Kommunikation Archive - Seite 2 von 5 - Peter Gress

Category Archives for Kommunikation

Peter Gres Podcast Quickies

001 – Podcast Starke Marke – Mitarbeiterspezialisierung

Liebe Strategen, ich heiße euch herzlich willkommen bei meinem Podcast Starke Marke – Mitarbeiterspezialisierung für eine bessere Motivation. Mein Name ist Peter Gress und ich möchte mit und für euch in Zukunft Strategien beleuchten, die unseren Unternehmen mehr Erfolg im Markt verschaffen.

In dieser Folge beleuchte ich den Weg zur Spezialisierung einzelner Mitarbeiter. Meine Feststellung: Nicht jeder muss alles können. Mitarbeiterspezialisierung schafft intrinsische Motivation.

Natürliches Lernen

Wer ein Kind hat kennt folgende Situation: Das Scheisserle dreht sind erstmals auf den Bauch. Die Freude ist groß, denn das Kleine hat einen ersten bahnbrechenden Schritt gemacht. Irgendwann krabbelt das Kind und dann versucht es aufzustehen. Ahs und Ohs und Applaus begleiten es bei jedem kleinen Fortschritt. Die Begeisterung der Großen ist grenzenlos, wenn das Kleine losläuft. Aber ab dann ist es aus mit der Ermutigung, Neues zu entdecken und dem Forscherdrang zu folgen.

Ab jetzt heißt es: Fass da nicht hin, das kannst Du nicht, das darfst Du nicht, lass das, ich mach das, du tust dir weh – das Totschlagargument schlechthin. Im Kindergarten darf es wenigstens noch nach Herzenslust spielen. Dort macht es Spaß zu entdecken, zu experimentieren und Dinge auszuprobieren. Gelernt wird dabei in atemberaubender Geschwindigkeit. 

Die Crux mit der Schule

In der ersten, vielleicht auch noch in der zweiten Klasse macht Schule noch Spaß, aber dann kippt es. Das Spiel ist zu Ende, der Ernst bestimmt ab jetzt das Lernen. Die Lerngeschwindigkeit nimmt ab. Den Kindern wird via G8 Wissen in den Kopf gepresst, damit sie früher fertig sind. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint.

Bis zum Ende ihrer Schulzeit sind die Kinder und Jugendlichen ständig unter Druck. Sie merken schnell, dass es nicht um die Stärkung ihrer Stärken geht, sondern um das Lernen dessen, was sie nicht so gut können. Kinder bügeln ständig Lücken aus und lernen sozusagen hinterher. Vieles interessiert sie gar nicht, weil sie den Stoff nicht mit dem realen Leben verknüpfen können. Aber die Regeln sind gnadenlos. Sie müssen eben, weil es geprüft wird.

Schülern wird nicht beigebracht, wie sie lernen sollen. Dabei wäre das der allerwichtigste Schritt für erfolgreiches lebenslanges Lernen. Das ist doch mal eine herausfordernde Aufgabe für einen Ausbildungsbetrieb! Das Gehirn erledigt das Lernen eh von alleine. Es nimmt ständig Neues auf, prüft die Fakten, gleicht sie ab, und dockt sie dort an, wo schon ein Pfad angelegt ist. Stünde der biochemische Ablauf des Lernprozesses auf dem Lehrplan, könnten die Kids viel besser einschätzen, wie sie mit Schwierigkeiten oder Rückschlägen beim lernen umgehen sollen. 

Spezielle Begabung entdecken

In der Ausbildung geht es meist so weiter. Die vorrangige Aufgabe des Ausbilders muss es sein, die Stärken der jungen Menschen zu erkennen und sie zu fördern. Der Ausbildungsrahmenplan zwingt die jungen Erwachsenen zum Generalistendasein. Ein Generalist kann jedoch niemals in allen Bereichen so gut sein wie ein Spezialist. Ausbildung soll dabei nicht mikroskopiert werden, aber sie muss die Stärken in den Mittelpunkt stellen, und nicht die Erfüllung der Plananforderungen. Wir brauchen keine gleichgeschalteten Fachkräfte, wir brauchen denkoffene kreative jungen Experten mit einer ganzheitlichen Sicht auf die Wirtschaftswelt.

Verantwortung auf Mitarbeiter verlagern

Von Unternehmern erwartet man ja auch nicht, dass sie nicht alles wissen und können müssen. Ihr Job ist es zu wissen, woher sie die Informationen und Leistungen bekommen, die sie brauchen, um ihren Job richtig gut zu machen. Leider kranken viele Führungskräfte daran, dass sie glauben, ohne sie gehe es nicht, sie seien unersetzbar, sie müssten deshalb alles alleine entscheiden. Je mehr Mitarbeiter Sie mit wichtigen Aufgaben betreuen, und je weniger Sie sich in deren Tagesgeschäft einmischen, desto effektiver werden Sie führen, und desto schneller erreichen Sie Ihre Ziele. Sie müssen Ihre Mitarbeiter selbstverständlich mit klar umrissenen Aufgabenbereichen betreuen und Sie brauchen eine Gesprächsstruktur. Wer sich für diesen Weg entscheidet muss beachten, dass niemals über den Kopf des Mitarbeiter hinweg entschieden wird, sonst haben Sie das Vertrauen und die Motivation des Mitarbeiters verloren. 

Spezialisierung

Was ist überhaupt ein Spezialist? Spezialisten machen überwiegend das, was ihnen Spaß macht, denn das können sie ja besonders gut. Das wäre doch die perfekte Arbeitssituation, oder nicht? Durch ihre hohe Expertise bekommen sie ständig positives Feedback. Anerkennung ihrer Leistung motiviert sie intrinisch, also aus sich selber heraus. All das stimmt, kommt aber so in Reinform nirgendwo vor. Aber gut, jeder von uns muss mit Einschränkungen zurechtkommen und lernen, sie zu akzeptieren. Zu manchen Zeiten kommen die jungen Leute damit gut klar, und zu anderen Zeiten eben nicht. Sie sind ja keine Maschinen, sondern jungen Menschen im heftigsten Lernprozess ihres Lebens. Sie können jedes Quentchen an Motivation gebrauchen, um zu kompetenten Fachkräften heran zu wachsen.

Intrinsische Motivation erzeugen

Wer als Führungskraft und Ausbilder heute noch glaubt, man könne andere Menschen motivieren, hat etwas Maßgebliches nicht verstanden. Menschen sind immer motiviert, es kommt eben darauf an, ob Führungskräfte sie verstehen und dort einsetzen, wo sie den maximalen Erfolg haben. Wenn Mitarbeiter bockig sind, haben sie durchaus auch eine Motivation. Sie wollen halt nicht, was der andere will. Also muss der andere für Erfolgserlebnisse und Wertschätzung sorgen, das motiviert Menschen dauerhaft. Sie arbeiten dann mit voller Konzentration an ihrem Erfolg, und damit auch am Erfolg des Unternehmens. Wer seine Mitarbeiter nicht wertschätzt, darf sich auch nicht wundern, wenn sie keine Leistung bringen. Flapsig gesagt: Jeder hat die Mitarbeiter, die er verdient. Und noch einen obendrauf: Wenn Führungskraft und Mitarbeiter partout nicht zusammenkommen und dadurch die Leistung leidet, muss man sich trennen.

Hochleistungswille unterstützen

Ich bleibe noch bei der Ausbildung. Wenn junge Menschen in das Arbeitsleben eintreten, haben sie noch keine Vorstellung von dem, was sie erwartet. Ich habe manchen Ausbilder reden gehört, dass es jetzt an der Zeit sei, den Jungen die Flausen auszutreiben. Solche Ausbilder müssen sich nicht wundern, dass ihre Mitarbeiter tatsächlich aus-Bindestrich-lernen. Sie haben einfach keinen Bock auf solche Zustände. Wenn Hochleistungswille auf Methoden von gestern in Arbeits- und Lernumgebungen von vorgestern trifft, entsteht keine Motivation auf Höchstleistung.

