Geschäftsentwicklung Archive - Seite 3 von 38 - Peter Gress

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Peter Gres Podcast Quickies

016 – Lernen lernen

Heute geht es um das Thema Mindest zum lebenslangen Lernen.

Das erste was du braucht ist ein Impuls. Der kann – vielleicht – aus der Schule kommen, wenn Lehrer es verstehen, bei den Kindern die Lust am lernen zu entfachen. Es kann aber auch später zu Initialzündungen kommen. Lasst mich das an meinem persönlichen Beispiel erklären.

Lernen in der Schule

In der Schule gehörte ich zu den vermeintlichen Schulversagern. Dabei hatte ich lediglich eine Abneigung gegen Frontalunterricht und die Art, wie manche Lehrer diesen gestaltet hatten. Es waren noch einige dabei, die die dunkle Zeit in Deutschland mitgemacht hatten und in ihrer Wissensvermittlung entsprechend ausgerichtet waren.

Stärken werden nicht gestärkt

Das erste Jahr meiner Ausbildungszeit hat auch nicht geholfen, im Betrieb und der Berufsschule herrschten ähnliche Zustände und Regeln. Kaum jemand  hat sich um meine Stärken gekümmert, es ging fast ausschließlich darum, was ich nicht konnte. Auf Dauer tötet das die Motivation. Im staatlichen Schulsystem ist das heute leider immer noch so.

Impuls zum lernen

1974, ein Jahr nach der Schulzeit und am Ende meines ersten Ausbildungsjahres erhielt ich einen wichtigen Impuls. Ein schmales Büchlein war es, das für  mich die Wende brachte. Prof. Dr. Frederic Vesters Begleitbuch zur Fernsehsendung „Denken, lernen, vergessen“ war eine Initialzündung.

Hierin habe ich zum ersten Mal gelesen, dass lernen eine individuelle Sache ist. Dass es einen biochemischen Ablauf gibt, der dafür sorgt, dass das Gehirn Wissen speichert. Zum ersten mal habe ich erfahren, dass ich lernen lernen kann.

Seitdem läuft’s. Lernen ist abhängig von der Motivation, dem Thema und auch von  Lerntechnik. Lernen lernen ist der wichtigste Ansatz, den wir unbedingt auch in der Ausbildung unserer Azubis berücksichtigen müssen.

Bildhaftes lernen

Das Gehirn lernt am besten durch Bilder. Wenn ich beispielsweise einen Vortrag vorbereite, male ich mir mit einem Stift die Struktur des Vortrags auf. Dazu bevorzuge ich verschiedene Farben, weil ich die Highlights abheben will.

Manchmal sieht das aus wie eine Mindmap, ein anderes mal sind es nur Bullets, aus deren Anfangsbuchstaben ich ein Wort bilde. Das Bild und / oder das Wort bleiben mir im Gedächtnis.

Mit der Struktur in der Hand stelle ich mich vor den Spiegel und spreche einen zunächst wilden Text. Das ist wie Gold waschen. Viele Kiesel beinhalten einige Goldstücke. Sobald ich diese Punkte und damit einen roten Fadens habe, bringe ich die Stichworte zu Papier und skizziere Quellen drum herum.

Dieser Rohtext ist dann die Basis für meine Keynote. Und die wiederum führt mich zur endgültigen Ordnung der Highlights. Im übertragenen Sinne male ich mir ein Bild, dessen Szenen ich abrufen kann. Und eines habe ich im Laufe vieler Jahre gelernt: Das Gehirn lernt immer über Bilder. Schaffe Bilder und du lernst besser.

Lernen wollen

Lernen setzt Interesse voraus. Wenn mich etwas nicht interessiert kann ich es nicht lernen. Wenn mich aber jemand mit Leidenschaft von einem Thema überzeugen kann, ist die Chance groß, dass ich Interesse entwickle. Motivatorische Impulse sind deshalb wichtig. Aus diesem Grund scheitern auch so viele Kinder in der Schule.

Die Schule steckt noch immer viel zu tief im „Stopfen-Modus“ als in der Wissensvermittlung für das digitalen Zeitalter. Das meiste dessen, was die Schule in die Kinderköpfe stopft vergessen sie wieder, weil vieles keinen Bezug zu ihrer Lebensrealität hat.

Im digitalen Zeitalter ist alles Wissen ständig sowieso imm er und überall verfügbar. Es wäre sinnvoller, Kindern und auch Erwachsenen beizubringen, wo sie welche Informationen finden und wie man die Quellen prüft. Das fachliche Detailwissen holt man sich wann man es braucht.

Neuroplastizität

Je plastischer der Pfad ist, desto besser kann ich ihn memorieren. Die Wissenschaft glaubte lange daran, dass dem Menschen von Geburt an eine begrenzte Anzahl von Gehirnzellen mitgegeben wurde. Heute weiß man, dass sich das Gehirn durch seine Neuroplastizität anpassen kann.

