petergress, Autor bei Peter Gress

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Gedanken zur Circular Economy

Video: Herzlich willkommen bei Gress Friseure!

Unser Wirtschaftssystem ist auf Wachstum ausgerichtet. Jahrzehntelang hat das ganz gut funktioniert, weil wir die Anzeichen eines nahenden Endes unserer Ressourcen beiseite geschoben haben. Nun stehen wir vor dem großen Problem, das wir ein System verändern müssen, das nicht ohne Einschränkungen verändert werden kann. Wir sind uns bisher noch nicht klar darüber, dass uns diese Einschränkungen härter treffen als bisher angenommen. Nachhaltigkeit muss Fun machen höre ich immer wieder. Ich finde nicht, dass Spaß eine große Rolle dabei spielen muss. Es wird uns definitiv keinen Spaß machen, wenn wir uns am Ende unseres Wirtschaftssystems beschränken müssen. Wie die Beschränkungen kommen werden ist noch nicht klar, aber kommen werden sie definitiv.

Müll aus der Förderbandwirtschaft

Meine ökologische Entwicklung

Die Ölkrise im November 1973 habe ich als junger Mann selber erfahren. 1978 habe ich Frederic Vesters Buch „Unsere Welt, ein vernetztes System“, gelesen. Kurz darauf wurde ich auf den Bericht des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ aufmerksam gemacht.  Damals habe ich noch nicht in vollem Umfang verstanden, um was es geht.

Ökolopoly

Frederic Vesters Öko-Spiel Ökolopoly habe ich mittig der 80er Jahre mit meinen Mitarbeitern gespielt und dabei festgestellt, dass an einem Rad gedreht eine gleichzeitige Veränderung in einem anderen Bereich bedingt.

Cradle2Cradle und Fridays for Future

In den 90er Jahren habe ich dann erstmals von Dr. Michael Braungart und seinen Überlegungen zum Cradle to Cradle Prinzip gehört und gelesen. Mit der Fridays for Future Bewegung war dann für mich endgültig klar, dass in der Friseurwelt ökologisch etwas passieren musste.

Maja Göpel und Erich F. Schuhmacher

Auf Empfehlung hin habe ich Maja Göpels Buch „Unsere Welt neu denken gelesen“. Daraus wiederum ergab sich unter anderem die Lektüre von Erich F. Schuhmachers Buch „Small is beatutiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß“.

Und ich habe nach 45 Jahren mein Exemplar des Club of Rome-Berichts wieder aus dem Regal geholt. Schade, dass wir als Wirtschaftsgesellschaft die vergangenen fünf Jahrzehnte nicht besser genutzt haben.

Was Zulieferer wie La Biosthetique ändern können

Im Gespräch mit Christian Ader, Leiter FE bei La Biosthetique, habe ich mich aufklären lassen, welche Probleme bei der Wiederverwertung von kosmetisch genutzten Kunststoffverpackungen bestehen. Es gibt keine geschlossene Kreisläufe für kosmetisch verwendete Kunststoffe, weshalb Recyclinggranulate selten sind. Hier muss die kosmetische Industrie noch einen langen Weg gehen, bis verfügbare Menge und der Preis harmonieren.

Weitere interessante Vorträge zum Thema Circular Econmy findet ihr bei Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl von Fraunhofer Institut und bei Prof. Dr. Kai Alexander Saldsieder von der Hochschule Pforzheim.

Problemthema Recycling

Recherchen zum Thema Recycling

Meine eigenen Recherchen bezüglich der Selektion von Rohstoffen in unseren Recyclinganlagen waren teils sehr ernüchternd. Die Recyclingausbeute bei Kunststoff liegt in Europa bei etwas über 30 Prozent, in Deutschland ist sie etwas höher bei rund 55 Prozent (13.10.2021). Der Rest geht entweder in die Verbrennung oder in den Export und ist damit für den Rohstoffkreislauf für immer verloren.

Zusätzlich ist den verschlungenen Wegen der Entsorgung schwer auf die Schliche zu kommen. Die Müllwirtschaft gehört zu den großen Exporteuren in Deutschland, laut NABU sind das jährlich 720.000 Tonnen. Die Folge davon: Deutschen Plastikmüll findet man weltweit auf den Müllhalden.

Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft

Der Weg zu einer Kreislaufwirtschaft ist trotz des Kreislaufwirtschaftsgesetzes steinig. Es braucht immens viel Zeit und Energie, um an den bestehenden Systemen etwas  zu verändern. Als kleines Rad im Getriebe, dem Friseursalon, können wir nur in zwei Bereichen punkten: in der Abfallvermeidung und bei der Wiederverwertung. Wir können als Einzelunternehmer nur durch beständige Kommunikation mit unseren Lieferanten Veränderungen erreichen, und nur in der Gesamtheit Veränderungen erzwingen.

Transformation in kleinen Schritten

Es gibt jedoch keine Lösung mit dem Brecheisen, die Veränderungen können nur in kleinen Schritten erzielt werden. Das macht die Veränderung so langsam. Ich weiß aus täglicher Erfahrung, dass die ökologische Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden mühsam ist. Mal hat man dieses Thema im Kopf, mal ein anderes. Es gibt derzeit immer etwas zu über- oder neu zu denken, das die körperlichen und geistigen Energieressourcen beansprucht. Trotzdem muss man dran bleiben und Wege suchen, die eine Veränderung  hin zu einer Circular Economy möglich machen.

JETZT ist jetzt

Bei Gress Friseure Umwelt haben wir den Wechsel initiiert und beschleunigen ihn mit neuen Gedanken und Ansätzen. Menschen sind immer dann am besten, wenn sie Probleme jetzt lösen müssen, wenn sie unter Druck stehen, wenn sie wissen, dass es keine andere Möglichkeit mehr gibt, als sich JETZT zu bewegen. Wir sind der Meinung, für uns ist JETZT jetzt.

Exponentielle Beschleunigung

Dieses Jetzt kommt immer schneller auf uns zu, und wir tun gut daran, uns zu stellen und etwas mehr dazu zu tun, als  wir unter normalen Umständen zu geben bereit sind. Immer mehr zu besitzen macht Menschen nicht glücklich, wir sagen das oft einfach so dahin, aber die Zeit wird kommen, in der genau das passieren muss.

Die Menschheit wächst, sie muss sich ernähren können, das belastet den Ertrag der Felder. Sie müssen wohnen, was die Ressource Land weiter belastet. Trotz des Landbedarfs müssen Wälder bleiben, damit CO2 gebunden werden kann. Durch Erwärmung steigt die Versteppung der Erde, was die Menschen zur Flucht in bewohnbare Gebiete treibt. Das Helmholtz-Zentrum hat zu diesen Themen ein interdisziplinäres und internationales Projekt initiiert (s. Link Landbedarf).

Trockenheit und Dürre

Zunehmende Hitze und die Auswirkungen

Im diesjährigen heißen Sommer haben wir schon einmal erahnen können, was Wasserknappheit bedeuten kann. Wir werden begreifen müssen, dass Wachstum endlich ist, dass Ressourcen versiegen, dass Technologie unsere Probleme nur bedingt lösen kann, auch wenn die Tekkies uns das immer wieder versprechen. Wenn Menschen sich in Bewegung setzen, um in lebenswertere Regionen zu kommen, wird es kein Halten mehr geben, und dann wird uns auch keine Technologie vor einer Völkerwanderung schützen.

Wie wir diese Menschenströme lenken können wird sich ergeben. Sicher ist jedenfalls, dass keine Hilfe von außen kommt und uns rettet. Das müssen wir selber erledigen.

Gress Friseure hat sich jedenfalls schon mal auf den Weg gemacht. Jeder kleine Schritt summiert sich zu einem großen Ganzen.

