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Podcast – Peters tägliche Gedanken zur Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit (6)

Informationsbeschaffung zur Kreislaufwirtschaft ist der wichtigste Schritt hin zur Analyse eines Zustandes. Ich habe gelernt, dass nur der etwas findet, der die richtigen Fragen stellt.

Podcast No. 6

Die gesammelten Informationen müssen gelesen, verstanden, sortiert werden, und zu einer Einheit zusammengefügt werden. Kreislaufwirtschaft ist systemisch, entsprechend komplex ist das Thema. Ein in einem System auftretendes Problem kann nicht in einzelne Brocken zerteilt und linear gelöst werden.

Was ursprünglich gut gemeint ist verkehrt sich oft ins negative, weil ein System durch ein Netzwerk von Variablen miteinander verkettet ist. Wenn wir links oben drehen, beeinflusst das die Wirkung rechts unten. Wenn wir diese Verkettungen nicht weit genug mitdenken, und sie zu isoliert betrachten, kann das zu schweren Schäden im Ergebnis führen.

Spezialisten, die viel wissen sind oft in ihrer klaren Entscheidungsfindung gehemmt. Sie hoffen mit jedem Detail auf mehr Klarheit, verstricken sich aber oft in der Vielfalt der Informationen. Die Entscheider, denen die Informationen zugetragen werden, haben meist nicht dieses tiefe Detailwissen, sehen dafür die Situation klarer und können besser entscheiden.

Dafür müssen sie  zuhören und vertrauen können. Denn: Wer viel weiß, weiß auch, was er nicht weiß. Trotzdem sind Entscheidungen natürlich notwendig, und sie sollten auch getroffen werden wenn die Sicht schlecht ist. Eine wichtige Voraussetzung für effektive Entscheidungen in einem derart komplexen System ist das Wissen um Nichtwissen.

Wir müssen die Funktion des Systems verstehen und verinnerlichen, aber gleichzeitig akzeptieren, dass Menschen immer Spuren in der Umwelt hinterlassen werden. Eine Null-Emission der Menschheit wird es niemals geben. Wir müssen sie jedoch so klein wie möglich halten.

Dietrich Dörner folgert in seinem Buch „Die Logik des Mißlingens – Strategisches Denken in komplexen Situationen“  folgendes: Ich zitiere: „Die mangelnde Dekomposition eines Komplexziels führt zunächst zur Unsicherheit. Man weiß ‚irgendwie‘ gar nicht was man eigentlich soll.

Daher gibt man sich dann auf die Suche nach Problemen. Hat man welche gefunden, so steht als nächstes die Überlegung an, welches der Probleme man denn nun als erstes angehen sollte. Man muss Schwerpunkte bilden. Hat man aber für die Schwerpunktebildung keine Kriterien, die sich auf die Struktur des Systems beziehen, so wählt man eben die auffälligsten. Oder die, für die man Lösungsmethoden kennt.“  Soweit Dörner!

Wenn man aber Lösungsmethoden anwendet, mit denen man schon seit jeher gearbeitet und entschieden hat, kann man keine alternative Sicht auf eine neue Realität haben. Wir sind es seit hunderten von Jahren nicht gewohnt, in Komplexität zu denken. Wir haben eher die Tendenz zur Simplifizierung entwickelt, weil wir mit der Komplexität nicht umgehen können. Diese Simplifizierung ist jetzt jedoch an ihr Ende gekommen.

Plastik am Strand

Podcast – Peters tägliche Gedanken zur Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit (5)

Produkte werden in einer Kreislaufwirtschaft so geplant, dass sie einfach in ihre Bestandteile zerlegt werden und diese recycelt werden können. Ein weiteres wichtiges Thema in der Kreislaufwirtschaft ist es, ein Problem zu lösen und keine neuen Probleme mit dieser Lösung schaffen.

Verwirrung durch Schilder

Leistung statt Verteilung

Ich habe mich schon während des Wahlkampfes 2021 gewundert, dass das Thema Leistung für keine Partei eine große Rolle gespielt hat. Wir waren von Corona gebeutelt, der Staat hat den Säckel weit aufgemacht und Geld verteilt. Schade nur, dass wir Friseure davon im ersten Lockdown nichts abbekommen haben. Darüber bin ich heute noch stinkig, aber sei’s drum, das ist durch. Es ging um Verteilung von Geld, um Rettung von Unternehmen, ob sinnlos oder sinnvoll wurde nicht detailliert hinterfragt.

Einfach- und Doppelwummse

Was mich vor diesem Hintergrund nachhaltig beschäftigt, ist die Frage nach der Leistungsbereitschaft der Menschen in Deutschland. Vor dem Hintergrund der Einfach- und Doppelwumse mit Unmengen verknüpftem Geld sollte uns das ein paar Überlegungen wert sein. Viele stellen sich die Frage, wer je die Schulden zurückzahlen soll. Anderen ist der momentane Wumms noch nicht genug. Die Wirtschaft steht vor einer Rezession, trotzdem verteilt die Regierung Geld, als gäbe es kein Morgen. Trotz des Geldregens wenden sich die Menschen immer mehr von der Politik und vm demokratischen System ab. Mehr vom immer gleichen funktioniert offensichtlich nicht mehr.

Politik ohne Ausbildung

Als Handwerker machen wir eine Ausbildung, die Gesellenprüfung und die Meisterprüfung. Studenten schreiben Prüfungen, machen Bachelor, Master und promovieren. Handwerker und Akademiker lernen ihr Metier, damit sie drin Höchstleistung erreichen können. In der Politik sieht das ganz anders aus. Jede und jeder kann sich aufstellen lassen, kann gewählt werden und sitzt dann an den Stellhebeln des Landes. Ich habe Sorge, dass das nicht immer die Besten sind, und ob sie verstehen, was die Leistungsträger in Deutschland umtreibt.

Transformationsprozess

Seit Jahresbeginn 2022 stehe ich, wie viele andere auch, unternehmerisch unter Druck. Der Ukraine-Krieg mit den damit verbundenen Folgekosten hat diesen Zustand noch einmal verstärkt. Die Mitarbeiter brauchen Kunden, das Unternehmen Nachwuchs und Fachkräfte, bei den Kunden wird das Geld knapp. Wir stehen in einem organisatorischen und konzeptionellen Transformationsprozess. Jeden Tag gilt es, Entscheidungen unter unsicheren Bedingungen zu treffen. Jede heute getroffene Entscheidung kann morgen falsch sein, immer abhängig davon, wie sich die wirtschaftliche und politische Lage verändert.

Als Unternehmer muss ich Leistung bringen, um Kunden anzuziehen und zu halten. Das muss ich mit Fachkräften schaffen, die schwer zu bekommen sind. Deshalb bilden wir seit Jahrzehnten ohne Unterbrechung aus.  Aber auch das wird schwieriger, weil wir seit Jahren einen Rückgang an ausbildungswilligen jungen Menschen um rund 63 Prozent haben. Der Mangel an Fachkräften ist damit erklärt. Kurzarbeit und Einschränkung der Öffnungszeiten sind keine Tabus mehr. Ich beachte dabei aber nicht nur mögliche Einsparungen, sondern habe auch die zukünftige Entwicklung des Betriebs im Auge.

