petergress, Autor bei Peter Gress - Seite 3 von 13

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Peter Gres Podcast Quickies

008 – Podcast Starke Marke Weniger ist mehr

In dieser Folge geht es um das Zuviel an Auswahl, um den Stress mit den damit zusammenhängenden Kauf-Entscheidungen und um das andauernde Gefühl, niemals zufrieden zu sein, egal wieviel wir konsumieren. Das bringt uns zwingend logisch zu der Frage: Sollten wir generell weniger Dinge besitzen?


Wie viele Klamotten hängen in unseren Schränken, die wir vielleicht noch nicht einmal getragen waren? An denen noch das Preisschild hängt? Wie viele Kleidungsstücke vergessen  wir, weil sie in der unübersichtlichen Stoffmassen im Schrank untergehen?

Wie viel Stress haben wir jeden Morgen bis wir entschieden haben was wir anziehen und wer wir heute sein wollen? Ella Schön, die Asperger-Authistin, gespielt von Ellen Frier, probiert ein Outfit in der Boutique an und sagt zur Verkäuferin:“Bitte siebenmal.“ Das hört sich übersichtlich an.

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007 – Podcast Starke Marke – Wie kommen wir durch die Pandemie

Fakt ist, dass vielen kleinen Unternehmen die finanzielle Puste ausgeht. Das liegt meist daran, dass kleine Unternehmen keine hohen Rücklagen bilden konnten und jetzt sehen müssen, wie sie sich neu aufstellen.

Diese Frage stellen wir uns selber auch, denn eines ist klar: Wenn wir den ganzen Januar geschlossen bleiben und keine adäquaten Hilfen von Staat bekommen, dann sieht es für unser bisher gefahrenes Geschäftskonzept ziemlich düster aus.

Verschärfend fällt ins Gewicht, dass die Politik am 5.1.2021 die Verlängerung des Lockdowns beschlossen hat. Am 25.1.2021 wollen sich die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin wieder treffen.

Das bedeutet geschlossene Geschäfte bis mindestens Montag, 1.2.2021. Das wird vielen kleinen Geschäften den Todesstoss versetzen. Daraus resultiert nun eben die Frage: Wie kommen Unternehmer wirtschaftlich und medizinisch einigermaßen gesund mit dieser ständigen Bedrohung zurecht. Und wie können sie ihre Geschäfte retten?

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006 – Podcast Starke Marke – FORDEC-Liste

In dieser Folge geht es um die FORDEC Liste für schnelle Problemlösungen. Sie wird in der Luftfahrt eingesetzt, wenn ein auftretendes Problem in kurzer Zeit nachvollziehbar gelöst werden muss.

Die FORDEC-Liste ist eine Kurzform des Strategie-Tableaus. Sie ist ausgelegt auf schnelle Problemlösungen, denn Probleme in der Luft lassen keine langen Strategiesitzungen zu. Schneller Konsens ist das Ziel. Flugzeuge sind komplexe, vielschichtige Organismen und brauchen deshalb definierte und kooperative Entscheidungsprozesse. 

FORDEC-Liste Vorlage

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005 – Podcast Starke Marke – Corona Lockdown 2

Good bye Wirtschaftswunderland!

Zwischen Corona Lockdwon 1 und Corona Lockdown 2 haben sich die Ministerpräsidenten ausgetobt und sich mit bürgernahen Maßnahmen überboten, in der Hoffnung, ja, genau, auf was?

Unsere liberale Demokratie ist so liberal geworden, dass Politik und Interessenverbände keine anderen Maßnahmen mehr kennen, als ein Thema, kaum veröffentlicht, an allen Ecken und Kanten abzuschleifen.

Viele Mäuse nagen an einem soliden Stück Käse hier und dort immer wieder einen Brocken ab. Vom ursprünglich feinen Käse bleibt nicht mehr als ein Haufen angefressenes, unappetitliches und unförmiges Stück übrig.

Eierlegende Wolmilchsau

In unserem liberalen, föderalistischen System mäandern Politiker wie ein Flusslauf im Tal. Es geht von einer Ecke in die andere. Sie sind so an die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau gewöhnt, dass sie vergessen haben, dass in einer schwierigen Zeit nicht der Individualismus im Vordergrund steht, sondern die Pandemie und damit gemeinsame Handlungen.

Virologen erklären Menschen die Pandemie, sie wurden durch die Medien zu Stars gemacht, weil die Politiker keine Erklärung haben. Anstatt einer starker Gemeinschaft mit einem erklärten Ziel gibt es Scharmützel untereinander.

Konfus und unorganisiert

Das Virus steht derweil wie eine gewaltige Armee geschlossen vor einem wilden, unkoordiniert daher rennenden Haufen Stammesfürsten.Olaf Scholz und Peter Altmaier werden nicht müde, uns zu erklären, dass Deutschland ein reiches Land sei, dass Deutschland wie der Phönix aus der Corona-Asche aufersteht und seine herrschende Stellung wieder einnimmt.

Ich sehe das nicht so. Deutschland hat bisher alle wichtigen technischen Entwicklungen verschlafen. Teilweise selbst verschuldet, teilweise auch verhindert durch kleingeistige Nörgler und Bedenkenträger, die nicht begreifen, dass man nur schützen kann was man hat, indem man aktiv und weitsichtig in die Zukunft geht und nicht im Bestehenden beharrt.