Ro-Bot

Digitalisierung bei Friseur

An Montag, 9. Mai 2022, hatte ich einen Vortrag bei der Dualen Hochschule BW gehalten. Es ging um die Digitalisierung im Handwerk, in meinem speziellen Fall um die digitale Transformation im Friseurhandwerk.

Interessante Einblicke

In den Gruppenarbeiten kamen einige interessante Ideen auf meine Liste, an die ich so dezidiert noch nicht gedacht habe. Wieder mal wurde damit der Beweis geführt, dass ein unverstellter Blick von außen frische Ideen, oder wenigstens alternative Ansätze hervorbringen kann.

Eines der Themen war der Einsatz eines Bots auf der Webseite. Die Idee dazu habe ich von der Pandemie schon mit Lisandro Adler diskutiert. Die Pandemie hat die Weiterentwicklung bei mir gestoppt. Nach der Kreativsitzung an der DHBW werde ich das Thema aller Voraussicht wieder aufnehmen. Die Studenten haben mir gezeigt, dass die Fragestellung der wichtigste Knackpunkt ist. Welche Fragen stellen die Kunden? Diese lassen sich leider nicht umfänglich definieren.

Bot oder nicht

Ein Bot hilft, wenn er für die Kunden einfach zu bedienen ist. Außerdem ist die Qualität der Antworten (auf nicht 100 Prozent bekannte Fragen) ausschlaggebend. Leider gibt es (noch) keine Erhebungen zu den Fragen, die Friseurkunden stellen, wenn sie sich über Friseure und ihre Angebote informieren. Das wäre natürlich eine große Hilfe, aber ich vermute, dass wir noch länger auf solche Daten warten müssen.
Ich glaube, dass nur ein kleiner Teil der potentiellen Neukunden einen Bot nutzen würden.

Online-Beratung

Friseurdienstleistung ist kein Stangenprodukt, dazu gibt es immer einige Fragen. Diese lassen sich durch persönliche Interaktion am Telefon besser beantworten. Eine gute Alternative zum Bot ist die Online-Beratung über WhatsApp, Zoom oder ähnliche digitale Tools. Das funktioniert sehr gut. Über Video kann ich Kunden einen Vorschlag machen, welcher Haarersatz passen könnte und was es kostet.

Doch lieber telefonieren

Ich selber nutze Bots auf Webseiten eher selten. Der Telekom-Bot bietet einen guten Service, ist aber schnell beim Angebot eines persönliche Gesprächs. Wenn der Bot eine Frage nicht verstanden hat, kommt die Aufforderung: „Können Sie das bitte nochmals mit anderen Worten formulieren?“ Kann ich, aber an diesem Punkt bin ich geneigt, ein Telefonat zu buchen.


Bots haben einen Anklang von Hotline. Sie sind anonym, und sie sind nicht schlau genug, um in einer Unterhaltung die Bälle vernünftig zurück zu spielen.Das nervt irgendwann genauso wie die Wartezeit in der Hotline. Es ist einfach so, dass Probleme schneller gelöst werden, wenn man mit einem Menschen gesprochen, und seine Wünsche formuliert hat. Trotzdem gibt es Kundengruppen, die dieses Angebot gerne nutzen. Wir müssen uns eben in der Planung des Bots die Frage stellen, ob diese Zielgruppen die unseren sind.

Entwicklungskosten

Ein weiterer Punkt sind die Kosten für die Entwicklung eines Bots. Für unserer durch die Pandenie geschwächtes Unternehmen sind die Entwicklungskosten derzeit nicht zu schultern. Vielleicht war es ganz gut, dass ich die Entwicklung vor der Pandemie nicht weiter verfolgt habe. Im Grunde genommen muss bei allem was wir tun der Nutzen für die Kunden prioritär betrachtet werden.


Viele Kunden haben dazuhin eine gewisse Online-Müdigkeit. Monatelanges Home-Office mit täglichen Online-Meetings haben manchen gestresst. Menschen brauchen Menschen in direktem Kontakt! Die Digitalisierung macht nicht frei, sie nervt bei übermäßigem Genuss. Zu Beginn der Pandemie wurde das Arbeitsleben explosionsartig digital. Das war ungewohnt und für manche vielleicht sogar erschreckend.

Zu Beginn des Home-Office haben die Vorteile überwogen, mit der Dauer wurden viele dieser Art der Arbeit überdrüssig. Wahrscheinlich ist es klüger, den Bot doch noch etwas zu schieben, bis die Hybridisierung der Büroarbeit funktioniert und die Berührungsbedenken geringer werden.

De Blick von außen

Dennoch möchte ich klar sagen, dass die Zusammenarbeit mit den dualen Studenten der DHBW erfrischende Einsichten gebracht hat. Ich habe meine Strategie und meine Zahlen auf den Tisch gelegt, und ich habe gute Ideen zurück bekommen. Deshalb glaube ich auch, dass wir für die gesamte Branche externe Hilfe brauchen, um neue Impulse zu erhalten, die uns Friseuren insgesamt einen positiven Push bringen.

Disruption

Disruption im Friseurhandwerk muss von außen kommen

Seit zwei Jahren reden wir noch intensiver als sonst über Veränderungen in der Friseurbranche. Jetzt muss doch endlich mal etwas grundlegendes passieren! Corona hat uns doch gezeigt, dass es so nicht wieder geht! Tut es aber, es geht genauso weiter, wie es aufgehört hat. Nur eben mit einer riesigen finanziellen Delle. Wir schneiden und färben und stylen genau wie vorher. Der Wunsch nach Veränderung ist zwar immer noch da, aber das Getöse legt sich schon wieder.

Resilienz

In Newslettern, Büchern, Whitepapers, Aufsätzen und Essays zum Thema Veränderung hat sich die Resilienz als gemeinsamer Nenner etabliert. Gut zu wissen, aber was fangen wir mit dieser Erkenntnis an? Die Klarheit unserer Verletzlichkeit  ist uns brutal bewusst geworden. Trotzdem stochern wir im Nebel. Die Zukunft wird beeinflusst vom Ukrainekrieg und Corona, von der Inflation, den Zinsen, den gestörten Warenflüssen, vom Klimawandel, politischen Strömungen.

Planung in Unsicherheit

Wir sind  unternehmerisch vorsichtig geworden, weil der Plan von heute schon morgen wieder im Papierkorb landen kann. Und weil wir finanziell angeschlagen sind. Fehler, die Geld kosten, sollten wir definitiv vermeiden. Wir fahren auf Sicht und leben mit der Unsicherheit. Das mögen wir nicht, denn Planung unter unsicheren Umständen ist Stress für Chefs und Mitarbeiter.

Widerstandskraft ermöglichen

Resilienz zu entwickeln ist schwer bei all den zu erwartenden Veränderungen und Unsicherheiten. Es geht ja immer um Menschen und ihre Befindlichkeiten. Nicht die Unternehmen werden resilient, es sind die Menschen darin, die Widerstandskraft entwickeln müssen. Steht die Entwicklung von Menschen in den Unternehmen im Zentrum, kann das erfolgreich sein. Macht die Wirtschaft weiter wie bisher stehen die Zeichen dafür schlecht.

Unternehmen gestalten

Unternehmen sind, wie jede  Zusammenführung von Menschen, ein lebendiger und sich andauernd verändernder Organismus. Menschen machen ein Team aus, das wiederum das  Unternehmen ausmacht. Das Unternehmen ist nicht von außen irgendwie  geworden. Es wird von den Menschen gemacht, die darin arbeiten, und von den Einflüssen derjenigen, mit denen jeder Einzelne verbunden ist. Homogen handelt das Unternehmen nur insofern, weil sich die individuellen Charaktere  einem Ziel verschreiben, das sie durch ihre Tätigkeit mit Sinn füllen wollen.