Spareffekt nicht übertreiben

Vorsicht: Der kurzfristige Spareffekt ist oft kontraproduktiv gegen die langfristigen Entwicklung. Die Gefahr eines schweren unternehmerischen Fehlers ist groß. Die damit zusammenhängenden Entscheidungen muss ich ständig neu bewerten. Das ist anstrengend, deshalb stellt sich regelmäßig die Sinnfrage, ob ich die notwendige Energie dafür noch Tag für Tag zur Verfügung stellen kann und will. Ich bin gerne Unternehmer, und Arbeit macht mir Spaß. Eher blühe ich auf, wenn ich ein sinnvolles Projekt entwickeln kann. Aber der Energieaufwand für von Monat zu Monat extremer. Zunehmend steht auch der Gesundheitsaspekt immer stärker im Fokus.

Sicherheit um (fast) jeden Preis

Leistung ist ein Wort, das ich in Deutschland vermisse. Es geht weniger um eine Transformation für eine prosperierende Zukunft, als um die Sicherung des erreichten Wohlstandes unter allen Umständen. Wohlstand ist, so habe ich den Eindruck, das Geburtsrecht der Deutschen. Dass der Wohlstand nicht von der Politik kommt, sondern von der Leistung jedes Einzelnen wird ausgeblendet. Die Menschen sind satt geworden. Es liegt eine bleierne Schwere über dem Land. Haben die Deutschen den Glauben an ihre Zukunft verloren? Flucht nach rechts? Das ist eine Entscheidung wider die Freiheit.

Ich freue mich jedenfalls darüber, gesund zu sein, dass meine Gedanken fließen, und dass ich trotz allen derzeitigen Beschwernissen den Glauben an eine lebenswerte Zukunft nicht verloren habe. Bleiben wir also gemeinsam motiviert, die Aussichten für unser Land und unsere Profession gut zu gestalten. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Schreibt mir gerne in den Kommentar über eure Motivation und die Maßnahmen, die ihr in eurem Unternehmen umsetzt, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Mann malt Glühbirne auf gelbem Hintergrund

Ja, aber…

…und was gegen notwendige Veränderungen wie Nachhaltigkeit, den Umweltschutz und gegen die Kreislaufwirtschaft steht.

Gründe, etwas nicht zu tun, gibt es immer

…“das haben wir hier schon immer so gemacht, das geht nicht anders“

…“das haben wir hier noch nie so gemacht, das wollen unsere Mitarbeiter nicht“

…“wir haben dazu gar keine Zeit, wir müssen uns ums Wesentliche kümmern“

…“mit so was wollen unsere Kunden nichts zu tun haben“

…“von unserem Geschäft haben Sie doch gar keine Ahnung“

…“never change a running system heißt, immer schön beim Alten zu bleiben“

…“wir haben nicht die Leute dafür, und wir finden auch niemand passenden“

…“das ist nicht unser Kerngeschäft, Neues bindet zu viele Ressourcen“

Nichts klebt besser als Gewohnheit

Zurzeit merken wir sehr deutlich, was es heißt, von Gewohnheiten abhängig zu sein. Wir waren billiges Gas aus Russland gewohnt. Die Städte waren hell erleuchtet. In Häusern brannte das Licht die ganze Nacht. Wasser wurde überall verschwendet. Der Strompreis spielte nur eine kleine Rolle. Die Liste ist lang, stellt euch selber vor, was da noch drauf kommt.

Nadelöhr Suez-Kanal

Am 23. März 2021 blockierte die Evergiven sechs Tage lang den Suez-Kanal. Sechs Tage, mit denen die weltweiten Lieferprobleme begannen. Sechs Tag, in denen sich die Verwundbarkeit unseres Wirtschaftssystems gnadenlos offenbarte. Sechs Tage, die dafür sorgten, dass sich Schiffe weltweit vor den Häfen stapelten und damit einen Containerengpass auslösten, unter dem wir noch eineinhalb Jahre später leiden.

Als würde das nicht reichen

Ukraine-Krieg, Chinas Lockdown wegen der Null-Covid Strategie, Rekordinflation im Euroraum, extreme Staatsverschuldungen und nicht zuletzt Parteien-Dogmen statt Realismus gegenüber der Lebenssituation von Millionen Bürgern und Selbstständigen. Es entwickelt sich ständig wachsendes Misstrauen in die Demokratie zugunsten rechter Parteien wie der AfD in Deutschland.

Italien und Schweden rücken nach rechts. Polen und Ungarn nehmen es mit der Unabhängigkeit von Justiz und Presse nicht so genau. Und welches Spiel Putin momentan spielt, so der allgemeine Endruck, weiß er wahrschenlich selber nicht genau. Summa summarum keine guten Aussichten für Demokratie, Meinungsfreiheit und Wirtschaftswachstum.

Wirtschaftswachstum ade?

Ein Wirtschaftssystem, das in einem Raum mit begrenzten Ressourcen agiert, kann nicht unbegrenzt und dauerhaft wachsen. Das bedeutet, es wird vielen Menschen zukünftig schlechter gehen. Der Sozialstaat kommt an seine Grenzen, wenn er weiterhin nur Geld verteilt, ohne Gegenleistung seiner Bürger einzufordern.

Viele Bürger verstehen die staatsseitige Versorgung quasi als Geburtsrecht, das zu jeder Zeit eingefordert werden kann. Dass Geld nur von Leistung kommt spielt scheinbar keine Rolle mehr, solange die Politik Zugriff auf die Druckerpresse hat. Aber auch das hat seine Grenzen, wie wir an der extrem hohen Inflation sehen.

Was bedeutet das für die Friseure?

Der Markt wird sich lichten. Es gibt zu viele Betriebsstätten für zu wenig Menschen mit ausreichenden Finanzmitteln. Nur eine kleine Bevölkerungsschicht braucht sich über steigende Preise weniger Sorgen zu machen als die Mittelschicht. Die Anbieter und die Masse der Konsumenten leiden aber stark unter steigenden Kosten und damit verbundenen Ängsten. Wie lange sich diese Spirale in unserer Branche noch weiter in sich selber hinein drehen kann, bevor die Feder reißt, wird sich zeigen.

Im Kampf um Kunden ist es definitiv wichtig, dass wir unsere Beratung und die Kommunikation verbessern. Wir sehen momentan bei unseren Auszubildenden, dass sie in der Schule zwar die Theorie und in geringem Maße auch die Praxis geschult bekommen, aber die Beratung spielt in der Ausbildung nur eine mindere Rolle.

Einige Kolleginnen und Kollegen haben sehr gute Konzepte für die professionellere Beratung beim Friseur. Je knapper die verfügbaren Finanzmittel sind, desto höher ist der Kundenfokus auf hoher Leistung. Beratung läuft bei mir strategisch unter Kundenkommunikation. Oft haben Kunden kaum die Chance sich zu artikulieren, schon geht der kreative Gaul mit uns durch, und wir präsentieren eine Lösung, bevor wir richtig tiefgreifend nachgeforscht haben, welche dauerhaften Probleme die Kunden gelöst haben möchten.

Wir sollten uns die Wissenschaft zum Vorbild nehmen. Wenn ein Problem noch nicht hinlänglich erforscht ist, stellen Wissenschaftler Fragen. Nicht umsonst spricht man davon, dass wer fragt, führt. Vor der Lösung muss das Problem exakt definiert werden. Wir fragen bei unseren Kunden nach bis wir eine erschöpfende Antwort haben. Dabei geht es nicht um die ständige Wiederholung das schon Besprochenen, sondern um neue Antworten durch neue Fragen. Fragen bildet, weil wir nur aus den Fragen heraus verstehen können.