Daraus resultiert: Das Gehirn lernt immer. Es kann nicht anders. Das ist die positive Nachricht. Viele aus dem Berufsleben ausgeschiedene Menschen beginnen im Alter noch erfolgreich zu studieren. Das Gehirn selber wird keinen Menschen daran hindern, Wissen aufzunehmen. Das machen die Menschen selber.

Lernen bringt Veränderung

Für mich ist es eine sehr beruhigende Wahrheit, dass ich ständig neues lernen kann, wenn ich das will. Vielen Menschen macht Veränderung aber Angst. Sie wollen, dass alles so bleibt wie sie es kennen. Jede Änderung ist erst einmal schlecht.

Je schneller die Welt sich dreht, desto größer ist die Angst vor Veränderung. Lernen und daraus resultierende Übersicht und in Erweiterung dann Einsicht kommt bei vielen nicht vor. Wenn alles so bleiben soll wie es ist mache ich mir natürlich auch keine Gedanken darüber, wie etwas sein könnte wenn ich es anders denke.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die Autoindustrie den Sicherheitsgurt eingeführt hat. Jeder war dagegen, obwohl nachgewiesen war, dass der Gurt Leben rettet. Heute ist er selbstverständlich.

Dasselbe Theater beim Katalysator. Die Zusammenbruch der westlichen Welt wurde bei seiner Einführung befürchtet, und das alles nur wegen diffusen Ängsten. Heute ist es der Elektroantrieb und morgen wieder etwas anderes Neues.

Ein weiteres gutes Beispiel ist auch das Stuttgarter Wahrzeichen – der Fernsehturm. Er wurde am 5.Februar 1956 eröffnet. Viele Stuttgarter beschimpften ihn als Bohnenstange mit Bienenkorb, als Schandmal und als Fremdkörper in der Waldlandschaft und keiner wollte ihn haben. Heute können die Stuttgarter nicht mehr ohne ihn.

Tiefgreifende Änderungen und neue Ideen bergen immer auch Konfliktpotential.

Wissensgesellschaft braucht neue Ansätze

Viele Denker haben ab den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts einen radikalen Wandel innerhalb der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung hin zur Wissensgesellschaft voraus gesagt. Sie haben ihn als mindestens so tiefgreifend beschrieben wie den Wechsel von der Agrar- zur Industriegesellschaft. 

Die alten Geschäftsmodelle des Industriezeitalters funktionieren heute nicht mehr. Henry Ford sagte bei der Einführung seines Fließbands:“ Jedes Mal wenn ich zwei Hände brauche, bekomme ich leider einen Kopf dazu.“ Im Industriezeitalter waren denkende Köpfe  eher hinderlich. Manche Unternehmer und Politiker sehen das heute leider immer noch so.

Wissensarbeiter wollen ihr Leben selbstverwaltet gestalten, sie wollen lernen und sich verwirklichen. Für die meisten top ausgebildeten Jungen ist lebenslanges Lernen selbstverständlich. Der Takt der Veränderung ist in heutiger Zeit sehr schnell geworden.

Schaut euch mal Filme aus den 50er, 60er und 70er Jahren an. Die Schnitte waren lang, man wähnte sich auf einem langsam dahin fließenden Strom. Heute sind Filme wie wilde Bergbäche geschnitten. Auch die Wissensgesellschaft unterliegt einem rasend schnellen Takt.  Wenn dir schwindlig wird, fliegst du raus.

Verweigerung hilft nicht

Verweigerung, schützt dabei nicht, sondern nur Akzeptanz und Anpassung. Das Gehirn kann das, viele Menschen nicht. Aber es liegt eben nicht an der Konstruktion des Gehirns selber, sondern am Wollen der Besitzer. Die Bewahrer sind das eigentliche Hindernis der Wissensgesellschaft. Wir hatten in einem Pub in Südengland ein interessantes Gespräch mit einem Unternehmer und seiner Frau aus Exeter. Im Verlauf des Gesprächs sagte die Frau einen Satz, der bei mir immer noch nachklingt: „Tradition is killing us.“

Das limbische System

Unsere archaischer Code ändert sich nur langsam. Das limbisches System dient der Verarbeitung von Emotionen und steuert das Triebverhalten. Alle lebenssichernden Verhaltensweisen aus der Zeit unserer Aufrichtung sind dort gespeichert. Wir sind keine rationalen Wesen, sondern emotionale.

Wir glauben zwar, dass wir rational entscheiden, aber  bis wir diese rationale Ebene erreichen haben die Emotionen schon entschieden. Das limbische System entscheidet natürlich nicht abgekoppelt von den anderen Gehirnregionen, es ist immer ein Zusammenspiel aller Bereiche.

Je emotionaler und bildlicher jedoch wir einen Lernstoff aufbereiten, desto besser setzt er sich fest. Viele Schauspieler lernen ihren Text in Bewegung, sie schaffen durch Gesten eine emotionale Verbindung zu den Worten. Worte und Bewegung gehen eine Symbiose ein. Das funktioniert bei allen Menschen.

