Geschäftsentwicklung Archive - Peter Gress

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Roter Faden

Aktion “Roter Faden”

Schaut genau hin, sonst entdeckt ihr den “Roten Faden” nicht. Wenn ihr Interesse an der kompletten Strategie hinter dem “Roten Faden” habt freue ich mich auf den Kontakt mit euch. Mailt mir oder ruft mich an.

Meine „Aktion Roter Faden“ ist die Visualisierung der Idee, unsere Planung mit mehr Feedback von Kunden zu füllen. Normalerweise läuft es in der Planung ja so, dass ich im Büro sitze und mir Gedanken mache, was als nächstes zu tun ist und ich dann alleine entscheide, was das Team während des Jahres umsetzt. Dann wird das über das Teammeeting ins Team getragen und umgesetzt. Oder auch nicht. Oder nur ein bisschen.

Sechs von zehn Kunden sprechen uns auf den Roten Faden an. “Ist das Kunst?” “Ist das der Rest der Weihnachtsdeko?” Einige kommen direkt drauf und fragen, ob das…”unser geschäftlicher Roter Faden ist?”

Unser Schreiner Stephan Gugeler beim “Roten Faden” spannen

Das hat mich ermutigt, nicht mehr alles alleine im Büro auszuhecken, sondern die Augen, Ohren und das Gefühl von Kunden und Mitarbeitern in die Planung einzubeziehen. Und viele Ohren hören mehr und so haben auch mehr Menschen die Chance, ihre eigene Sicht auf die Dinge einzubringen.

Manchmal laufe ich Gefahr betriebsblind zu werden und denke, dass etwas nicht geht, bis dann einer kommt und nicht danach fragt, es einfach macht und damit Erfolg hat. Und ein Mehr an Meinungen ist immer gut, wenn man in einer recht unsicheren Zeit so etwas wie einen einigermaßen verbindlichen Plan für zwölf Monate entwerfen soll.

Der “Rote Faden” wird uns helfen, unser Angebot noch besser auf unsere Kunden auszurichten und ihnen den größtmöglichen Nutzen bieten. Welche Dienstleistungen vermissen sie bei uns? Was gefällt ihnen bei uns? Was gefällt ihnen nicht? Welche ganz speziellen Wünsche haben sie an uns? Im persönlichen Gespräch kommt das Feedback meist ungefiltert und schnell. Sie dürfen aber auch gerne über Facebook, Google My Business oder Instagram an uns liefern.

Es wird immer wichtiger, dass wir Kundenmeinungen und die Gedanken des Teams in unsere Jahresplanung einbeziehen. Zum Einen wollen wir glückliche Kunden im Betrieb haben, und zum Anderen sollen sich alle Mitarbeiter wohlfühlen und einen Sinn und ein Ziel hinter ihrer Arbeit sehen. Gerne möchte ich auch alle Teammitglieder dazu einladen, sich Gedanken über ihr WARUM zu machen. Was Sie tun und wie Sie es tun ist offensichtlich, aber über das Warum dahinter haben sich die meisten noch keine Gedanken gemacht. Dabei geht es aber nicht um „Ich muss Geld verdienen“ oder „Irgendwas muss ich ja machen“, sondern um den Sinn, den Sie hinter Ihrer Arbeit sehen. Wenn Sie den nicht gleich erkennen ist das nicht schlimm, ich selber habe jahrelang gebraucht, um überhaupt auf den Gedanken zu kommen, mir diese Frage zu stellen. Aber ich will über die Diskussion mit den Kunden jedenMitarbeiter unterstützen, sich mit seinem Warum auseinanderzusetzen.

Je technischer unsere Welt wird, desto wichtiger ist der persönliche Kontakt zwischen Menschen. Möbel kann man tauschen, Menschen nicht. Menschen schätzen Berührungen und Emotionen und die können wir auf eine professionelle Art bieten. Klar, wir bilden uns fort, werden Spezialisten und Top-Fachleute. Aber das macht uns noch nicht zu Kommunikatoren, Organisatoren, Führungskräften und Strategen. Es ist unser Job als Unternehmer, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Team überhaupt erst Höchstleistungen erbringen kann.