Keine Angst vor Insolvenz

Insolvente Unternehmen müssen mittlerweile keine Angst vor Insolvenz haben, die Kurzarbeit, eher eine kurzfristige Stützung, wird um ein weiteres Jahr verlängert, und Mitarbeiter staatsgestützter Unternehmen werden an der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gehindert, weil Staatsgeld eine trügerische Sicherheit verbreitet.

Zukunft? Das wird schon werden! Jetzt erstmal mit dem Hammer drauf und mit dem Füllhorn hinterher. Dass der Hammer mehr niederdrücken wird, als das Füllhorn wieder aufrichten kann ist ja kein Thema. Ich habe den Eindruck, hinter uns Bürgern sind Horden von Chef-Anästhesisten mit ihren Beruhigungsspritzen her, die uns zwar nicht helfen, aber immerhin für eine Narkotisierung sorgen.

Unternehmen! Aber was genau?

Natürlich nutzen wir alle die Zeit des Lockdowns. Wir sind Unternehmer und als solche unternehmen wir etwas. Alle wollen wir die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen. Es ist der Trotz der uns nach vorne treibt, der Trotz dagegen, uns durch die Situation demoralisieren zu lassen. Natürlich nutzen wir alle die Zeit des Lockdowns. Wir sind Unternehmer und als solche unternehmen wir etwas. Alle wollen wir die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen. Es ist der Trotz der uns nach vorne treibt, der Trotz dagegen, uns durch die Situation demoralisieren zu lassen.

Wir wollen beweisen, dass wir trotz des navigierens im Schaum handlungsfähig sind. Das hält Unternehmer aufrecht. Aber wenn die Politik weder ein Ziel noch einen Plan für das Land hat, ist es als Unternehmen unmöglich zu handeln und in die Zukunft zu investieren.

Ich stelle mir vor wie es wird, wenn die Infektionszahlen trotz des Lockdowns nicht sinken. Das wäre für mich ein Beweis dafür, dass Geschäfte mit Publikumsverkehr nicht zu dem irrsinnigen Anstieg der Fälle geführt haben. Dort wo die Hygienemaßnahmen ernst genommen werden und Vorsorge getroffen wurde, sind Menschen nicht gefährdet.

Schnelltest ja oder nein?

Wir alle kennen die Argumente über Schnelltests, den Einsatz von FFP2 Masken und die Hygienemaßnahmen. Aber Schnelltests sind ja erstens zu ungenau und zweitens flächendeckend zu teuer. Ich will gar nicht erst versuchen, das mit den Kosten des Lockdowns gegenzurechnen.


Die Politik wird keine andere Alternative haben, als die Hilti einzupacken und das Skalpell herauszuholen, wenn Deutschland wirtschaftlich, gesellschaftlich, sozial und vor allem politisch überleben und vital bleiben will.

Agil, vital, das sind große Begriffe, die von Unternehmen verlangt, von der Politik aber negiert werden. Selbst die Zulassung eines Impfstoffes wird hinaus gezögert, weil man niemanden auf die Füße treten will.

Gemeinschaftlich beim Impfstoff, sonst aber – beispielsweise beim Streit um Rechtsstaatlichkeit – jeder mit dem Messer zwischen den Zähnen und dem Säbel in der Hand zum eigenen Vorteil.

Die Konsequenz

Was heißt das alles jetzt für mich und unser Unternehmen? Ehrlich gesagt habe ich dazu nur neblige Vorstellungen. Aber ich will die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, und auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen.

So wie jeder von euch halt. Was soll ich auch sonst tun? Klar: Wie die letzten Jahre üblich jeden Tag am Morgen Sport machen, dazu tagsüber ein paar Kilometer laufen oder wandern. Musik hören. Bücher lesen. Kochen. Und, um es mit den Worten meines Sohnes zu sagen: chillen und auch mal dröge Langeweile aufkommen lassen.

Langeweile ist für mich das beste Mittel, um die Gedanken zu sortieren. Einfach mal aus dem Fenster schauen und das Leben vorbei ziehen zu lassen hat auch was. Mit neu gewonnenen Freunden chatten, ruhende Freundschaften wieder mit Leben füllen und, ganz wichtig, eigentümlicher werden und weniger unwichtiges Zeugs machen. Und die einlaufenden Ideen konsequent abwägen und umsetzen.


Jedenfalls wünsche ich euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Und: Nutzt die Zeit des Lockdowns, um euer Geschäftsmodell zu überprüfen, und auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen😅. Bleibt gesund und kritisch, und biegt nicht falsch ab

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004 – Podcast Starke Marke – Führung

Nicht immer sind die besten Fachleute die besten Führungskräfte. Und nicht immer sind die besten Führungskräfte die besten Fachleute. Führung findet auf der emotionalen Basis statt, sie ist Interesse an anderen Menschen. Gute Führung ist ganzheitlich emotional, situativ, koooperativ und partizipativ.