Verbindungen

Alle Unternehmen und deren Beschäftigten sind über Netzwerke physischer und metaphysischer Art miteinander verbunden. Das perfekte Zusammenspiel beider Ebenen kommt nicht automatisch. Es ist die Aufgabe von Inhabern und Führungskräften, das aufzubauen und zu steuern. Diese Aufgabe kann nicht delegieret werden.

Lebenswerte Zukunft

Corona hat uns heftig eingebremst. Die Krise zeigt uns auf, was falsch gelaufen ist. Sie zeigt uns aber auch auf was wir ändern könnten, um uns eine lebenswerte Zukunft zu garantieren. Meine Frage ist, ob wir unsere Branche von innen heraus verändern können? Daran glaube ich nicht mehr. Menschen sind zwar lernfähig und sie passen sich an veränderte Situationen an.

Lebensstil als Geburtsrecht

Aber sie brauchen auch die entsprechenden Impulse und Ansätze, die die Branche derzeit nicht bieten kann. Mir persönlich machen Veränderungen keine Angst, anderen dafür umso mehr. Wie wir weiterleben und arbeiten wollen haben wir selber im Griff, und darüber mache ich mir sehr viel mehr Gedanken.
Wir haben uns an unseren Lebensstil gewöhnt, ja, wir sehen es geradezu als  Geburtsrecht an, das Leben nach unseren ganz persönlich Maßstäben führen zu können. Da machen wir freiwillig keine Kompromisse.

Dunkle Schatten

Aber dann kommt die Realität mit dem Ukraine-Krieg knüppelhart aufs Programm. Plötzlich ist allen klar, dass das Geburtsrecht auf  einen individuellen Lebensstil nur eine Luftblase ist. Eine vorübergehende Erscheinung, die durch die Drohungen mit einem Dritten Weltkrieg und einem Atomschlag auf einen Satz eliminiert wurde. Und ein gewaltsamer Tod ist für uns plötzlich greifbar geworden.

Externer Blick

Ich bin überzeugt davon, dass wir einen externen Blick auf unsere Profession brauchen. Wir drehen uns derzeit permanent um dieselben Themen wie Nachwuchs, Schwarzgeld, Fachkräfte- und Azubimangel. Aber was bringt uns dieses Wissen, wenn wir die Themen immer und immer wieder durch den Wolf drehen? Davon werden sie nicht leckerer.

Positive Signale setzen

Ich persönlich bin der Diskussion darüber überdrüssig, ob große oder kleine Salons überlebensfähiger sind. Ein Solounternehmer liebt die Arbeit mit  Haaren, der andere managet lieber. Der Solos Sorgen sind nicht meine und umgekehrt. Meine Vorstellung eines Betriebs sind nicht die eines anderen, der Friseurmarkt ist nun mal heterogen. Es geht nicht darum, welche Unternehmensgröße die richtige ist, sondern welches Signal die Branche nach außen sendet.

Jetzt ist es tatsächlich Zeit zu beweisen, wie gut wir im senden positiver Signale sind.

Wanderparkplatz Braike Neidlingen

1. Mai Wanderung

Rundwanderung des Lions-Club Postmichel-Esslingen von Neidlingen nach Neidlingen am 1. Mai 2022

  • Start: Wanderparkplatz Braike in Neidlingen (an der Kreissparkasse rechts abbiegen)
  • Startzeit: 9:30 Uhr
  • Ende: offen (nach persönlicher Fitness und Lust)
  • Dauer der Wanderung: Für die rund 18 Kilometer und 1380 Höhenmeter haben wir 3 Stunden und 35 Minuten gebraucht. Mit Pausen und gemütlicherem Tempo können es auch 5 Stunden werden. Wir sind ja nicht auf der Flucht und haben Zeit genug.

Maihock an der Hindenburghütte

Am Ende der Tour können wir beim Maihock des Albvereins Neidlingen an der Hindenburghütte Plätze reservieren lassen. Voraussetzung dafür: Die Anzahl der Teilnehmer müssen wir 1 Woche vorher anmelden (bis 23. April 2022). Die traumhafte Aussicht auf Neidlingen mit den umgebenden Bergen, inklusive Reußenstein, ist bei schönem Wetter beeindruckend. Die Hindenburghütte steht auf einem Felsvorsprung mit freier Sicht ins Tal (sofern am Geländer nicht grade der Musikverein bläst und tutet).

Tourbeschreibung

Vom Wanderparkplatz Braike in Neidlingen queren wir die Neidlinger Steige und steigen zuerst am Waldrand, und später im Wald, auf. Hier gibt es ein kurzes steiles Stück (ca. 200 Meter) auf einem Waldweg zu überwinden. Dann kreuzen wir die Neidlinger Steige zum zweiten Mal und gehen auf dezent ansteigendem Weg auf die Hochebene zum Reußensteinhof.

Vom Reußensteinhof gehen wir weiter zum Filsursprung, von dort über die Zieleiche zum Bahnhöfle und weiter zur Hindenburghütte zum diesjährigen Maihock des Schwäbischen Albvereins (vorbehaltlich der Corona-Verordnungen und gutem Wetter).


Abstieg nach Neidlingen

Direkt hinter der Hindenburghütte kann man nach dem Maihock über einen schönen Single-Trail nach Neidlingen ins Tal absteigen.

Noch ’ne Runde weiter?

Wer nach dem Maihock auf der Hindenburghütte noch fit ist, kann mit Susanne und mir noch eine erweiterte Runde am Albtrauf entlang, über das Zipfelbachtal hinunter nach Hepsisau und zwischen Wald und Streuobstwiesen zurück nach Neidlingen wandern. Danach schmeckt das Weizenbier am Abend umso besser😃.


Zum guten Schluß noch die Sage vom Reußenstein

Gegenüber der Burg Reußenstein (auf dem Felsen in der Nähe steht heute die Hindenburghütte) lebte in der Höhle Heimenstein der Riese „Heim“. Er besaß sehr viel Gold und wollte sich auf der Alb ein Burg bauen. Er erblickte gegenüber seiner Höhle den Berg Reußenstein und dachte: „Das wäre ein schöner Platz für meine neue Burg“.

So begann er mit seinen Händen in den Felsen der Alb zu graben. Doch so sehr er sich auch bemühte, er konnte kein Haus bauen, dass ihm gefiel. Immer wieder stürzten die Felsen zusammen. So stellte er sich auf den Beurener Felsen und schrie ins Tal hinunter nach Hilfe. Alle Handwerker, die es hörten, sollten ihm zu Hilfe kommen. Er versprach ihnen eine gute Entlohnung. Alle Maurer und Zimmerer, Schlosser und Schreiner, Dachdecker und Maler, machten sich auf dem Weg, um dem Riesen eine Burg zu bauen.

Wenn die Liebe Mut verleiht

Als die neue Behausung fertig war, fiel dem Riesen auf, dass am obersten Fenster noch ein Nagel fehlte. „Warum habt ihr den Nagel nicht eingeschlagen?“, fragte er die Arbeiter erzürnt. Die Handwerker gestanden, dass sich keiner getraut hatte so hoch oben den Nagel einzuschlagen. Der Riese verweigerte den Lohn, wenn der Nagel nicht eingeschlagen würde. Da wagte sich ein armer Geselle vor, der die Tochter seines Meisters liebte. Er erhoffte sich mit der Tat reich zu werden und die Meisterstochter heiraten zu dürfen oder eben unglücklich zu sterben.

Der Riese war beeindruckt ob des Mutes des jungen Gesellen, packte ihn und hob ihn mit seiner mächtigen Hand zum Fenster hoch. „Schlag den Nagel ruhig ein, ich lasse dich nicht fallen“, beruhigte er ihn. Dann setzte er den Jungen unversehrt auf die Erde und schenkte ihm nicht nur den versprochenen Lohn, sondern auch die Burg Reußenstein, in der er fortan mit der Meisterstocher lebte.