Die menschliche Qualität in einem Team ist ausschlaggebend für den Erfolg, das ist die einfache Formel.

Goolge My Business als Vertriebskanal nutzen

Kennt ihr Google My Business? Ja? Sehr gut. Wenn nicht wird es Zeit , GMB kennenzulernen. Warum? Weil GMB ein kostenloses, aber höchst effizientes Tool, ist, um euer Unternehmen potentiellen Zielgruppen vorzustellen. Was mal als Google Places bekannt war ist heute Google My Business. Seit Google im April 2019 Google+ eingestellt hat, wurde mit Google My Business ein Tool geschaffen, das viele Vorzüge eines sozialen Netzwerks mit denen einer Vertriebsplattform vereint. 

Ich kann euch jetzt viel über die Vorzüge von GMB erzählen, möchte euch aber ein paar Zahlen nennen, die für sich selber sprechen. Wir hatten im Februar 2019 35.793 Nachfragen von Nutzern nach unseren Leistungen. Im Oktober 2019 waren es 12.817 mehr, also insgesamt 48.610 Nutzer. Im November 2019 zählten wir schon 65.219 Nutzer, insgesamt also fast 20.000 mehr als im Februar 2019. Ich habe festgestellt, dass vieles von dem, was ich bei GMB anwende, auch für Instagram nützlich ist. Also habe  ich begonnen, meinen Instagram Account umzubauen und aus GMB und Instagram eine gedanklich Einheit zu formen. Zu Beginn purzelten meine Instagram Follower dramatisch nach unten, weil sie mit meiner neuen Ausrichtung nichts anfangen konnten. Nach dem Stillstand der Abwanderungen baue ich den Account nun neu auf und experimentiere mit unterschiedlichen Gestaltungen und Content. Google My Business bleibt jedoch der Motor, der mein Business treibt.

In GMB kann ich Beiträge veröffentlichen, Bilder posten, Angebote, Neuigkeiten und Events einstellen und direkt aus dem Tool heraus Ads dazu schalten. Das ist sehr cool, weil es Zeit spart und sehr effizient ist. Mit der interaktiven 360 Grad Begehung können Kunden durch das Geschäft wandern und bekommen einen sehr lebendigen Eindruck davon, wie es bei uns aussieht. Dazu posten wir Bilder ohne Ende, denn Bilder sind GMB Frequenztreiber par excellence. Zwischen Februar 2019 und November 2019 hatten wir eine Steigerung von rund 71.000 Fotoaufrufen und verbuchten damit über 1.000 Prozent mehr Fotoaufrufe als vergleichbare Unternehmen. Mit der Smartphone-App ist das sehr einfach zu leisten. Einfach täglich durch den Salon gehen und Details fotografieren, beschriften und hochladen. Einfacher geht es nicht, deshalb ist es umso unverständlicher, dass bisher nur rund 30 Prozent der Geschäfte in Deutschland Google My Business als Vertriebsweg nutzen.

Ich schätze mal, dass die Einrichtung des Accounts zwei  Stunden dauert. Der wöchentliche Zeitaufwand für die Pflege nimmt nicht mehr als 20 Minuten in Anspruch. Zusätzlich schätze ich eine weiter Stunde, um die Organisation im Hintergrund aufzubauen. Dabei handelt es sich um Ordner für Bilder und Textentwürfe, die ihr für die Veröffentlichungen in Google My Business verwenden könnt. Diese Ordner sind einfach einzurichten und wenn ihr wisst, wo genau ihr diese Ordner findet, habt ihr die meiste Arbeit hinter euch. Dann kann der Spaß beginnen, Ihr werdet innerhalb kurzer Zeit mit euren wöchentlichen Beiträgen Erfolge einfahren. Wenn ihr euch dazu hin noch entscheidet, Google Ads zu schalten, dann habt ihr ein wirklich schlagkräftiges Gespann für euren Betrieb am Start.

