Führung Archive - Seite 16 von 17 - Peter Gress

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Juniors im Coaching

Im Jahre 2013 habe ich für unser Unternehmen Gress Friseure Aveda Concept Salon das Programm “Juniors im Coaching” eingeführt. Dieses Segment ist die erste Unternehmenseinheit, die sich vollständig auf die Entwicklung von talentierten, jungen Fachkräfte konzentriert.

Das Programm baut auf die Private Duale Ausbildung der Pivot Point Academy auf. Der kompakte Wissenstransfer in den ersten beiden Ausbildungsjahren (6 Module á 4 Wochen = 24 Wochen) ist die Grundlage für die Amortisation der Investitionskosten für die externe Qualifizierung. Im dritten Ausbildungsjahr sind die Jugendlichen so fit, dass sie eigene Kunden bedienen können. Ein Drittel des dritten Ausbildungsjahres befinden sich die Juniors im erweiterten Coaching-Programm. Jeder Gast den sie bedienen wird von Ausbildern geprüft und das Ergebnis besprochen. Die beiden letzten Drittel sind sie auf sich alleine gestellt, können sich aber jederzeit an die Ausbilder wenden, wenn sie ein Problem haben, mit dem sie selber nicht klar kommen.

Das Ziel
Was wir brauchen sind geistig flexible und hoch talentierte junge Menschen im Friseurberuf. Der Laden an der Ecke hat ausgedient. Mit der Eistellung: “Ich mach’ mir jetzt ‘nen Laden auf, dann wird das schon” lockt niemand mehr Kunden in sein Unternehmen. Eine professionell organisierte Konzeption, umfassende Ausbildung mit Führungsanspruch, kontinuierliche Weiterbildung von Chef und Mitarbeitern, benchmark-orientiertes betriebswirtschaftliches Management und tägliche Führung durch Kommunikation bilden die Basis erfolgreicher (Friseur)-Unternehmen. Ein wichtiger Punkt in der täglichen Führung ist das Beispiel der Führungspersonen. Das kann man nicht delegieren, hier muss sich jeder Chef und jede Führungsperson schon selber bewegen. Von andern verlangen was man selber nie tun würde führt in die Sackgasse. Einsatz, Selbstkritik, Pragmatismus, Leben lassen und Stärken nutzen umschreibt die tägliche Führung schon sehr gut.

Projekte und Abläufe kann man managen. Menschen muss man führen.

Führen geht nur durch begeistern

Sie führen? Dann sollten Sie wissen, wie Sie Menschen begeistern und wie Sie einen hohen emotionalen Bezug zum Thema herstellen. Die Schwierigkeit mit der Begeisterung liegt allerdings darin, dass viele Menschen die Dressur in Schule und Studium gewohnt sind. Das kennen Sie sicher aus eigener Erfahrung. Sie lassen sich nur schwer begeistern, weil sie während ihrer schulischen Ausbildung nur selten für eine Sache gebrannt haben.

Als Führungskraft müssen Sie die Werte, Ziele, Wünsche und Pläne ihre Mitarbeiter wissen. Reden Sie miteinander, sonst erfahren Sie nichts. Monologisieren Sie nicht und hören Sie zu. Das bringt Ihnen, Ihrem Unternehmen und Ihrem Mitarbeiter eine Menge. Wenn Sie dauernd selber reden kommt kein kommunikativer Gegenverkehr zustande. Stellen Sie Fragen, ermuntern sie ihre Mitarbeiter, aus sich heraus zu kommen und lassen Sie sich erzählen was Ihre Mitarbeiter antreibt. Wenn nur Sie reden wird Ihr Gegenüber in seiner Annahme bestätigt, dass hier eine Quasselstrippe sitzt, die zwar etwas von ihm will, aber nicht wirklich an ihm als Mensch interessiert ist.

Menschen wollen miteinander verbunden sein. Sie brauchen Vertrauen, Ehrlichkeit und die direkte Ansprache. Ich bin sicher, dass wir als Führungskräfte in viele kommunikative Fettnäpfchen treten werden, egal wie gut wir uns konditionieren. Wir sind eben wie wir sind, was uns aber nicht daran hindert zu erkennen, dass wir uns ein Stück weit auf unsere Mitarbeiter hin bewegen müssen, um sie erfolgreich führen zu können.

Effektive Kommunikation in der Führung

Sie können Ihre Mitarbeiter auf zwei Arten sehen:

a.) Sie gehen Ihnen auf die Nerven, weil sie sich dauernd mit ihnen auseinander setzen müssen, weil sie nicht tun was Sie von Ihnen erwarten und weil sie ständig Gespräche einfordern

b.) Sie wertschätzen sie, weil sie Ihnen helfen, Ihre Ideen umzusetzen, Ihre Werte zu multiplizieren und sich und Ihr Unternehmen erfolgreicher zu machen

Henry Ford hat sich einmal beschwert, dass er mit jedem Paar Hände automatisch ein Gehirn mitgeliefert bekommt. In den Frühzeiten des Fließbandes war eigenständiges Denken nicht gefragt. Heute, in unserer offenen Dienstleistungsgesellschaft, ist das anders. Mitarbeiter wollen Verantwortung tragen, sie wollen sich um die Wünsche, Sorgen und Nöte von Kunden, Patienten, Gästen kümmern. Sie mögen es auch sehr gerne, wenn sie in einem Unternehmen eine offene Kommunikation herrscht und wenn sie Entwicklungsmöglichkeiten haben.

Viele qualifizierte junge Menschen können zusätzlich mit der herkömmlichen Gesprächspolitik und dem teils drögen Tagesablauf in Unternehmen nichts anfangen. Starre Strukturen, wenig fachliche und persönliche Anerkennung, fehlende Anreize für Eigeninitiative, zu wenig Innovation, Kreativität und Bewegungsfreiheit und damit zu wenig persönliche Entwicklungsmöglichkeiten sorgen sehr schnell für die emotionale, und in der Folge davon, oft auch für die endgültige Trennung vom Unternehmen.

Führungskräfte sind auf die neuen Herausforderungen oft nicht vorbereitet. Sie praktizieren Old-School Führungsmechanismen, die sie selber durchlebt haben. Den meisten Führungskräften ist aber bewusst, dass sie ihren Führungsstil ändern müssen, um hoch qualifizierte Menschen dauerhaft an ihr Unternehmen binden zu können. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt hin zur zukunftsfähigen Führungskraft.

Für Peter Gress ist der Kern zukunftsfähiger Führung eine offene Kommunikation mit Gegenverkehr, oder im Business-Sprech, mehr bottom-up statt ausschließlich top-down. Durch die Einbindung individueller Behandlung der unterschiedlichen Lerntypen steigt die Effektivität der Mitarbeiter, die Mitarbeiterbindung wird besser und die Bereitschaft, alles für den Kundennutzen zu tun ist jederzeit gegeben.

Ein kommunikativer Führungsstil ist nicht allein seligmachend, aber ein guter Ansatz es zu versuchen.