Nehmen wir das Beispiel Stuhl. Niemand denkt an das Wort Stuhl, sondern hat immer ein Bild eines Stuhl vor dem inneren Auge. Der Stuhl sieht für jeden anderes aus, das Bild ist individuell. Mnemotechniken helfen uns Sprachen zu lernen, neue Techniken  oder Verhaltensweisen. Es kommt auf die neuronalen Verknüpfungen an, und je mehr Synapsen getriggert werden, desto mehr Halt bekommt neues Wissen. Im  Grunde genommen geht es also darum, so viele Haltegriffe wie möglich zu schaffen, damit sich neues Wissen dauerhaft festsetzen kann.

Spielerischer Lern-Ansatz

Wir sollten mehr darauf schauen, wie lernen biochemisch funktioniert. Aus diesem Wissen lassen sich alternative Lernkonzept entwickeln. Es wäre ein großer  und wichtiger Schritt, wenn die Lehrer den Kindern beibringen würden, wie lernen generell funktioniert. Der spielerische Ansatz in den Grundschulklassen ist schon ein guter Ansatz, schade, dass dieser Effekt im Lauf der folgenden Jahre sukzessive dem „Wissen stopfen“ geopfert wird.

Jeder Mensch kann unabhängig seines Alters immer weiter lernen. Ich stehe für lebenslanges lernen und ständige persönliche Weiterentwicklung. Diesen Ansatz möchten ich in der Erwachsenenbildung zukünftig verstärkt unterstützen.

Peter Gres Podcast Quickies

015 – Grenzen ziehen und Nein sagen

Mit einem Gastbeitrag von Jana Ritzen, Conscious Ballet, Braunschweig

Heute geht es um Grenzen ziehen und konsequenteres Nein sagen.
Wer immer ja sagt, hat irgendwann kein eigenes Leben mehr. Er wird von anderen vereinnahmt und dadurch in der Entwicklung gehemmt, die beste Version seiner selbst zu sein.

Wer zu oft ja sagt, schadet dauerhaft seiner Karriere und seinem Leben. Strahlst du dagegen eine gewisse Sperrigkeit aus, wirst du weniger oft als Objekt für die Ziele anderer missbraucht. Der Biologe und Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther fordert, dass sich Menschen vor allem im Beruf auf Augenhöhe begegnen und sich gegenseitig als gleichberechtigte Subjekte anerkennen.

Das bedeutet, dass die Führungskräfte des Unternehmens begreifen müssen, dass Menschen gut behandelt werden müssen  und nicht überfordert werden, damit sie dauerhaft gute Leistung bringen können.


Jeder Mensch hat eine psychische und physische Belastungsgrenze. Wenn die regelmäßig überschritten wird, tut das weder der Seele noch dem Organismus gut. Nein zu sagen markiert eine Grenze, die für unsere Gesundheit wichtig ist.

Wenn du dich ständig anderen unterwirfst, erleidest du jedes Mal einen Angriff auf dein Selbstbewusstsein. Das geht nicht lange gut, weil es Menschen aushöhlt und zu Burnout-Kandidaten macht. Wenn du immer verfügbar ist, muss du dich irgendwann mal fragen lassen, ob du deine Prioritäten kennst? Das ist keine gute Basis für eine erfolgreiche Karriere.


Die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren ist keine Kunst. Ein freundliches Nein bringt mehr Anerkennung und Respekt als dauernde, fast grenzenlose Hilfsbereitschaft. Die wird zudem gerne ausgenutzt. Wenn ich dauernd nachgebe ist meine Leistung irgendwann mal nichts mehr wert. Leider erkennen das viele Menschen nicht früh genug.

Sie haben diffuse Ängste vor Disharmonie. Sie stellen sich vor was passieren könnte, wenn sie Nein sagen. Sie laden die Folgen eines Neins emotional so stark negativ auf, dass sie im Moment der Entscheidung keine Kraft zum Nein sagen haben und nachgeben.


Im Job ist die persönliche Abgrenzung meist eine Gratwanderung. Wie gehe ich als Mitarbeiter damit um, wenn mich der Chef wieder und wieder um Überstunden bittet? Oder die Kollegin Arbeit abwälzen will, die sie nicht gern macht. Wenn ich hier keine klare Grenze ziehe wird es den anderen zur Gewohnheit, zusätzliche Aufgaben auf mich abzuwälzen.

Wie kannst Du dich abgrenzen?  Höre dir an, was dein Gegenüber von dir will. Dann bitte dir Bedenkzeit aus, die du zeitlich klar kommunizierst. Wenn sich bis zum Termin zeitliche Reserven ergeben, kannst du zusagen. Erkennst du aber, dass du mit meinen eigenen Aufgaben nicht rechtzeitig fertig werden kannst, sagst du ab.

Wenn dein Chef drängelt und sofort eine Entscheidung will, musst du selbst entscheiden, ob du deine eigene Aufgaben entweder an Kollegen abgeben kannst, oder ob eine Verschiebung möglich ist. Kannst du die zusätzliche Aufgabe mit anderen zusammen stemmen?Dann mach ihm das Angebot, dass du die Aufgabe in Kooperation mit anderen erledigen kannst.