Lions-Club Esslingen-Postmichel Handtaschen-Basar

Handtaschenbasar – Riesen Auswahl, niedrige Preise!

Handtaschen-Basar des Lions-Club Esslingen-Postmichel am Sonntag, 3. April 2022, 11-18 Uhr im Gemeindehaus am Blarerplatz in Esslingen.

Stöbern, ein Schnäppchen machen und dabei noch Gutes tun. Das ist am Sonntag, 3. April von 11-18 Uhr im Esslinger Gemeindehaus am Blarerplaz möglich. Der Förderverein des Lions-Club Esslingen-Postmichel lädt zum zweiten Second-Hand-Handtaschen-Basar ein.

Hilfe für ukrainische Flüchtlingskinder

Handtaschen in allen Farben, Größen und Stilrichtungen werden angeboten. Viele Taschen bekannter Marken, echte Hingucker edle Echtleder-Stücke und modische Taschen aus Textilien oder Lederimitat. Finden Sie Ihre neue Lieblingstasche! Der Erlös dieses Benefizverkaufs kommt ukrainischen Flüchtlingskinder in Esslingen zugute.

Wer sind die Lions?

Wer sind die Lions? Im Lions-Club sind Menschen, die sich sozial in der Region engagieren und Themen unterstützen, für die die finanziellen Mittel fehlen. Der Lions-Club Esslingen-Postmichel wurde im Jahr 1999 als dritter Esslinger Lions-Club gegründet. Die rund 40 Mitglieder sind Frauen und Männer aus verschiedenen Berufsgruppen, die sich sozial engagieren und sich über soziale, gesellschaftliche und kulturelle Themen austauschen.

Schwerpunkte sozialen Engagements

Der Schwerpunkt des sozialen Engagements sind Projekte zugunsten benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Esslingen. Die finanziellen Mittel für die sozialen Projekte stammen aus einer Vielzahl von Aktivitäten. Das bekannteste Projekt des Lions-Club Esslingen-Postmichel ist die „Operation Clowndoktor“ an der Kinderklinik Esslingen. Seit fast 20 Jahren ermöglicht der Club diese besonderen Visiten. Lions-Quest ist ein weiteres Programm, das der Club seit vielen Jahren unterstützt. Dabei handelt es sich um ein Präventionsprogramm für jungen Menschen zwischen 10 und 21 Jahren, das in den Schulalltag integriert werden kann.

Der Lions-Club Förderverein

Der zweite Handtaschen-Basar am 3.4.2022 in Esslingen ist die aktuelle Aktion. Kommen Sie vorbei und unterstützen Sie mit dem Kauf einer Handtasche die Projekte des Lions-Club Esslingen-Postmichel.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Erleuchtete Glühbirne

Voranirren in Coronazeiten

„Hast du einen Plan?“ Diese Frage stelle ich während vielen Gesprächen anderen Unternehmern. Die Händler und Dienstleister in den Innenstädten haben keinen. Wie auch? Mir geht es ja genauso, es gibt keine Sicherheit für eine gelingende Transformation eines Geschäftsmodells. Deshalb gilt: Voranirren in Coronazeiten.

Abhängig von der Politik

Wie soll das auch gehen, wenn wir von politischen Entscheidungen abhängen? Wir können weder etwas dagegen noch etwas dafür tun. Aber wir können unser Mindset verändern und uns darauf trainieren, dass sich unsere Gedanken nicht in der Corona-Dauerschleife verlieren. Wir sind frei, über die vorhandenen Probleme durch Corona hinaus zu denken. Wir dürfen an den ganz großen nächsten Wurf glauben, den wir mit unseren Unternehmen landen und in Zukunft erfolgreich sein werden. Voranirren in Coronazeiten ist derzeit das neue Normal.

Die Mitarbeiter im Fokus

Mein Konzept steht unter Beschuss, nicht nur, weil Umsatz fehlt. Auch und vor allem, weil ich vor Corona gar keine Notwendigkeit dafür gesehen habe, etwas zu ändern, weil es ja gut lief. Jetzt steht dafür alles auf dem Prüfstand, und ich habe festgestellt, dass es gar nicht so gut lief, wie ich dachte.

Die Einrichtung, das Angebot, die Ausbildung, die Weiterbildung, die Spezialisierung, der Kundennutzen, Ökologie und Nachhaltigkeit – die Liste ist lang und natürlich werde ich Lösungen finden. Das wirtschaftliche Umfeld ist sehr sprunghaft und unsicher. Die Situation dabei komplex und und es gibt keine Werkzeuge, sie zu vereinfachen. Wo also soll ich ansetzen? Beim wichtigsten Thema, meinen Mitarbeitern!

Transformation braucht Kapital

Deutschland irrt nicht einmal mehr voraus, Deutschland ist einfach stehen geblieben und teilweise sogar zurück geschritten. Ich möchte aber sehr gerne dazu beitragen, das zu ändern. Deshalb gestalte ich die Zukunft in meinem Einflussbereich. Digitalisierung, Ökologie und Nachhaltigkeit, sowie die Erhöhung des Kundennutzens und des Erlebniswertes sind dabei die wichtigen Themen.

Das Wie und das Wie lange dauert das ist davon abhängig, wie ich mit meinem Geschäft durch die Pandemie und aus der Pandemie hervorkomme. Eine Transformation braucht Kapital, das ich derzeit nicht in ausreichendem Maße habe, das muss erst wieder verdient werden. Und es kommt darauf an, wie stark die Vision ist, hinter der sich die Mitarbeiter aufstellen können.

Unterwegs im Schaum

Mit gefällt das Wort voranirren. Es passt gut in die pandemische Zeit, und es ist das Gegenteil von Planungssicherheit. Wir sind im Nebel unterwegs, oder im Schaum, wie es der Philosoph Peter Sloterdijk bezeichnet. Es gibt nicht mehr den geraden Weg zum Ziel, wenn es den je gab.

Wir machen Umwege, gehen um Ecken, sehen mal den Horizont, mal nicht und orientieren uns nach Gefühl, weil die Zahlen nur noch bedingt für eine Transformation taugen. Oliver Leisse, Inhaber der Agentur SEE MORE Future Research & Development hat es auf den Punkt gebracht: „Aus: Die Großen fressen die Kleinen wurde: Die Schnellen fressen die Langsamen ist heute: Die Versteher fressen die Nichtversteher geworden!“

Wer anpassungsfähig und mutig ist, und wer gerne Dompteur in unsicheren Zeiten ist, kann die erfolgreiche Transformation schaffen. Ich bin überzeugt, mein Team und ich gehören dazu.Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare und Reaktionen.


Übrigens: Ich lade euch am Mittwoch, 1.12.2021, um 19:30 Uhr, ganz herzlich ein zum Facebook-Live Talk mit Hannes Kielmeyer und seinem Team bei Kielmeyers 1582 in Esslingen. Schaut ab 2.11.2021 auf die Ankündigung hier im Blog und gerne auch auf meiner Facebookseite.

Tragt euch gerne in meinen Newsletter ein, dann verpasst ihr keine Termine.

Aluminium Strähnenfolie auf dem Kopf

Aluminium-Recycling im Friseursalon

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es mir mir sehr wichtig, dass Friseure mehr für das Recycling und die Nachhaltigkeit tun. Deshalb sind wir auf die Idee mit dem Alu-Recycling im Friseursalon gekommen. Das ist die am schnellsten umsetzbare Idee gewesen, die wir ohne zusätzliche Investitionen und ohne großen Zeitaufwand im Salon einführen konnten.

Das Team musste sich lediglich daran gewöhnen, alles Alu in einen separaten Sammelbehälter zu stecken. Dies ist ein Plastiksack, der beim Schmelzprozess des Aluminiums verdampft und  keine Rückstände hinterlässt. Im Keller mussten wir etwas Platz schaffen, um die Alusäcke zu lagern.

