Internet Archive - Seite 2 von 2 - Peter Gress

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Schriftlich denken

Die beste Methode gegen gedankliches Chaos und verbale Diarröh.

Es liegt definitiv nicht am Unvermögen, wenn man manchmal keinen klaren Gedanken fassen kann. Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass wir unsere Gedanken nur dann in einen Rahmen fassen könne, wenn wir die Worte aufschreiben. Schreiben hat einen sehr großen Vorteil: Die Worte bringen Klarheit ins gedankliche Gewirr, weil wir in der Zeit in der wir schreiben, neue Gedanken formulieren können und sich neue Verbindungen ergeben, die von Beginn an so nicht geplant waren. Während des Schreibens kann ich Worte umstellen, die Argumentation schärfen und die Logik der Aussage überprüfen. Texte formen sich während des Schreibens. Niemand bringt einen vollständigen Text im Kopf zustande, aber man  kann den roten Faden vordenken. Schriftlich denken klärt den Kopf und stärkt die Argumentation.


Bei einem Vortrag steht zuerst die Überlegung, welches Ziel ich habe und dann forme ich den Textrahmen. Wenn der Text seinen Rahmen und einen vernünftigen roten Faden hat, suche ich die passenden Bilder dazu. Während ich all das mache formt sich das ganze Bild im Kopf. Manchmal müssen Gedanken auch durch den Kopf jagen dürfen. Damit wieder Ordnung reinkommt schreibe ich am Abend die Gedanken nieder und vermeide damit was ich einen „Stöckchen-Ästchen-Bäumchen-Wäldchen-Weltall-Kreisel“ bezeichne. Das geschriebene Wort hilft gegen gedankliches Chaos und erzwingt Ordnung vor dem Schlafengehen. Am nächsten Morgen habe ich dann oft einen gangbaren Ansatz dem ich folgen kann.


Meine Gedankenstütze ist digital. Grundsätzlich speichere ich alles in Evernote. Hier stecken mittlerweile tausende Notizen, pdf‘s, Webseiten, Bilder, Videos, Dokumente, Statistiken, Interviews und sonstige Informationen drin. Das ist mein Datenpool, ohne den ich nicht arbeiten kann. Interessante Webseiten, Whitepapers, Screenshots? Den Evernote Webclipper anklicken und die Information im entsprechenden Ordner in Evernote speichern, es ist genial einfach. Die Evernote Suchfunktion ist super, nichts geht verloren. Wie bei GoodNotes werden auch in Evernote selbst handschriftliche Texte und Texte auf Fotos erkannt und als Suchergebnisse gelistet. Mein analoges Mappei-Datei-System habe ich in den letzten Jahren sukzessive in Evernote übertragen. Dabei hilft einerseits die Fotofunktion in Evernote und andererseits Scanbot auf dem iPad und dem iPhone, mit dem ich wichtige Dokumente scanne und in Evernote speichere. Auf diese Weise ist mein Büro mobil und ich kann überall arbeiten.

Zum aktuellen Seminarprogramm der Mewes Unternehmerakademie.

Augmented Reality (AR) einfach gemacht

Seit Apple das iPhone X auf den Markt gebracht hat rückt Augmented Reality (AR) immer mehr in den Fokus der Verbraucher. Wir experimentieren seit über einem Jahr mit der Technologie und haben festgestellt, dass 95 Prozent unserer Kunden nichts über AR wissen. Seit der Veröffentlichung von Google ARCore und Apple ARKit nimmt das Thema jetzt aber langsam Fahrt auf. Noch nicht signifikant, aber immerhin sprechen vermehrt vor allem die jüngeren Zielgruppen auf AR an. Ich habe mich in den letzten Monaten auf den Einsatz von zweidimensionalen Anwendungen für unsere Bilder und Drucksachen konzentriert, weil ich Templates nutzen und so meine Produktionskosten niedrig halten kann.

Die Gestaltung von dreidimensionalen Anwendung in höchster Perfektion können Sie mir der neuen App der Daimler A-Klasse – Mercedes cAR – sehr gut testen. Stellen Sie sich das Auto in Ihr Wohnzimmer, betrachten Sie den Innenraum von hinten nach vorn und umgekehrt, umrunden Sie das Auto physisch und konfigurieren Sie Farbe, Felgen und Zierleisten wie in einem herkömmlichen Konfigurator. Und zum Schluss stillen Sie noch Ihren Spieltrieb und fahren Ihr konfiguriertes Auto noch etwas im Wohnzimmer herum. Die App zeigt, wozu AR fähig ist.

Ich habe Ihnen ein einfaches Beispiel angelegt:

1. Downoaden Sie die App Layar im Google Play Store oder im AppStore
2. Öffnen Sie die App
3. Das Suchfeld quer auf das obige schwarz-weisse Titelbild halten
4. In der Fußzeile antippen zum Scannen

In der Fußzeile öffnen sich die drei Schaltflächen Webseite, E-Mail, Telefon. Klicken Sie mal drauf und probieren Sie es aus. Mit dem Klick auf die Schaltfläche Web kommen Sie direkt auf die Landingpage des DigitalHairdresser, mit Klick auf die Mail direkt zu mir und mit Ruf an kontakten Sie direkt unsere Rezeption.