Wenn ich andere Menschen so behandle, wie ich selber behandelt werden möchte ist führen einfach. Manchen Menschen ist zwar mehr Charisma in die Wiege gelegt worden als anderen. Aber auch wenn andere vielleicht spröder, zurückhaltender und vorsichtiger sind, können sie fähige Führungspersonen sein. Was zählt ist die emotionale Intelligenz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Goleman

Umfrage: Arbeitgebern ist emotionale Intelligenz wichtiger als ein hoher IQ

In der Paralyse ist emotionale Führung unverzichtbar

Corona lähmt Deutschland

Führung ist Haltung, Klarheit, Motivation und Wille. Wenn eine Entscheidung getroffen werden muss, wird entschieden und nicht gehadert. Wenn ich eine Entscheidung durchdenken muss, sage ich verbindlich an, wann ich entscheiden werde. Daran halte ich mich unbedingt. Ausnahme: Die Corona-Pandemie.

Auch Schwäche eingestehen

Es gab beim ersten Lockdown kaum belastbare Entscheidungsgrundlagen. Es ist deshalb keine Schwäche, den Mitarbeitern zu erläutern, dass die Situation so außergewöhnlich ist, dass eine reale Einschätzung der Lage unmöglich ist. Solche Ausnahmesituationen fordern Führungskräften alles ab. Als Navigation im Schaum bezeichnet der Philosoph Peter Sloterdijk die verschlungene Reise zu einem Ziel.

Entscheidungsänderungen

Ich habe meine Mitarbeiter während des Pandemieverlaufs oft um Nachsicht gebeten, weil meine heutige Entscheidung morgen schon wieder anders lauten kann. Unsicherheit entbindet mich aber nicht von der Entscheidung. Wenn eine Entscheidung gefällt werden muss, muss sie eben auf der Basis dessen entschieden werden, was ich momentan weiß. Ich muss mir aber selber erlauben, jede Entscheidung wieder revidieren zu dürfen. Dazu ist konstante Kommunikation nötig, sonst verlieren Mitarbeiter den Anschluss.

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003 – Podcast Starke Marke – Der Rote Faden

Jedes Jahr legen wir für unser Unternehmen ein Motto fest. Im Coronajahr 2020 steht das konstante Grundbedürfnis unserer Kunden noch stärker als sonst im Fokus. Wir konzentrieren unsere Anstrengungen noch intensiver auf den Nutzen für unsere Kunden. Sie bringen uns den Umsatz, sie halten uns am Leben. Ihnen gilt unsere Zuwendung und unsere Aufmerksamkeit. Je besser wir das tun, desto konstanter ist der lebenslange Kundenwert. Und gibt es etwas einfacheres, als höflich, freundlich, zuvorkommend zu anderen Menschen zu sein?

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002 – Podcast Starke Marke – Duale Transformation

Duale Transformation sorgt für neuen Umsatz. Ich erkläre im Podcast anhand von Beispielen was das ist, und warum duale Transformation für jede Unternehmensgröße und für jeden Arbeitsbereich neue Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Und wir bekommen ein Statement zur dualen Transformation von Prof. Dr. Nils Herda.

Disruption

Es gibt zwei Wege wie ein Unternehmen in die Transformation findet: Das Geschäftsmodell wird disruptiert und durch branchenfremde Spieler radikal erneuert. Ein Unternehmen will sein bestehendes Geschäftsmodell schützen, aber es muss auch rechtzeitig neue, parallel laufende Geschäftsmodelle finden, um neue Einsatzgebiete für die vorhandene Expertise finden.

Als Beispiele dienen die Foto-, Musik-, Film- und Druckindustrien. Sie haben sich viel zu lange gegen einen offensichtlich fälligen Wandel gestemmt, um ihr Geschäftsmodell  zu schützen. Sie waren nicht mehr  objektiv genug, um die Dramatik ihrer Situation zu erkennen.

Handwerk sticht

Handwerk hat einen großen Vorteil: Es kann nicht digitalisiert werden. Handwerker verknüpfen Digitalisierung mit der Manufakturwelt und schaffen sich eine große Zukunft mit dem sprichwörtlichen goldenen Boden. Noch kann keine Maschine kreative Handarbeit umsetzen.

Eine kleine Volte: Im Jahr 1997 hatte das Handwerk den Höchststand mit 633.000 Auszubildenden. Im Jahr 2019 waren es 369.000 Azubis, ein Minus von 264.000 Nachwuchskräften. Ich habe einige Jahre lang für die Wirtschaftsjunioren Esslingen Schüler von achten Hauptschul-Klassen mit Bewerbungstraining versorgt.

Vor zwölf Jahren haben noch sechs von zehn Hauptschülern eine handwerkliche Ausbildung in Betracht. Im Jahr 2018 wollten dagegen nur noch 20 Prozent der Schüler ins Handwerk. Das wird sich in Zukunft noch verstärken. Weniger Handwerker versorgen zukünftig eine Überzahl von Akademiker mit handwerklichen Leistungen, was sie sich entsprechend teuer bezahlen lassen werden.

Der Königsweg

Beispiele aus dem Friseurhandwerk: Die duale Transformation ist der Königsweg. Hier wird Technik, Wissen und Expertise aus dem Stammgeschäft auf ein paralleles Geschäftsmodell übertragen. In jedem Geschäft liegt Potential zur Erneuerung. Prof. Dr. Nils Herda ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Er erklärt uns, was hinter der dualen Transformation steckt.

Wie Professor Herda anmerkt, hat sich Kodak in seinen Zukunftsaussichten vertan. Kodak hat zwar die digitale Fotografie erfunden, aber nicht daran geglaubt, dass sich die Technik durchsetzt. Sie haben auf ihr analoges Geschäftsmodell gesetzt und haben damit ihre Existenz verspielt.