Wenn Mitarbeiter Überstunden machen sollen, steht wertschätzende Kommunikation Pate. Wie lange sollen die Überstunden dauern, und vor allem, wann wird die Zeit wieder ausgeglichen. Überstunden kommen oft unvorhergesehen, und manchmal dulden die Dinge  keinen Aufschub. Für die Folgen braucht das Unternehmen einen Prozess, innerhalb welchen Zeitraums bspw. Überstunden ausgeglichen werden müssen.

Angefallene Überstunden werden bei uns im Unternehmen in einer Liste erfasst. Innerhalb von vier Wochen müssen die Stunden ausgeglichen sein. Es macht keinen Sinn, Überstunden ohne Ausgleichsprozess vor sich herzuschieben, sonst kommen sie nie weg. Diese Sicherheit brauchen Mitarbeiter, um Vertrauen in die Verlässlichkeit der Führung aufzubauen.


Nein sagen findet auch in der Freizeit statt. Freundinnen und Freunde verlangen nach einem, um zu helfen, um zu reden und um Gesellschaft zu haben. Ich persönlich kann das eher nicht gebrauchen. Ich gehe nirgendwo hin, nur um jemandem einen Gefallen zu tun.

Meine Frau sagt mir oft, ich solle doch nicht so eklig sein und andere nicht so düpieren. Ich bin nicht eklig und düpier auch niemanden, ich sage nur, dass ich keine Lust habe irgendwo hin zu gehen, das mich nicht interessiert. Das Leben ist kurz und arbeitsam genug, da muss ich aufpassen, dass genügend Zeit für mich übrig bleibt.


Ich gehe samstags nicht ins Theater, in die Oper oder ins Kino, weil ich am Ende der Woche in dunklen Räumen einschlafe. Sonntagsmorgens ist es eine absolute Erholung für mich, im Bett zu lesen und mich dann in meine Kreativecke zurück zu ziehen, um meine Gedanken in Evernote zu notieren, vielleicht einen Text auszuarbeiten oder mir Gedanken zu einer Marketingaktion oder zum Leben als solches zu machen.

Dazu brauche ich Zeit und Entspannung. Ich bin kein Mensch, der dauernd irgendwo mit irgendjemandem abhängen muss. Ich liebe es, alleine zu sein und mir ungestört meine Gedanken machen zu können. Also nein, mir fällt es nicht schwer, Nein zu sagen. Das bedeutet für mich mehr Freizeit, weniger Druck und ein Höchstmaß an Entspannung.

Socialising findet natürlich statt, aber eben in dem Maß, in dem ich das zulasse. Ich entscheide, niemand sonst. Es ist ein schönes Gefühl mit Menschen zusammen zu sein, die mir nicht die Zeit stehlen, sondern mit denen ich mich zu beiderseitigem Nutzen austauschen kann.

Es gibt zu viele Menschen, die anderen ihre Energie rauben. Jeder Mensch sollte sich deshalb die Frage stellen, wer in seinem Umfeld ein Energiegeber ist.


Alexandra Reinwarth hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg – Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich locker machst“. Sie beschreibt, wie ihre fordernde Freundin Kathrin ihr zum Nachteil die gemeinsame Freundschaft lebt. Irgendwann hat sie sich ein Herz gefasst und ihr ein deftiges „Fick Dich!“ hingeschmettert. Seitdem lebt sie leichter. Dass ihr das nicht leicht gefallen ist und sie vor der Konfrontation Bedenken gehabt hat, ist verständlich.

Jemanden aus seinem Leben zu entfernen ist, wie mit einem Partner Schluss zu machen. Auf der einen Seite steht ab dem kritischen Punkt Zwang und Frustration, auf der anderen Seite steht die große Freiheit, die ein Mensch durch einen solchen Schritt erreicht. Für jeden Lebensabschnitt gibt es die passenden Menschen. Man kommt zusammen, und man driftet wieder auseinander.

Aber es gibt eben auch Menschen, die das nicht zulassen wollen, die klammern, und dir den Spaß am Leben rauben. Ich sehe das so: Wenn mir etwas weh tut, gehe ich zum Arzt und lass es behandeln. Dann tue ich was getan werden muss, um wieder schmerzfrei leben zu können. So einfach die Analyse, so schwierig die Umsetzung.

Auch in der Beratung müssen oft Grenzen gezogen werden. Manche Menschen tendieren dazu, Argumentationen x-mal zu wiederholen und wieder und wieder durchzukauen. Sie wollen alles erschöpfend diskutieren, und sie strapazieren damit die Nerven ihrer Mitmenschen. Solche Leute brauchen diese klare Grenze, sonst saugen sie dich ein und vernichten deine Zeit und deine gute Laune.