Berufsanfänger können meist auch nicht einschätzen, was sie selber zu leisten imstande sind. Sie müssen ja erst noch ihre Rolle finden. Dazu brauchen sie Unterstützung. Führungskräfte, in dem Fall die Ausbilder und Ausbilderinnen, brauchen Fingerspitzengefühl, scharfe Beobachtungsgabe und ehrliches Interesse am Fortkommen der jungen Menschen. Stärken zu erkennen und früh zu nutzen schafft Motivation, Vertrauen und Bindung ans Unternehmen.

Stärkentableau

Auszubildende sollten spätestens am Ende des ersten Ausbildungsjahres ihr erstes Stärkentableau ausfüllen. In das Tableau tragen sie ein, wo sie ihrer Meinung nach Unterstützung benötigen, wie sie ihre persönlichen Stärken entwickeln wollen und welche Spezialisierung sie anstreben. Die Möglichkeiten der Spezialisierung hängen vom Beruf und vom Unternehmen ab. Es ist wichtig, die Spezialisierungsbereiche innerhalb des Unternehmens zu definieren, damit der Azubi eine Auswahl treffen kann. Diese Spezialisierungen werden unterstützt durch interne Prüfungen. Diese sind einerseits notwendig, damit die Ausbilder zu jeder Zeit wissen wo ihre Auszubildenden stehen, und andererseits, damit die Auszubildenden selber einen Maßstab für ihre Leistungen haben. 

Das Stärkentableau ist ein einfaches, aber sehr effektives Mittel dafür, wie sich Azubis und Fachkräfte selber an ihrem derzeitigen Können und ihrem zukünftigen Anspruch ausrichten. Wir haben damit in unserem Unternehmen extrem gute Erfahrungen gemacht, mussten aber unser Verständnis von Ausbildung grundlegend hinterfragen.

Generalist vs. Spezialist

Ich komme zu den Fachkräften und möchte anhand eines Beispiels zeigen, wie sich Spezialisten zu Generalisten verhalten. Zehnkämpfer sind die Könige des Sports. Tatsächlich ist es eine tolle Leistung, in zehn verschiedenen Disziplinen Höchstleistungen zu erbringen. Trotz der Königskrone fürs Generalistentum sind sie den Spezialisten in den einzelnen Disziplinen unterlegen. Spezialisten können sich auf eine Sache konzentrieren und sind so wesentlich effektiver und qualitativ besser in der Ausführung ihrer Aufgabe. In der Übertragung auf ein Unternehmen bedeutet das, dass ein großes Angebot die Kräfte zersplittert.

Diversifizierung ist kein Heilsversprechen, dafür gibt es eindrucksvolle Beispiele. Für eine Spezialisierung gilt das selbstverständlich auch. Jeder Spezialist muss sich im klaren darüber sein, dass seine Spezialisierung eines Tages nicht mehr gewünscht ist. Jedoch muss sich heute jeder Unternehmer sowieso regelmäßig hinterfragen, ob sein Angebot so noch Zukunft hat, wie es grade angeboten wird.

Zielführende Weiterbildung

Für ein Unternehmen ist die Weiterbildung der Fachkräfte von ausschlaggebender Bedeutung. Je spezialisierter die Mitarbeiter sind, desto schneller ist der Rückfluss des Investments. Spezialisierung bedingt natürlich die Reduzierung des Angebots. Wie viele Dienstleistungen oder Produkte werden beibehalten, obwohl sie keinen oder nur einen sehr geringen Deckungsbeitrag bringen? Von Gewinn ganz zu schweigen? Viele Unternehmer haben Angst vor dieser Reduktion, weil irgendwann einmal ein Geschäftsbereich wegbrechen könnte. Die Frage stellt sich dabei, ob sich ein Unternehmen heute aus Sicherheitsgründen noch Geschäftsbereiche leisten kann, die kein Geld bringen, nur weil man sie irgendwann mal brauchen könnte?

Nutzt die Anlagen eurer Mitarbeiter zum Wohl des Unternehmens. Findet einen Weg, nicht lukrative Leistungen zu entsorgen und das Lager intelligent zu verwalten. Beides kostet viel Geld, das ihr besser auf der Gewinnseite verbucht, um den Cash-Flow zu sichern. Speziell in Corona-Zeiten ist Cash für viele Betriebe überlebensnotwendig. Setzt eure Mitarbeiter intelligent ein, und habt keine Angst vor der Abgabe von Verantwortung. Vielleicht wird manches nicht so erledigt, wie ihr das selber machen würdet, aber es stellt sich halt auch immer die Frage, ob eure Entscheidung tatsächlich besser gewesen wäre.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Ich verabschiede mich für heute, bleibt mir gewogen, und bleibt gesund und optimistisch.

Euer Peter Gress

Peter Gres Podcast Quickies

000 – Podcast Starke Marke – Vorstellung

Mein Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ ist jetzt verfügbar.

Hallo Strategen, ich heiße euch herzlich willkommen bei meinem Podcast-Quickie Starke Marke „Raus aus der Vergleichbarkeit“. Dies ist die Nummer Null. Ich möchte mit und für euch in Zukunft strategische Ideen beleuchten, die unseren Unternehmen mehr Sichtbarkeit im Markt verschaffen.

Podcast-Quikie

Dieser Podcast-Quikie ist ein kurz gehaltener Impulsgeber. Ich selber mag meine Informationen gerne so knackig und so intensiv wie möglich, deshalb hoffe ich, dass euch mein Format gefällt.

Themen

Meine Themen sind der Umgang mit Kreativität, der strategische Prozess, Local Marketing mit Google My Business, Mitarbeiterentwicklung und Spezialisierung, sowie die Zielgruppen-Morphologie. Ideen müssen gefunden, entwickelt, ausgeführt und vermarktet werden. Und warum? Weil am Ende der Kunde und sein konstantes Grundbedürfnis steht.

Der Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ erscheint derzeit unregelmäßig. Da ich in technischer Hinsicht noch nicht so fit bin wie ich das gerne wäre, wird es in den kommenden Folgen immer wieder Änderungen geben. Aber ich kann euch versprechen, dass ich mich ranhalte und das schnell in Griff bekomme.

Ich freue mich über Kommentare, Tipps und Feedback aller Art.

Lockdown 2.0 Deutschland

Lockdown 2.0 im November

Ab Montag, 2.11.2020, geht es in den Lockdown 2.0. Ich habe ihn nicht vermisst. Ich wundere mich sehr, dass er jetzt so plötzlich wieder auf den Plan gekommen ist. Wir schießen, wie im Frühjahr, wieder mit denselben Waffen auf denselben Feind. Der ist davon nicht beeindruckt, aber wir haben einen weiteren Schritt hin zur Vermögensvernichtung gemacht. Und einen weiteren hin zur Isolation der Menschen.

Sozialer Unfrieden

Wie viele Selbsttötungen und Insolvenzen werden wir zu beklagen haben? Wie viele zerstörte Familien, vereinsamte Alte, abgehängte Schüler, nicht ausgebildete Jugendliche? Und wieviel Frust müssen wir Bürger ertragen, weil fast alles verboten ist, was Spaß macht? Viele stellen sich deshalb die Frage: Ist der Lockdown 2.0 wirklich notwendig?

Am Montag, 2.11.2020 beginnt der Lockdown 2.0, und nach vier Wochen, am Montag, 30. November 2020 machen wir (vielleicht) wieder auf. Wir bereiten uns dann drei Wochen lang auf die virenschleudernden, weihnachtlichen Familienfeste und in der vierten Woche auf den Jahrerswechsel vor. Im Januar 21 fahren wir dann Ski, damit im Februar 21 die Zahlen wieder richtig ansteigen können, und im März 21 machen wir wieder dicht. Ich frage mich, wer am Ende übrig bleibt, um die vollmundigen wirtschaftlichen Prognosen der Herren Altmaier und Scholz zu erarbeiten?