Dabei ist Veränderung in der Wirtschaft allgegenwärtig. Nokia hat einst Gummistiefel produziert, dann wurden sie Weltmarktführer bei Mobiltelefonen. Nokia hat dann allerdings den Trend zum Smartphone verschlafen und das wars mit der Weltmarktführerschaft.

Beispiele für duale Transformation

Drei Beispiele für die duale Transformation habe ich: Faber-Castell und Schwan Stabilo mit fast denselben Geschäftsmodellen und amazon. Wie sich Fujifilm aufgestellt hat, haben wir von Professor Herda gehört. Fuji und seine Kosmetikmarke Astalift in Asien ist das plakativste Beispiel dafür, wie duale Transformation funktionieren kann.

Problem Gipfelsicht

Viele ehemals starke Marken haben nicht rechtzeitig neue Geschäftsmodelle aufgebaut. Sie sind vom Markt verschwunden oder spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Viele Führungskräfte sind geradezu paralysiert vom Ausblick ihres Gipfels auf die Wettbewerber unter sich. Viele erkennen nicht mehr, dass es ohne eine duale Transformation langfristig nur einen Weg gibt – den nach unten.

Die duale Transformation basiert darauf, dass Unternehmen ihr aktuelles Kerngeschäft gezielt weiter entwickeln, sich aber parallel dazu Gedanken über neue Geschäftsfelder machen. Das sagt sich leicht, bedarf aber eines systematischen analytischen Vorgehens. Viele Testballone müssen steigen, bis sich neue  Möglichkeiten zeigen.

Es kann viele mittelmäßige lange  Ideen dauern, bis sich eine richtig gute zeigt. Lasst uns alle Ideen denken, auch wenn sie sich als grottenschlecht herausstellen. Wenn wir aus Angst vor Veränderung nicht ins Tun kommen und stehen bleiben, wird das gnadenlos bestraft. Wir müssen den Hebel aktiv ansetzen. Synergieeffeke haben sich oft dann ergeben, wenn ich nicht damit gerechnet habe.

Vom Bleistift zur Kosmetik

Ich komme zu Faber-Castell und Schwan Stabilo und deren duale Transformation. Beide Unternehmen sind bekannt für ihre Blei- und Buntstifte. Damit, und mit Zusatzprodukten rund ums schreiben und malen mit Stiften, decken beide Unternehmen die Bedürfnisse der Käufer ab. Die Palette reicht vom Schulbedarf über Marker, Kugelschreiber, Kreiden, Wasserfarben und weiterem Zubehör.

Faber-Castell beispielsweise produziert  rund 2,3 Milliarden Holzstifte pro Jahr. Der Umsatz belief sich im Jahr 2019 auf 587,5 Millionen Euro. Faber-Castell hat seine Kernkompetenz bei Holzhüllen mit integrierten Farbstiften.

Die duale Transformation bei Faber-Castell liegt bei kosmetischen Stiften rund um die Augen, Lippen und Brauen. Auch Schwan Stabilo hat sich dahingehend weiter entwickelt und setzte 2019 neben seinem Kerngeschäft 256 Millionen Euro mit Schwan Kosmetikartikeln um.

Amazon ist weit in der dualen Transformation gediehen

Amazon hat als Online-Buchhändler begonnen. Die Transformation zum Softwareunternehmen ging Hand in Hand mit der Weiterentwicklung des Produktportfolios. Heute ist der Produktverkauf bei amazon Produkte fast Nebensache, der Fokus für dieZukunft liegt  auf Digital Services.

So bietet amazon heute vielfältige Dienstleistungen und Lösungen an, beispielsweise für Machine Learning, Analystic und Data Lakes, Internet der Dinge, Serverlose Datenverbeitung, Unternehmensanwendungen, Speicher und skalierbare Rechnerleitung für Microsoft-Anwendungen. Die Branchen reichen von Telekommunikations-  über Medien- bis hin zu Finanzunternehmen und noch einige mehr. amazon ist definitiv weit gekommen mit seiner dualen Transformation.

Was wir daraus lernen

Ein Unternehmen kann mehr sein, als seine Kernkompetenz. Wenn die Analyse stimmt und die Ideen laufen dürfen, besteht eine große Chance, dass die duale Transformation in jedem Wirtschaftsbereich funktioniert.

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001 – Podcast Starke Marke – Mitarbeiterspezialisierung

Liebe Strategen, ich heiße euch herzlich willkommen bei meinem Podcast Starke Marke – Mitarbeiterspezialisierung für eine bessere Motivation. Mein Name ist Peter Gress und ich möchte mit und für euch in Zukunft Strategien beleuchten, die unseren Unternehmen mehr Erfolg im Markt verschaffen.

In dieser Folge beleuchte ich den Weg zur Spezialisierung einzelner Mitarbeiter. Meine Feststellung: Nicht jeder muss alles können. Mitarbeiterspezialisierung schafft intrinsische Motivation.