Richtig nein zu sagen ist eine Kunst. Zu brutal solltest du die Grenze nicht ziehen, weil das auch verletzen kann. Hör Dir an was der andere will, auch wenn du schon vorher weißt, dass du ablehnen wirst. Das gebietet die Höflichkeit. Erkläre in kurzen Worten, warum du nicht helfen kannst.

In den meisten Fällen reicht das aus, um dem anderen zu signalisieren, dass du dich auf deine eigenen Projekte kümmern willst. Wenn dein erklärtes Nein nicht angenommen wird, kannst du selbstverständlich schärfer formulieren. Nein muss  definitiv nein bleiben!


Jeder von uns hat andere Grenzen. Während die eine spontane Besuche gerne mag, stört es den anderen. Auch in der Lebensgemeinschaft  ist es wichtig, sich Freiräume zu schaffen und Grenzen zu ziehen. Das ist in einem großen Haus sicher einfacher umzusetzen als in einer kleinen Wohnung.

Wer an einer entspannten häuslichen Gemeinschaft interessiert ist muss dann Lösungen finden. Wir leben in einer ehemaligen Tanzschule. Dort gibt es weder Balkon noch Garten, dafür viel Wohnraum. Kinderzimmer und Bad sind separat, der Rest der Wohnung hat Loftcharakter. Wir können uns nicht aus dem Weg gehen. Deshalb haben wir Rückzugsräume eingerichtet.

Ich ziehe mich in meine Kreativecke zu meinen Büchern zurück, höre Musik oder schreibe Texte am Notebook. Meine Frau hat ihren Lieblingsplatz an unserem vier Meter langen Holztisch, an dem sie sich ausbreiten kann. Das Zentrum und Kommunikationszentrum des  Raums ist die offene Küche. Im Grunde genommen sind wir ein Start-up mit zwei Geschäftsführern, die sich immer wieder mal zum Austausch in der Küche treffen.

Wir haben unsere Bedürfnisse abgegrenzt und Lösungen geschaffen. Lösungen zu schaffen ist ein aktiver Prozess, bei dem sich beide Parteien bewegen müssen. Das gilt für alle Lebensbereiche.


Wir überschreiten ständig Grenzen. Das ist normal, weil niemand von uns wissen kann, wo die Grenzen des anderen liegen, unsere Lebenspartner vielleicht mal ausgenommen. Das tolerieren wir einfach, weil wir wissen, dass wir der Situation eicht wieder entkommen können.

Schwierig wird es erst, wenn wir uns aktiv gegen Grenzüberschreitungen wehren müssen. Wer einen definierten Standpunkt hat ist hierbei im Vorteil. Sie oder er können klar benennen, was sie warum nicht akzeptieren können. Menschen mit weniger ausgeprägtem Selbstbewusstsein haben hier Schwierigkeiten.

Die gute Nachricht ist: Nein sagen und  Grenze ziehen kann jeder Mensch lernen. Wer diese Stabilität nicht von sich selbst aus mitbringt, sollte sich helfen lassen. Das ist besser, als sich den Forderungen anderer schutzlos auszusetzen.

Meine persönliche Strategie ist es, gar nicht erst in solche Situationen zu kommen. Je besser ich mich selber kenne, desto besser kenne ich meine Schwachpunkte, desto besser kann ich mich schützen.

Wir kommen alle von Zeit zu Zeit in Grenzsituationen, in denen wir entscheiden müssen, wie wir auf einen Reiz reagieren. Meine persönliche Strategie ist zuhören, wie vorher schon beschrieben. Es ist mir aber schon etliche Male passiert, dass ich die neue Anfrage wesentlich interessanter fand als das, was ich grade gemacht habe. Das kann ich aber nur dann machen, wenn ich keinen Abgabetermin habe. Dann hat mein Projekt selbstverständlich absolute Priorität.


Im Unternehmen haben wir die Kommunikationnsregeln in der Betriebsverordnung festgelegt. Die haben wir mit den Mitarbeitern gemeinsam dfiniert, sie sind von allen unterschrieben worden und damit gültig. Das hat geholfen, dass sich alle gegenseitig unterstützen, weil die Rahmenbedingungen von Geben und Nehmen klar geregelt sind.

Wir, die Geschäftsführung haben einen verbindlichen Prozess festgelegt, wie und in welchem Zeitraum Überstunden ausgeglichen werden. Sie dürfen nicht über das Quartalsende mitgenommen werden. Überstunden können auch nur in absoluten Ausnahmefällen angesammelt und als Urlaubstag, bzw. Urlaubstage ausgeglichen werden. Mit diesen Regeln sind wir in den letzten 17 Jahren sehr gut gefahren.

Wenn ich andere Menschen wichtiger nehme als mich selbst, stelle ich deren Freiheit höher als meine eigene.

Peter Gres Podcast Quickies

014 – Professionelle Pressearbeit

Unsere Wirtschaftswelt wird von Zahlen, Daten und Fakten dominiert. Ich bin selber viele Jahre lang der gängigen Betriebswirtschaftslehre gefolgt. Alles muss messbar sein, sonst existiert es nicht. Schwarz oder weiß, niemals grau.