Das gilt für die Wissenschaft genau so, wie für beratende Friseure. Das wird uns im ersten Schritt helfen, unsere Betriebe zu sichern. Die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Verwerfungen können wir nicht beeinflussen oder gar kontrollieren. Wir Kleinunternehmer schwimmen zwar nur im großen Strom mit, aber wir sollten uns trotzdem mit aller Kraft dagegen wehren, uns in gefährliche existenzielle Strudel ziehen zu lassen.

Solange wir können, müssen wir uns wehren. Kreativ in Job und Organisation, und mit Verständnis für die allgemeine politische, wirtschaftliche und gesellschaftlichen Entwicklungen.

Ro-Bot

Digitalisierung beim Friseur

An Montag, 9. Mai 2022, hatte ich einen Vortrag bei der Dualen Hochschule BW gehalten. Es ging um die Digitalisierung im Handwerk, in meinem speziellen Fall um die digitale Transformation im Friseurhandwerk.

Interessante Einblicke

In den Gruppenarbeiten kamen einige interessante Ideen auf meine Liste, an die ich so dezidiert noch nicht gedacht habe. Wieder mal wurde damit der Beweis geführt, dass ein unverstellter Blick von außen frische Ideen, oder wenigstens alternative Ansätze hervorbringen kann.

Eines der Themen war der Einsatz eines Bots auf der Webseite. Die Idee dazu habe ich von der Pandemie schon mit Lisandro Adler diskutiert. Die Pandemie hat die Weiterentwicklung bei mir gestoppt. Nach der Kreativsitzung an der DHBW werde ich das Thema aller Voraussicht wieder aufnehmen. Die Studenten haben mir gezeigt, dass die Fragestellung der wichtigste Knackpunkt ist. Welche Fragen stellen die Kunden? Diese lassen sich leider nicht umfänglich definieren.

Bot oder nicht

Ein Bot hilft, wenn er für die Kunden einfach zu bedienen ist. Außerdem ist die Qualität der Antworten (auf nicht 100 Prozent bekannte Fragen) ausschlaggebend. Leider gibt es (noch) keine Erhebungen zu den Fragen, die Friseurkunden stellen, wenn sie sich über Friseure und ihre Angebote informieren. Das wäre natürlich eine große Hilfe, aber ich vermute, dass wir noch länger auf solche Daten warten müssen.
Ich glaube, dass nur ein kleiner Teil der potentiellen Neukunden einen Bot nutzen würden.

Online-Beratung

Friseurdienstleistung ist kein Stangenprodukt, dazu gibt es immer einige Fragen. Diese lassen sich durch persönliche Interaktion am Telefon besser beantworten. Eine gute Alternative zum Bot ist die Online-Beratung über WhatsApp, Zoom oder ähnliche digitale Tools. Das funktioniert sehr gut. Über Video kann ich Kunden einen Vorschlag machen, welcher Haarersatz passen könnte und was es kostet.

Doch lieber telefonieren

Ich selber nutze Bots auf Webseiten eher selten. Der Telekom-Bot bietet einen guten Service, ist aber schnell beim Angebot eines persönliche Gesprächs. Wenn der Bot eine Frage nicht verstanden hat, kommt die Aufforderung: „Können Sie das bitte nochmals mit anderen Worten formulieren?“ Kann ich, aber an diesem Punkt bin ich geneigt, ein Telefonat zu buchen.


Bots haben einen Anklang von Hotline. Sie sind anonym, und sie sind nicht schlau genug, um in einer Unterhaltung die Bälle vernünftig zurück zu spielen.Das nervt irgendwann genauso wie die Wartezeit in der Hotline. Es ist einfach so, dass Probleme schneller gelöst werden, wenn man mit einem Menschen gesprochen, und seine Wünsche formuliert hat. Trotzdem gibt es Kundengruppen, die dieses Angebot gerne nutzen. Wir müssen uns eben in der Planung des Bots die Frage stellen, ob diese Zielgruppen die unseren sind.

Entwicklungskosten

Ein weiterer Punkt sind die Kosten für die Entwicklung eines Bots. Für unserer durch die Pandenie geschwächtes Unternehmen sind die Entwicklungskosten derzeit nicht zu schultern. Vielleicht war es ganz gut, dass ich die Entwicklung vor der Pandemie nicht weiter verfolgt habe. Im Grunde genommen muss bei allem was wir tun der Nutzen für die Kunden prioritär betrachtet werden.


Viele Kunden haben dazuhin eine gewisse Online-Müdigkeit. Monatelanges Home-Office mit täglichen Online-Meetings haben manchen gestresst. Menschen brauchen Menschen in direktem Kontakt! Die Digitalisierung macht nicht frei, sie nervt bei übermäßigem Genuss. Zu Beginn der Pandemie wurde das Arbeitsleben explosionsartig digital. Das war ungewohnt und für manche vielleicht sogar erschreckend.

Zu Beginn des Home-Office haben die Vorteile überwogen, mit der Dauer wurden viele dieser Art der Arbeit überdrüssig. Wahrscheinlich ist es klüger, den Bot doch noch etwas zu schieben, bis die Hybridisierung der Büroarbeit funktioniert und die Berührungsbedenken geringer werden.

De Blick von außen

Dennoch möchte ich klar sagen, dass die Zusammenarbeit mit den dualen Studenten der DHBW erfrischende Einsichten gebracht hat. Ich habe meine Strategie und meine Zahlen auf den Tisch gelegt, und ich habe gute Ideen zurück bekommen. Deshalb glaube ich auch, dass wir für die gesamte Branche externe Hilfe brauchen, um neue Impulse zu erhalten, die uns Friseuren insgesamt einen positiven Push bringen.

Erleuchtete Glühbirne

Voranirren in Coronazeiten

„Hast du einen Plan?“ Diese Frage stelle ich während vielen Gesprächen anderen Unternehmern. Die Händler und Dienstleister in den Innenstädten haben keinen. Wie auch? Mir geht es ja genauso, es gibt keine Sicherheit für eine gelingende Transformation eines Geschäftsmodells. Deshalb gilt: Voranirren in Coronazeiten.

Abhängig von der Politik

Wie soll das auch gehen, wenn wir von politischen Entscheidungen abhängen? Wir können weder etwas dagegen noch etwas dafür tun. Aber wir können unser Mindset verändern und uns darauf trainieren, dass sich unsere Gedanken nicht in der Corona-Dauerschleife verlieren. Wir sind frei, über die vorhandenen Probleme durch Corona hinaus zu denken. Wir dürfen an den ganz großen nächsten Wurf glauben, den wir mit unseren Unternehmen landen und in Zukunft erfolgreich sein werden. Voranirren in Coronazeiten ist derzeit das neue Normal.

Die Mitarbeiter im Fokus

Mein Konzept steht unter Beschuss, nicht nur, weil Umsatz fehlt. Auch und vor allem, weil ich vor Corona gar keine Notwendigkeit dafür gesehen habe, etwas zu ändern, weil es ja gut lief. Jetzt steht dafür alles auf dem Prüfstand, und ich habe festgestellt, dass es gar nicht so gut lief, wie ich dachte.