Natürliches Lernen

Wer ein Kind hat kennt folgende Situation: Das Scheisserle dreht sind erstmals auf den Bauch. Die Freude ist groß, denn das Kleine hat einen ersten bahnbrechenden Schritt gemacht. Irgendwann krabbelt das Kind und dann versucht es aufzustehen. Ahs und Ohs und Applaus begleiten es bei jedem kleinen Fortschritt. Die Begeisterung der Großen ist grenzenlos, wenn das Kleine losläuft. Aber ab dann ist es aus mit der Ermutigung, Neues zu entdecken und dem Forscherdrang zu folgen.

Ab jetzt heißt es: Fass da nicht hin, das kannst Du nicht, das darfst Du nicht, lass das, ich mach das, du tust dir weh – das Totschlagargument schlechthin. Im Kindergarten darf es wenigstens noch nach Herzenslust spielen. Dort macht es Spaß zu entdecken, zu experimentieren und Dinge auszuprobieren. Gelernt wird dabei in atemberaubender Geschwindigkeit. 

Die Crux mit der Schule

In der ersten, vielleicht auch noch in der zweiten Klasse macht Schule noch Spaß, aber dann kippt es. Das Spiel ist zu Ende, der Ernst bestimmt ab jetzt das Lernen. Die Lerngeschwindigkeit nimmt ab. Den Kindern wird via G8 Wissen in den Kopf gepresst, damit sie früher fertig sind. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint.

Bis zum Ende ihrer Schulzeit sind die Kinder und Jugendlichen ständig unter Druck. Sie merken schnell, dass es nicht um die Stärkung ihrer Stärken geht, sondern um das Lernen dessen, was sie nicht so gut können. Kinder bügeln ständig Lücken aus und lernen sozusagen hinterher. Vieles interessiert sie gar nicht, weil sie den Stoff nicht mit dem realen Leben verknüpfen können. Aber die Regeln sind gnadenlos. Sie müssen eben, weil es geprüft wird.

Schülern wird nicht beigebracht, wie sie lernen sollen. Dabei wäre das der allerwichtigste Schritt für erfolgreiches lebenslanges Lernen. Das ist doch mal eine herausfordernde Aufgabe für einen Ausbildungsbetrieb! Das Gehirn erledigt das Lernen eh von alleine. Es nimmt ständig Neues auf, prüft die Fakten, gleicht sie ab, und dockt sie dort an, wo schon ein Pfad angelegt ist. Stünde der biochemische Ablauf des Lernprozesses auf dem Lehrplan, könnten die Kids viel besser einschätzen, wie sie mit Schwierigkeiten oder Rückschlägen beim lernen umgehen sollen. 

Spezielle Begabung entdecken

In der Ausbildung geht es meist so weiter. Die vorrangige Aufgabe des Ausbilders muss es sein, die Stärken der jungen Menschen zu erkennen und sie zu fördern. Der Ausbildungsrahmenplan zwingt die jungen Erwachsenen zum Generalistendasein. Ein Generalist kann jedoch niemals in allen Bereichen so gut sein wie ein Spezialist. Ausbildung soll dabei nicht mikroskopiert werden, aber sie muss die Stärken in den Mittelpunkt stellen, und nicht die Erfüllung der Plananforderungen. Wir brauchen keine gleichgeschalteten Fachkräfte, wir brauchen denkoffene kreative jungen Experten mit einer ganzheitlichen Sicht auf die Wirtschaftswelt.

Verantwortung auf Mitarbeiter verlagern

Von Unternehmern erwartet man ja auch nicht, dass sie nicht alles wissen und können müssen. Ihr Job ist es zu wissen, woher sie die Informationen und Leistungen bekommen, die sie brauchen, um ihren Job richtig gut zu machen. Leider kranken viele Führungskräfte daran, dass sie glauben, ohne sie gehe es nicht, sie seien unersetzbar, sie müssten deshalb alles alleine entscheiden. Je mehr Mitarbeiter Sie mit wichtigen Aufgaben betreuen, und je weniger Sie sich in deren Tagesgeschäft einmischen, desto effektiver werden Sie führen, und desto schneller erreichen Sie Ihre Ziele. Sie müssen Ihre Mitarbeiter selbstverständlich mit klar umrissenen Aufgabenbereichen betreuen und Sie brauchen eine Gesprächsstruktur. Wer sich für diesen Weg entscheidet muss beachten, dass niemals über den Kopf des Mitarbeiter hinweg entschieden wird, sonst haben Sie das Vertrauen und die Motivation des Mitarbeiters verloren. 

Spezialisierung

Was ist überhaupt ein Spezialist? Spezialisten machen überwiegend das, was ihnen Spaß macht, denn das können sie ja besonders gut. Das wäre doch die perfekte Arbeitssituation, oder nicht? Durch ihre hohe Expertise bekommen sie ständig positives Feedback. Anerkennung ihrer Leistung motiviert sie intrinisch, also aus sich selber heraus. All das stimmt, kommt aber so in Reinform nirgendwo vor. Aber gut, jeder von uns muss mit Einschränkungen zurechtkommen und lernen, sie zu akzeptieren. Zu manchen Zeiten kommen die jungen Leute damit gut klar, und zu anderen Zeiten eben nicht. Sie sind ja keine Maschinen, sondern jungen Menschen im heftigsten Lernprozess ihres Lebens. Sie können jedes Quentchen an Motivation gebrauchen, um zu kompetenten Fachkräften heran zu wachsen.