Grippeimpfung
Arzt verabreicht Grippeimpfung

Hilft die Impfung?

Auf die Impfung können wir nicht hoffen, die wird uns nicht so schnell retten. Vor der Impfung steht ja erst einmal der Verteilungskampf. Wer als Erster am Markt ist, bekommt das Impf-Vorrecht. Die anderen warten erstmal. Die frühe Verfügbarkeit des Impfstoffs wird so auch zum Wettbewerbsvorteil der Staaten.

Damit stellt sich auch gleich die Frage nach der Kapazität der Impfdosen. Wie schnell kann der Stoff in großer Menge produziert werden? Müssen wir ein-, zwei- oder gar dreimal geimpft werden? Alleine in der EU leben rund 750.000.000 Menschen. Wenn zweimal geimpft werden muss, sind das alleine für die EU 1.500.000.000 Impfdosen. Mittlerweile leben auf der Erde aber 7,7 Milliarden Menschen, die alle geimpft werden müssen. Es wird Jahre dauern, bis das geschafft ist. Wenn es denn überhaupt gelingt.

Verzweiflungsentscheidung

Der November-Lockdown 2.0 ist eine Verzweiflungsentscheidung. Es ist verständlich, dass die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht überfordert werden dürfen. Aber wenn wir Menschen wegsperren, damit sie nicht erkranken, bleiben sie vielleicht körperlich gesund, sind aber psychisch am Ende.

Die Virologen und die Politiker mögen am Ende zufrieden sein, dass eine Eindämmung erreicht wird. Dann müssen die Psychologen und Psychiater übernehmen, um die Menschen wieder aufzurichten, damit sie in der Lage sind, den wirtschaftlichen Aufschwung mitzugestalten.

Eine Frage der Duldsamkeit

Ob die Menschen der Politik bei diesem Spiel mehrmals folgen werden, glaube ich nicht. Die Deutschen sind zwar brav und demonstrieren nicht so gerne, aber wenn der soziale und wirtschaftliche Druck zu groß wird, kann die Politik nicht mehr mit der Duldsamkeit der Menschen rechnen. Wenn die Duldsamkeitsgrenze überschritten und die Glaubwürdigkeit der Politik erschüttert ist, helfen auch keine Gießkannen voller Geld mehr.

Traurige Seniorin
Traurige Seniorin schaut aus dem Fenster

Angst vor Isolation und Fremdbestimmung

Heute hat mir eine Kundin erzählt, dass die 90-jährige Bewohnerin eines Altenheims in die Psychiatrie eigeliefert wurde, weil sie aus dem Fenster steigen wollte. Sie konnte die Kontaktbeschränkung nicht mehr aushalten, sie wollte raus. Sie wurde aus der Psychiatrie entlassen, weil man ihr vollständige geistige Gesundheit attestierte. Ihr war lediglich angst vor lähmender Einsamkeit.

Viele meiner alten Kunden, die vor dem ersten Lockdown schon etwas tütelig und vergesslich waren, habe ich seit dem Lockup nicht mehr gesehen. Die Isolation hat diesen alten Menschen vollends den Rest gegeben. Ist ein solchermaßen geschütztes Leben überhaupt noch lebenswert? Diese Frage muss erlaubt sein. Ich will mir das für mich nicht vorstellen, denn im Grunde genommen kommt es einer Entmündigung und Fremdbestimmung gleich. Was andere für mich als gut und richtig empfinden, muss mir nicht automatisch gut tun.

Steigende Arbeitslosigkeit

Durch den Lockdown werden viele Menschen arbeitslos. Der Volkswirtschaftsprofessor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert im November zusätzliche 100.000 Arbeitslose (StZ, 30.10.2020, Seite 9). Zwar sind die bisherigen, rückläufigen Zahlen bis Mitte Oktober vom Abbau der Arbeitslosigkeit geprägt, aber durch den Lockdown 2.0 werden sie wieder stärker steigen.

Der Südwesten ist im Vergleich zum Bundesgebiet überproportional vom Einbruch der Wirtschaftsleistung betroffen. Rund 14 Prozent Rückgang zeigen die Abhängigkeit von der Autoindustrie und dem Maschinenbau. Steigende Arbeitslosigkeit und wieder vermehrte Kurzarbeit dürfte sich auch auf unsere Geschäfte negativ auswirken.

Wie kommen wir weiter?

Das weitere Vorgehen muss parlamentarisch diskutiert werden. Das RKI und die angestammten beratenden Virologen sind sicher nicht die einzigen kompetenten Köpfe in Deutschland. Für jedes Problem gibt es einen zweiten Weg, man muss ihn eben finden wollen. Die Abgeordneten sind dazu da, solche Menschen zu suchen und ihnen die Chance zu bieten, ihre Argumente vorzutragen.

Ich bin keiner dieser Menschen und ich kenne auch keinen. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass mehrere Meinungen zu mehr möglichen Lösungsansätzen führen. Jeder kreative Prozess erschöpft sich, wenn immer dieselben Spieler dasselbe Problem analysieren.

Nichts gelernt

Wir sehen ja, in sechs Monaten haben wir nichts dazu gelernt. Gleiche Maßnahmen für das gleiche Problem. Das ist sehr bedauerlich, weil der Lockdown 2.0 in ein Szenario führt, das Unternehmer und Arbeitnehmer den Glauben in die Leitung des Landes verlieren lässt. Da können uns die Krisenpolitiker in ihren gebetsmühlenartig wiederholten, schön gesetzten Worten erzählen, was sie wollen.

Lachender Mann im Anzug
Lachender Mann im Anzug springt vor Freude in die Luft

Motivation tut Not

Wir brauchen motivierende Zukunftsaussichten, denn wir müssen den Karren ja wieder aus dem Dreck ziehen. Für uns Kleinunternehmer muss sich die Politik stark machen. Wir fahren alle auf Sicht, und es mag am Ende sein wie es eben kommt. Aber auf dem Weg dorthin brauchen wir Signale aus der Führungsriege, die außer Lockdown, Drohung und Einschränkung noch andere Ziele kennt.

Strategie-Gruppe

Strategie bestimmt den Erfolg

Läuft das Geschäft nicht, stimmt die Strategie nicht. Strategie bestimmt den Erfolg, das haben viele erfolgreiche Unternehmer erkannt. Wenn ein Unternehmen nicht mehr wächst, kann es auf Dauer nicht überleben. Wolfgang Mewes hat das in seiner EKS genannten Strategielehre thematisiert.

Erfolg kommt nicht zufällig

Als Unternehmer sind wir abhängig von guten Mitarbeitern, einer guten Strategie, von effektiver Datenanalyse und an vorderster Stelle vom Mut und der Energie der UnternehmerIn.

Führungsqualität, Innovationsfähigkeit und Konsequenz sind die Voraussetzung für erfolgreiches Wachstum. Ich bin davon überzeugt, dass Konsequenz Genialität sticht. Wer bald von einem Thema gelangweilt ist und nicht dran bleibt, kommt nicht voran. Wer dagegen bei der Sache bleibt und seinen Weg konsequent und zielstrebig umsetzt, wird erfolgreich sein.

Mitarbeiter müssen passen

In den ersten Lebensmonaten lernen Babies automatisch. Sie hören, beobachten und kopieren. Die Eltern sind die Vorbilder, denen das Kleinkind folgt. Wir freuen uns, wenn das Kind sich zum ersten Mal auf den Bauch dreht und ganz aus dem Häuschen sind wir, wenn es erste Gehversuche macht. Wir unterstützen es, klatschen in die Hände und freuen uns über die Fortschritte.