Probieren Sie es aus und wenn Sie mehr wissen wollen, dann schreiben Sie mir einfach eine Mail aus der AR-Anwendung heraus oder rufen Sie direkt an.

 

Digitale Geldwirtschaft – Die Freiheit die wir meinen?

euro cash withdrawal from an ATM of the airport

euro cash withdrawal from an ATM of the airport

Das Ende des traditionellen Bankgewerbes ist angekündigt. Die FinTec Branche attackiert mit disruptiven Innovationen. Tägliche Transaktionen am POS werden immer mehr digital getätigt was mein Leben ungemein erleichtert. Ich bin dafür!

Immer lauter wird in diesem Zuge die Abschaffung des Bargeldes gefordert. Ich bin dagegen! Ich brauche zum Einen eine Wahlmöglichkeit und zum Anderen eine staatlich garantierte Währungssicherheit in Form physisch greifbarer Banknoten und Münzen.

Bargeld ist in den Augen der Finanzer teuer und ineffizient. Mag sein. Aber den Zustand der Alternativlosigkeit lehne ich für mein generell Leben vehement ab. Ich werde heute schon durchleuchtet, überwacht, getrackt. Die Daten stelle ich freiwillig zur Verfügung, weil ich Smartphone, Navi, Kreditkarte verwende und weil mir das einen persönlichen Nutzen bringt.

Aber: eine Wahl zu haben bedeutet Freiheit, und was kann über der Freiheit stehen?

Wo liegt das Problem mit dem digitalen Geld?

Über 80 Prozent der Geldmenge in der Eurozone ist Giral- oder Buchgeld. Dieses Geld existiert nicht wirklich, es ist elektronisch erzeugt, hat aber denselben Wert wie Banknoten. Diese Geld der Notenbanken macht heute nur noch um die 20 Prozent des gesamten Geldes in der EU aus. Wenn die Bank einen Kredit vergibt entsteht Giralgeld das die Bank über eine Rücklage von lediglich 3% des neu geschaffenen Geldes absichern muss (1% Mindestreserve, 1,4% Bargeldreserve, 0,1-0,6% für die Überschussreserve). Die Bank transferiert das Buchgeld auf ein Konto, es beginnt zu zirkulieren, und wenn der Kredit zurückbezahlt ist verschwindet das Geld wieder. Es war nur ein Buchungsvorgang in den Büchern der Bank.

De facto ist es also schon heute so, dass wir so gut wie kein Bargeld mehr haben. Man stelle sich aber weiterhin vor, dass dieser geringe Gegenwert von 20% Bargeld in Form von Noten und Münzen ganz wegfällt. Geld könnte von jeder Bank per Knopfdruck produziert und vernichtet werden. Ein staatlicher Einfluss über den Geldverkehr ist ohne Banknoten und Münzen nicht mehr vorhanden, die Kontrolle über die Bürger durch privatwirtschaftlich agierende Geldproduzenten wäre vollkommen. Wer soll das wollen?

Hatte jemand im ausschließlich von Bargeld bestimmten Wirtschaftsleben einen Kauf getätigt musste er die Rechnung mit real existierendem Geld bezahlen. Wenn sich heute eine Bank eine Immobilie kauft braucht sie nicht einmal mehr selber einen Kredit aufzunehmen. Sie bucht einfach den Betrag elektronisch als Sichteinlage auf das Konto des Verkäufers. Bedingt durch das System kann die Bank relativ sicher sein, dass die Sichteinlage – für die sie haftet und diese auf Wunsch des Kontoinhabers in Bar ausbezahlen muss – nicht abgehoben wird, sondern als Buchgeld auf dem Konto bleibt. Da auch Geldanlagen und Investitionen mit Buchgeld getätigt werden macht eine Barabhebung über den persönlichen Bedarf hinaus überhaupt keinen Sinn mehr.

Ich bin kein übertriebener Skeptiker, aber ich vertraue privatwirtschaftlich agierenden Bankkonzernen nicht, und ich will auch nicht mein persönliche Wohl oder Wehe in den Händen von Banken sehen. In unserem Wirtschaftssystem werden Konzerne immer mit alle Möglichkeiten versuchen, das Machbare bis zur Schmerzgrenze auszureizen, und wenn das nicht mehr genügend Gewinn verspricht darf es gerne auch darüber hinaus gehen. Die ethischen und moaralischen Grennzen dieses wirtschaftichen Tuns in gesellschaftlichen Diskursen auszuloten wird dann obsolet, weil es nichts mehr an der Situation ändert.

Sei es noch so ineffektiv und teuer zu handhaben – ich liebe Bargeld!