Intrinsische Motivation erzeugen

Wer als Führungskraft und Ausbilder heute noch glaubt, man könne andere Menschen motivieren, hat etwas Maßgebliches nicht verstanden. Menschen sind immer motiviert, es kommt eben darauf an, ob Führungskräfte sie verstehen und dort einsetzen, wo sie den maximalen Erfolg haben. Wenn Mitarbeiter bockig sind, haben sie durchaus auch eine Motivation. Sie wollen halt nicht, was der andere will. Also muss der andere für Erfolgserlebnisse und Wertschätzung sorgen, das motiviert Menschen dauerhaft. Sie arbeiten dann mit voller Konzentration an ihrem Erfolg, und damit auch am Erfolg des Unternehmens. Wer seine Mitarbeiter nicht wertschätzt, darf sich auch nicht wundern, wenn sie keine Leistung bringen. Flapsig gesagt: Jeder hat die Mitarbeiter, die er verdient. Und noch einen obendrauf: Wenn Führungskraft und Mitarbeiter partout nicht zusammenkommen und dadurch die Leistung leidet, muss man sich trennen.

Hochleistungswille unterstützen

Ich bleibe noch bei der Ausbildung. Wenn junge Menschen in das Arbeitsleben eintreten, haben sie noch keine Vorstellung von dem, was sie erwartet. Ich habe manchen Ausbilder reden gehört, dass es jetzt an der Zeit sei, den Jungen die Flausen auszutreiben. Solche Ausbilder müssen sich nicht wundern, dass ihre Mitarbeiter tatsächlich aus-Bindestrich-lernen. Sie haben einfach keinen Bock auf solche Zustände. Wenn Hochleistungswille auf Methoden von gestern in Arbeits- und Lernumgebungen von vorgestern trifft, entsteht keine Motivation auf Höchstleistung.

Berufsanfänger können meist auch nicht einschätzen, was sie selber zu leisten imstande sind. Sie müssen ja erst noch ihre Rolle finden. Dazu brauchen sie Unterstützung. Führungskräfte, in dem Fall die Ausbilder und Ausbilderinnen, brauchen Fingerspitzengefühl, scharfe Beobachtungsgabe und ehrliches Interesse am Fortkommen der jungen Menschen. Stärken zu erkennen und früh zu nutzen schafft Motivation, Vertrauen und Bindung ans Unternehmen.

Stärkentableau

Auszubildende sollten spätestens am Ende des ersten Ausbildungsjahres ihr erstes Stärkentableau ausfüllen. In das Tableau tragen sie ein, wo sie ihrer Meinung nach Unterstützung benötigen, wie sie ihre persönlichen Stärken entwickeln wollen und welche Spezialisierung sie anstreben. Die Möglichkeiten der Spezialisierung hängen vom Beruf und vom Unternehmen ab. Es ist wichtig, die Spezialisierungsbereiche innerhalb des Unternehmens zu definieren, damit der Azubi eine Auswahl treffen kann. Diese Spezialisierungen werden unterstützt durch interne Prüfungen. Diese sind einerseits notwendig, damit die Ausbilder zu jeder Zeit wissen wo ihre Auszubildenden stehen, und andererseits, damit die Auszubildenden selber einen Maßstab für ihre Leistungen haben. 

Das Stärkentableau ist ein einfaches, aber sehr effektives Mittel dafür, wie sich Azubis und Fachkräfte selber an ihrem derzeitigen Können und ihrem zukünftigen Anspruch ausrichten. Wir haben damit in unserem Unternehmen extrem gute Erfahrungen gemacht, mussten aber unser Verständnis von Ausbildung grundlegend hinterfragen.

Generalist vs. Spezialist

Ich komme zu den Fachkräften und möchte anhand eines Beispiels zeigen, wie sich Spezialisten zu Generalisten verhalten. Zehnkämpfer sind die Könige des Sports. Tatsächlich ist es eine tolle Leistung, in zehn verschiedenen Disziplinen Höchstleistungen zu erbringen. Trotz der Königskrone fürs Generalistentum sind sie den Spezialisten in den einzelnen Disziplinen unterlegen. Spezialisten können sich auf eine Sache konzentrieren und sind so wesentlich effektiver und qualitativ besser in der Ausführung ihrer Aufgabe. In der Übertragung auf ein Unternehmen bedeutet das, dass ein großes Angebot die Kräfte zersplittert.

Diversifizierung ist kein Heilsversprechen, dafür gibt es eindrucksvolle Beispiele. Für eine Spezialisierung gilt das selbstverständlich auch. Jeder Spezialist muss sich im klaren darüber sein, dass seine Spezialisierung eines Tages nicht mehr gewünscht ist. Jedoch muss sich heute jeder Unternehmer sowieso regelmäßig hinterfragen, ob sein Angebot so noch Zukunft hat, wie es grade angeboten wird.

Zielführende Weiterbildung

Für ein Unternehmen ist die Weiterbildung der Fachkräfte von ausschlaggebender Bedeutung. Je spezialisierter die Mitarbeiter sind, desto schneller ist der Rückfluss des Investments. Spezialisierung bedingt natürlich die Reduzierung des Angebots. Wie viele Dienstleistungen oder Produkte werden beibehalten, obwohl sie keinen oder nur einen sehr geringen Deckungsbeitrag bringen? Von Gewinn ganz zu schweigen? Viele Unternehmer haben Angst vor dieser Reduktion, weil irgendwann einmal ein Geschäftsbereich wegbrechen könnte. Die Frage stellt sich dabei, ob sich ein Unternehmen heute aus Sicherheitsgründen noch Geschäftsbereiche leisten kann, die kein Geld bringen, nur weil man sie irgendwann mal brauchen könnte?

