerin, einen guten Job gemacht, aber jetzt brauchen wir ein Konzept, das uns als mündige Bürger und Unternehmer einbezieht. Ich beziehe mich dabei auf die Grundlagen kommunikativer Führung, wie wir und viele andere Unternehmer sie seit vielen Jahren in unseren Unternehmen praktizieren. Ich weiß, Sie tragen eine riesige Last an Verantwortung im Großen, aber auch wir Kleinen stehen vor ebenso existentiellen Herausforderungen.

Drohungen motivieren nicht

Wirklich an die Nerven gehen mir Ihre derzeitigen Drohungen. Übersetzt verstehe ich das als „wenn ihr nicht brav seid, dann gibt es einen neuen Lockdown“. Wie soll ich motiviert arbeiten, vorsorgen und an die Zukunft glauben, wenn ich bedroht werde und nicht weiß, was mit meinem Unternehmen wird, wenn ich nochmal zwei Wochen zumachen muss?

Ich verstehe die Problematik um Corona, so wie jeder andere denkende Mensch auch. Unsere Existenz hängt von unserem Verhalten ab. Ich brauche aber nicht noch die Drohung von Ihnen obendrauf. Das geht auch anders.

Ein Staat ist kein Unternehmen, das akzeptiere ich. Sie können nicht an jeder Ecke auf jede Befindlichkeit eingehen. Aber Sie können Ihre Kommunikation, Ihre Gedanken und Ihre Pläne mit uns teilen. Wir sind mündig.

Wir verstehen Sachverhalte und wir können in die Tiefe und um die Ecke denken. Das müssen wir als Unternehmer sowieso, und als Bürger können Sie uns eine Anleitung dazu geben. Wir sind keine Kinder, die blind und voller Vertrauen folgen.

Hoffnung ist wichtig

Wir sind erwachsene Menschen, die ihre Existenz sichern müssen. Ich will nicht in einem Staat leben, der wirtschaftlich am Boden liegt und mich dazu zwingt, bis zum letzten Tag meines Lebens arbeiten zu müssen, um Schulden ohne Gegenleistung abzubauen.

Sie, Frau Dr. Merkel, sind nicht für das Virus verantwortlich, aber doch für die Zukunft unseres Landes, seine Wirtschaft, seine Kultur und für seine Gesellschaft. Drohungen in Form eines weiteren Lockdown sind kontraproduktiv, sie stellen unsere Intelligenz infrage.

Sie mögen auf die Spezialisten und Wissenschaftler hören, aber es gibt noch uns, die Garanten des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland, die all diese Institute tragen und ihre Mitarbeiter bezahlen. Es braucht eine vernünftige Balance, die uns als Bürger und Unternehmer leben lässt.

Immerhin sind wir, unsere Kinder, Enkel und Urenkel diejenigen, die den grade eben entstehenden Schaden in den kommenden Jahrzehnten abarbeiten müssen. Wir stehen am Scheideweg, ob unsere gesellschaftliche Ordnung aufrecht erhalten bleiben kann.

Ich gebe nichts auf Verschwörungstheorien, aber ich bin tagtäglich in der Stadt unterwegs, kaufe ein, spreche mit Menschen und höre, dass der Ton langsam ungeduldiger wird. Die Menschen brauchen Hoffnung, sie wollen hören, wohin die Reise geht.

Wir brauchen einen Plan von der Politik, eine belastbare Aussage, eine Zukunftsaussicht, auch wenn alle verantwortlichen Politiker sagen, dass eine solche Aussage derzeit nicht möglich ist.

Dann überlegen Sie sich ein Startszenario und diskutieren das mit uns, und nicht nur mit Instituten und Experten, die andauernd mit neuen Ansichten um die Ecke kommen und wir Bürger nicht wissen, wie wir das einzuordnen haben.

SPRECHEN SIE MIT UNS!!! INFORMIEREN SIE UNS WIE ERWACHSENE MENSCHEN!

Mitarbeiter Aussicht auf Zukunft geben

Verstehen meine Mitarbeiter das Unbestimmte? Vielleicht? Eventuell? Wahrscheinlich? Möglich? Nein, die brauchen eine klare Ansage wie es mit ihrer Arbeit, ihrem Lohn, ihrer Karriere, ihrem Leben weitergeht. So wie wir Unternehmer das auch wissen müssen.