Kaum kann das Kind laufen fangen die Beschränkungen an. Tu dies nicht, zu das nicht, lass das, ich mach – das sind gut gemeinte Einschränkungen. In der Schule werden die natürlichen Anlagen wenig gefördert. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung schlechter Noten in Fächern, die das Kind nicht mag. In der Ausbildung und im Berufsleben geht das so weiter, dabei ist die Stärkung des Selbstbewusstseins die wichtigste Aufgabe. Die Unternehmensführung muss erkennen, welche Stärken die Mitarbeiter haben. Diese Stärken müssen zum Unternehmensprofil passen.

Wenn Sie die Vorlage downloaden können Sie aus einer Apple oder Microsoft Vorlage wählen. Tragen Sie in die linke Spalte die Namen Ihrer Mitarbeiter ein. In der Headline listen Sie Ihre Dienstleistungen oder Services und bitte Ihre Mitarbeiter, dort ein Kreuz zu machen wo sie sich richtig stark einstufen. Ein weiteres Kreuz sollen sie dorthin machen, wo sie eine stärkere Spezialisierung anstreben. So haben Sie erstmal einen Überblick, wo Ihre Mitarbeiter stehen und wie Sie sie in Ihre Unternehmensstrategie einbinden können.

Wenn ein Mitarbeiter nicht die Stärken hat und Leistung bringt, die er bringen soll, passt er leider nicht zur Strategie des Unternehmens. Die Floskel: „Das wird schon“ setzt auf Hoffnung, ist aber weder für das Unternehmen noch für den Mitarbeiter gesund. Wenn die Mitarbeiter nicht zum Unternehmen passen, muss man sich von ihnen trennen. Ein harter Schnitt ist besser als ein langgezogenes Leiden.

Was folgert daraus für das Unternehmen?

Wir wissen, dass wir Menschen nicht dauerhaft von außen motivieren können. Menschen motivieren sich aus sich selbst heraus, wenn sie einen Sinn in dem sehen was sie tun. Unternehmen sollten deshalb dafür sorgen, den Mitarbeitern ein Umfeld zu bieten, in dem sie wachsen und ihre Vorstellungen von erfüllender Arbeit gestalten können. Das dringendste Ziel von strategischer Führung muss heute sein, die individuellen Stärken der Menschen heraus zu filtern. Erst wenn beide Seiten zueinander passen, beginnt die produktive Reise in die Zukunft.

Fluktuation einplanen

Strategie bestimmt den Erfolg, deshalb gehört zu einem guten Mitarbeitermanagement die Akzeptanz von Fluktuation. Die Ziele des Unternehmens können sich verändern, und Mitarbeiter entwickeln sich im Lauf der Jahre ebenfalls weiter. Es kann durchaus der Zeitpunkt kommen, an dem man auseinander driftet. Das liegt in der Natur der individuellen Entwicklung durch viele Einflüsse von außen. Will das Unternehmen den Mitarbeiter halten muss es deshalb aufmerksam bleiben und sich aktiv um die Mitarbeiter kümmern.

Lebenslanges Lernen

Auch die Denkweise der Mitarbeiter ist der Veränderung unterworfen. Menschen lernen automatisch immer weiter. Sie müssen nur zulassen, dass sie das Gelernte auch für ihre eigene Entwicklung einsetzen. Wäre das nicht so, gäbe es keine Entwicklung und der gefürchtete Satz: „Du hast Dich in all den Jahren gar nicht verändert“ wird ausgesprochen. Das mag gut gemeint sein, aber es ist eine Beleidigung des Intellekts.

Wenn wir unseren Mitarbeitern ein konstruktives Lern- und Arbeitsumfeld bieten, haben wir eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Die zweite wichtige Aufgabe besteht darin, eine klare Vorstellung der passenden Mitarbeiter zu entwickeln.

Wenn ich nicht weiß, was ich suchen soll, kann ich auch nichts finden.

Auch hier gilt: Die Strategie bestimmt den Erfolg

Salon Erfolgskongress 2020

Salon Erfolgskongress

Bring deinen Salon erfolgreich durch unsichere Zeiten! Mit diesem Salon Erfolgskongress unterstützen wir dich dabei.

Erfolgsstrategien & Know-How

Expertenaustausch für Salonchefs und erfolgsorientierte Teams.

Schau’s Dir an: https://bit.ly/3jtncUE

https://bit.ly/3jtncUE

Was Du beim Salon Erfolgskongress geboten bekommst

  • Schaue täglich Videos mit Erfolgsstrategien und Know-How von Friseur-Experten
  • Digital genial – egal wo du bist: Wann Du willst! Wo Du wilst! Im Salon, zu Hause oder am See
  • 20 Minuten oder 2 Stunden pro Tag teilnehmen – du steuerst deinen Zeitinvest selbst
  • Innovation ist nicht nur Chefsache – beziehe dein Team mit ein!
  • Alle Vorträge werden aufgezeichnet und stehen danach 7 Tage zur Verfügung – du verpasst nichts!
  • Mit dem LIVE+ Ticket kannst du zusätzlich an den Live-Abendworkshops teilnehmen und in Live-Austausch mit den Experten und gleichgesinnten Friseuren gehen

Referenten beim Salon Erfolgskongress

Ich freue mich auf Dich und drücke uns allen die Daumen, dass wir gestärkt aus der Pandemiezeit zurück kommen. Mit einer guten Strategie, konsequent umgesetzt, können wir das schaffen.

Mein Webinar beim Salon Erfolgskongress: „Raus aus der Vergleichbarkeit?“

Der Markt ist voller Friseure. Für viele war es schon vor dem Lockdown schwer, gewinnbringend zu arbeiten. Einige haben den Lockdown nicht überlebt, und wir als (Noch)-Überlebende müssen uns mit vielen Problemen auseinandersetzen. Einfach so weiter zu machen wie vorher geht nicht, weil die Kunden nicht mitmachen.

Es wäre auch nicht schlau, darauf zu warten, dass alles wieder so wird wie es war. Dies wird nicht geschehen. Jetzt müssen wir viel stärker unternehmerisch denken. Eine gute Strategie hilft uns dabei, unser Geschäft gut zu positionieren. Das wird deshalb viel, viel wichtiger als zuvor, weil Kunden für ihr Geld eine wesentlich höhere Leistung erwarten als vor Corona.

Fische im Teich rangeln um Futter
Fische im Teich rangeln um Futter

Preise, Kosten, Absatz

Preise, Kosten und Absatz in Form verkaufbarer Termine werden unsere Geschäftstätigkeit stark bestimmen. Davon hängt unser Gewinn ab. Dazu gibt es einige Fragen zu beantworten:

  • Wie bekommen wir gute Preise?
  • Wie bekommen wir unsere Kosten in Griff?
  • Wie bekommen wir die Gratwanderung zwischen Absatz (verfügbare Termine) und Qualität in Griff?

Tisch mit Strategieblättern

Was ist Strategie?

Das ist eine gute Frage! Zur Definition: Planung ist Analyse, Strategie ist Synthese. Strategie ist das Zusammenspiel der Ergebnisse aller Informationen. Strategie basiert auf Kenntnis von Fakten. Aus der Strategie erwachsen Ziele und Pläne, mit denen UnternehmerInnen und Unternehmen ihren Roten Faden finden. Konzentration, Konsequenz und Disziplin sind die Grundlagen einer erfolgreichen Strategie.

Anlagestrategie

Bei der Geldanlage ist die erste Frage: Welche Strategie haben Sie?

  • Buy-and-hold?
  • Antizyklisch?
  • Prozyklisch?
  • Wachstum?
  • Index?

Denn: Ohne das Ziel ist auch der Weg egal. Das gilt generell für jeden Lebensbereich. Welche Strategie haben Sie hinter Ihrem Geschäft?

Wohin geht die Reise und was wollen Sie erreichen? Mein Vater sagte Mitte der Siebziger Jahre zu mir: „Wenn Du gut bist brauchst Du keine Werbung, dann kommen die Kunden von alleine.“ In digitaler Zeit heißt das: „Wenn Du nicht positioniert bist, bist Du nicht sichtbar, und damit nicht vorhanden.“

Unternehmensentwicklung

Strategie heißt im Grund nichts anderes, als darüber nachzudenken, wohin ich mich und mein Unternehmen entwickeln möchte. Das setzt voraus, dass ich ein Ziel, eine Vision, aber mindestens eine Ahnung davon habe, wie ich mich und mein Geschäft führen will.