Technologie kann helfen

Technologie ermöglicht Tracking und Targeting, und dadurch werden Unmengen an Daten produziert, die von cleveren Onlinehändlern wie amazon in Leads und Sales umgewandelt werden. Ich gebe zu, die Datenauswertung hilft auch mir bei der möglichst genauen Ansprache potentieller Kunden.

Zahle sind nicht alles

Aber Zahlen sind eben nicht alles. Eine Pressemitteilung über Zahlen? Dafür interessiert sich niemand. Nicht Excel-Listen, die BWA oder detaillierte Verkaufslisten interessieren Leser, sondern Menschen und ihre Geschichten. In der Bilanz gehören Dinge wie Schreibtische, Computer und andere toten Gegenstände zum aktiven Kapital, die Mitarbeiter dagegen sind Kosten.

Totes Zeug ist ein Aktivposten in der Bilanz

Seltsam ist das, denn ein Schreibtisch leistet ja keinen aktiven Beitrag zum Erfolg des Unternehmens. Das tote Zeug ist ab dem Tag des Einkaufs immer weniger wert, ein Mitarbeiter lernt dagegen lebenslang und steigert seinen Wert ständig, sofern wir ihn wachsen lassen. Wenn wir das befolgen, haben wir den Medien auch immer spannende Geschichten zu erzählen.

Perlen der Lokalpresse

In der Lokalpresse finde ich immer wieder wunderbare Perlen wie „Beinamputierter auf freiem Fuß“, oder „Bauchchirurg schneidet hervorragend ab“ oder „Schnuppertag in der Biogasanlage“. Andere spannende Themen sind Männer, die auf Damenfahrrädern unterwegs sind, eine Stadtverwaltung, die bei einer Sanierung mehr Nieten einsetzen will oder eine Wahrsagerin, die von einer Messerattacke überrascht wurde.

Manches hat durchaus Unterhaltungswert, aber so ich will mein Unternehmen nicht präsentieren. Also muss ich mir entweder spannendere Themen überlegen, und meine Pressemeldung mit einem Hook versehen. Zahlen und Fakten liefern wir selbstverständlich dort, wo es unterstützend und abrundend sinnvoll ist. Im Fokus stehen aber immer  Menschen und ihre Geschichten und die damit zusammenhängenden Emotionen.

Kern der Pressearbeit

Der Kern der Pressearbeit ist schnell auf einen Nenner gebracht: „Ihr wollt die lange Wirkung? Dann fasst euch kurz!“ Ich habe dazu eine Anekdote über Sir Winston Churchill gelesen. Er wurde gebeten, eine kurze Festrede von 10-minütiger Dauer zu halten. Churchill bat um eine Vorbereitungszeit von mindestens 14 Tagen. „Oh“, wunderte sich der Frager, „wie lange brauchen Sie denn, um eine Rede über eine Stunde vorzubereiten?“ „Drei Tage“, erwiderte Churchill. „Und wenn Sie drei Stunden reden sollten, Sir Winston?“ „Dann kann ich sofort beginnen.“

Daraus resultiert der Spruch: „Wenn Du es nicht in einfachen Worten sagen kannst, hast Du es nicht vollständig durchdrungen.“ Fazit: Emotionen lassen sich auch in kurzen Texten transportieren. Sie müssen das Interesse der Journalisten wecken.

Geschichte des Hauses Gress Friseure

Die Geschichte unseres Hauses  beginnt mit meinem Großvater Karl, dessen Werdegang ich aus den Erzählungen meines Vaters, meiner Großmutter und meiner eigenen Erlebnisse als Gründungsgeschichte geschrieben habe. Wilhelminische Erziehung zum Kadavergehorsam, mit 17 Jahren Soldat im ersten Weltkrieg, Eröffnung seines Friseursalon in Altbach, eine dominante Ehefrau, ein hoffnungsvoller Sohn als Held und das Finanzamt als Feind.

60 Jahre später steht bei uns die Entwicklung zum Digital Hairdresser im Fokus. Die Unternehmensgeschichte ist für uns immer wieder ein Aufhänger, um Türen zu öffnen. Die Gründungsgeschichte ist der Trägerstoff für unsere Informationen. Die legendären Techfirmen wurden in Garagen geboren, unsere Garage ist der kleine Dorfsalon. Hier der Link zur Geschichte unseres Hauses.

PR-Agentur

Ich habe meine Pressebetreuung viele Jahre lang selber gemacht, und ich habe viel darüber gelernt, wie es nicht funktioniert. Professionell wurde sie erst durch die Zusammenarbeit mit unserer Wortakrobatin Dr. Simone Richter. Für Pressemitteilungen aus dem Friseurberuf war 2020 ein lausiges Jahr.  Pressearbeit ist ja eine eine sehr scheue und flüchtige Angelegenheit. Du braucht 20 Jahre, um ein gutes Image aufzubauen, aber nur fünf Minuten, um es zu ruinieren. 