Nutzt die Anlagen eurer Mitarbeiter zum Wohl des Unternehmens. Findet einen Weg, nicht lukrative Leistungen zu entsorgen und das Lager intelligent zu verwalten. Beides kostet viel Geld, das ihr besser auf der Gewinnseite verbucht, um den Cash-Flow zu sichern. Speziell in Corona-Zeiten ist Cash für viele Betriebe überlebensnotwendig. Setzt eure Mitarbeiter intelligent ein, und habt keine Angst vor der Abgabe von Verantwortung. Vielleicht wird manches nicht so erledigt, wie ihr das selber machen würdet, aber es stellt sich halt auch immer die Frage, ob eure Entscheidung tatsächlich besser gewesen wäre.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Ich verabschiede mich für heute, bleibt mir gewogen, und bleibt gesund und optimistisch.

Euer Peter Gress

Peter Gres Podcast Quickies

000 – Podcast Starke Marke – Vorstellung

Mein Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ ist jetzt verfügbar.

Hallo Strategen, ich heiße euch herzlich willkommen bei meinem Podcast-Quickie Starke Marke „Raus aus der Vergleichbarkeit“. Dies ist die Nummer Null. Ich möchte mit und für euch in Zukunft strategische Ideen beleuchten, die unseren Unternehmen mehr Sichtbarkeit im Markt verschaffen.

Podcast-Quikie

Dieser Podcast-Quikie ist ein kurz gehaltener Impulsgeber. Ich selber mag meine Informationen gerne so knackig und so intensiv wie möglich, deshalb hoffe ich, dass euch mein Format gefällt.

Themen

Meine Themen sind der Umgang mit Kreativität, der strategische Prozess, Local Marketing mit Google My Business, Mitarbeiterentwicklung und Spezialisierung, sowie die Zielgruppen-Morphologie. Ideen müssen gefunden, entwickelt, ausgeführt und vermarktet werden. Und warum? Weil am Ende der Kunde und sein konstantes Grundbedürfnis steht.

Der Podcast „Starke Marke – Raus aus der Vergleichbarkeit“ erscheint derzeit unregelmäßig. Da ich in technischer Hinsicht noch nicht so fit bin wie ich das gerne wäre, wird es in den kommenden Folgen immer wieder Änderungen geben. Aber ich kann euch versprechen, dass ich mich ranhalte und das schnell in Griff bekomme.

Ich freue mich über Kommentare, Tipps und Feedback aller Art.

Lockdown 2.0 Deutschland

Lockdown 2.0 im November

Ab Montag, 2.11.2020, geht es in den Lockdown 2.0. Ich habe ihn nicht vermisst. Ich wundere mich sehr, dass er jetzt so plötzlich wieder auf den Plan gekommen ist. Wir schießen, wie im Frühjahr, wieder mit denselben Waffen auf denselben Feind. Der ist davon nicht beeindruckt, aber wir haben einen weiteren Schritt hin zur Vermögensvernichtung gemacht. Und einen weiteren hin zur Isolation der Menschen.

Sozialer Unfrieden

Wie viele Selbsttötungen und Insolvenzen werden wir zu beklagen haben? Wie viele zerstörte Familien, vereinsamte Alte, abgehängte Schüler, nicht ausgebildete Jugendliche? Und wieviel Frust müssen wir Bürger ertragen, weil fast alles verboten ist, was Spaß macht? Viele stellen sich deshalb die Frage: Ist der Lockdown 2.0 wirklich notwendig?

Am Montag, 2.11.2020 beginnt der Lockdown 2.0, und nach vier Wochen, am Montag, 30. November 2020 machen wir (vielleicht) wieder auf. Wir bereiten uns dann drei Wochen lang auf die virenschleudernden, weihnachtlichen Familienfeste und in der vierten Woche auf den Jahrerswechsel vor. Im Januar 21 fahren wir dann Ski, damit im Februar 21 die Zahlen wieder richtig ansteigen können, und im März 21 machen wir wieder dicht. Ich frage mich, wer am Ende übrig bleibt, um die vollmundigen wirtschaftlichen Prognosen der Herren Altmaier und Scholz zu erarbeiten?

Grippeimpfung
Arzt verabreicht Grippeimpfung

Hilft die Impfung?

Auf die Impfung können wir nicht hoffen, die wird uns nicht so schnell retten. Vor der Impfung steht ja erst einmal der Verteilungskampf. Wer als Erster am Markt ist, bekommt das Impf-Vorrecht. Die anderen warten erstmal. Die frühe Verfügbarkeit des Impfstoffs wird so auch zum Wettbewerbsvorteil der Staaten.

Damit stellt sich auch gleich die Frage nach der Kapazität der Impfdosen. Wie schnell kann der Stoff in großer Menge produziert werden? Müssen wir ein-, zwei- oder gar dreimal geimpft werden? Alleine in der EU leben rund 750.000.000 Menschen. Wenn zweimal geimpft werden muss, sind das alleine für die EU 1.500.000.000 Impfdosen. Mittlerweile leben auf der Erde aber 7,7 Milliarden Menschen, die alle geimpft werden müssen. Es wird Jahre dauern, bis das geschafft ist. Wenn es denn überhaupt gelingt.