Nochmal: Ich will nicht damit bedroht werden, ob die Politik uns leben lässt. Ich habe Lust auf Zukunft, davon will ich etwas hören, nicht von „Wenn ihr nicht brav seid schließen wir euch nochmal ein.“

Wir sind Unternehmer, die sich auf Situationen einstellen können wenn sie müssen. Wir brauchen von der Politik klare Ansagen, und zwar nicht nur bis zum Ende einer Woche, sondern mittelfristig und verlässlich.

Ich war bisher einverstanden mit dem Krisenmanagement, weil ich gesehen habe, was bei meiner Frau in der Klinik abging. Die Versorgung von Infizierten musste sichergestellt werden. Das war notwendig, genauso wie es notwendig war, die Bürger auf die Dringlichkeit ihres Verhaltens hinzuweisen. Dafür habe ich vollstes Verständnis.

Zeit für Neubestimmung

Aber jetzt ist es Zeit für Neubestimmung. Davon höre ich aber nichts. Ich habe schon keine Lust mehr, mir die Informationen zu holen, weil es mir immer schwerer fällt, die Zahlen vom begleitenden Getöse getrennt zu sehen. Die Zahlen sind immer absolut. So viele sind erkrankt, so viele gestorben, so viele sind gesundet.

Wie verhält sich das aber zur Gesamtzahl der Intensivbetten, der Beatmungsgeräte, zu der Gesamtzahl der Bevölkerung im Bundesgebiet? Ab und zu sehe ich die Reproduktionsrate, aber ich habe den Eindruck, die wird uns gesteuert genannt. Bloss nicht zu viel Infos rauslassen.

Die Zahlen ins Verhältnis gesetzt zu bekommen muss ich mir entweder selber mit der Hand am Arm berechnen und mühselig nachforschen. Das ist Blindflug im Nebel ohne Autopilot.

Diese Fixierung auf das JETZT ohne einen Ansatz auf das MORGEN funktioniert nicht, das nervt nur. Jeder Unternehmer, der Führungsaufgaben ernst nimmt und seine Mitarbeiter informiert weiß, dass es wichtig ist, dass alle wissen was um das Unternehmen herum abgeht.

Es ist eine Ausnahmesituation, für uns wie für die Politik. Das dürfen wir natürlich nicht vergessen. Und ja, wir neigen dazu, schnell ungeduldig zu werden und die Schuld für irgendwas irgendwohin zu irgendjemanden zu schieben.

Das ist sicher nicht zielführend, es dient eher dem Abbau der persönlichen Frustration, die mit jedem Tag zunimmt. Aber genau das muss Ihnen bewusst sein. Es hilft nicht weiter, wenn Sie die Menschen im Ungewissen lassen.

Eine fiktive Ansprache

Die Motivation aus der Führungsetage könnte lauten: „Liebe Bürger! Wir freuen uns, dass Sie in den vergangenen sechs Wochen durch ihr besonnenes Verhalten geholfen haben, die Coronakrise zu entschärfen. Jetzt ist die Zeit für eine vorsichtige Lockerung der Restriktionen gekommen.

Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer haben sich geeinigt, dass Deutschland einen gemeinsame Kurs bei der Lösung der Coronskriese fährt. Dafür haben wir uns geeinigt, den Förderalismusgedanken hintenan zu stellen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Ministerpräsidenten.

Wie Sie wissen war es in den letzten sechs Wochen das Ziel, die Reproduktionsrate unter 1 zu drücken. Das ist gelungen. Wir bitte Sie jetzt alle gemeinsam, dabei zu helfen, dass die so bleibt und sich im besten Fall sogar verringert. Wir unterstützen alle Unternehmer dabei mit Informationen, damit Sie die Situation mit entscheiden können.

Wir wissen, dass transparente Information der Schlüssel zum Erfolg aus der Krise ist. Wir haben eine neue Informationsstruktur aufgesetzt, die alle Ihre Anfragen unter dieser Mailadresse/WhatsApp/Messenger etc. bündelt: abcd.de. Insgesamt stehen Ihnen 15240 Mitarbeiter 24 Stunden lang sieben Tage die Woche zur Verfügung.

