Innovation Archive - Seite 5 von 5 - Peter Gress

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Handwerk 4.0

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Ich habe ein ursprünglich englisches Zitat übersetzt, es passt genau für meine Vision vom Handwerk 4.0:

Entscheide was Du willst.
Schreib es auf.
Mach‘ einen verfluchten Plan.
Und…
Arbeite daran.
Jeden.
Einzelnen.
Tag.

Ich mag die dogmatischen Strukturen in den Innungen nicht. Es bewegt und verändert sich zu wenig. Mir fehlen die frischen Gedanken für Zukunft. Eine moderne Führung in den Berufsverbänden wäre darauf aus, Zukunft innovativ und aktiv zu gestalten, indem sie ihr derzeitiges Tun selbstkritisch hinterfragt. Davon merke ich nichts, eher das Gegenteil ist der Fall: Die Vergangenheit wird mit Durchhalteparolen verteidigt.
Die vom Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg ideell getragene Messe hair + style management in Stuttgart ist Geschichte. In diesem Zusammenhang hat der Verband vom toten Pferd geschrieben, von dem man absteigen müsse. Meine Frage dazu: Ist der Verband oder die Messe vom toten Pferd abgestiegen? Warum ist es so schwer, selbstkritisch zu sein? Wollen die Verbandsführungen nicht? Oder können sie nicht? Oder fehlen ihnen die Ansätze? Fehlt ihnen gar der Mut? Der Verband will neue Wege finden und kommt mit einem Osterhasenvideo und der Floskel: Wir sind die Friseure, wir überlegen uns was für euch. Überlegen hätte schon lange passieren müssen. Hier fühle ich mich nicht mehr vertreten.

Gress Friseure sind seit über 50 Jahren in der Innung Esslingen. Bisher hat das für mich noch Sinn gemacht, aber im Sommer 2015 verlässt uns die letzte Auszubildende im staatlich dualen System. Jetzt steht der Verbleib in der Innung zur Diskussion, und ich werde sicher nicht auf die goldene Ehrennadel warten. Ich sehe es nicht als Ehre an, in einem Berufsverband zu sein, der die Zeichen der Zeit nicht erkennt.

Handwerk 1.0
Innungen und Verbände sind 1.0 Entwürfe. Statisch, unflexibel, unattraktiv. Sie sind Bewahrer einer unzeitgemäßen Abgrenzungskultur. Sie sind Inseln in einem bröckelnden System, und sie werden durch ihre Unfähigkeit zur grundlegenden Erneuerung in ihrer derzeitigen Form eliminiert werden.

Handwerk 4.0
Ausbildung 4.0, Weiterbildung 4.0, Spezialisierung 4.0 und Handwerks-Management 4.0. sind zukunftsorientiert, dynamisch, innovativ, flexibel und auf High-Performance angelegt. Viele Innungsmitglieder könnten so sein, aber das nivellierende Verbandssystem würgt sie ab. Sie gehen lieber eigene Wege, weil sie mit dem Verbleib im Verband keine Zukunft sehen.

Handwerk 4.0 zielt auf Premiumleistung. Deshalb gründen wir die Initiative für Ausbildung im Friseurhandwerk.

Daran arbeite ich.
Jeden.
Einzelnen.
Tag.

Initiative für Ausbildung im Friseurhandwerk

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Peter Gress Statement zur Mitarbeitersituation im Friseurhandwerk ist ein Aufruf an interessierte junge Menschen die beim Reset des deutschen Friseurhandwerks vorne mit dabei sein wollen. Unterstützt den Wandel, verabschiedet euch vom Neun-bis-Fünf Denken, hängt euch rein und werdet nicht nur gut, sondern exzellent. Sucht euch Ausbilder die Ausbildung ernst nehmen, die eine Vision für den Beruf haben, die euch unterstützen, die euch viel abverlangen und viel geben. Sucht euch Unternehmen denen die Zukunft wichtig ist, die wissen, dass man ohne exzellente Mitarbeiter kennen Blumentopf gewinnen kann.

Aber verabschiedet euch auch vom Anspruchsdenken. Eure Unternehmen sind nicht dazu da, euch alles und jedes anzudienen. Ihr müsst selber in Gang kommen und die Zukunft wollen, denn Exzellenz kommt nur aus einem selber.