Fazit: Wenn ich nichts zu erzählen habe, gehe ich den Redaktionen nicht mit aufgeblähtem Nichts auf die Nerven.

Vorteile einer Presseagentur

Worin liegt der Vorteil bei der Zusammenarbeit mit einer PR-Agentur? Schreiben ist ein Handwerk, das wie andere Handwerke gelernt werden muss. Public Relations muss gelebt werden, es gibt Könner und es gibt Nieten. Es ist wie bei uns im Handwerk. Wir Friseure halten große Stücke auf unser Können, deswegen ist es nur folgerichtig, dass wir für die PR auch hoch qualifizierte Fachkräfte einsetzen sollten.

In Zeiten von Social Media kann zwar jeder Text veröffentlichen, aber qualitativ hochwertig ist anders. Beim Schreiben ist das Qualitätsgefälle extrem groß. Nicht jeder, der Worte aneinander reiht, ist zwangsläufig ein guter Schreiber. Deshalb und aus den folgenden Gründen schätze ich die Zusammenarbeit mit Dr. Simone Richter so außerordentlich:

  • Ihre Adressdaten sind top gepflegt und die Ansprechpartner sind auf dem neuesten Stand
  • Sie weiß genau, welches Thema zu welchem Medium passt
  • Sie weiß wie eine Redaktion tickt, weil sie selber Redakteurin bei der Stuttgarter Zeitung war
  • Sie schreibt gut, weil sie die falschen Wörter weg lässt
  • Sie ist hervorragend vernetzt
  • Sie hört zu und wenn ihr etwas nicht schlüssig ist fragt sie nach

Vermeidbare Fehler

Die meisten Gesprächspartner, die sich über die Ignoranz der Presse beschweren, machen vermeidbare Fehler. Gespräche mit frustrierten Geschäftsleuten klingen im Kern alle ähnlich. Man verstehe überhaupt nicht, warum sich die Presse derartig sperrt.

Warum ignorieren Journalisten deine Pressemitteilung? Ich überziehe mal: Ein amateurhaft gezimmerter Text wird als pdf per Mail an die Zeitung geschickt, dazu wird ein unscharfes, thematisch unpassendes und niedrig aufgelöstes Bild an die Mail gehängt und dann wundert man sich, dass es keine Veröffentlichung gibt.

Einfache Regeln garantieren dir eine gute Zusammenarbeit mit der Presse.
Ich habe mal recherchiert, was die andere Seite, also die Journalisten, zu amateurhaftem PR-Verhalten sagen:

  1. „Ich will nicht mit ‚Liebste Frau XY…‘ angesprochen werden, denn wir sind nicht befreundet!“ Auch Abschiedsformeln wie „Entspannte Grüße aus dem schwarzen Wald…“ gehen mir auf den Nerv. Bleibt einfach bei den üblichen Konventionen.
  2. „Eine Floskel ist ganz schlimm: „Ich will Sie ja nicht nerfen, aber…“ Wenn nerfen dann noch mit Eff geschrieben wird bin ich garantiert genervt.“
  3. „Ich will nicht angerufen und gefragt werden, ob die Pressemeldung schon angekommen ist.“ Das passiert meistens dann, wenn ich einen Text fertig schreiben muss und die Zeitung kurz vor dem Andruck ist. Wenn  euer Text interessant ist wird sich jemand bei euch melden.
  4. „Bereitet eure Pressetexte interessant auf, das reicht. Wir entscheiden, ob es eine Story wird!“
  5. „Vergiss Pressetexte! Mach stattdessen Themenvorschläge!“
  6. „Schau Dir unsere Zielgruppe an, bevor Du Deinen Pressetext losschickst.“
  7. „Ich will keine Fremdsprachen lernen. Sag es ohne Anglizismen und Fachausdrücke und stiehl mir nicht meine Zeit.“

Eins sollte klar sein: Pressearbeit ist anfangs ein Bummelzug  und wird erst langsam zum ICE. Ich habe gelernt, dass das negieren von heute zur Veröffentlichung von morgen führt. Dranbleiben ist das Motto. Dazu lernen ist die Essenz!

Ziel eines Pressemediums

Ich musste erst mal erkennen lernen, dass das Pressemedium nur ein Ziel hat: Seine Leser zu unterhalten, zu informieren und zu binden. Printmedien funktionieren dabei genauso wie die großen Social Media Plattformen, aber mit dem Unterschied, dass die Veröffentlichungen in den thematischen Fokus des Heftes passen müssen.

Je mehr Abonennten das Printmedium gewinnen kann, und je länger ein Leser das Magazin oder die Zeitung liest, desto teurer lässt sich der Werbeplatz verkaufen. Damit verdient der Verlag sein Geld. Je spannender deine Pressemeldung ist, desto  höher ist deshalb die Chance einer Veröffentlichung.