Alle Ihre Anfragen werden durch eine KI nach Schwerpunkten geprüft und von unseren Mitarbeitern innerhalb weniger Stunden an die von Ihnen angegebene Mailadresse/WhatsApp etc. zugesendet. Wir sind Ihre Partner in der Krise.

Helfen Sie uns in der Bundes- und in der Landespolitik mit Ihren konstruktiven Vorschlägen, damit wir Ihnen die planerische Sicherheit geben können, die Sie brauchen, um Ihre Unternehmen wieder hochzufahren und Sie damit helfen, den Schaden für die Bundesrepublik Deustchland so weit es geht einzugrenzen.

Ihre Angela Merkel.“

Hygienekonzept zum kostenlosen Download

Herzlich willkommen liebe Kunden, liebe Kolleginnen und liebe Kollegen! Mein neues Video zum kostenlosen Download unseres Hygienekonzepts seht ihr hier:

Video zum kostenlosen Download des Hygienekonzepts

Kostenloser Download des Hygienekonzepts

Heute geht es um die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung unserer Salons. Stand heute Karfreitag gibt es natürlich noch keine hundertprozentige Gewissheit, unter welchen Voraussetzungen das geschehen wird. Aber wir bei Gress Friseure haben uns mit verschiedenen Szenarien darauf vorbereitet. Wie bereits in meinem letzten Video angekündigt, haben wir bei Gress Friseure intensiv an einem Konzept zur Vermeidung von Corona im Salon gearbeitet. Meine Schwester Bettina hat sich voll rein gekniet und für jeden einzelnen Geschäftsbereich Corona-Vermeidungsprozesse definiert und in Tabellen eingepflegt. Das Konzept könnt ihr gerne hier kostenfrei downloaden.

Ohne höhere Hygienestandards im Salon wird es nicht gehen, soviel ist auf jeden Fall schon mal sicher. Diese Standards waren schon vor Corona sehr hoch. Aber jetzt kommen eben die Corona-Maßnahmen noch obendrauf. Deshalb haben wir alle möglichen Corona-Maßnahmen in ein Konzept gepackt, das auf der Basis der Hygiene Vereinbarungen für das Friseurhandwerk aufgesetzt ist. Wir sind somit in der Lage, die geforderten Maßnahmen von Verband und Politik sehr, sehr schnell umzusetzen. Hier könnt ihr die aktuellsten Informationen über die Corona-Situation in BW abrufen.

Corona-Virus Darstellung
Microscopic view of Coronavirus, a pathogen that attacks the respiratory tract. Analysis and test, experimentation. Sars. 3d render

Ich hatte in den vergangenen Wochen sicher viele Informationen in den Medien mitbekommen. Immer aktuelle Informationen zu Corona: Robert-Koch-Institut, Johns Hopkins University, Gesundheitsministerium, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bundesgesundheitsministerium, Sozialministerium Baden-Württemberg.

Für mich persönlich war es sehr zeitraubend und arbeitsintensiv, die wichtigen Informationen herauszufiltern. Meiner Meinung nach macht die Politik in Deutschland einen richtig guten Job. Daran gemessen, was in Italien oder in Spanien oder jetzt auch in den USA abläuft. Damit wir uns ein eigenes Bild machen konnten, haben wir uns bei der Erarbeitung unseres Konzepts von der Hygienebeauftragten einer Klinik im Landkreis Esslingen beraten lassen.

Unser Ansatz war der, dass was in der Klinik funktioniert, auch im Friseurbetrieb taugt. Ich gehe davon aus, dass der Verband in den nächsten Tagen zur Situation Stellung beziehen wird. Bis dahin wird es auch ein Hygienekonzept geben. Ich weiß von vielen geschätzten Kolleginnen und Kollegen, die an eigenen Konzepten arbeiten. Und das ist sehr, sehr gut genutzte Zeit. Auch wenn wir noch nicht wissen, wohin die Reise führt und was wir direkt umzusetzen haben, sind wir doch vorbereitet für die nächsten Schritte.