Die Einrichtung, das Angebot, die Ausbildung, die Weiterbildung, die Spezialisierung, der Kundennutzen, Ökologie und Nachhaltigkeit – die Liste ist lang und natürlich werde ich Lösungen finden. Das wirtschaftliche Umfeld ist sehr sprunghaft und unsicher. Die Situation dabei komplex und und es gibt keine Werkzeuge, sie zu vereinfachen. Wo also soll ich ansetzen? Beim wichtigsten Thema, meinen Mitarbeitern!

Transformation braucht Kapital

Deutschland irrt nicht einmal mehr voraus, Deutschland ist einfach stehen geblieben und teilweise sogar zurück geschritten. Ich möchte aber sehr gerne dazu beitragen, das zu ändern. Deshalb gestalte ich die Zukunft in meinem Einflussbereich. Digitalisierung, Ökologie und Nachhaltigkeit, sowie die Erhöhung des Kundennutzens und des Erlebniswertes sind dabei die wichtigen Themen.

Das Wie und das Wie lange dauert das ist davon abhängig, wie ich mit meinem Geschäft durch die Pandemie und aus der Pandemie hervorkomme. Eine Transformation braucht Kapital, das ich derzeit nicht in ausreichendem Maße habe, das muss erst wieder verdient werden. Und es kommt darauf an, wie stark die Vision ist, hinter der sich die Mitarbeiter aufstellen können.

Unterwegs im Schaum

Mit gefällt das Wort voranirren. Es passt gut in die pandemische Zeit, und es ist das Gegenteil von Planungssicherheit. Wir sind im Nebel unterwegs, oder im Schaum, wie es der Philosoph Peter Sloterdijk bezeichnet. Es gibt nicht mehr den geraden Weg zum Ziel, wenn es den je gab.

Wir machen Umwege, gehen um Ecken, sehen mal den Horizont, mal nicht und orientieren uns nach Gefühl, weil die Zahlen nur noch bedingt für eine Transformation taugen. Oliver Leisse, Inhaber der Agentur SEE MORE Future Research & Development hat es auf den Punkt gebracht: „Aus: Die Großen fressen die Kleinen wurde: Die Schnellen fressen die Langsamen ist heute: Die Versteher fressen die Nichtversteher geworden!“

Wer anpassungsfähig und mutig ist, und wer gerne Dompteur in unsicheren Zeiten ist, kann die erfolgreiche Transformation schaffen. Ich bin überzeugt, mein Team und ich gehören dazu.Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare und Reaktionen.


Übrigens: Ich lade euch am Mittwoch, 1.12.2021, um 19:30 Uhr, ganz herzlich ein zum Facebook-Live Talk mit Hannes Kielmeyer und seinem Team bei Kielmeyers 1582 in Esslingen. Schaut ab 2.11.2021 auf die Ankündigung hier im Blog und gerne auch auf meiner Facebookseite.

Tragt euch gerne in meinen Newsletter ein, dann verpasst ihr keine Termine.

Peter Gres Podcast Quickies

017 – Podcast – Local Marketing mit Google My Business

Podcast 017 – Local Marketing mit Google My Business

Heute geht es um lokales Marketing mit Google My Business

Im lokalen Marekting gibt es kein besseres Tool als Google My Business. Google spielt bei der Internetsuche weltweit eine Hauptrolle. In USA beläuft sich der Marktanteil von Google auf 81 Prozent. In Deutschland waren es im Januar 2021  84 Prozent. Selbst in Russland hat Google die Suchmaschine Yandex überholt und ist seit 2019 dort die Nummer 1. In China beißt sich Google allerdings momentan noch die Zähe aus. Dort dominiert die Suchmaschine Sogou den Markt. Den mobilen Markt deckt Google in Deutschland  im Januar 2021 zu 98 Prozent ab.

Zugriffe über Google My Business

Interessanterweise waren die mobilen Zugriffe auf unsere Friseurdienstleistungen vor dem verstärkten Home-Office durchschnittlich um das vierfache höher als die Zugriffe über den Desktop. Jetzt sind es lediglich noch doppelt so viele. Im Perückenbereich verhält es sich fast spiegelbildlich anders herum, hier dominieren die Zugriffe über den Desktop. Während des Lockdowns waren die Zugriffe auf die Webseite um das sechsfache höher als die Telefonate.

Unsere Google Ads hatten während des Lockdowns Pause. Den Zugriffen auf die Webseite hat das nicht geschadet. Wir haben die Webseite während des Lockdowns in eine  Info-Seite zur Coronasituation umfunktioniert, die viele Kunden gerne genutzt haben. Alle Beiträge in Google My Business haben zusätzlich auf die Webseite verwiesen, was wiederum zu höheren Kontaktzahlen geführt hatte.

Wirkungsvolles Tool

Google hat mit My Business ein Tool geschaffen, dass die Kunden im Einzugsgebiet unseres Geschäfts mit Informationen und Neuigkeiten versorgt. Vor allem Bilder sind ein Frequenzbringer. Wir bekommen im Vergleich mit Wettbewerbern durchschnittlich mehr als  1000 Prozent mehr Views auf unsere Bilder.

Warum ein Produkt 3500 mal betrachtet wird und ein anders aus derselben Produktreihe nur 210 mal? Das wird für alle Zeiten das Geheimnis entweder des Algorithmus oder der Kunden bleiben. Unser Titelbild wurde 431.000 mal angeschaut, das nächstbeste Bild eines blonden Bobs immerhin noch knapp 55.000 mal. Das beste Produktbild erreichte über 24.000 Kunden,  ein Weihnachtsbaum knapp 6000. Ein Smiley-Luftballon mit schwarzer Ray-Ban Brille immerhin auch noch 3.500 Kunden innerhalb von 16 Wochen

Da niemand sagen kann welche Bilder bei den Kunden gut ankommen, legen wir mehrere Angeln aus. Momentan sticht mir die Idee ins Hirn, dass ich ab sofort alle Bilder mit unserem Logo branden werde. Gut, dass ich drauf gekommen bin. Es hilft doch, wenn man über Dinge spricht. In der Statistik weisen ähnliche Unternehmen wie unseres lediglich 9 Fotos aus, im Gegensatz zu unseren knapp 700 Stück.

Fotos produzieren

Im Navigationspunkt Fotos kann ich die Bilder nach Beliebtheit sortieren. Für das fotografieren von Produkten und Kleinteilen hat mein Schreiner eine Fotobox gebaut. Die ist 50 x 50 cm und 70 cm tief und hinten mit einer Holhkehle versehen. Das Deckenlicht ist ein LED-Rundstrahler und vom Eingang her sorgt ein Ringlight für Helligkeit. So kann ich auch mit lichtschwacheren Linsen eines Smartphones gut ausgeleuchtete Fotos schießen. Die Produktfotos stelle ich unter Produkte in die jeweilige Kategorie ein, beschreibe und bepreise sie.

Rezensionen

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Rezensionen oder Bewertungen. My Business bietet einen Link an, den ich in den sozialen Medien und in meinem Newsletter verbreiten kann. Der Link lässt sich auch sehr gut an Mails anhängen und per QR-Code in den geschäftlichen Schriftverkehr einbauen. Wir haben uns zusätzlich Postkarten mit QR-Codes drucken lassen, die wir im Salon auslegen und die Kunden damit bitten, ihre positive Bewertung zu veröffentlichen.

