Innovation Archive - Peter Gress

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Geisteskraft vs. Kapital

Immaterielle Werte sind wichtiger als materiell”. Was steckt hinter dieser Aussage?

Jeder Umsatz und jeder Gewinn hat seinen Ursprung im immateriellen Bereich. Jedes Unternehmen war zu Beginn eine Idee, eine Vision im Kopf der Gründerin / des Gründers, es war ein immaterieller Zustand das in ein reales Business verwandelt wurde. Es braucht Kapital, um ein Unternehmen zu starten, aber die geistige Kraft, die Ideen von Unternehmern sind die primären Faktoren, die Treiber hinter dem Erfolg.

Die materiellen Investition für den Betrieb eines Unternehmens halten wir nach den geltenden betriebswirtschaftlichen Regeln in einer Bilanz fest. Und hier stellen wir auch gleich fest, dass diese Investitionen ab-geschrieben werden. Ab der Unterschrift unter dem Kaufvertrag verlieren die materiellen Investitionen massiv an Wert. Wenn sie dann vollständig ab-geschrieben sind müssen sie neu angeschafft werden, um wieder ab-geschrieben werden zu können, damit sich ein Steuervorteil ergibt. So läuft das Spiel, so kennen wir es aus unserem Tagesgeschäft.

Ganz anders sieht es bei Investitionen in unsere persönliche Entwicklung und in die Entwicklung unserer Mitarbeiter aus. Mit jeder Investition in die menschliche Leistungen schaffen wir mehr immateriellen Wert, aus dem Patente, Gebrauchsmuster, Spezialisten-Expertise, außergewöhnlicher Kundenservice, hohe fachliche Kompetenz und weitere Effekte erwachsen, die ein Unternehmen außergewöhnlich machen. Prozesse kann man skalieren, die können von ab-schreibbaren Maschinen gesteuert werden. Hohe soziale Kompetenz dagegen kann nur von Menschen erbracht werden. Soziale Kompetenz, Expertise, Erfahrung, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Kunden-Kommunikation, alles was Menschen tun ist immaterieller Wert und findet sich in der Spannungsbilanz wieder.

Das materielle und finanzielle Vermögen eines Unternehmens ist keine sichere Bewertungsgrundlage. Bilanzen und betriebswirtschaftliche Auswertungen zeigen immer die Vergangenheit an, niemals aber die Innovationskraft eines Unternehmens und sie erlauben auch nur einen trüben Blick in die Zukunft. Innovationskraft kommt immer und ausschließlich von Menschen und ist nicht steuerbar durch die Höhe des eigesetzten Kapitals.

Die Spannungsbilanz erfassen wir mit dem Strategie-Tableau. Dieses Tableau ist unser Navigationssystem, mit dem wir Stärken erfassen, Verbesserungen planen und die interne Entwicklung steuern. Das Strategie-Tableau zeigt klar auf, wie es um die interne und externe Kommunikation steht, wie hoch die Kundenzufriedenheit ist, welchen Erfolg unsere Werbemaßnahmen erzielen, welche Qualität unsere Strategie hat und wie es um unsere Kundenberatung bestellt ist. In der Spannungsbilanz zählen die Soft-Skills, die weichen, die menschlichen Faktoren. Mit ihnen bemisst sich der wahre Wert eines Unternehmens und mit ihnen wird die Zukunft des Unternehmens gestaltet. 

Kapital ist wichtig aber Ideen sind die Treiber. Ich habe mir angewöhnt, alle Ideen und Gedanken durch die sieben Phasen des Strategie-Tableau zu schicken. So beschäftige ich mich eingehend mit der Idee, stelle fest was ich bereits habe, was ich brauche und woher ich es bekomme. Weiterhin weiß ich danach, für welche Zielgruppe meine Idee einen höheren Nutzen bringt als meine eigenen und die Angebote des Wettbewerbs. Im Strategieprozess kommen die Ansätze zur Umsetzung automatisch, weil ich schriftlich denke und damit klare, abgegrenzte Gedankenmuster schaffe. Wenn ich nicht schriftlich denke verliere ich mich, die Gedanken schweifen ab. Die schriftliche Beschäftigung mit einer Idee und einem Thema sorgt dafür, dass das Gehirn beim Denken eine Anleitung hat, an das es sich halten kann.

 

Unternehmenswachstum

Gesundes Wachstum ist notwendig

Das Minimumgesetz gibt vor, dass Wachstum immer von der im Verhältnis knappsten Ressource eingeschränkt wird. Diese Erkenntnis lässt sich von der Biologie sehr gut auf das Business übertragen. Übrigens ist das Minimumgesetz das zweite Prinzip der Mewes Strategie (EKS).