Wie will ich es gegen den Wettbewerb abgrenzen? Für was ich stehe und, vor allem, wogegen ich stehen will. Strategie braucht ein persönliches Ziel. Wer kein Ziel hat, braucht auch keine Strategie.

Klare Ausrichtung

Je klarer die Ausrichtung und Spezialisierung eines Unternehmens ist, desto mehr Sicherheit hat der Kunde. Er will optimale Leistung, egal in welchem Lebensbereich. Nicht umsonst gibt es Spezialisten wir Augenärzte, Urologen, Frauenärzte. Oder Scheidungsanwälte, Wirtschaftsanwälte, Anwälte für Verkehrsrecht und Baurecht.

Oder Menschen, die ihre Dienste als Experten für Lagerorganisation, Feng Shui Raumgestaltung und als Malertekten im Premiumbereich anbieten. Das sind strategische Ausrichtungen. Diese Unternehmer machen sich Gedanken darüber, wie sie aus der Vergleichbarkeit kommen.

Analyse

Strategie bedingt ein klares Ziel, konsequentes Vorgehen und Flexibilität. Wo stehe ich? Was kann ich? Was will ich? Und die wichtigste Frage überhaupt: Warum will ich das? Was treibt mich? Was entzündet meine Leidenschaft und was fasziniert mich dabei?

Hierbei hilft die SWOT-Analyse und die Zielgruppen-Morphologie. Wenn ich mich in ein Taxi setze und gefragt werde wo ich hin will, sage ich das. Ich will nicht irgendwo raus, weil ich und meine Leistung im Irgendwo mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht gebraucht werde.

Ganzheitlicher Ansatz

Strategie bezieht sich auch auf den Marktauftritt. Mein Fuhrpark ist in den Firmenfarben lackiert, meine Geschäftsidendität reicht vom Logo über das Firmenschild zum Geschäftspapier und über die Social Media Kanäle wieder zurück zur Webseite.

Mein Werkzeug ist hochwertig, gepflegt, mein Arbeitsplatz sauber, mein Dienstwagen aufgeräumt und mein Serviceverhalten gegenüber den Kunden absolut einwandfrei. Höflichkeit, Freundlichkeit und Kundenzuwendung gehören zur Strategie. Genauso wie die Schulung, die ich meinen Mitarbeitern zukommen lasse, damit sie umsetzen können, was ich als strategisches Ziel festgelegt habe.

Externe Strategie

Ursprünglich wurde Strategie als die Kunst der Heerführung verstanden. „Die Kunst des Krieges“ des chinesischen Heerführers Sunzi war lange Jahre der Dauerbrenner in den Managementetagen. Militärischer Drill und Great-Man-Ship sind mittlerweile großteils partnerschaftlicher Führung gewichen.

Der strategische Gedanke aber wird immer überleben. Strategie bedeutet in erster Linie, über die Lage informiert zu sein. Über die Entwicklung des Marktes, über den Stand der lokalen und regionalen Wirtschaft, über die Entwicklung der Kaufkraft der Stadt, über den Abfluss von Kaufkraft ins Umfeld.

Fakten finden

Halten Sie enge Beziehungen zu den Schulen in der Stadt, zu örtlichen Wirtschaftsverbänden, zur IHK, zur HWK, zur Presse, zu anderen Geschäftsleuten aller Sparten, zur lokalen und regionalen Politik, zur Kultur. Besuchen Sie Meetings der Wirtschaftsentwicklung, des Stadtmarketing, der Einkaufsgemeinschaften.

Kurz gesagt: Interessieren Sie sich für das, was um Sie herum und in der Stadt oder im Ort oder im Umfeld vor sich geht. Halten Sie die Nase in den Wind und erfühlen Sie auf der Basis Ihres ständigen Informationsflusses, wie sich die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik entwickeln. Und, ja, greifen Sie ein, wenn Ihnen etwas nicht gefällt. Sie müssen nicht überall dabei sein, aber eben dort, wo es für Ihre Strategie wichtig ist.

Interne Strategie

Intern sollten Sie ganz klar festgelegt haben, was im Unternehmen angeboten wird. Ich persönlich bin ein Gegner eines ausufernden Sortiments oder Dienstleistungsangebots. Ich liebe die Konzentration auf wenige Dienstleistungen und Produkte. Warum? Ich komme spitzer und schneller in den Markt, bin zielgerichteter in der Ausbildung, effektiver in der Weiterbildung, kann gezielter werben und ich muss meine Energie nicht teilen.

Spitz in den Markt
Einspickel im Eis

Spitz in den Markt

Spitz in den Markt und Spezialisierung bedeutet nicht, im Laufe der Zeit keine passenden Produkte ins Portfolio zu nehmen und das Angebot auszudehnen. Die Frage ist immer: Welches Produkt und welche Dienstleistungen verdienen Geld, und welche leisten Sie sich?

Wie viele Produkte liegen im Lager und im Verkaufsregal, die von den Schnelldrehern finanziert werden müssen? Welche Dienstleistungen haben Sie im Portfolio, die Sie selber oder die Mitarbeiter gerne machen, mit denen Sie aber kein Geld verdienen?

Hier habe ich für Sie noch ein Video zum Thema, das ich im Oktober 2019, also vor Corona, aufgenommen habe. Es ist trotz der Pandemie, des Lockdowns und aller zur Zeit herrschenden Probleme von der Sache her gesehen aktuell, wenn nicht sogar noch aktueller als vor der Krise.

Vorschau(öffnet in neuem Tab)

Konzepte statt Produkte

Ich kaufe niemals Produkte. Ich kaufe immer Konzepte und die Unterstützung durch die Lieferanten. Schauen Sie sich mal Fabian Maiers Konzept „Addicted to Balayage“ an. Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie man sich mit Konsequenz und Zielstrebigkeit ein gutes Standing in einem knallvollen Markt schafft.

Warum soll ich selber Konzepte entwickeln, wenn jemand anders das schon erledigt hat? Dann nehme ich das Angebot gerne an. Wenn ich ein Franchise oder die Vermarktung eines Konzepts plane, sieht es selbstverständlich anders aus.

Dann muss ich mir konsequenterweise andere Fragen stellen. Habe ich die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für eine solches neues Geschäftsfeld? Wenn ja, welche strategischen Schwerpunkte setze ich, und was kann ich von dem, was ich bisher gemacht habe, nicht mehr tun? Alles geht nicht. Sie müssen sich entscheiden, sonst verzettelst Sie sich.

Fazit

Es kommt immer auf Konzentration, Konsequenz und Disziplin an. Die schwierigste unternehmerische Aufgabe ist es, bei der Sache zu bleiben und den Roten Faden nicht zu verlieren.

Strategisches Denken bedeutet andererseits aber auch, aktuelle Entwicklungen aufzunehmen, sie aufmerksam zu beobachten, bei Bedarf schnell zu entscheiden und das Unternehmen neu auszurichten.

Das definiere ich als die wichtigste unternehmerische Aufgabe.

Jetzt das Geschäft positionieren!

Die Kunden haben momentan keine große Lust auf spontane Käufe und Friseurbesuche. Kein Wunder mit der Gesichtsmaske und den erschwerten Bedingungen im Sommer bei heißen Temperaturen. Genau deshalb ist es jetzt wichtig, Local Marketing zu forcieren. Positioniert euer Geschäft damit für die zweite Jahreshälfte.

Nachwehen des Lockdowns

Die Nachwehen des Lockdown kommen erst noch. Es hat schon Insolvenzen gegeben und weitere werden folgen. Vor allem die kleinen, individuellen lokalen Geschäfte werden den Umsatzausfall nur schwer kompensieren können. Wer darüber hinaus noch vergleichbar in der Leistung, im Angebot und im Preis ist, wird es extrem schwer haben, das Jahr 2020 wirtschaftlich zu überstehen.