Proven Expert

Weil nicht jeder Internetnutzer ein Google-Konto hat, bieten wir über Proven Expert eine alternative Bewertungsplattform an. Bewertungen sind wichtig. Es muss klar erkenntlich sein, dass es sich nicht um Fakes handelt. Wir bitten Kunden darum, den Namen der Mitarbeiter zu nennen, was leider nicht immer funktioniert. Manche Kunden schreiben nicht gerne, sie drücken auf die 5 Sterne und schicken die Bewertung ab. Das ist zwar auch schön und eine Anerkennung, sie ist aber leider nicht so viel wert wie eine Bewertung mit Namensnennung.

Kauft keine Bewertungen!

Deshalb auch abschließend zu diesem Thema meine Warnung an alle, die Bewertungen kaufen wollen. Macht das nicht, denn wenn Google euch dabei erwischt wird euer Account gesperrt und womöglich nicht mehr aufgemacht. Google mag echte Bewertungen, auf Fakes reagiert das Unternehmen ziemlich radikal. Das mag nicht jedem schmecken, aber es sorgt dafür, dass man den Bewertungen trauen kann. Es macht ja keinen Sinn, wenn jeder Bewertungen kauft, denen er nicht entsprechen kann. Dann könnte man sich den Aufwand sparen.

Also, bleibt bei den Bewertungen auf jeden Fall zum Wohle aller ehrlich. Schau danach, dass du viele Bewertungen erhältst, weil Google Unternehmen mit vielen Bewertungen mehr Sichtbarkeit garantiert. Habe immer im Kopf, dass Google den Nutzern immer aktuelle und ehrliche Leistung bieten will. Je besser Google das macht, desto sicherer kann das Unternehmen sein, dass User nicht zu einer anderen Suchmaschine wechseln. Google und du haben also dasselbe Ziel.

GMB App

Über die My Business App kannst du von Kunden Nachrichten empfangen und chatten. Wenn du die Nachrichtenfunktion nutzt schau danach, dass deine Antwortzeit 24 Stunden nicht übersteigt. Google liebt zeitnahe Kommunikation, was ja bei einem digitalen Tool Sinn macht.

Spontane Informationen an die Kunden

Die App ermöglicht es Dir auch, Bilder aufzunehmen und unkompliziert hochzuladen. Nachdem ich alle meine Bilder mit unserem Logo branden will, erstelle ich eine Vorlage in Canva, in die ich meine Bilder einfüge. Wenn ihr Canva noch nicht nutzt informiert euch über die vielfältigen Möglichkeiten. Den Link stelle ich euch in die Shownotes.

Mit der App bin ich sehr spontan. Mein letzter Kunden hat abgesagt und ich habe noch etwas zu erledigen und schließe den Laden? Kein Problem, ich stelle die Information in die Beiträge und jeder kann es lesen. Du hast einen Sonderpsten bekommen de du schnell abverkaufen willst? Füge ein Angebot hinzu, und stelle es online. Das geht in wenigen Minuten.

Schnelle und unkompliziert

My Business steht für unkomplizierte Handhabung und die Schnelligkeit, mit der ich Neuigkeiten verbreiten kann. Das Tool ist kostenlos und wir bei Gress Friseure können im lokalen Marketing nicht mehr darauf verzichten. Den neuesten Zahlen zufolge nutzen nur 20 Prozent der Geschäfte in Deutschlnad den Dienst regelmäßig. Das ist schade, denn erstens ist My Business kostenlos und zweitens ist es lokal, das heißt, es gibt so gut wie keinen Streuverlust.

Statistik

Das führt mich zur Statistik. Ihr bekommt bei My Business eine Fülle von statistischen Daten. Alle sind in Schautafeln aufbereitet und sehr übersichtlich angeordnet. Das Google Dashboard zeigt euch eine übersichtliche Zusammenfassung eurer statistischen Daten. Wie viele Telefonate wurden über Maps geführt? Wie viele Kunden haben eure Webseite besucht? Wie viele SMS haben Kunden geschickt? Aus welchen Postleitzahlenbereichen kommen eure Kunden? Ihr erfahrt alles sehr genau.

SEO, Ads und Algorithmus

Nutzt Google My Business intensiv, ihr findet keine bessere lokale Werbeplattform. My Business ersetzt die ehemaligen Gelben Seiten. Gepaart mit dem Suchalgorithmus, Google Ads und SEO habt ihr ein schlagkräftiges Trio an der Hand.

10 Minuten täglich reichen aus, um das Profil zu pflegen. Sehr effektiv, sehr einfach und sehr wirkungsvoll

Peter Gres Podcast Quickies

002 – Podcast Starke Marke – Duale Transformation

Duale Transformation sorgt für neuen Umsatz. Ich erkläre im Podcast anhand von Beispielen was das ist, und warum duale Transformation für jede Unternehmensgröße und für jeden Arbeitsbereich neue Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Und wir bekommen ein Statement zur dualen Transformation von Prof. Dr. Nils Herda.

Disruption

Es gibt zwei Wege wie ein Unternehmen in die Transformation findet: Das Geschäftsmodell wird disruptiert und durch branchenfremde Spieler radikal erneuert. Ein Unternehmen will sein bestehendes Geschäftsmodell schützen, aber es muss auch rechtzeitig neue, parallel laufende Geschäftsmodelle finden, um neue Einsatzgebiete für die vorhandene Expertise finden.

Als Beispiele dienen die Foto-, Musik-, Film- und Druckindustrien. Sie haben sich viel zu lange gegen einen offensichtlich fälligen Wandel gestemmt, um ihr Geschäftsmodell  zu schützen. Sie waren nicht mehr  objektiv genug, um die Dramatik ihrer Situation zu erkennen.

Handwerk sticht

Handwerk hat einen großen Vorteil: Es kann nicht digitalisiert werden. Handwerker verknüpfen Digitalisierung mit der Manufakturwelt und schaffen sich eine große Zukunft mit dem sprichwörtlichen goldenen Boden. Noch kann keine Maschine kreative Handarbeit umsetzen.

Eine kleine Volte: Im Jahr 1997 hatte das Handwerk den Höchststand mit 633.000 Auszubildenden. Im Jahr 2019 waren es 369.000 Azubis, ein Minus von 264.000 Nachwuchskräften. Ich habe einige Jahre lang für die Wirtschaftsjunioren Esslingen Schüler von achten Hauptschul-Klassen mit Bewerbungstraining versorgt.

Vor zwölf Jahren haben noch sechs von zehn Hauptschülern eine handwerkliche Ausbildung in Betracht. Im Jahr 2018 wollten dagegen nur noch 20 Prozent der Schüler ins Handwerk. Das wird sich in Zukunft noch verstärken. Weniger Handwerker versorgen zukünftig eine Überzahl von Akademiker mit handwerklichen Leistungen, was sie sich entsprechend teuer bezahlen lassen werden.

Der Königsweg

Beispiele aus dem Friseurhandwerk: Die duale Transformation ist der Königsweg. Hier wird Technik, Wissen und Expertise aus dem Stammgeschäft auf ein paralleles Geschäftsmodell übertragen. In jedem Geschäft liegt Potential zur Erneuerung. Prof. Dr. Nils Herda ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Er erklärt uns, was hinter der dualen Transformation steckt.

Wie Professor Herda anmerkt, hat sich Kodak in seinen Zukunftsaussichten vertan. Kodak hat zwar die digitale Fotografie erfunden, aber nicht daran geglaubt, dass sich die Technik durchsetzt. Sie haben auf ihr analoges Geschäftsmodell gesetzt und haben damit ihre Existenz verspielt.