Das war’s dann auch schon. Die Aktion läuft bei uns seit zweieinhalb Monaten, pro Monat haben wir durchschnittlich 10 Kilogramm Alu gesammelt.

Aluminium Recycling
Aluminium Recycling

Was kann gesammelt werden

Dabei handelt es sich um Alufolien für Strähnen, Aluflaschen für Haarschaum, Haarspray, Stylingdosen und, ganz wichtig, Alutuben der Haarfarbe. Bei der Sammlung von Alu müsst ihr lediglich darauf achten, dass die Plastikkappen der Farbtuben abgeschraubt und im Gelben Sack, beziehungsweise in der Gelben Tonne entsorgt werden.

Dass die Farbtuben mit der Tubenquetsche bearbeitet werden versteht sich von alleine. Das ist ja Rohstoff für die Haarfarbe und entsprechend wertvoll. Dazu gibt es eine einfache Rechnung mit der wir unsere Mitarbeitern über den achtsamen Umgang mit dem Produktionsmaterial umgehen.

Dazu mehr in einem meiner Videos zum Thema Nachhaltigkeit und Geld verdienen mit Haarfarbe. Gerne könnt ihr meinen YouTube Kanal abonnieren.

Gen Z werden unsere Kunden und Mitarbeiter

Für mich als Friseur-Unternehmer ist Ökologie wichtig. Die jungen Menschen der Fridays for Future Generation sind unsere zukünftigen Auszubildenden, Mitarbeiter und nicht zuletzt unsere Kunden. Wenn wir wollen, dass die junge Generation zu uns in den Salon kommt, müssen wir proaktiv handeln.

Wenn wir warten bis die Politik die Rahmenbedingungen schafft, ist der Zug abgefahren. Wir sind Unternehmer und wir handeln aus unserem Antrieb heraus. Dabei habe ich immer das Wohl und die Zukunft meines Unternehmens im Blick. Überlegt einmal, was die Fridays for Future Generation in den letzten vier Jahren geschafft hat.

Das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit ist definitiv in der Gesellschaft angekommen.

Radikalität ist ein Vorrecht der Jugend

Viele aus der älteren Generation sind ob der Frechheit und der Anspruchshaltung der Jugendlichen erbost und verärgert. Dabei vergessen sie, dass Radikalität ein Vorrecht der Jugend ist. Viele der Älteren, die heute vehement gegen diese Kids argumentieren – und das nicht immer jugendfrei – haben vergessen, dass unsere heutige Gesellschaft zu einem großen Teil aus der Radikalität der 68er Generation heraus gestaltet wurde.

Ich selber war damals erst 12 Jahre alt, und deshalb selber nicht aktiv. Aber ich bin im Sog der 68er groß geworden und habe deren Gedankengut aufgenommen. So geht es heute den Kids der Generation Z, die für ihre Zukunft streiken. Daran ist nichts Schlechtes, sofern man sich auf die Diskussion mit ihnen einlässt.

Gen Z – Auszubildende, Fachkräfte und Kunden

Wer nicht ausbildet und gar nicht an jungen Kunden interessiert ist, kann meinen Text ignorieren. Diejenigen aber, die ihr Team weiter aufbauen und wachsen wollen, sind gut beraten, wenn sie auf die Gen Z zugehen.

Das sind, wie gesagt, die Kunden der Zukunft. Natürlich ist die Gen Z nicht homogen. Aber immerhin rund 30 Prozent der jungen Menschen finden Nachhaltigkeit und den Schutz der Erde als sehr wichtig, und weitere 35 Prozent sympathisieren mit dem Gedankengut.

Vor kurzem habe ich einen Podcacst mit dem Chef der Deutschen Bank,  Christian Sewing, gehört. Er ist Vater von vier Kindern, und er sagte, dass die Eltern schon alleine durch die Gespräche mit den Kindern am Esstisch zum umdenken gezwungen sind. Es ist ein langsamer pro Ökologie-Prozess der sich in und über die Familien in die Gesellschaft hinein aufbaut.

Bedürfnisse aufgreifen

Sicher wird es immer Menschen geben, die sich nicht für die Umwelt interessieren. Die auch keine gesellschaftliche Verpflichtung zum Erhalt einer lebenswerten Zukunft für die nachfolgenden Generation verspüren. Alle bekommt man nicht ins Boot, aber eben doch immer mehr. 

Wir als Unternehmer im Friseurhandwerk müssen von uns aus auf die Bedürfnisse der Jungen eingehen. Lasst uns den Nutzen für die Kids erhöhen. Wir Friseure müssen als verantwortungsvoll wahrgenommen werden. Ich weiß, dass es unfasslich schwierig ist, sein Leben auf Ökologie zu polen, ohne eine radikale Haltung einzunehmen.

Ich will mich als Weltbewohner nicht selber überflüssig machen, deshalb brauchen wir intelligente Lösungen, wie sie Prof. Dr. Maja Göpel gefordert wird. wir unseren Verbrauch von einer Fließband- in eine Kreislaufwirtschaft bringen. Ich bin selber oft erschrocken, wenn ich die lange Liste an Entscheidungen sehe, die es zu beachten gilt. Aber weiter machen wie bisher ist die schlechteste aller Optionen.

Neues Denken

Viele Fragen tauchen  auf, mit denen ich mich vor Corona gar nicht beschäftigt habe. Ich stelle mir heute Fragen, die für mich vor eineinhalb Jahren noch nicht wirklich relevant waren. Brauche ich die Klamotte? Soll ich mein iPhone noch ein, vielleicht zwei Jahre behalten?

Behalte ich mein Auto bis es auseinander fällt oder muss es unbedingt ein neues sein? Will ich überhaupt ein E-Auto, nachdem ich die damit verbundenen Umweltschäden kenne? Die Liste ist ewig lang und wird nie abgearbeitet sein. Aber man muss halt mal anfangen, nicht wahr?

Wer derzeit mit offenen Augen und Ohren hinschaut und hinhört, und dabei noch offen für eine alternative Argumentation ist, sieht, dass die Veränderung schon sehr, sehr weit gediehen ist. Es ist ein schleichender Prozess, der zwar nicht von der Fridays for Future Generation gestartet wurde, aber verstärkt wird.

Die Corona-Pandemie hat viele Menschen zum umdenken angeregt, mich inkludiert.

Natur mit und ohne Menschen

Dem Planeten und der Natur ist es völlig egal, ob Menschen auf und in ihr leben. Die Natur hat sich in Jahrmilliarden immer wieder neu erfunden. Arten sind gekommen, Arten sind gegangen. Veränderung ist ein stetiger Prozess in der Welt. Die Frage stellt sich, ob wir vernünftig genug sind, dass die Natur uns noch eine lange Zeit ertragen wird.

Wenn wir so weitermachen zerstören wir unsere Lebensgrundlage. Das muss aber so nicht sein. Es gab auch in der Vergangenheit schlaue Menschen, die das Problem der Nachhaltigkeit entdeckt haben. Der sächsische Oberberghauptmann von Carlowitz hatte schon 1713 in der allgemeinen Holznot in Sachsen den Begriff „nachhaltig“ verwendet.

Er hat es durchgesetzt, dass nicht mehr Holz geschlagenen werden durfte, als nachwächst. Das hat sich bewährt. Heute gibt es NGOs wie Plant for the Planet, die für die Wiederaufforstung von Weideland und Rodungsflächen sorgen. Wir bei Gress Friseure wollen dabei sein und helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Bäume zu pflanzen ist ein schneller Weg, um das Fieber der Atmosphäre nicht weiter ansteigen zu lassen.