Kommunikations-Tipp: Körpersprache mit Maske

Schaut euch das Masken-Video von Stefan Verra an. Das sind zweieinhalb Minuten wertvoller Invest. Stefan ist ein bekannter Körpersprachen-Trainer, er hat sehr, seht gute und einfach umsetzbare Tipps für die Kommunikation mit dem Mund-Nasenschutz für euch. Das ist für euren Kundenverkehr ein absoluter Wettbewerbsvorteil.

Angebot verschlanken

Jetzt ist es auch Zeit, überfällige Produkt- und Dienstleistungspalette zu verschlanken. Kommt mit eurem Angebot aus der Vergleichbarkeit. Der Bauchladen wird durch Spezialisierung auf außergewöhnliche Leistungen und Produkte ersetzt. Macht euch Gedanken darüber, wie ihr euren Kunden einen hohen Zusatznutzen bieten könnt.

Local Digital Marketing

Google My Business effektiv nutzen – Der Online-Kurs

Google My Business (GMB) ist eine kostenlose und effektive Möglichkeit, Dein Geschäft in den Kundenfokus zu rücken. Knapp 30 Prozent aller Geschäfte haben einen vollständig und tagesaktuell gepflegten Account. 20 Prozent haben zwar einen Account, aber pflegen ihn nicht regelmäßig. Die andere Hälfte lässt die Möglichkeit eines kostenlosen und effektiven Digitalen Lokalen Marketings links liegen. Unverständlich, aber Fakt.
Wer das ändern und Google My Business professionell einsetzen will kann sich gerne meinen Online-Kurs downloaden.

Zusätzlicher Kundennutzen

Je einfacher ich es potentiellen Neukunden mache, mich zu finden und sich über mein Geschäft und mein Angebot zu informieren, desto höher ist meine Chance, dass sie bei uns kaufen oder buchen. Das so genannte Google My Business Knowledge Panel ist die Visitenkarte des Geschäfts. Alle wichtigen Informationen sind darin gespeichert. Zusätzlich können Kunden über die GMB-App alle Informationen mobil über Google Maps abrufen. Und sie können über die Nachrichtenfunktion direkt aus GMB heraus mit euch in Kotakt treten.

GMB Bonus-Video

Google bietet die COVID-19 Update Funktion in den Beiträgen an. Diese Beiträge werden von Google im Knowledge Panel exponiert dargestellt, und haben deshalb eine hohe Sichtbarkeit. GMB mag es, wenn aktuelle Informationen gepostet werden, denn Google mag Aktualität für seine Kunden. Je aktueller die Inhalte eurer Beiträge sind, desto besser wertet Google euren Account.

COVID-19 Update und Corona Hilfe

Corona Dauer-Welle

Nicht, dass wir uns falsch verstehen, bei der Corona Dauer-Welle geht nicht um die Friseur-Dienstleistung. Es geht vielmehr um die permanente Anwesenheit des Corona-Virus. Das geht nicht weg, nur weil viele von uns sich so verhalten, als wäre es gar nicht mehr da.

Der Lockdown und die Kosten

Friseure haben nun drei Monate wieder geöffnet. Im Mai war der Umsatz bei uns super, im Juni wie im Vorjahr und im Juli zehn Prozent schlechter als 2019. Der während des Lockdowns entstandene Schaden bei Gress Friseure beträgt summa summarum rund 100.000 Euro. Das Geld fehlt entweder bei der Rücklage oder es muss finanziert werden. Diese Entscheidung ist abhängig vom weiteren Verlauf der Pandemie. Und, das brauche ich keinem Unternehmer erzählen, das ist ein Eiertanz par excellence. Vorrangig bleibt das wichtigste Ziel derzeit die Sicherung der Liquidität.

Ich glaube zwar nicht an einen bundesweiten Lockdown, im lokalen oder regionalen Bereich kann es aber durchaus dazu kommen. Ein uns bekannter Gastronom hatte erst Ende Juli einen Coronafall in seiner Belegschaft. Er musste zumachen bis klar war, ob andere Mitarbeiter infiziert waren. Das war zwar nur eine knappe Woche, aber auch eine knappe Woche kostet Geld und Vertrauen.

Mitarbeiter nach Urlaub freiwillig zum Test

Deshalb haben wir uns entschieden, dass wir allen Mitarbeitern die aus dem Urlaub zurück kommen, einen Test bezahlen. Den kann man in Stuttgart im Medical Center auf dem Flughafen machen lassen und bekommt innerhalb 1-3 Stunden das Ergebnis. Diese 170 Euro pro Test sind eine gute Investition, wenn sie dabei helfen, dass der Betrieb offen bleibt.

Wir bezahlen den Test für jeden Mitarbeiter, egal, ob sie im In-oder Ausland waren. Wer in Länder mit Reisewarnung (bitte täglich auf Vollständigkeit prüfen) fährt muss bei der Rückkehr eh in Quarantäne. Gemessen an dem Schaden der entstehen würde, wenn wir unser Geschäft schließen müssten, fallen die Beträge für die Tests kaum ins Gewicht. Das ist der wirtschaftliche Aspekt. Über den Imageschaden eines Lockdowns, sei er auch nur zeitlich kurz bemessen, möchte ich gar nicht nachdenken.

COVID-19 bleibt

Eine Zeit nach Corona wird es nicht geben. Es wird eine Zeit mit Corona sein. Wie die aussieht und was das für uns bedeutet, ist davon abhängig, ob und wann es entweder einen Impfstoff zur Prävention oder ein Medikament zur Heilung gibt. Eine Testreihe mit 30.000 Probanden ist angelaufen, wir dürfen alle gespannt sein, wie sie verläuft.

Corona-Überblick

In den letzten 20 Jahren hatten wir weltweite Pandemien mit SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, diversen Grippewellen und nun eben mit COVID-19. Zicka, Dengue, Cholera, Pest waren lokal ausgebrochen, aber weit genug von uns entfernt, um uns keine Angst zu machen. Jetzt haben wir COVID-19 am Hals und damit gleich eine richtige Packung Probleme abbekommen.

Realität akzeptieren

In Depression und Angst zu versinken ist genausowenig eine Option wie das Leugnen des Virus. Die Menschen haben schon immer mit Krankheiten gelebt. Die haben sie nicht abgehalten, auch Spaß zu haben. Ich finde es extrem befremdlich, dass viele Menschen jemanden brauchen, den sie für ihre persönliche Einschränkung verantwortlich machen können. Corona ist nicht schön, aber wir könnten es viel schlechter haben.

Friseure stellen sich ein

Das Schönheitsgeschäft wird sich verändern. Schönheit brauchen die Menschen zwar immer, aber so uneingeschränkt individuell und hedonistsich wie vor Corona wird die persönliche Präsentation auf absehbare Zeit unmöglich sein. Ich kann das auch von mir selber sagen: Warum soll ich mir neue Klamotten kaufen wenn ich sie nirgends präsentieren kann? Dadurch wird auch die Lust auf neue Haare geschmälert. Der finanzielle Faktor spielt dabei natürlich auch noch hinein. Fast 7 Millionen Kurzarbeiter und eine steigende Anzahl von Arbeitslosen sprechen eine deutliche Sprache.

In den kommenden Monaten wird es darum gehen, den Kunden verstärkt ein noch besseres Willkommensgefühl in unseren Geschäften zu verschaffen. Wir sehen gegenseitig unsere Gesichter nicht, wir können Kunden nicht mit Handschlag begrüßen, wir dürfen ihnen den Mantel oder die Jacke nicht abnehmen. All die eingeübten Rituale bei der Begrüßung und der Verabschiedung werden durch neue Rituale ersetzt. Es sind nicht die, die wir gelernt haben. Was soll’s!? Dann wird es eben andere geben, das sehe ich nicht als großes Problem an. Aber wir müssen diese Rituale gezielt entwickeln.