Dabei ist Veränderung in der Wirtschaft allgegenwärtig. Nokia hat einst Gummistiefel produziert, dann wurden sie Weltmarktführer bei Mobiltelefonen. Nokia hat dann allerdings den Trend zum Smartphone verschlafen und das wars mit der Weltmarktführerschaft.

Beispiele für duale Transformation

Drei Beispiele für die duale Transformation habe ich: Faber-Castell und Schwan Stabilo mit fast denselben Geschäftsmodellen und amazon. Wie sich Fujifilm aufgestellt hat, haben wir von Professor Herda gehört. Fuji und seine Kosmetikmarke Astalift in Asien ist das plakativste Beispiel dafür, wie duale Transformation funktionieren kann.

Problem Gipfelsicht

Viele ehemals starke Marken haben nicht rechtzeitig neue Geschäftsmodelle aufgebaut. Sie sind vom Markt verschwunden oder spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Viele Führungskräfte sind geradezu paralysiert vom Ausblick ihres Gipfels auf die Wettbewerber unter sich. Viele erkennen nicht mehr, dass es ohne eine duale Transformation langfristig nur einen Weg gibt – den nach unten.

Die duale Transformation basiert darauf, dass Unternehmen ihr aktuelles Kerngeschäft gezielt weiter entwickeln, sich aber parallel dazu Gedanken über neue Geschäftsfelder machen. Das sagt sich leicht, bedarf aber eines systematischen analytischen Vorgehens. Viele Testballone müssen steigen, bis sich neue  Möglichkeiten zeigen.

Es kann viele mittelmäßige lange  Ideen dauern, bis sich eine richtig gute zeigt. Lasst uns alle Ideen denken, auch wenn sie sich als grottenschlecht herausstellen. Wenn wir aus Angst vor Veränderung nicht ins Tun kommen und stehen bleiben, wird das gnadenlos bestraft. Wir müssen den Hebel aktiv ansetzen. Synergieeffeke haben sich oft dann ergeben, wenn ich nicht damit gerechnet habe.

Vom Bleistift zur Kosmetik

Ich komme zu Faber-Castell und Schwan Stabilo und deren duale Transformation. Beide Unternehmen sind bekannt für ihre Blei- und Buntstifte. Damit, und mit Zusatzprodukten rund ums schreiben und malen mit Stiften, decken beide Unternehmen die Bedürfnisse der Käufer ab. Die Palette reicht vom Schulbedarf über Marker, Kugelschreiber, Kreiden, Wasserfarben und weiterem Zubehör.

Faber-Castell beispielsweise produziert  rund 2,3 Milliarden Holzstifte pro Jahr. Der Umsatz belief sich im Jahr 2019 auf 587,5 Millionen Euro. Faber-Castell hat seine Kernkompetenz bei Holzhüllen mit integrierten Farbstiften.

Die duale Transformation bei Faber-Castell liegt bei kosmetischen Stiften rund um die Augen, Lippen und Brauen. Auch Schwan Stabilo hat sich dahingehend weiter entwickelt und setzte 2019 neben seinem Kerngeschäft 256 Millionen Euro mit Schwan Kosmetikartikeln um.

Amazon ist weit in der dualen Transformation gediehen

Amazon hat als Online-Buchhändler begonnen. Die Transformation zum Softwareunternehmen ging Hand in Hand mit der Weiterentwicklung des Produktportfolios. Heute ist der Produktverkauf bei amazon Produkte fast Nebensache, der Fokus für dieZukunft liegt  auf Digital Services.

So bietet amazon heute vielfältige Dienstleistungen und Lösungen an, beispielsweise für Machine Learning, Analystic und Data Lakes, Internet der Dinge, Serverlose Datenverbeitung, Unternehmensanwendungen, Speicher und skalierbare Rechnerleitung für Microsoft-Anwendungen. Die Branchen reichen von Telekommunikations-  über Medien- bis hin zu Finanzunternehmen und noch einige mehr. amazon ist definitiv weit gekommen mit seiner dualen Transformation.

Was wir daraus lernen

Ein Unternehmen kann mehr sein, als seine Kernkompetenz. Wenn die Analyse stimmt und die Ideen laufen dürfen, besteht eine große Chance, dass die duale Transformation in jedem Wirtschaftsbereich funktioniert.

Peter Gres Podcast Quickies

001 – Podcast Starke Marke – Mitarbeiterspezialisierung

Liebe Strategen, ich heiße euch herzlich willkommen bei meinem Podcast Starke Marke – Mitarbeiterspezialisierung für eine bessere Motivation. Mein Name ist Peter Gress und ich möchte mit und für euch in Zukunft Strategien beleuchten, die unseren Unternehmen mehr Erfolg im Markt verschaffen.

In dieser Folge beleuchte ich den Weg zur Spezialisierung einzelner Mitarbeiter. Meine Feststellung: Nicht jeder muss alles können. Mitarbeiterspezialisierung schafft intrinsische Motivation.

Natürliches Lernen

Wer ein Kind hat kennt folgende Situation: Das Scheisserle dreht sind erstmals auf den Bauch. Die Freude ist groß, denn das Kleine hat einen ersten bahnbrechenden Schritt gemacht. Irgendwann krabbelt das Kind und dann versucht es aufzustehen. Ahs und Ohs und Applaus begleiten es bei jedem kleinen Fortschritt. Die Begeisterung der Großen ist grenzenlos, wenn das Kleine losläuft. Aber ab dann ist es aus mit der Ermutigung, Neues zu entdecken und dem Forscherdrang zu folgen.

Ab jetzt heißt es: Fass da nicht hin, das kannst Du nicht, das darfst Du nicht, lass das, ich mach das, du tust dir weh – das Totschlagargument schlechthin. Im Kindergarten darf es wenigstens noch nach Herzenslust spielen. Dort macht es Spaß zu entdecken, zu experimentieren und Dinge auszuprobieren. Gelernt wird dabei in atemberaubender Geschwindigkeit. 

Die Crux mit der Schule

In der ersten, vielleicht auch noch in der zweiten Klasse macht Schule noch Spaß, aber dann kippt es. Das Spiel ist zu Ende, der Ernst bestimmt ab jetzt das Lernen. Die Lerngeschwindigkeit nimmt ab. Den Kindern wird via G8 Wissen in den Kopf gepresst, damit sie früher fertig sind. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint.

Bis zum Ende ihrer Schulzeit sind die Kinder und Jugendlichen ständig unter Druck. Sie merken schnell, dass es nicht um die Stärkung ihrer Stärken geht, sondern um das Lernen dessen, was sie nicht so gut können. Kinder bügeln ständig Lücken aus und lernen sozusagen hinterher. Vieles interessiert sie gar nicht, weil sie den Stoff nicht mit dem realen Leben verknüpfen können. Aber die Regeln sind gnadenlos. Sie müssen eben, weil es geprüft wird.

Schülern wird nicht beigebracht, wie sie lernen sollen. Dabei wäre das der allerwichtigste Schritt für erfolgreiches lebenslanges Lernen. Das ist doch mal eine herausfordernde Aufgabe für einen Ausbildungsbetrieb! Das Gehirn erledigt das Lernen eh von alleine. Es nimmt ständig Neues auf, prüft die Fakten, gleicht sie ab, und dockt sie dort an, wo schon ein Pfad angelegt ist. Stünde der biochemische Ablauf des Lernprozesses auf dem Lehrplan, könnten die Kids viel besser einschätzen, wie sie mit Schwierigkeiten oder Rückschlägen beim lernen umgehen sollen. 