Verzweiflungsentscheidung

Der November-Lockdown 2.0 ist eine Verzweiflungsentscheidung. Es ist verständlich, dass die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht überfordert werden dürfen. Aber wenn wir Menschen wegsperren, damit sie nicht erkranken, bleiben sie vielleicht körperlich gesund, sind aber psychisch am Ende.

Die Virologen und die Politiker mögen am Ende zufrieden sein, dass eine Eindämmung erreicht wird. Dann müssen die Psychologen und Psychiater übernehmen, um die Menschen wieder aufzurichten, damit sie in der Lage sind, den wirtschaftlichen Aufschwung mitzugestalten.

Eine Frage der Duldsamkeit

Ob die Menschen der Politik bei diesem Spiel mehrmals folgen werden, glaube ich nicht. Die Deutschen sind zwar brav und demonstrieren nicht so gerne, aber wenn der soziale und wirtschaftliche Druck zu groß wird, kann die Politik nicht mehr mit der Duldsamkeit der Menschen rechnen. Wenn die Duldsamkeitsgrenze überschritten und die Glaubwürdigkeit der Politik erschüttert ist, helfen auch keine Gießkannen voller Geld mehr.

Traurige Seniorin
Traurige Seniorin schaut aus dem Fenster

Angst vor Isolation und Fremdbestimmung

Heute hat mir eine Kundin erzählt, dass die 90-jährige Bewohnerin eines Altenheims in die Psychiatrie eigeliefert wurde, weil sie aus dem Fenster steigen wollte. Sie konnte die Kontaktbeschränkung nicht mehr aushalten, sie wollte raus. Sie wurde aus der Psychiatrie entlassen, weil man ihr vollständige geistige Gesundheit attestierte. Ihr war lediglich angst vor lähmender Einsamkeit.

Viele meiner alten Kunden, die vor dem ersten Lockdown schon etwas tütelig und vergesslich waren, habe ich seit dem Lockup nicht mehr gesehen. Die Isolation hat diesen alten Menschen vollends den Rest gegeben. Ist ein solchermaßen geschütztes Leben überhaupt noch lebenswert? Diese Frage muss erlaubt sein. Ich will mir das für mich nicht vorstellen, denn im Grunde genommen kommt es einer Entmündigung und Fremdbestimmung gleich. Was andere für mich als gut und richtig empfinden, muss mir nicht automatisch gut tun.

Steigende Arbeitslosigkeit

Durch den Lockdown werden viele Menschen arbeitslos. Der Volkswirtschaftsprofessor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert im November zusätzliche 100.000 Arbeitslose (StZ, 30.10.2020, Seite 9). Zwar sind die bisherigen, rückläufigen Zahlen bis Mitte Oktober vom Abbau der Arbeitslosigkeit geprägt, aber durch den Lockdown 2.0 werden sie wieder stärker steigen.

Der Südwesten ist im Vergleich zum Bundesgebiet überproportional vom Einbruch der Wirtschaftsleistung betroffen. Rund 14 Prozent Rückgang zeigen die Abhängigkeit von der Autoindustrie und dem Maschinenbau. Steigende Arbeitslosigkeit und wieder vermehrte Kurzarbeit dürfte sich auch auf unsere Geschäfte negativ auswirken.

Wie kommen wir weiter?

Das weitere Vorgehen muss parlamentarisch diskutiert werden. Das RKI und die angestammten beratenden Virologen sind sicher nicht die einzigen kompetenten Köpfe in Deutschland. Für jedes Problem gibt es einen zweiten Weg, man muss ihn eben finden wollen. Die Abgeordneten sind dazu da, solche Menschen zu suchen und ihnen die Chance zu bieten, ihre Argumente vorzutragen.

Ich bin keiner dieser Menschen und ich kenne auch keinen. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass mehrere Meinungen zu mehr möglichen Lösungsansätzen führen. Jeder kreative Prozess erschöpft sich, wenn immer dieselben Spieler dasselbe Problem analysieren.

Nichts gelernt

Wir sehen ja, in sechs Monaten haben wir nichts dazu gelernt. Gleiche Maßnahmen für das gleiche Problem. Das ist sehr bedauerlich, weil der Lockdown 2.0 in ein Szenario führt, das Unternehmer und Arbeitnehmer den Glauben in die Leitung des Landes verlieren lässt. Da können uns die Krisenpolitiker in ihren gebetsmühlenartig wiederholten, schön gesetzten Worten erzählen, was sie wollen.

Lachender Mann im Anzug
Lachender Mann im Anzug springt vor Freude in die Luft

Motivation tut Not

Wir brauchen motivierende Zukunftsaussichten, denn wir müssen den Karren ja wieder aus dem Dreck ziehen. Für uns Kleinunternehmer muss sich die Politik stark machen. Wir fahren alle auf Sicht, und es mag am Ende sein wie es eben kommt. Aber auf dem Weg dorthin brauchen wir Signale aus der Führungsriege, die außer Lockdown, Drohung und Einschränkung noch andere Ziele kennt.