Nicht-Performer werden entlarvt

Durch das tragen der Masken werden die Nicht-Performer entlarvt. Falsches Lachen lenkt nicht von den Augen ab. Die Ausstrahlung des Dienstleisters wird gefühlt, und aufgesetztes Gehabe wird entlarvt. Wahre Menschlichkeit wird auch mit der Maske transportiert. Ich bin durch die Maske auf Menschen aufmerksam im meinem Umfeld geworden, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Mit den Masken menschelt es, die Körpersprache wird plötzlich zum ausschlaggebenden Impuls. Das ist eine der positiven Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen in COVID-19 Zeiten.

Ausbildung trotz Corona

Wir haben trotz Unsicherheit zwei neue Auszubildende eingestellt. Eine Unterbrechung der Ausbildungsaktivität kommt auf keinen Fall infrage. Und wenn, dann nur, wenn gar kein Geld mehr da ist. Und danach sieht es derzeit Gottseidank nicht aus. Nachwuchs auszubilden ist grade in der Pandemie das Gebot der Stunde. Wo sonst sollen gute Fachkräfte herkommen? Die Vorsorge ist wichtig, denn neue Mitarbeiter sind nie da wenn man sie dringend braucht. Außer, man zieht sie selber durch Ausbildung.

Steigende Fallzahlen – wen wundert’s?

Je mehr wir das Virus als reale Gefahr akzeptieren, desto selbstverständlicher fügen wir die Masken in unsere täglichen Rituale ein. Steigende Fallzahlen erschrecken uns, keine Frage. Aber wen wundert’s? Es ist ja klar, dass die Zahlen dort steigen, wo Menschen geballt zusammenkommen. Ob Schwarzwald, Allgäu, Barcelona oder Gardasee – von überall her werden Menschen dasVirus mitbringen. Sollen wir deshalb nicht in Urlaub fahren, wird mir des öfteren entgegengehalten? Doch, schon, das können wir machen, aber dann dürfen wir uns halt nicht wundern, wenn die Infektionen steigen. Freizügigkeit wird vom Virus sofort bestraft.

Konsequente Führung

10 Richtlinien für pragmatische Führung

Wohin des Wegs? Was ist gute Führung? Frage zehn Führungskräfte und bekomme elf Meinungen. Darin steckt ein wahrer Kern. Deshalb habe ich für mich diese 10 Richtlinien für pragmatische Führung entwickelt. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Motorradunfall

Die wichtigste Erkenntnis meines Unternehmerlebens hat mich im Krankenhaus getroffen. Im Jahr 2011 hatte ich einen Motroradunfall. Wirbelbrüche, Schulterblatt durch, die linke Körperhälfte grün und blau. Ich liege in meinem Bett, die Tür geht auf und meine Frau kommt mit einigen Mitarbeitern ins Zimmer. Ein großes Hallo, wie geht’s? Geht so! Langweilig? Ja. Schmerzen? Ja, aber geht schon. Sagt eine Mitarbeiterin:“Ich hätte ja nie gedacht, dass ich an einem Sonntag meinen Chef im Krankenhaus besuche.“ Das hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht.

Krisenmodus im Betrieb

Nach knapp drei Wochen Krankenhausaufenthalt war ich drei nutzlose Wochen in stationärer Reha. Sechs Wochen waren rum und ich konnte immer noch nicht richtig gehen. Nach rund vier Monaten war ich das erste mal wieder im Geschäft. Meinen linken Arm konnte ich kaum heben, trotzdem habe ich mich täglich durch ein paar Haarschnitte gequält.

Am Jahresende die Überraschung: Kaum Umsatzverlust, fast derselbe Gewinn. Das Team intakt, alle auf der Spur. Mein erster Gedanke: Super! Der zweite: Die brauchen mich ja gar nicht! Von jetzt auf nachher habe ich meine Berechtigung als wichtiger Umsatzträger verloren. Nach einigen Tagen war mir klar, das wollte ich zukünftig beibehalten. So würde ich mehr Zeit bekommen, das Unternehmen weiter zu entwickeln.

Notbetrieb vs. Planung

Der Betrieb ist damals nur deshalb gut weiter gelaufen, weil es eine emotionale Ausnahmesituation für alle war. Jeder hat gemacht was er konnte und ein bisschen etwas darüber hinaus. Um das dauerhaft funktional ohne Überforderung der Mitarbeiter zu machen, bedurfte es mehr strategischer Ausrichtung und gezielterer Führung. Den Anfang hatte ich intuitiv schon vor dem Unfall gemacht, nun galt es, Führung bewusst zu lernen.

Meine Learnings

Führung ist keine Raketentechnik, sondern Kommunikation, Wertschätzung und Konsequenz. Führung kann man lernen, sofern man das will. Von meinem Business-Mentor habe ich gelernt, dass nichts schlimmer ist, als nicht zu kommunizieren, keine klare Linie zu haben und nicht oder zu spät zu entscheiden.

Mitarbeiter sind ein knappes Gut. Die Guten haben gute Jobs und wechseln nicht mehr nur wegen des Geldes. Sie wechseln wegen der Möglichkeit, sich selbst in einem guten Team zu verwirklichen. Sie suchen ihr persönliches WARUM.

Richtlinie 1: Viele kurze wertschätzende Gespräche machen langwierige Problemgespräche überflüssig

Meine Lösung sind die so genannten Tür-und-Angel-Gespräche. Sie können schnell, direkt, unkompliziert und spontan abgehalten werden.Oft reichen einige Minuten. Beispielsweise während ich darauf warte, dass die Kaffeetasse voll läuft. Viele dieser kleinen Gespräche ersetzen tatsächlich oft große Problemgespräche, sofern sie regelmäßig geführt werden.

Richtlinie 2: Bestrafe niemanden für Fehler! Sorge aber dafür, dass derselbe Fehler zukünftig vermieden wird

Niemand ist fehlerfrei. Auch Chefs nicht. Auch wenn sie oft meinen, sie seien es. Ganz falscher Ansatz! Fehler müssen passieren. Die Frage ist tatsächlich, wie wir als Führungskräfte mit Fehlern umgehen. Welche Fehlerkultur pflegen wir? Das Problem ist nicht ein Fehler, sondern immer wieder derselbe Fehler. Dafür kann aber der Mitarbeiter nichts. Hier ist der Chef gefordert.

Richtlinie 3: Programmiere Mitarbeiter nicht auf “arbeiten”, sondern auf “Ergebnisse erzielen”

Mitarbeiter sollen nicht nur arbeiten. Stur die Aufgaben abarbeiten tut dem Kopf nicht gut. Sie sollen mitdenken. Mitarbeiter müssen die wirtschaftlichen und strategischen Hintergründe für die Unternehmerentscheidungen kennen. Mitarbeiter sollen verstehen, was sie tun.

Richtlinie 4: Mitarbeiter sind nicht dazu da, sie sich zu leisten

Viele Chefs stellen Mitarbeiter ein und machen trotzdem die meiste Arbeit selber. Das ist nicht unternehmerisch gehandelt. Jeder Mitarbeiter kann etwas besonders gut und sollte das auch ins Team einbringen. Dazu gehört der Mut, die Mitarbeiter auch eigenverantwortlich laufen zu lassen. Etwas weniger ICH im WIR.

Richtlinie 5: Schaffe Voraussetzungen zur Höchstleistung

Die wichtigste Aufgabe eines Chefs ist die Schaffung eines Hochleistungs-Arbeitsumfelds. Dann können sich Mitarbeiter entfalten. Jeder Mensch sucht nach dem Sinn in seiner Arbeit. Wer seinen Mitarbeitern diesen Sinn vermittelt hat eine stärkere Mitarbeiterbindung. Und das wiederum bedeutet gleichmäßigeren Umsatz und konstanten Gewinn.