Ich habe heute am Karfreitag noch einmal das Netz durchforstet, aber noch keine wirklich aussagekräftige und ernst zu nehmende Kommunikation zur Vermeidung von Corona im Friseursalon gefunden. Ihr könnt deshalb gerne unser Konzept unter www.gress.de/hygiene downloaden. Wichtig für alle Friseursalons ist jetzt, dass sich der Verband und die Politik darauf einigen, unter welchen Gesichtspunkten es für uns weitergeht. Ich gehe immer noch vom 20. 2020 aus. Und ich drücke wirklich alle Daumen, dass uns das auch gelingt.

Beachtet bitte, dass unser Konzept selbstverständlich keine Allgemeingültigkeit hat. Die finale Gestaltung der offiziellen Handlungen im Salon obliegt dem Verband und der Politik. Unser Konzept ist als Leitfaden für euer eigenes Konzept gedacht, damit ihr die offiziellen Forderungen schneller umsetzen könnt. Unser Konzept beinhaltet zum Großteil Maßnahmen, die der Leitfaden für die Hygienestandards im Friseursalons schon vorgibt. Diese Anleitung fanden wir eine gute Ausgangslage, um unsere eigenen Corona Vermeidung Maßnahmen einzusetzen.

So haben wir beispielsweise beschlossen, dass wir keine Behandlungen im Gesicht und um die Augen herum durchführen. Unsere Mitarbeiter und auch unsere Kunden werden Atemschutzmasken tragen. Wenn Kunden keine Masken haben, dann stellen wir eine Maske kostenlos zur Verfügung. Hände waschen, desinfizieren, pflegen, die Reinigung der Sitzflächen, der Tische, der Ablagen, der Spiegel, Handspiegel und Waschbecken konsequent nach jeder Benutzung reinigen und desinfizieren. Und noch einiges darüber hinaus gehören zum Konzept.

Wir planen die Erweiterung unserer Öffnungszeiten und werden auf jeden Fall in einer Art zweieinhalbfach Schicht arbeiten, amit nicht zu viele Mitarbeiter und Kunden auf einmal im Salon sein werden. Selbstverständlich werden erkrankte Kunden nicht behandelt, und auch erkrankte Mitarbeiter haben keinen Zutritt zum Salon. An der Rezeption vermeiden wir weitgehend Kontakt mit Bargeld und bitten unsere Kunden mit Karten zu bezahlen. Wir nehmen alle Kreditkarten, Giro Card, Apple Pay. Alles ist möglich. Alle weiteren Details zur Begrüßung, zur Bezahlung und zur Verabschiedung findet ihr in unserem Konzept zum Download.

Da die Reisemöglichkeiten komplett eingeschränkt sind, erwarten wir auch keine Rückkehrer aus Krisengebieten, und Urlauber, die im Zuge von Rückholaktionen nach Deutschland gebracht werden, müssen sowieso zwei Wochen in Quarantäne, bevor sie wieder in die Öffentlichkeit dürfen. Also von dieser Seite her wird keine Gefahr bestehen. Unser erklärtes Ziel war es von Anfang an, die Eröffnung der Friseursalons am 20.4.2020 zu unterstützen und zu forcieren. Und wir hoffen inständig und drücken die Daumen, dass das auch wirklich klappt.

Unsere Mitarbeiter sind auf jeden Fall informiert, und sie werden bis zum Eröffnungstag alle geschult sein, den digitalen Medien wie Facetime, Zoom, Skype oder WhatsApp zum Dank ist das ja heutzutage problemlos möglich. In diesem Sinne erwarten wir hoffentlich unsere Kunden am 20.4.2020.

Wir wünschen euch allen positive Gedanken. Auf jeden Fall, viel, viel Gesundheit. Steckt euch nicht an, bleibt gesund und bleibt vor allen Dingen optimistisch. Euer Peter Gress

Fische im Teich rangeln um Futter

„Wenn es besser werden soll, muss ich etwas ändern.“

Mein Seminar „Raus aus der Vergleichbarkeit“ zeigt Ihnen, wo Sie Potential für einen höheren Kundennutzen finden und wie Sie Ihre Wertschöpfung steigern.