Wenn ihr keine Lust darauf habt, euch alles selber anzueignen, dann dürft ihr euch gerne zu meinem, Seminar am 16.-17. Februar 2020 in Esslingen anmelden. Ihr braucht nichts weiter als euer Notebook und euer Smartphone, um GMB und Instagram Basic zu kombinieren. Ich freue mich auf euch, wir werden viel Spaß im Workshop haben.

Urbanisierung und die Folgen für das Handwerk

Ein wichtiger Megatrend den wir als städtisch angesiedelte handwerkliche Dienstleister im Auge behalten müssen, ist die schnell fortschreitende Urbanisierung. In Deutschland liegt der Urbanisierungsgrad derzeit bei rund 78 Prozent der Gesamtbevölkerung, und man kann davon ausgehen, dass sich diese Zahl im Lauf der nächsten Jahrzehnte noch erhöhen wird. Ja mehr Menschen in die Städte ziehen, desto knapper wird der Wohnraum und desto teurer werden die Mieten und die Lebenshaltungskosten. 

Das wird dann zum Problem, wenn wir Mitarbeiter von außerhalb der Stadt bekommen, die in annehmbarer Entfernung zum Arbeitsort wohnen müssen. Im Großraum Stuttgart sind die Mieten mittlerweile extrem in die Höhe gegangen. Ein trauriger Rekord: Stuttgart hat mittlerweile auch München als teuerstes Wohnpflaster abgelöst und ist damit in Deutschland einsamer Spitzenreiter.

Es könnte also in der Folge dieser Entwicklung durchaus sein, dass Handwerksbetriebe in Städten nicht mehr neu gegründet werden können, weil die Mieten oder Kaufpreise zu teuer werden und sich betriebswirtschaftlich nicht mehr lohnen. Für Friseure beispielsweise könnte das bedeuten, dass die Salons immer mehr in die Randlagen gezwungen werden, und sie vom Kundenstrom in den Städten abgeschnitten werden. 

Allerdings wären dort auch die Mieten geringer und Mitarbeiter könnten sich Wohnraum und Leben eher leisten als in den Stadtzentren. Wenn wirtschaftlich sinnvolles urbanes Leben in den Städten möglich sein soll, braucht es vernünftige Verkehrskonzepte mit perfekt aufeinander abgestimmten öffentlichen Verkehrsmitteln und der weitgehenden Verbannung des Individualverkehrs, damit Menschen ihre Arbeitsplätze in annehmbarem Zeitumfang erreichen können.

Autos verbrauchen zu viel teuren Platz, sie stehen die meiste Zeit des Tages unbenutzt auf Stellplätzen, die man von der Gesamtfläche gesehen, besser für weiteren Wohnraum oder bessere Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs verwenden kann.

Immer dichter bebaute Städte stellen Handwerksunternehmen vor viele Probleme. Parkraummanagement für die Fahrzeuge, Lagerräume, Büros, Erreichbarkeit, Dauer der Fahrzeiten zu und von Kunden oder Baustellen (Stauzeiten), die Mieten oder Finanzierungskosten für Betriebsflächen, bau- und umweltrechtliche Beschränkungen, hohe Parkgebühren für Kunden und Schwierigkeiten mit Anwohnern wegen hoher Lärmpegel veranlassen viele Handwerksbetriebe zu einem Standortwechsel, oder gleich zu einer Ansiedlung in den Randbereichen der Städte.

Unser Elektrotechniker ist in Esslingen ansässig. Wenn er einem Termin in Stuttgart wahrnehmen muss. hat er mittlerweile einen E-Roller im Kofferraum, den er bei Stau einsetzt. Er parkt sein Auto außerhalb der Innenstadt und fährt mit dem Roller zum Termin, denn es ist mittlerweile fast die Regel, dass eine 20-Minuten Fahrt nach Stuttgart länger als 45 Minuten dauert. Dabei geht teure Arbeitszeit drauf, die der Handwerker zum Teil auch selber tragen muss, wenn er seine Kunden die Kosten nicht zumuten will. 

Siehe Download: Handwerk lokal Perspektiven für eine handwerksgerechte Stadtentwicklungs-, Verkehrs- und Wirtschaftspolitik in Städten und Gemeinden.

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