Geschäftsentwicklung Archive - Seite 38 von 38 - Peter Gress

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Effektive Kommunikation in der Führung

Sie können Ihre Mitarbeiter auf zwei Arten sehen:

a.) Sie gehen Ihnen auf die Nerven, weil sie sich dauernd mit ihnen auseinander setzen müssen, weil sie nicht tun was Sie von Ihnen erwarten und weil sie ständig Gespräche einfordern

b.) Sie wertschätzen sie, weil sie Ihnen helfen, Ihre Ideen umzusetzen, Ihre Werte zu multiplizieren und sich und Ihr Unternehmen erfolgreicher zu machen

Henry Ford hat sich einmal beschwert, dass er mit jedem Paar Hände automatisch ein Gehirn mitgeliefert bekommt. In den Frühzeiten des Fließbandes war eigenständiges Denken nicht gefragt. Heute, in unserer offenen Dienstleistungsgesellschaft, ist das anders. Mitarbeiter wollen Verantwortung tragen, sie wollen sich um die Wünsche, Sorgen und Nöte von Kunden, Patienten, Gästen kümmern. Sie mögen es auch sehr gerne, wenn sie in einem Unternehmen eine offene Kommunikation herrscht und wenn sie Entwicklungsmöglichkeiten haben.

Viele qualifizierte junge Menschen können zusätzlich mit der herkömmlichen Gesprächspolitik und dem teils drögen Tagesablauf in Unternehmen nichts anfangen. Starre Strukturen, wenig fachliche und persönliche Anerkennung, fehlende Anreize für Eigeninitiative, zu wenig Innovation, Kreativität und Bewegungsfreiheit und damit zu wenig persönliche Entwicklungsmöglichkeiten sorgen sehr schnell für die emotionale, und in der Folge davon, oft auch für die endgültige Trennung vom Unternehmen.

Führungskräfte sind auf die neuen Herausforderungen oft nicht vorbereitet. Sie praktizieren Old-School Führungsmechanismen, die sie selber durchlebt haben. Den meisten Führungskräften ist aber bewusst, dass sie ihren Führungsstil ändern müssen, um hoch qualifizierte Menschen dauerhaft an ihr Unternehmen binden zu können. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt hin zur zukunftsfähigen Führungskraft.

Für Peter Gress ist der Kern zukunftsfähiger Führung eine offene Kommunikation mit Gegenverkehr, oder im Business-Sprech, mehr bottom-up statt ausschließlich top-down. Durch die Einbindung individueller Behandlung der unterschiedlichen Lerntypen steigt die Effektivität der Mitarbeiter, die Mitarbeiterbindung wird besser und die Bereitschaft, alles für den Kundennutzen zu tun ist jederzeit gegeben.

Ein kommunikativer Führungsstil ist nicht allein seligmachend, aber ein guter Ansatz es zu versuchen.

Digital Immigrants

Am Mittwoch, 29. Mai 2013 habe ich im Morgenmagazin ein Gespräch mit Philip Riederle verfolgt. Er hat das Buch “Was wir sind und was wir wollen” geschrieben und mich damit schwer beeindruckt. Vom Alter her gehöre ich zu den Digital Immigrants und habe mit während der Lektüre des Buches so meine Gedanken gemacht.

Er selbst ist dem Kindergarten schon lange entwachsen, trotzdem passt der Text des Cartoons perfekt zu seinen Aussagen. Währen wir Alten das Internet und seine Anwendungen nutzen, leben die Digital Natives mit und in den Social Media. Sie bekommen das Smartphone gleich an die Wiege geliefert, und ich zweifle nicht daran, dass sie es schnell beherrschen lernen. Ob das gut ist? Das fragen nur die Digital Immigrants, die Natives pfeifen auf die Antwort. Sie tun einfach.