Guter Friseur / Schlechter Friseur

Ein guter Friseur liebt seine Kunden und spricht freundschaftlich mit Ihnen. Ein schlechter Friseur interessiert sich nicht für seine Kunden. Während sich ein guter Friseur immer Gedanken um seine Kunden macht, interessiert sich der schlechte Friseur nur für die Erledigung seiner Arbeit ohne größere Störung des Tagesablaufes. Ein guter Friseur ist niemals bequem, er weiß, dass er immer hundertprozentige Leistung bringen muss. Ein schlechter Friseur schaltet auf Halbgas, lässt Kunden warten und fordert damit die Anpassung der Kunden an seinen Takt. Einem guten Friseur wird das niemals passieren, er sucht immer einen Weg, wie er seine Kunden noch besser unterstützen kann.

Ein guter Friseur beißt sich in eine Arbeit hinein, er weiß, dass optimale Leistung nur über konzentriertes Arbeiten kommt. Ein schlechter Friseur macht seine Haarschnitte immer nach demselben Muster ohne sich über die Qualität der Arbeit Gedanken zu machen. Er mogelt sich durch und stellt sich seinen Problemen nicht. Ein guter Friseur weiß was er nicht kann, ein schlechter Friseur verleugnet seine Mankos. Ein guter Friseur ist ein ernsthaft arbeitender Mensch mit einem starken Hang zur Kommunikation. Ein schlechter Friseur interessiert sich weder für seine Mitmenschen noch für seine Teamkollegen. Ein guter Friseur arbeitet immer im Sinn des Unternehmens, weil er weiß, dass nur so alle Arbeitsplätze dauerhaft erhalten bleiben können. Ein schlechter Friseur interessiert sich nicht für das Unternehmen, er verfolgt ausschließlich seine eigenen Ziele.

Ein guter Friseur unterhält seine Kunden, er macht sich spannend. Ein schlechter Friseur eiert interesselos durch sein Arbeitsleben und langweilt seine Kunden. Ein guter Friseur ist niemals langweilig und hat immer eine gute Geschichte parat, während ein schlechter Friseur über nichts etwas zu erzählen weiß. Ein guter Friseur denkt für seine Kunden mit, er fühlt intuitiv was seine Kunden brauchen. Ein schlechter Friseur hat keine Intuition dafür was seine Kunden brauchen, es ist ihm schlichtweg egal. Ein guter Friseur hat keine Angst davor Fehler zu machen, er weiß, dass es ohne Fehler keine Weiterentwicklungen gibt. Ein guter Friseur weiß aber auch, dass man durch die unvermeidlichen Fehler keine Kunden verlieren darf. Deshalb ist ein guter Friseur immer ehrlich und versucht nicht Fehler weg zu reden. Ein schlechter Friseur ist nie an etwas Schuld, er lehnt jede eigene Verantwortung für seine Leistung ab.

Ein guter Friseur spürt wann er seine Kunden in Ruhe lassen muss, ein schlechter Friseur quatscht seine Kunden mit uninteressantem Themen zu Tode. Ein guter Friseur will seinen Kunden helfen gut auszusehen, einem schlechten Friseur ist der Kunde egal. Deshalb ist ein guter Friseur auch ein guter Berater der seine Produkte kennt, während ein schlechter Friseur nicht an einer Unterstützung seiner Kunden interessiert ist. Ein guter Friseur will immer mehr aus seinem Beruf machen, er will sich weiterentwickeln und er weiß, dass er das nicht zum Nulltarif bekommt und dass er auch selber gefordert ist. Ein schlechter Friseur ist an seiner Weiterentwicklung nicht interessiert, weil er sich dann mit sich selbst auseinandersetzen muss. Er will dafür weder die Zeit aufwenden noch eigenes Geld für sein persönliches Fortkommen ausgeben.

Ein guter Friseur schafft sich ein funktionierendes Netzwerk, ein schlechter Friseur genügt sich selber. So hat ein guter Friseur immer eine Vision die ihn nach vorne treibt, während ein schlechter Friseur sein Brett zu nahe am Kopf trägt. Ein guter Friseur hat immer Ziele die er mit aller Energie verfolgt, ein schlechter Friseur sieht nur Hindernisse. Ein guter Friseur sucht die Fehler zuerst bei sich selber, ein schlechter Friseur hat für alles eine Ausrede. Während für einen guten Friseur die Selbstkritik zum guten Ton gehört, ist das Wort für einen schlechten Friseur das Wort unbekannt. Für ihn sind immer die anderen schuld. Gute Friseure sind diszipliniert, schlechte Friseur halten nichts von Disziplin.

Adieu ihr Schnarchzapfen, Langeweiler, Nasenbohrer, Stumpfköpfe, Antriebslose, Überstundensammler und Minutenzähler.

Herzlich willkommen ihr neuen Geister, ihr Aufgeschlossenen, Visionäre, Dampfmaschinen, kreative Treiber, energetische Umsetzer und Trainingsjunkies.

Mit euch verändern wir den Beruf!

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