Richtlinie 6: Mitarbeiter müssen wissen, dass Umsätze im Verhältnis zu Kostenkennzahlen stehen

Mitarbeiter sollten die Kostenstruktur des Unternehmens kennen. Ohne dieses Wissen sind Umsatzziele unverständlich. Mitarbeitern müssen die BWA schon einmal gesehen haben und einen groben Überblick über die Kalkulation des Unternehmens kennen. Mit dieser Kenntnis kommt der Sinn hinter die persönliche Leistung eines jeden Mitarbeiters.

Richtlinie 7: Fachkräfte von morgen in Umgebungen von gestern mit Führungsstilen von vorgestern zu gewinnen ist unmöglich

Alle reden von New Work, Agilität und neuer Führung. Braucht man das im Handwerk? Auf jeden Fall! Grade im Handwerk sind kreative junge Menschen gefragt, die Sinn in ihrer Arbeit suchen. Patriarchalische Strukturen? Nein, danke!. Sie wollen ihre eigene Individualität ausleben. Darauf müssen sich Chefs einstellen, wenn sie Nachwuchs für ihre Betriebe aufbauen wollen.

Richtlinie 8: Der Chef ist kein Problemlöser, der Mitarbeiter muss die Lösung selber finden

Stehen auf Ihrem Schreibtisch die Problem-Rucksäcke der Mitarbeiter? Diese Problemen müssen gelöst werden. Aber nicht vom Chef. Hochleistungsmitarbeiter haben automatisch eine Selbstverpflichtung zur Lösung ihrer Probleme. Unterstützung vom Chef? Ja, gerne. Problem-Dienstleistung? Nein, danke.

Richtlinie 9: Der Kundennutzen steht immer im Mittelpunkt

Egal in welchem Beruf Sie unterwegs sind, das Geld kommt immer von den Kunden. Deshalb muss deren Nutzen auch im Mittelpunkt stehen. Das ist die wichtigste Message für die Mitarbeiter. Und Sie müssen das jeden Tag auch selber vorleben. Führung anderer ist immer auch Selbstführung.

Richtlinie 10: Treffe schmerzhafte Entscheidungen so schnell wie möglich

Wenn ein Mitarbeiter aus vielfältigen Gründen nicht mehr in das Team passt, müssen Sie schnell handeln. Das ist bitter, weil es die Balance jedes Einzelnen im Team stört. Noch mehr aber stört das bohrende Wissen darum, dass es trotzdem geschehen muss. Schieben Sie es also nicht zu lange vor sich her. Sonst leiden Sie unnötig darunter, ebenso wie das Team.

Leben wo bist Du?

Ich erlebe nichts. Das macht mich nachdenklich. Leben, wo bist Du? Leben, ich will kommen! Aber wohin, das ist derzeit die Gretchenfrage. Vor Corona gab es genug Futtertröge für’s Gehirn. Jetzt sind sie weg!

Peter Gress auf der Suche nach dem Input

Input zu verschenken

Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, allen Trainern, Motivatoren und Seminatoren für ihre unermüdliche Mühe um den Input an Motivation und Inspiration während des Lockdowns, und auch jetzt noch.

Allein, es läuft sich tot. Mein Kopf ist leer, meine Gedanken wollen sich nicht fügen. Kreativität, wo bist Du? Wo bekomme ich dich her? Die letzten Wochen haben mich leer gesaugt und ich hab’s gar nicht richtig bemerkt. Es gab Dringendes zu tun. Nun aber wird es Zeit für das Wichtige.

Neustart

Die Zeit ist reif für einen Neustart. Durch die allgemeine Unsicherheit ist es aber noch schwierig, einen solchen planvoll zu beginnen. Ideen dafür hätte ich schon, aber mir fehlt die solide Basis für die Bewertung. Das nervt am meisten.

Kennt ihr den Wackelwald am Federsee? Man merkt beim laufen, unten drunter ist es nicht fest. Der Wald schwimmt auf dem Moor. Durchbrechen kann man nicht, aber man weiß es eben nicht sicher.

Leben, wo bist Du? ist nicht einfach nur eine Floskel. Der gesellschaftliche und soziale Betrieb fehlt mir wirklich sehr. Es kostet mich viel Mühe, mich zu fokussieren. Möglichkeiten lugen von allen Seiten aus den Ritzen, aber sie wollen sich noch nicht richtig zeigen.

Mir fehlen Konzerte, Theater, Oper, Ausstellungen, Museen. Klar, es gibt Spotify zum Musik stöbern, das Vinyl harrt auf den Plattenspieler, auf YouTube habe ich Konzerte ohne Ende, TikTok bringt mich ab und zu zum lachen, mit Netflix-Serien schlage ich die Zeit tot, meine Buchliste ist etwas kürzer geworden. Dafür stapeln sich die eBooks auf dem Kindle Reader.

Zuckerwatte führt zu Junkie-Mentalität

Zuckerwatte

Mit all den digitalen Ablenkungen ist es wie mit Zuckerwatte. Sie schmeckt lecker, macht aber nicht satt. Sie hinterlässt eine kurzzeitige Befriedigung, aber danach herrscht schnell wieder Leere. Das ist Junkie-Mentalität, sie führt zu Frustration. Ab und zu muss es Live & Echt sein, es muss etwas Habhaftes her. Etwas, das nachhallt und den Speicher füllt.

Das Abgeschnitten sein ist zurzeit mein größtes Problem. Ich stelle mir ab und zu die Frage: „Komme ich jetzt nicht mehr mit mir selber klar?“ Doch, das geht noch, sehr gut sogar. Aber wenn so wenig von außen und fast alles aus mir selber kommen muss, wird es schwer, das dauerhaft auf hohem Niveau durchzuhalten.

Nur echt ist gut

Es wird ja langsam wieder besser. An allen Ecken kommen Lockerungen, und der Puls des Lebens steigt wieder an. Ich komme mir aber ausgetrocknet vor, es geht mir zu langsam. Bei allem Verständnis für Vorsicht, die wir tagtäglich im Betrieb, beim einkaufen und sozialen Kontakten einhalten, gefühlt muss jetzt das pralle Leben wieder her.

Corona-App hilft bei der Eindämmung

Aktiv helfen

Deshalb unterstütze ich alles, was uns, der Gesellschaft, hilft, Corona einzudämmen. Wir bewerben die App, nutzen sie selber, empfehlen sie allen die es hören wollen oder auch nicht. Wir desinfizieren und tragen Maske, wir halten Abstand und wundern uns wie alle verantwortungsvollen Bürger, was um uns herum so abgeht.

Ob Feste zum Fastenbrechen, die hygienischen Zustände in der Fleischverarbeitung oder Gesänge in der Kirche – ich sehe, dass wegen wenigen die Gefahr eines lokalen Lockdowns steigt und kleine Geschäfte eventuell in die Insolvenz gehen. Von Eltern, die ihre Kindern wieder aus Schulen und Kitas zuhause behalten müssen ganz zu schweigen. Das ist schwer zu akzeptieren. Vor solchen Hintergründen dauerhaft motiviert in die Zukunft zu schauen fällt mir, ehrlich gesagt, schwer.

Positiv bleiben

So, jetzt habe ich mich ausgejammert. Das muss auch mal sein. Positiv bleiben ist immer noch die wichtigste Aufgabe. Und nicht überdrehen vor lauter Aktionismus. Auf dem Boden bleiben und sich immer wieder zur Geduld ermahnen. Es ist erst rund drei Monate her, seit wir dicht machen mussten.

Wir befinden uns in der Senke der U-Phase. Vielleicht wird es auf die Dauer gesehen eine W-Phase, wer weiß? Im Rückblick hatten wir es über die Jahrzehnte mit den Kondratjew-Zyklen zu tun. Ein Zyklus dauert durchschnittlich 52 Jahre. Hoffen wir, dass wir durch das derzeitige hohe Innovationstempo schneller aus dem Tal kommen.