Inflation

Hohe Inflation macht Angst

Im Mai 2021 habe ich schon darauf hingewiesen, dass die Inflation steigen wird. Mittlerweile sind wir bei 4,1 Prozent (Stand September) angekommen. Die Finanzwirtschaft schätzt, dass es zu Ende des Jahres 5 Prozent sein werden.

Das auftreten einer Stagflation ist wahrscheinlich. Der Verbraucherindex ist im Oktober zum dritten Mal hintereinander gesunken. Die Konsumenten halten ihr Geld zurück, vor allem, weil noch nicht absehbar ist, wie weit die Inflation steigen wird. Stagflation ist deshalb gefährlich, weil sie von steigender Arbeitslosigkeit und damit verbundenem rückläufigem Wohlstand begleitet wird. Das trifft auch uns Friseure.

Wir haben im Lauf des Jahres 2021 schon erfahren, dass unsere Umsätze eher sinken, im besten Fall aber stagnieren. So geht es dem gesamten Handel in den Innenstädten. Ich konnte das auch beim Midnight-Shopping in Esslingen beobachten. Auf der Straße, in Cafes und Kneipen war richtig viel los, in den Geschäften dagegen war Totentanz. Ein befreundeter Optiker hat seinen Laden um 22 Uhr zugemacht, weil er zwischen 18 und 22 Uhr an Null Euro Umsatz gemacht hat.

Noch ist auch nicht klar, wie sich die Situation am Arbeitsmarkt entwickelt. Seit dem 1. Mai 2021 ist die Insolvenzanzeigepflicht wieder in Kraft. Die erwartete große Insolvenzwelle ist nicht gekommen. Im Gegenteil, die Arbeitslosenzahl war im September 2021 gegenüber dem Vorjahr um 392.000 Menschen niedriger. Ich bin gespannt, ob sich diese Entwicklung im Januar 2022 fortsetzt. Hoffen wir das Beste.

Preise erhöhen oder nicht?

Ich halte es für gefährlich, derzeit die Preise zu erhöhen. Noch wissen wir nicht, ob die prognostizierten 5 Prozent Inflation auch kommen. Die EZB hat das Ziel, die Inflationsrate wieder auf 2 Prozent zu drücken. Wenn das zum Jahreswechsel gelingen sollte, müssen wir unsere Preise lediglich anpassen. Ich jedenfalls warte ab, um unsere preissensiblen Kunden nicht zu verschrecken. Das Thema Inflationsanpassung sollte aber wöchentlich auf die Beobachtungsliste.

Für die Zukunft kann es nur eine Entwicklung geben: Weniger Volumen x höhere Qualität x hoher Kundennutzen = höherer Preis. Die Preis ohne Zusatznutzen zu heben, wird von den Kunden nicht akzeptiert.

Kind mit Lupe

Wohin geht die Reise?

Eine Frage, die wir uns für die Nach-Pandemiezeit dringend stellen müssen.

Ich habe für mich und mein Unternehmen analysiert, wo wir stehen und wohin wir uns entwickeln können. Der folgende Text bringt keine Lösungen, er ist als Gedankenanreiz angelegt. Was definitiv geschehen wird, ist die Einstellung zweier Auszubildenden, damit der Fluss von Nachwuchs nicht unterbrochen wird. Weiterhin stelle ich zwei Fachkräfte ein, damit ich für die Nach-Pandemie Zeit personell gut aufgestellt bin.

Ausgangsbasis

Der Umsatz im März 2021 war bei uns rund 50 Prozent höher als im März 2019. Dann kam die Testpflicht, daraufhin haben wir im April 22 Prozent verloren. Im Mai (Stand 14.5.2021) sieht es ähnlich aus, da sind es hochgerechnet knapp unter 23 Prozent weniger Umsatz.

Im  Zeitraum 1.3. bis 14.5.2021 haben wir dennoch 0,83 Prozent  mehr Umsatz erwirtschaftet, als im vergleichbaren Zeitraum 2019. Ich erwarte aber eine deutliche Verschlechterung im Jahresverlauf, abhängig davon, ob und wie lange die Testpflicht noch weiter bestehen bleibt. Positiv auswirken wird sich jedoch die Öffnung von Gastronomie und Läden. Damit kommen wieder mehr Menschen in die Stadt, was auch den Zulauf zu unserer Dienstleistung erhöhen wird.

Schnelltest-Pflicht

Sollte die Testpflicht bei niedriger Inzidenz wider Erwarten noch bestehen bleiben, haben die Kunden aufgrund negativer Testergebnisse in der Stadt wenigstens  mehr Möglichkeiten sich zu treffen, einen Kaffee zu nehmen oder essen zu gehen. Dann ist der Schnelltest gefühlt mehr wert.

Zahlenspiele

Ich weiß, Zahlenspiele sind dröge, aber notwendig. Mir bringen sie Klarheit und Überblick über die aktuelle Situation. Planung  hat derzeit keinen langen Bestand. Wir fahren planerisch immer noch auf Sicht, sozusagen im Schaum, und das wird sich auch wohl erst gegen Ende des Jahres ändern. Und das auch nur dann, wenn die Impfkampagne weitgehend störungsfrei durchläuft und 60-70 Prozent der Bundesbürger  zweimal geimpft sind.  Und selbstverständlich auch davon, wie lange der Impfschutz hält. Hier liegt noch ein großes Unsicherheitspotential.

Politischer Druck

Wir haben es dazu noch mit verändertem Konsumverhalten zu tun, mit einer höheren Inflation, wir werden höhere Steuern bekommen und die Sozialversicherungsbeiträge müssen auch steigen, um die hohen Kosten auszugleichen. Das ist leider unausweichlich, auch wenn die Politik das momentan noch weit von sich schiebt. Mit den durch die Pandemie bedingten Steuerverlusten und wirtschaftlichen, sowie sozialen Unterstützungsmaßnahmen ist der Schuldenberg massiv gewachsen.

Und mit der Aussicht auf ein lediglich verhaltenes Wachstum von rund 3 bis 4 Prozent für 2022 ist die Staatskasse klamm. Dazuhin waren viele Städte und die Länder  zum Teil schon vor der Pandemie finanziell am Limit und der  Zustand hat sich noch verschärft. Es wird auch hier mehr Geld vom Staat fließen müssen, und dieses Geld muss  aus Steuern finanziert werden. 

Erhöhungen bei Steuern und Sozialabgaben

Sparen ist nicht Sache der Politik, also können wir davon ausgehen, dass die Löcher durch Steuererhöhungen gestopft werden müssen. Rot und Grün wollen die Schuldenbremse weiter aufweichen, was zu noch höherer Verschuldung führen wird. An eine Rückkehr zur schwarzen Null glaube ich nicht, auch wird der EU-Stabilitätspakt demnächst obsolet sein.

Die EU-Ländern müssen jetzt abrechnen, man wird sehen, welche tiefen Schlunde sich hier noch auftun. Übermäßiges Verschuldungsverhalten bringt am Ende eine inflationäre Entwicklung, und diese Entwicklung sollten wir uns von der Politik nicht schönreden lassen. Es wird so kommen, auch wenn das niemand will. Und wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie weit wir unsere Kunden mit höheren Preisen belasten müssen und wie wir die Löhne unserer Mitarbeiter anpassen.

Maßnahmen gegen eine hohe Inflation

Was können wir als Unternehmer gegen eine höhere Inflation tun? Das ist die Gretchenfrage schlechthin. Dass es so kommt, dagegen können wir nichts tun. Wie wir damit umgehen schon. Im ersten Schritt sagen wir, unsere Preise müssen nach oben. Das stimmt, die müssen wir an die gestiegenen Kosten anpassen. Wir müssen auch mehr Rücklagen für Steuerzahlungen einplanen, beziehungsweise werden wir mit dem Steuermanagement mehr zu tun haben.