In einem vollen Markt wie dem Friseurmarkt müssen zukünftig zwangsläufig Salons auf der Strecke bleiben, weil es einfach zu viele davon gibt. Noch läuft es in Deutschland wirtschaftlich rund, und die Kunden geben reichlich Geld aus. Das ändert sich jetzt jedoch langsam, denn vier Quartale in Folge ging die Wirtschaftsleistung in Deutschland zurück. Die Zeichen stehen auf Abkühlung, deshalb werden die Verbraucher vorsichtiger und geben zukünftig weniger Geld aus. Darauf müssen sich nicht nur Friseure, sondern alle Handwerker einstellen. Längere Besuchszeiten, Abwanderung in Billig-Filialen und Privatleistungen werden zunehmen, bedeutet weniger Umsatz für die Salons, das werden viele nicht überleben. Deshalb ist jetzt die Zeit zur Neuaufstellung. Dabei helfe ich Ihnen.

Wo stehen Sie? Welche Probleme haben Sie derzeit? Welche speziellen Dienstleistungen bieten Sie an? Was macht Sie am Markt einzigartig? Sind Sie ein attraktiver Arbeitgeber? Diese und weitere Fragen klären wir im Seminar. Sie sind Teil einer kleinen Seminargruppe und stehen im direkten und intensiven Austausch mit den anderen Teilnehmern und mir. Nutzen Sie den Vorteil des neuen Formats „Raus aus der Vergleichbarkeit“ und den Austausch für eine neue gedankliche Ausrichtung.

IT Communication Internet Network and Office

Schriftlich denken

Die beste Methode gegen gedankliches Chaos und verbale Diarröh.

Es liegt definitiv nicht am Unvermögen, wenn man manchmal keinen klaren Gedanken fassen kann. Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass wir unsere Gedanken nur dann in einen Rahmen fassen könne, wenn wir die Worte aufschreiben. Schreiben hat einen sehr großen Vorteil: Die Worte bringen Klarheit ins gedankliche Gewirr, weil wir in der Zeit in der wir schreiben, neue Gedanken formulieren können und sich neue Verbindungen ergeben, die von Beginn an so nicht geplant waren. Während des Schreibens kann ich Worte umstellen, die Argumentation schärfen und die Logik der Aussage überprüfen. Texte formen sich während des Schreibens. Niemand bringt einen vollständigen Text im Kopf zustande, aber man  kann den roten Faden vordenken. Schriftlich denken klärt den Kopf und stärkt die Argumentation.


Bei einem Vortrag steht zuerst die Überlegung, welches Ziel ich habe und dann forme ich den Textrahmen. Wenn der Text seinen Rahmen und einen vernünftigen roten Faden hat, suche ich die passenden Bilder dazu. Während ich all das mache formt sich das ganze Bild im Kopf. Manchmal müssen Gedanken auch durch den Kopf jagen dürfen. Damit wieder Ordnung reinkommt schreibe ich am Abend die Gedanken nieder und vermeide damit was ich einen „Stöckchen-Ästchen-Bäumchen-Wäldchen-Weltall-Kreisel“ bezeichne. Das geschriebene Wort hilft gegen gedankliches Chaos und erzwingt Ordnung vor dem Schlafengehen. Am nächsten Morgen habe ich dann oft einen gangbaren Ansatz dem ich folgen kann.


Meine Gedankenstütze ist digital. Grundsätzlich speichere ich alles in Evernote. Hier stecken mittlerweile tausende Notizen, pdf‘s, Webseiten, Bilder, Videos, Dokumente, Statistiken, Interviews und sonstige Informationen drin. Das ist mein Datenpool, ohne den ich nicht arbeiten kann. Interessante Webseiten, Whitepapers, Screenshots? Den Evernote Webclipper anklicken und die Information im entsprechenden Ordner in Evernote speichern, es ist genial einfach. Die Evernote Suchfunktion ist super, nichts geht verloren. Wie bei GoodNotes werden auch in Evernote selbst handschriftliche Texte und Texte auf Fotos erkannt und als Suchergebnisse gelistet. Mein analoges Mappei-Datei-System habe ich in den letzten Jahren sukzessive in Evernote übertragen. Dabei hilft einerseits die Fotofunktion in Evernote und andererseits Scanbot auf dem iPad und dem iPhone, mit dem ich wichtige Dokumente scanne und in Evernote speichere. Auf diese Weise ist mein Büro mobil und ich kann überall arbeiten.