Meinen ersten PC hatte ich 1985 angeschafft. Eindrücklich erinnere ich mich daran, wie fasziniert ich von der grünen Schrift war, die beim tippen wie von Geisterhand auf dem schwarzen Hintergrund erschien. Mein tragbares Telefon hatte derzeit noch Ziegelsteingröße und das Internet hieß damals noch ARPANET. Die Schreibmaschine habe ich übersprungen, und die Tasten auf der Tastatur waren unverständlich, anscheinend willkürlich angeordnet, um mir das Leben schwer zu machen. Heute stecke ich bin zum Hals in den Social Media und ich gebe es zu: Es gefällt mir.

Meine Kumpels, alle so um die Mitte 50, kann ich mit Apps beeindrucken, die das gesprochene Wort in Text umsetzen. Von Landingpages haben die noch nichts gehört, Video gehört nicht zu ihren Spielzeugen und überhaupt braucht das alles keiner. Da frage ich mich schon manchmal,warum ausgerechnet ich das Internet und seine Möglichkeiten so liebe? Was Philip Riederle den Anzugträgern so unverstellt aus seiner Alterssicht erzählt ist erfrischend. Es hat mich auf die Idee gebracht, mich damit zu beschäftigen, wie Social Immigrants ein Leben am Rande der Social Media fristen können. Lieber den Garten pflegen als facebooken? Am Auto schrauben oder twittern? Warum soll nicht beides gehen? Einfacher kann die Technik kaum mehr werden.

Bildquelle: jkirbydigitalmedia.blogspot.com

Soziale Kompetenz ist der Schlüssel für den Erfolg

Christine Merz / Betina Gotzen-Beek

Ich höre die Rufe von Ausbildern und Unternehmern landauf, landab: Die jungen Menschen von heute haben keinen Benimm mehr. Sie wissen nichts über das Verhalten gegenüber Kunden, und es wird nicht besser mit den Kids, höchstens noch schlechter! Als wären wir, die wir heute die perfekte Etikette von unseren jungen Mitarbeitern verlangen, schon fehlerfrei auf die Welt gekommen. Nun ja, in der Rückbetrachtung glorifiziert man vieles.

In einem Keilschrifttext aus Ur, Chaldäa heißt es um 2000 vor Christus: “Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.“ Dieser Spruch ist 2000 Jahre alt, könnte aber genauso gut von heute stammen.

Und gleich noch ein Beispiel: Sokrates, ein griechischer Philosoph, der von 470-399 v. Chr. lebte, monierte, dass “ die Jugend von heute den Luxus liebe, schlechte Manieren habe und die Autorität verachte. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“

In die gleiche Kerbe haut Aristoteles, ebenfalls ein griechische Philosoph, der von 384-322 v. Chr. lebte: “Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.“

Und so geht das weiter. Ob der Prophet Micha im Alten Testament über den Sohn spricht der den Vater verachtet, oder die Tochter die sich gegen die Mutter stellt oder die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter; erkennen wir die Kerbe, in die alle schlagen, bzw. geschlagen haben? Plutarch, Horaz, Gregor von Tours oder Vincent von Beauvais sind ebenfalls der Meinung, dass die Jugend leicht dem Bösen zuneige und den Zügel der Zucht nötig habe. In diese Reihe fällt auch noch der Mönch Peter, der moniert, dass die Welt schlimme Zeiten durchmache, dass die jungen Leute von heute an nichts anderes denken als an sich selbst, dass sie keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter haben, dass sie ungeduldig und unbeherrscht sind. Später sieht man die Jugend sogar als Krankheitszustand an und Melanchthon verlieh Mitte des 16. Jahrhunderts der Meinung Ausdruck, der grenzenlose Mutwille der Jugend sei ein Anzeichen dafür, dass der Weltuntergang nahe bevor stünde.

Nun denn, was unternehmen wir dagegen? Hacken wir die Kerbe noch en bisschen breiter und tiefer und lamentieren weiter darüber? Oder zegen wir den Jugendlichen in unseren Unternehmen in einfachen und leicht nachvollziehbaren Sequenzen wie Verhalten gegenüber unseren Kunden, Patienten, Klienten, Gästen geht? Uns zwar so wie wir uns das vorstellen. Dazu müssen sich die Vorgesetzten Gedanken machen, ihre Wünsche definieren und sich selbst vorbildlich verhalten.

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