Um zu diesem Zweck die Preise erhöhen zu können, müssen wir einen höheren Nutzen bieten. Denn nicht nur wir Unternehmer müssen mit Inflation, höheren Steuern und Sozialabgaben zurecht kommen, sondern auch die Verbraucher, zu denen wir auch selber gehören. Strategisch gesehen müssen wir unsere Leistungen stärker anspitzen, und nicht alle möglichen Dienstleistungen anbieten, die uns in den Sinn kommen.

Je mehr Dienstleistungen wir anbieten und je kleiner unser Team ist, desto schwieriger ist es, auf vielen Feldern eine überdurchschnittliche Leistung zu erbringen. Aber genau die brauchen wir, damit Kunden unsere zukünftig höheren Preise akzeptieren. Zur Selektion durch Corona kommt noch die Selektion der Unternehmen durch die Verbraucher hinzu.

Ausbildung trotz engem Finanzrahmen

Obwohl die Geschäfte verhaltener sind stellen wir 2021  Auszubildende ein.  Zwar erhöhen sich dadurch die Kosten und der Gewinn wird noch stärker reduziert, aber es steht immer die Frage im Raum: Woher sollen die Fachkräfte kommen, die ich zukünftig brauche, um mein Geschäft zukünftig dauerhaft  obern zu halten?

Ausbildung ist eine Strategiefrage. Ohne Ausbildung geht es nicht. Schaut euch die Ausbildungszahlen an, dann seht ihr, dass die sukzessive Jahr für Jahr nach unten gehen. Die Zahlen sind alarmierend. Von 2009 bis 2020 haben sich die Ausbildungswilligen im Friseurhandwerk um 53 Prozent reduziert.

In Zahlen: 2009 waren es noch 38.661 Azubis, 2020 nur noch 17.844. Wer bei diesen Zahlen noch darauf hofft, in ein paar Jahren noch hoch qualifizierte Fachkräfte auf dem freien Markt zu finden wird enttäuscht werden. Das merke ich derzeit bei der Mitarbeitersuche. Diese hoch Qualifizierten werden nicht in irgendeinen Salon gehen, sondern nur noch dorthin, wo sie Entwicklungschancen haben. Da bleibt für den Durchschnittsfriseur nichts übrig.

Passende Fachkräfte

Passende Fachkräfte  stellen wir ein wenn wir sie finden. Wir suchen immer.  Passend bezieht sich auf die soziale Kompetenz. Die fachliche Qualität kann ich erhöhen, aber die soziale Kompetenz muss der Mensch mitbringen.

Deshalb sehe ich Mitarbeiter auch nicht als blossen Kostenfaktor, sondern als Investition in unsere unternehmerische Zukunft. Unsere Stärke ist der Teamspirit, eine weitere strategische Größe, die nicht betriebswirtschaftlich zu begründen ist.

Alle nicht betriebswirtschaftlichen Effekte werden bei uns in der Spannungsbilanz abgelegt und bewertet. Mittlerweile haben sogar die Banken erkannt, dass die weichen Faktoren für ein Unternehmen mindestens so wichtig sind wie die harten Zahlen.

Und warum? Weil die harten Zahlen ohne die weichen Faktoren gar nicht erst  erwirtschaftet werden können, speziell im Friseurhandwerk. De facto ist es also eine strategische Notwendigkeit, die passenden Mitarbeiter zu suchen und nicht irgendwelche.


Jedes Unternehmen ist in einer Individuellen wirtschaftlichen Situation. Jedoch unterliegen wir alle der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Und die wird sehr spannend werden.

Peter Gres Podcast Quickies

018 – Podcast – Die Not To Do Liste

Heute geht es darum, Position zu beiziehen.

Jeder Mensch steht für etwas, und er steht auch gegen etwas. Was das ist entscheidet jeder für sich. Wie offen er das streut, ebenfalls. Als Geschäftsmann und Dienstleister ist meine persönliche Einstellung zum Teil auch eine öffentliche Angelegenheit.

Über sein Standing spricht man als Unternehmer die Kundengruppen an, mit denen man es gerne zu tun hat. Ich habe viele Jahre gebraucht, um einzusehen, dass ich es nicht jedem recht machen kann. Bevor ich mich also zu oft verbiegen muss, hole ich mir lieber die passenden Kunden ins Haus. Ich sag’s mal überspitzt: Die Menschen, mit denen ich nicht kann, meide ich weitgehend.

Gute Lebenszeit und ein befriedigender Arbeitstag ist mir wichtiger als  zusätzliche Euros um jeden Preis. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Die Euros nehme ich gerne, aber eben nur von den Kunden die zu uns passen.

Damit ich mich an die selbst gesteckten Rahmenbedingungen hale, habe ich eine Not To Do Liste erstellt, die ich mittlerweile so verinnerlicht habe, dass ich sie nicht mehr vor mir hängen haben muss. Ich habe in dieser Folge vier von neun Punkten von der Liste gegriffen.

Ein privates Dauerthema 1: Kein Privat-TV schauen

Auf der Not To Do Listen steht alles drauf, was ich entweder nicht mag oder nicht tun will. Ganz oben steht ganz fett: Kein Privat-TV schauen

Die Art der Produktion und die Ansprache des Publikums ist so weit von meiner persönlichen Lebenswelt entfernt, als dass ich keinen tieferen Sinn in den Sendungen erkennen kann. Ich vergleiche das gerne mit Zuckerwatte versus frischem Gemüse. Ich bin froh, dass es Netflix, YouTube, TED Talk und die Mediatheken des öffentlich-rechtlichen TVs gibt.

Mit dem aktuellen Apple TV habe ich Zugriff auf alle Angebote. Bei YouTube finde ich immer wieder interessante Dokus, die es in den Mediatheken nicht mehr gibt. Darüber hinaus lese ich gerne Bücher oder Special Interest Magazine und höre Musik.

Meine Vinylsammlung zieht seit fast 50 Jahren mit ihr herum, sie wächst auch heute noch kontinuierlich an. Aber hauptsächlich nutze ich derzeit Spotify, um neue Musik zu finden und meine Playlisten zu befeuern. Mein Ziel ist es, Zeit nicht irgendwie rumzukriegen oder totzuschlagen.

Ich kann sie genauso gut sinnvoll nutzen. Diese Aussage ist natürlich höchst individuell und ich habe nicht das Recht, andere Menschen zu verunglimpfen, wenn sie Privat-TV schauen. Es ist halt nichts für mich.

Die Frage nach dem Lebenssinn stellt sich im Zusammenhang mit der Zeit immer wieder. Je mehr Jahre ich auf dem Buckel habe, desto wichtiger wird die Zeitqualität. Die Zeitquantität nimmt ja automatisch ab. Niemand weiß, wie lange er gesund und leistungsfähig bleibt, und wie lange er lebt.

Die Chance auf Dysfunktion steigt mit jedem Lebensjahr, deshalb ist für mich die Zeitqualität wichtiger denn je. Und je weniger Zeit ich rein statistisch gesehen noch zur Verfügung habe, desto sinnvoller will ich sie nutzen.

Berufliches Dauerthema 2: Kurze Haare mit Bürste fönen

Der zweite Punkt auf meiner Not To Do Liste hat mit meinem Beruf zu tun.  Meine Kurzhaarschnitte style ich zu 99 Prozent ohne Bürste. Ich trockne während des Schnittes an und forme die Haare in das geplante Design. Das habe ich angefangen, um die unsägliche Debatte um das fönen zu beenden.

Ich brauche keine Bürste, um eine Form zu erstellen. Finger und Produkt reichen, die Stylingqualität und der Preis sind nicht abhängig vom Einsatz einer Bürste. Es ist eine Definitionsfrage, was fönen eigentlich ist. Die Diskussion um selber fönen gibt es bei mir gar nicht. Am Preis ändert sich nichts, denn ich verkaufe ja nicht den Haarschnitt, sondern die gebuchte Zeit.