Spezielle Begabung entdecken

In der Ausbildung geht es meist so weiter. Die vorrangige Aufgabe des Ausbilders muss es sein, die Stärken der jungen Menschen zu erkennen und sie zu fördern. Der Ausbildungsrahmenplan zwingt die jungen Erwachsenen zum Generalistendasein. Ein Generalist kann jedoch niemals in allen Bereichen so gut sein wie ein Spezialist. Ausbildung soll dabei nicht mikroskopiert werden, aber sie muss die Stärken in den Mittelpunkt stellen, und nicht die Erfüllung der Plananforderungen. Wir brauchen keine gleichgeschalteten Fachkräfte, wir brauchen denkoffene kreative jungen Experten mit einer ganzheitlichen Sicht auf die Wirtschaftswelt.

Verantwortung auf Mitarbeiter verlagern

Von Unternehmern erwartet man ja auch nicht, dass sie nicht alles wissen und können müssen. Ihr Job ist es zu wissen, woher sie die Informationen und Leistungen bekommen, die sie brauchen, um ihren Job richtig gut zu machen. Leider kranken viele Führungskräfte daran, dass sie glauben, ohne sie gehe es nicht, sie seien unersetzbar, sie müssten deshalb alles alleine entscheiden. Je mehr Mitarbeiter Sie mit wichtigen Aufgaben betreuen, und je weniger Sie sich in deren Tagesgeschäft einmischen, desto effektiver werden Sie führen, und desto schneller erreichen Sie Ihre Ziele. Sie müssen Ihre Mitarbeiter selbstverständlich mit klar umrissenen Aufgabenbereichen betreuen und Sie brauchen eine Gesprächsstruktur. Wer sich für diesen Weg entscheidet muss beachten, dass niemals über den Kopf des Mitarbeiter hinweg entschieden wird, sonst haben Sie das Vertrauen und die Motivation des Mitarbeiters verloren. 

Spezialisierung

Was ist überhaupt ein Spezialist? Spezialisten machen überwiegend das, was ihnen Spaß macht, denn das können sie ja besonders gut. Das wäre doch die perfekte Arbeitssituation, oder nicht? Durch ihre hohe Expertise bekommen sie ständig positives Feedback. Anerkennung ihrer Leistung motiviert sie intrinisch, also aus sich selber heraus. All das stimmt, kommt aber so in Reinform nirgendwo vor. Aber gut, jeder von uns muss mit Einschränkungen zurechtkommen und lernen, sie zu akzeptieren. Zu manchen Zeiten kommen die jungen Leute damit gut klar, und zu anderen Zeiten eben nicht. Sie sind ja keine Maschinen, sondern jungen Menschen im heftigsten Lernprozess ihres Lebens. Sie können jedes Quentchen an Motivation gebrauchen, um zu kompetenten Fachkräften heran zu wachsen.

Intrinsische Motivation erzeugen

Wer als Führungskraft und Ausbilder heute noch glaubt, man könne andere Menschen motivieren, hat etwas Maßgebliches nicht verstanden. Menschen sind immer motiviert, es kommt eben darauf an, ob Führungskräfte sie verstehen und dort einsetzen, wo sie den maximalen Erfolg haben. Wenn Mitarbeiter bockig sind, haben sie durchaus auch eine Motivation. Sie wollen halt nicht, was der andere will. Also muss der andere für Erfolgserlebnisse und Wertschätzung sorgen, das motiviert Menschen dauerhaft. Sie arbeiten dann mit voller Konzentration an ihrem Erfolg, und damit auch am Erfolg des Unternehmens. Wer seine Mitarbeiter nicht wertschätzt, darf sich auch nicht wundern, wenn sie keine Leistung bringen. Flapsig gesagt: Jeder hat die Mitarbeiter, die er verdient. Und noch einen obendrauf: Wenn Führungskraft und Mitarbeiter partout nicht zusammenkommen und dadurch die Leistung leidet, muss man sich trennen.

Hochleistungswille unterstützen

Ich bleibe noch bei der Ausbildung. Wenn junge Menschen in das Arbeitsleben eintreten, haben sie noch keine Vorstellung von dem, was sie erwartet. Ich habe manchen Ausbilder reden gehört, dass es jetzt an der Zeit sei, den Jungen die Flausen auszutreiben. Solche Ausbilder müssen sich nicht wundern, dass ihre Mitarbeiter tatsächlich aus-Bindestrich-lernen. Sie haben einfach keinen Bock auf solche Zustände. Wenn Hochleistungswille auf Methoden von gestern in Arbeits- und Lernumgebungen von vorgestern trifft, entsteht keine Motivation auf Höchstleistung.

Berufsanfänger können meist auch nicht einschätzen, was sie selber zu leisten imstande sind. Sie müssen ja erst noch ihre Rolle finden. Dazu brauchen sie Unterstützung. Führungskräfte, in dem Fall die Ausbilder und Ausbilderinnen, brauchen Fingerspitzengefühl, scharfe Beobachtungsgabe und ehrliches Interesse am Fortkommen der jungen Menschen. Stärken zu erkennen und früh zu nutzen schafft Motivation, Vertrauen und Bindung ans Unternehmen.

Stärkentableau

Auszubildende sollten spätestens am Ende des ersten Ausbildungsjahres ihr erstes Stärkentableau ausfüllen. In das Tableau tragen sie ein, wo sie ihrer Meinung nach Unterstützung benötigen, wie sie ihre persönlichen Stärken entwickeln wollen und welche Spezialisierung sie anstreben. Die Möglichkeiten der Spezialisierung hängen vom Beruf und vom Unternehmen ab. Es ist wichtig, die Spezialisierungsbereiche innerhalb des Unternehmens zu definieren, damit der Azubi eine Auswahl treffen kann. Diese Spezialisierungen werden unterstützt durch interne Prüfungen. Diese sind einerseits notwendig, damit die Ausbilder zu jeder Zeit wissen wo ihre Auszubildenden stehen, und andererseits, damit die Auszubildenden selber einen Maßstab für ihre Leistungen haben. 

Das Stärkentableau ist ein einfaches, aber sehr effektives Mittel dafür, wie sich Azubis und Fachkräfte selber an ihrem derzeitigen Können und ihrem zukünftigen Anspruch ausrichten. Wir haben damit in unserem Unternehmen extrem gute Erfahrungen gemacht, mussten aber unser Verständnis von Ausbildung grundlegend hinterfragen.

Generalist vs. Spezialist

Ich komme zu den Fachkräften und möchte anhand eines Beispiels zeigen, wie sich Spezialisten zu Generalisten verhalten. Zehnkämpfer sind die Könige des Sports. Tatsächlich ist es eine tolle Leistung, in zehn verschiedenen Disziplinen Höchstleistungen zu erbringen. Trotz der Königskrone fürs Generalistentum sind sie den Spezialisten in den einzelnen Disziplinen unterlegen. Spezialisten können sich auf eine Sache konzentrieren und sind so wesentlich effektiver und qualitativ besser in der Ausführung ihrer Aufgabe. In der Übertragung auf ein Unternehmen bedeutet das, dass ein großes Angebot die Kräfte zersplittert.

Diversifizierung ist kein Heilsversprechen, dafür gibt es eindrucksvolle Beispiele. Für eine Spezialisierung gilt das selbstverständlich auch. Jeder Spezialist muss sich im klaren darüber sein, dass seine Spezialisierung eines Tages nicht mehr gewünscht ist. Jedoch muss sich heute jeder Unternehmer sowieso regelmäßig hinterfragen, ob sein Angebot so noch Zukunft hat, wie es grade angeboten wird.