Passe deine Pressemitteilung an

Und vergiss nie: Die Medien passen sich nicht an deine Bedürfnisse an. Andersrum wird ein Schuh daraus: Deine Informationen müssen zum Medium passen. Ich fasse mal zusammen, wie eine gute Pressemeldung aussehen sollte:

  1. Stellt euch die W-Fragen: Wer? hat Was? Wie? Wo? Wann? und Warum? gemacht? – Das Wichtigste kommt zuerst!
  2. Schickt die Texte an die Redaktion, die für euer Thema zuständig ist
  3. Schaut euch vorher an, ob euer Thema zum Medium passt
  4. Schreibt spannend ohne Rechtschreib- und Interpunktionsfehler
  5. Schreibt im 1,5 Zeilen Abstand und nicht weniger als 350 Wörter, aber nicht mehr als 700. Warum? Redakteur kürzen lieber, als dass sie verlängern
  6. Schreibt aktiv, nicht passiv
  7. Journalisten haben keine Zeit, also macht es ihnen leicht
  8. Liefert kurze und aussagekräftige Texte
  9. Lobt euch nicht selber
  10. Behandelt nur ein Thema pro Pressemitteilung
  11. Bringt ein Zitat des Verantwortlichen
  12. Hängt Bilder mit hoher Auflösung an
  13. Schreibt aus Lesersicht: Würde mich meine Nachricht interessieren?
  14. Sticht eure Information raus? Oder geht sie in hunderten anderer Mails unter?
  15. Setzt ans Ende immer den Abbinder oder auch Boilerplate genannt.

Der Begriff Boilerplate deutet ursprünglich auf eine Herstellerbezeichnung hin, die auf Heizkesseln aufgebracht ist. Das Metallschild wurde in vorgefertigter und immer gleicher Form eingesetzt, deshalb adaptierte man den Begriff schließlich u.a. auch für die Programmierung und das Onlinemarketing.

Inhalt Abbinder

Der Abbinder informiert die Journalisten über die wichtigsten Informationen zum Unternehmen. Er hat keinen direkten Bezug zur Pressemeldung, und er bleibt inhaltlich gleich, solange sich die wichtigen Daten nicht ändern.


In der Regel reichen fünf bis sechs Zeilen aus. Diese Informationen bieten sich für den Abbinder an:

  • Name des Unternehmens (inkl. Rechtsform)
  • Unternehmenssitz, Standorte und Niederlassungen
  • Gründungsdatum
  • Tätigkeitsgebiete
  • Produktportfolio/Branchen
  • Patente
  • Kundenreferenzen
  • Mitarbeiteranzahl
  • Umsatz- und Gewinnzahlen

Erstellt euch für die Pressemitteilung eine Vorlage, dann müsst ihr euch nicht jedes mal erneut Gedanken über die Struktur machen.

Betreff muss interessant sein

Hattest du schon einmal 50, 100 oder mehr ungelesene Mails in deinem Postfach? Öffnest Du jede einzelne? Nein, natürlich nicht. Du schaust nach dem Absender und nach dem Betreff. Der Betreff sollte deshalb sofort ins Auge fallen. Der Betreff ist die Headline, der Eye-Catcher deiner Pressemail. Je prägnanter der Titel ausfällt, desto größer ich die Chance, dass deine Mail geöffnet wird.

Best Practice

Einer meiner Friseurfreunde, Oliver Gerbert, hat unter der Leitung des Dirigenten Wilhelm Keitel den Barbier von Sevilla in einer Kammerversion in seinem Salon aufgeführt.

Seine  Pressemeldung lautete schlicht: „Sehr geehrte(r) Frau / Herr,  am 3. September führe ich in meinem Friseursalon in Stuttgart den Barbier von Sevilla als Kammerorchester-Version unter der Leitung des Dirigenten Wilhelm Keitel auf. Ist das eine interessante Info für Sie? Wenn ja können Sie mich gerne unter 123 erreichen. Ich freue mich auf Ihren Anruf! Mit freundlichen Grüßen Oliver Gerbert.

Die Idee dahinter war nicht zu sagen welch toller Hengst er ist und was er alles super tolles macht. Er hat den Journalisten die Entscheidung überlassen, ob es für sie/ihn eine brauchbare und nützliche Information ist! Diese schlichte Information brachte ihm mehr als 40 redaktionelle Pressemeldungen ein.


Eine Pressemeldung ist kein Heldenepos. Ihr könnt sie mit den Regeln eines Heldenepos schreiben, aber ihr sollt nicht euch in die helle Sonne stellen, sondern das Thema.

Kein Heldenepos

Wenn ihr nicht Christiano Ronaldo, Ariana Grande, Dwayne „The Rock“ Johnson, oder Kylie Jenner mit hunderten Millionen Instagram-Follower seid, und die Presse sich nicht grade um euch reisst, dann solltet ihr euch mit Selbstbeweihräucherung stark zurück nehmen. Die Journalisten entscheiden über eine Veröffentlichung, und die sind nicht an Selbstüberhöhungen interessiert. Bleibt sachlich und sagt nur dann etwas, wenn es interessant ist.

Hier noch einige Links zu kostenfreien und kostenpflichtigen Presseprotalen:

kostenfrei

kostenpflichtig