Übertrieben gesagt ist es egal, was in der gebuchten Zeit passiert. Hauptsache ist, dass sich die verkaufte Zeit in der Kasse  als Einnahme materialisiert.

Zu Beginn meiner Ausbildung wurden zum Teil noch Hochsteckfrisuren gemacht. So was wollte ich auf keinen Fall machen. In der aufkommenden Punkzeit  habe ich Haare durch rubbeln aufgestellt. Heute würde man sagen, ich habe die Haare durch die Rubbelei verfilzt.

Übrigens: Wunderbare Beispiele gibt in dem Film B-Movie:Lust & Sound in West-Berlin 1979-1989. Ich stelle euch den Link in dier Shownotes.

Sloppy Look ohne Bürste, damals mit viel Haarspray. Daraus hat sich im Laufe der Jahre ein kommerzielleres Konzept entwickelt. Fönen nur mit den Händen: Einfach, schnell und anders als andere. Über den Preis wurde gar nicht diskutiert, denn ich habe eine Leistung abgeliefert, die andere nicht leisten konnten. Oder eben nicht so, wie ich das gemacht habe.

Viele dieser Kunden habe ich heute noch, die sind meine Arbeitsweise gewöhnt. Und ich finde immer noch genügend neue Kunden, die diese Arbeitsweise schätzen. Die sind froh, dass ich ihnen erst gar keine Föntipps gebe, sondern einfach mit den Fingern in die Haare fahre und durch den Einsatz von Fingern und Schere eine Frisur erstelle. Vielen Kollegen ist das nicht handwerklich genug, aber das ist ja, wie alles im Leben, eine individuelle Sicht der Dinge.

Strategisches Dauerthema 3: Perfektionistischen Pläne schmieden

Wer zu viel plant kommt nicht ins Tun. Das gilt für den persönlichen und für den geschäftlichen Bereich. Das Leben entwickelt sich beim leben, Projekte entwickeln sich beim tun. Ich weiß nicht, ob es ein typisch deutsches Problem ist, aber viele Menschen planen ein Projekt schon im Vorfeld zu Tode.

Sie versuchen es todsicher zu machen, alle Schwachstellen auszuklammern und es möglichst perfekt auf die Umsetzung vorzubereiten. Dabei vergessen sie, dass der erste Kontakt mit der Realität das Fundament schon zum wanken bringen kann. Besser ist es deshalb, weniger perfektionistisch zu planen, früher zu beginnen und aus der Entwicklung heraus zu lernen, wie man die nächsten Schritte optimal gestalten kann.

Kein einziges Start-up wurde eins zu eins von der ursprünglichen Idee her entwickelt. Alle haben sich an den Bedürfnissen der User orientiert und ihre ursprüngliche Ausrichtung so verändert, damit ein Bedürfnis der Zielgruppe befriedigt wird. Dazu muss man die Zielgruppe befragen. Die Zielgruppe sagt dir genau was sie will. Wer sich tot plant und die Zielgruppe nicht fragt, hat eh schon im Vorfeld verloren.

Ein Beispiel dazu kann ich aus eigener Erfahrung beisteuern.
Wir haben ein Konzept für Blondfärbungen aufgestellt. Strategisch sauber entwickelt, alles detailliert in Form gebracht. Als Abschluss haben wir eine Zielgruppenbefragung gemacht, die ich aber falsch interpretier habe. Der Kern, das Ziel unserer Strategie hat zwar gepasst, aber ich habe nicht gut genug nachgefragt, ob sich die Zielgruppe in unserer werblichen Aussagen findet.

Der Name des Konzept hieß Mythos Blond. Bezogen habe ich mich auf die klassischen Blondinen wie Marilyn und andere Zeitgenossinnen. Das ging voll an der jungen Zielgruppe vorbei. Die hat sich darin nicht gefunden. Das ist jetzt schon einige Jahre her, und Mythos Blond wurde durch ein Balayage-Konzept ersetzt.

Von Mythos Blond haben wir den organisatorischen Ablauf bei der Beratung beibehalten, ansonsten wurde das Konzept Mythos Blond in die Schublade der abgelaufenen Projekte einsortiert. Ich lerne nicht nur aus den gut laufenden Projekten, sondern selbstverständlich auch aus den Fehlern. Mit der weniger perfektionistischen  Planung kommen spontanere Projekte zustande.

Ich passe während der Umsetzung besser auf, weil alle Antennen draußen sind. Wenn ich einen vermeintlich perfekten Plan gedanklich ad acta lege, beobachte ich die Entwicklung nicht mehr aufmerksam genug. Das ist ein schwerer Fehler, denn es gibt immer eine Kreuzung, an der ein Projekt falsch abbiegen kann.

Führungs-Dauerthema 4: Menschen als Objekt betrachten

Wenn ich Menschen zu Befehlsempfängern degradiere töte ich die Eigenmotivation. Beim Militär mag es sinnvoll sein, Ergebnisse mit Druck zu erzeugen, weil es um Leben und Tod geht. Manche Führungskräfte sehen das Geschäftsleben wahrscheinlich auch militaristisch, die Sprache gleicht sich ja in vielen Bereichen.

Verkauft wird an der Front, zugeschlagen wird, wenn der Gegner es nicht erwartet, das Unternehmen wird strategisch aufgestellt und Mitarbeiter werden geschleift. Der Modus wechselt momentan, Führungskräfte und Chefs erkennen, dass der Kopf zwischen den Schultern auch zum nachdenken und zum Entscheidungen treffen taugt.

Es wird teamorientierter gearbeitet, die Kommunikation ist auf Augenhöhe, der Mensch gegenüber wird zum Subjekt, zum gleichgestellten Teamplayer. Die Führungskraft ist nur noch dazu da, Impulse zu geben und den Mitarbeitern den Rücken frei zu halten, damit sie ungestört ihren Aufgaben nachgehen können. Die Führungskraft wird immer mehr zum Moderator.

Durch die Pandemie und die damit zusammenhängenden Schließungen unserer Geschäfte konnte ich in Ruhe unsere Mitarbeitersituation reflektieren. Bisher war die Einstellung von Fachkräften und Auszubildenden eher eine einsame Entscheidung. Ich ändere das nun in eine Teamentscheidung. Diese ist zweistufig.

Neuzugänge stellen sich nicht nur bei mir vor, sondern vor einem Gremium aus Mitarbeitern. Das läuft in einer gemütlichen Sitzecke ab, es gibt keinen Schreibtisch, nichts bossiges. Jedes Gremiummitglied darf fragen, es dürfen sich Gespräch entwickeln,. Die persönliche Ebene darf gerne tiefer ausgelotet werden.

Ich sehe mich hier als Moderator, der das eigentliche Ziel des Gesprächs im Auge behält, nämlich den passenden Mitarbeiter für das Team zu finden. Da ich selber zwar Teil des Teams bin, aber nicht die ganze Zeit direkt mit den Mitarbeitern in Kontakt bin, müssen die Teammates miteinander klar kommen. Mehrere Augen sehen mehr, mehrere Ohren hören mehr, mehrere Menschen haben mehrere Meinungen.

Diese Vielfalt ist ein großer Vorteil, weil ich als Entscheider mehrere Optionen für meine Entscheidung schaffe. So erhöhe ich die Chance, nicht nur irgendeinen Mitarbeiter zu finden, sonder die oder den richtigen.

Die Not To Do Liste ist die Abgrenzung dorthin, wo es dem Individuum persönlich weh tut oder wo es seine ganz speziellen Einstellungen hat. Jeder Mensch hat seine individuellen Schmerzgrenzen, ab der er Nein-Sagen muss, um sich nicht selbst in Zwiespälte zu bringen.

Die Not To Do Liste ist eine Unterstützung zum konsequenten Nein-Sagen.

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