Zielführende Weiterbildung

Für ein Unternehmen ist die Weiterbildung der Fachkräfte von ausschlaggebender Bedeutung. Je spezialisierter die Mitarbeiter sind, desto schneller ist der Rückfluss des Investments. Spezialisierung bedingt natürlich die Reduzierung des Angebots. Wie viele Dienstleistungen oder Produkte werden beibehalten, obwohl sie keinen oder nur einen sehr geringen Deckungsbeitrag bringen? Von Gewinn ganz zu schweigen? Viele Unternehmer haben Angst vor dieser Reduktion, weil irgendwann einmal ein Geschäftsbereich wegbrechen könnte. Die Frage stellt sich dabei, ob sich ein Unternehmen heute aus Sicherheitsgründen noch Geschäftsbereiche leisten kann, die kein Geld bringen, nur weil man sie irgendwann mal brauchen könnte?

Nutzt die Anlagen eurer Mitarbeiter zum Wohl des Unternehmens. Findet einen Weg, nicht lukrative Leistungen zu entsorgen und das Lager intelligent zu verwalten. Beides kostet viel Geld, das ihr besser auf der Gewinnseite verbucht, um den Cash-Flow zu sichern. Speziell in Corona-Zeiten ist Cash für viele Betriebe überlebensnotwendig. Setzt eure Mitarbeiter intelligent ein, und habt keine Angst vor der Abgabe von Verantwortung. Vielleicht wird manches nicht so erledigt, wie ihr das selber machen würdet, aber es stellt sich halt auch immer die Frage, ob eure Entscheidung tatsächlich besser gewesen wäre.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Ich verabschiede mich für heute, bleibt mir gewogen, und bleibt gesund und optimistisch.

Euer Peter Gress

Strategie-Gruppe

Strategie bestimmt den Erfolg

Läuft das Geschäft nicht, stimmt die Strategie nicht. Strategie bestimmt den Erfolg, das haben viele erfolgreiche Unternehmer erkannt. Wenn ein Unternehmen nicht mehr wächst, kann es auf Dauer nicht überleben. Wolfgang Mewes hat das in seiner EKS genannten Strategielehre thematisiert.

Erfolg kommt nicht zufällig

Als Unternehmer sind wir abhängig von guten Mitarbeitern, einer guten Strategie, von effektiver Datenanalyse und an vorderster Stelle vom Mut und der Energie der UnternehmerIn.

Führungsqualität, Innovationsfähigkeit und Konsequenz sind die Voraussetzung für erfolgreiches Wachstum. Ich bin davon überzeugt, dass Konsequenz Genialität sticht. Wer bald von einem Thema gelangweilt ist und nicht dran bleibt, kommt nicht voran. Wer dagegen bei der Sache bleibt und seinen Weg konsequent und zielstrebig umsetzt, wird erfolgreich sein.

Mitarbeiter müssen passen

In den ersten Lebensmonaten lernen Babies automatisch. Sie hören, beobachten und kopieren. Die Eltern sind die Vorbilder, denen das Kleinkind folgt. Wir freuen uns, wenn das Kind sich zum ersten Mal auf den Bauch dreht und ganz aus dem Häuschen sind wir, wenn es erste Gehversuche macht. Wir unterstützen es, klatschen in die Hände und freuen uns über die Fortschritte.

Kaum kann das Kind laufen fangen die Beschränkungen an. Tu dies nicht, zu das nicht, lass das, ich mach – das sind gut gemeinte Einschränkungen. In der Schule werden die natürlichen Anlagen wenig gefördert. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung schlechter Noten in Fächern, die das Kind nicht mag. In der Ausbildung und im Berufsleben geht das so weiter, dabei ist die Stärkung des Selbstbewusstseins die wichtigste Aufgabe. Die Unternehmensführung muss erkennen, welche Stärken die Mitarbeiter haben. Diese Stärken müssen zum Unternehmensprofil passen.

Wenn Sie die Vorlage downloaden können Sie aus einer Apple oder Microsoft Vorlage wählen. Tragen Sie in die linke Spalte die Namen Ihrer Mitarbeiter ein. In der Headline listen Sie Ihre Dienstleistungen oder Services und bitte Ihre Mitarbeiter, dort ein Kreuz zu machen wo sie sich richtig stark einstufen. Ein weiteres Kreuz sollen sie dorthin machen, wo sie eine stärkere Spezialisierung anstreben. So haben Sie erstmal einen Überblick, wo Ihre Mitarbeiter stehen und wie Sie sie in Ihre Unternehmensstrategie einbinden können.

Wenn ein Mitarbeiter nicht die Stärken hat und Leistung bringt, die er bringen soll, passt er leider nicht zur Strategie des Unternehmens. Die Floskel: „Das wird schon“ setzt auf Hoffnung, ist aber weder für das Unternehmen noch für den Mitarbeiter gesund. Wenn die Mitarbeiter nicht zum Unternehmen passen, muss man sich von ihnen trennen. Ein harter Schnitt ist besser als ein langgezogenes Leiden.

Was folgert daraus für das Unternehmen?

Wir wissen, dass wir Menschen nicht dauerhaft von außen motivieren können. Menschen motivieren sich aus sich selbst heraus, wenn sie einen Sinn in dem sehen was sie tun. Unternehmen sollten deshalb dafür sorgen, den Mitarbeitern ein Umfeld zu bieten, in dem sie wachsen und ihre Vorstellungen von erfüllender Arbeit gestalten können. Das dringendste Ziel von strategischer Führung muss heute sein, die individuellen Stärken der Menschen heraus zu filtern. Erst wenn beide Seiten zueinander passen, beginnt die produktive Reise in die Zukunft.

Fluktuation einplanen

Strategie bestimmt den Erfolg, deshalb gehört zu einem guten Mitarbeitermanagement die Akzeptanz von Fluktuation. Die Ziele des Unternehmens können sich verändern, und Mitarbeiter entwickeln sich im Lauf der Jahre ebenfalls weiter. Es kann durchaus der Zeitpunkt kommen, an dem man auseinander driftet. Das liegt in der Natur der individuellen Entwicklung durch viele Einflüsse von außen. Will das Unternehmen den Mitarbeiter halten muss es deshalb aufmerksam bleiben und sich aktiv um die Mitarbeiter kümmern.

Lebenslanges Lernen

Auch die Denkweise der Mitarbeiter ist der Veränderung unterworfen. Menschen lernen automatisch immer weiter. Sie müssen nur zulassen, dass sie das Gelernte auch für ihre eigene Entwicklung einsetzen. Wäre das nicht so, gäbe es keine Entwicklung und der gefürchtete Satz: „Du hast Dich in all den Jahren gar nicht verändert“ wird ausgesprochen. Das mag gut gemeint sein, aber es ist eine Beleidigung des Intellekts.

Wenn wir unseren Mitarbeitern ein konstruktives Lern- und Arbeitsumfeld bieten, haben wir eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Die zweite wichtige Aufgabe besteht darin, eine klare Vorstellung der passenden Mitarbeiter zu entwickeln.

Wenn ich nicht weiß, was ich suchen soll, kann ich auch nichts finden.

Auch hier gilt: Die Strategie bestimmt den Erfolg