Zum aktuellen Seminarprogramm der Mewes Unternehmerakademie.

Kaputte Zahnräder

Geschäftlicher Erfolg ist immer ganzheitlich

Ein Unternehmen ist ein System, dessen Räder ineinander greifen. Ändere ich an einer Stellschraube etwas, zieht das Veränderungen im gesamten System hinter sich her

Beginne ich mit der Suche nach Fachkräften, Auszubildenden, Kunden erst wenn ich sie brauche, werde ich keinen Erfolg haben. Suche ich aber immer, ist meine Chance auf Erfolg sehr viel höher. Oft höre ich die Aussage: „Ich brauche kein Marketing, ich habe eh keine Zeit für Neukunden.“ Falscher Ansatz! Kunden werden krank, sie ziehen weg, sie verlieren ihren Job oder sie haben irgendwann einfach mal Lust auf was Neues. Dann sind sie weg und es fehlt ein Mosaikstein. Wer so ausgebucht ist, dass er keine neuen Kunden mehr aufnehmen kann ist zu billig. Wenn keine neuen Kunden mehr nachfließen bedeutet das irgendwann mal Stillstand und später Rückschritt. Mit Marketing zu beginnen wann man es braucht ist viel zu spät. Das muss immer durchlaufen. Mit der Suche nach Azubis und Fachkräften zu beginnen, wann man sie braucht, ist viel zu spät. Das muss immer durchlaufen, und ich muss die richtigen Fragen zu den Problemen stellen.

Läuft das Kunden- und Mitarbeitermarketing nicht durch gibt es bei jedem Bedarf Unruhe. Man stellt fest und wird aktiv. es gibt aber kein Halterungssystem, in das man seinen Bedarf einhängen kann. Mit Marketing zu beginnen wann man es braucht ist in etwas so, als würde ich meinen Mantel in den Raum werfen und hoffen, dass er irgendwo einen Haken findet. Das wird so nichts. Es macht mehr Sinn, sich Gedanken zu machen, welche Maßnahmen ich grundsätzlich installieren und in meinem System verankern kann. Habe ich die Kundensuche und die Mitarbeitersuche dauernd auf dem Schirm, verhalte ich mich als Unternehmer ganzheitlicher. Alles was ich intern mache ist nach außen gerichtet, denn dort warten Kunden und Mitarbeiter und Auszubildende auf die Informationen.

Es ist amtlich: Mein Hirn ist kein Dateisystem

So hätte es enden können (Text für den Friseur abgewandelt):

„Achtung! Eine Anmerkung zur DSGVO: In unserem Friseurbetrieb fragen wir Sie nach dem Namen und wir notieren uns, welche Dienstleistungen Sie bekommen und welche Farbrezepturen wir verwendet haben. Bisher hat uns das geholfen, Sie umfassend zu betreuen.  Wenn Ihnen das zukünftig nicht mehr recht ist, rufen Sie bitte beim Betreten unseres Salon laut und deutlich: ICH BIN NICHT EINVERSTANDEN!!! Wir werden dann zukünftig so tun, als würden wir Sie nicht kennen.“

Die Lösung

Mit der Einführung der DSGVO ist es amtlich: Mein Friseur-Gehirn ist kein Dateisystem im Sinne der DSGVO. Ich bin sehr, sehr froh, dass das geklärt ist! Ich darf meine Kunden auch nach dem 25. Mai 2018 in aller Öffentlichkeit mit Namen begrüßen, so wie sich das nach alter Väter Sitte gehört. Wer den Namen seiner Kunden kennt, darf sie auch weiterhin in der Öffentlichkeit aussprechen. Toll! Ich darf ganz offiziell höflich sein, ohne Strafe fürchten zu müssen. Genial. Ich bin sehr dankbar!

Die skurrilen Auswüchse der DSGVO