Was ist Wachstum? Warum ist Wachstum wichtig? Und warum ist Wachstum kein Stigma? Diese drei wichtigen Fragen möchte ich beantworten. Wachstum ist ein natürlicher Prozess. Keine Pflanze bleibt klein, sie strebt nach ihrer genetisch angelegten Größe. In der Natur wird das Wachstum von einander abhängigen Faktoren bestimmt, denen wir Menschen im Business ebenfalls unterliegen, die wir aber immer wieder auszuhebeln versuchen. Gesundes Wachstum ist dagegen völlig normal.

Wachstum ist wichtig, weil sie gesunde Stärke und Vielfalt bringt. Wachstum bringt selbstverständlich auch mehr Komplexität, von Stufe zu Stufe braucht ein größer werdendes Unternehmen andere Führungs-, Management- und Denkansätze. Wenn mehr Menschen im Unternehmen arbeiten, Umsatz und Gewinn steigen und mehr Kapital gebraucht wird, um Prozesse zu optimieren, Mitarbeiter zu schulen oder neue Verwaltungs- und Produktionsräume zu schaffen, dann sind Führungsfähigkeiten gefragt, damit bestehende und entstehende Engpässe definiert und gelöst werden können. Diese Fähigkeiten kann man sich entweder erarbeiten, oder man gibt sie an Menschen ab, die dafür geeignet sind. Wachstum ist eine Herausforderung an die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmers. Mehr Verantwortung zu tragen bedeutet auch zu delegieren, loszulassen und Mitarbeiter wachsen zu lassen.

Wachstum ist kein Stigma. Ich mag es nicht, wenn Umsatz- und Gewinnwachstum mit Unanständigkeit und Ausbeutung gleichgesetzt werden. Das ist in den wenigsten Fällen so, denn in jedem inhabergeführten Unternehmen stecken Herzblut, Risikobereitschaft, Mut, Vision, Wünsche, Lebensträume und damit ein ganzes Unternehmerleben mit anhängender Familie. Es braucht viel Energie und Einsatz, um unternehmerisch aktiv zu gestalten und Verantwortung für Menschen zu übernehmen. Unternehmen sind wie Bäume, in deren DNA Wachstum verankert ist, es ist sozusagen ihr Betriebssystem. Wenn ein Unternehmen über menschliche Werte gut geführt wird, kann es gesund alt werden, agil bleiben und viel Freude bereiten.

Eispickel für konzentrierte Kraft

Ohne Alleinstellungsmerkmal geht es nicht

60% der Friseurbetriebe haben dieselben Dienstleistungen auf der Preisliste, zu nahezu identischen Preisen. Was gleich ist, ist austauschbar, denn es ergibt sich kein erkennbarer Nutzen für potentielle Neukunden. Die Salons haben kein Alleinstellungsmerkmal. Woher kommt der Hang zum Gleichen?


Ich nenne es das “Generalisten-Syndrom”. Friseure werden zu Generalisten ausgebildet. Das ist vom Ansatz her gut, denn die theoretischen und praktischen Grundlagen müssen vermittelt werden. Was fehlt ist die weiterführende Spezialisierung. Beispiel: Juristen und Mediziner absolvieren ihr Grundstudium, dann spezialisieren sie sich. Der eine Jurist wird Scheidungsanwalt, die andere Verkehrsrechtlerin, der eine Arzt spezialisiert sich auf Zahnmedizin, die andere Ärztin auf Dermatologie. Für Friseure gibt es keine offiziell anerkannten weiterführenden Spezialisierungen, sie bleiben Generalisten.

Als Generalist am Markt erfolgreich sein zu wollen hat den cw-Wert eines Scheunentors. Dahinter steckt keine Kraft. Löcher schlägt man mit einem Pickel, denn dabei konzentriert sich die gesamte Kraft auf einen Punkt. Das ist wesentlich effektiver und bringt einen schneller ans Ziel. Sich auf wenige Dienstleistungen zu konzentrieren hat den Vorteil, dass Sie schneller große Erfahrung aufbauen und Sie Ihre Leistung für einen höheren Preis verkauft können. Expertise schafft Vertrauen und Nutzen für potentielle Neukunden.

Wie schaffe ich Alleinstellung? Durch systematisches und analytisches Hinterfragen der persönlichen Vorlieben. Durch nicht vergleichbare Dienstleistungen. Durch die individuellen Stärken der Mitarbeiter. Durch Neu- und Querdenken. Durch Investitionen in Aus- und Weiterbildung. Wenn alle dasselbe machen heißt das nicht automatisch, dass alle Recht haben.

Eine Lösung ist die konsequente Umsetzung der Mewes-Strategie. Die Strategie besteht aus vier Prinzipien und sieben Phasen. Mit meinem Kompakt-Kurs erhalten Sie einen kostenlosen Einblick in die Mewes-Strategie (auch engpasskonzentrierte Strategie oder EKS genannt), die Ihnen eine Alternative aufzeigen kann, wenn Sie sich mit dynamischer Veränderung beschäftigen wollen.

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