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Peter Gres Podcast Quickies

018 – Podcast – Die Not To Do Liste

Heute geht es darum, Position zu beiziehen.

Jeder Mensch steht für etwas, und er steht auch gegen etwas. Was das ist entscheidet jeder für sich. Wie offen er das streut, ebenfalls. Als Geschäftsmann und Dienstleister ist meine persönliche Einstellung zum Teil auch eine öffentliche Angelegenheit.

Über sein Standing spricht man als Unternehmer die Kundengruppen an, mit denen man es gerne zu tun hat. Ich habe viele Jahre gebraucht, um einzusehen, dass ich es nicht jedem recht machen kann. Bevor ich mich also zu oft verbiegen muss, hole ich mir lieber die passenden Kunden ins Haus. Ich sag’s mal überspitzt: Die Menschen, mit denen ich nicht kann, meide ich weitgehend.

Gute Lebenszeit und ein befriedigender Arbeitstag ist mir wichtiger als  zusätzliche Euros um jeden Preis. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Die Euros nehme ich gerne, aber eben nur von den Kunden die zu uns passen.

Damit ich mich an die selbst gesteckten Rahmenbedingungen hale, habe ich eine Not To Do Liste erstellt, die ich mittlerweile so verinnerlicht habe, dass ich sie nicht mehr vor mir hängen haben muss. Ich habe in dieser Folge vier von neun Punkten von der Liste gegriffen.

Ein privates Dauerthema 1: Kein Privat-TV schauen

Auf der Not To Do Listen steht alles drauf, was ich entweder nicht mag oder nicht tun will. Ganz oben steht ganz fett: Kein Privat-TV schauen

Die Art der Produktion und die Ansprache des Publikums ist so weit von meiner persönlichen Lebenswelt entfernt, als dass ich keinen tieferen Sinn in den Sendungen erkennen kann. Ich vergleiche das gerne mit Zuckerwatte versus frischem Gemüse. Ich bin froh, dass es Netflix, YouTube, TED Talk und die Mediatheken des öffentlich-rechtlichen TVs gibt.

Mit dem aktuellen Apple TV habe ich Zugriff auf alle Angebote. Bei YouTube finde ich immer wieder interessante Dokus, die es in den Mediatheken nicht mehr gibt. Darüber hinaus lese ich gerne Bücher oder Special Interest Magazine und höre Musik.

Meine Vinylsammlung zieht seit fast 50 Jahren mit ihr herum, sie wächst auch heute noch kontinuierlich an. Aber hauptsächlich nutze ich derzeit Spotify, um neue Musik zu finden und meine Playlisten zu befeuern. Mein Ziel ist es, Zeit nicht irgendwie rumzukriegen oder totzuschlagen.

Ich kann sie genauso gut sinnvoll nutzen. Diese Aussage ist natürlich höchst individuell und ich habe nicht das Recht, andere Menschen zu verunglimpfen, wenn sie Privat-TV schauen. Es ist halt nichts für mich.

Die Frage nach dem Lebenssinn stellt sich im Zusammenhang mit der Zeit immer wieder. Je mehr Jahre ich auf dem Buckel habe, desto wichtiger wird die Zeitqualität. Die Zeitquantität nimmt ja automatisch ab. Niemand weiß, wie lange er gesund und leistungsfähig bleibt, und wie lange er lebt.

Die Chance auf Dysfunktion steigt mit jedem Lebensjahr, deshalb ist für mich die Zeitqualität wichtiger denn je. Und je weniger Zeit ich rein statistisch gesehen noch zur Verfügung habe, desto sinnvoller will ich sie nutzen.

Berufliches Dauerthema 2: Kurze Haare mit Bürste fönen

Der zweite Punkt auf meiner Not To Do Liste hat mit meinem Beruf zu tun.  Meine Kurzhaarschnitte style ich zu 99 Prozent ohne Bürste. Ich trockne während des Schnittes an und forme die Haare in das geplante Design. Das habe ich angefangen, um die unsägliche Debatte um das fönen zu beenden.

Ich brauche keine Bürste, um eine Form zu erstellen. Finger und Produkt reichen, die Stylingqualität und der Preis sind nicht abhängig vom Einsatz einer Bürste. Es ist eine Definitionsfrage, was fönen eigentlich ist. Die Diskussion um selber fönen gibt es bei mir gar nicht. Am Preis ändert sich nichts, denn ich verkaufe ja nicht den Haarschnitt, sondern die gebuchte Zeit.

Übertrieben gesagt ist es egal, was in der gebuchten Zeit passiert. Hauptsache ist, dass sich die verkaufte Zeit in der Kasse  als Einnahme materialisiert.

Zu Beginn meiner Ausbildung wurden zum Teil noch Hochsteckfrisuren gemacht. So was wollte ich auf keinen Fall machen. In der aufkommenden Punkzeit  habe ich Haare durch rubbeln aufgestellt. Heute würde man sagen, ich habe die Haare durch die Rubbelei verfilzt.

Übrigens: Wunderbare Beispiele gibt in dem Film B-Movie:Lust & Sound in West-Berlin 1979-1989. Ich stelle euch den Link in dier Shownotes.

Sloppy Look ohne Bürste, damals mit viel Haarspray. Daraus hat sich im Laufe der Jahre ein kommerzielleres Konzept entwickelt. Fönen nur mit den Händen: Einfach, schnell und anders als andere. Über den Preis wurde gar nicht diskutiert, denn ich habe eine Leistung abgeliefert, die andere nicht leisten konnten. Oder eben nicht so, wie ich das gemacht habe.

Viele dieser Kunden habe ich heute noch, die sind meine Arbeitsweise gewöhnt. Und ich finde immer noch genügend neue Kunden, die diese Arbeitsweise schätzen. Die sind froh, dass ich ihnen erst gar keine Föntipps gebe, sondern einfach mit den Fingern in die Haare fahre und durch den Einsatz von Fingern und Schere eine Frisur erstelle. Vielen Kollegen ist das nicht handwerklich genug, aber das ist ja, wie alles im Leben, eine individuelle Sicht der Dinge.

Strategisches Dauerthema 3: Perfektionistischen Pläne schmieden

Wer zu viel plant kommt nicht ins Tun. Das gilt für den persönlichen und für den geschäftlichen Bereich. Das Leben entwickelt sich beim leben, Projekte entwickeln sich beim tun. Ich weiß nicht, ob es ein typisch deutsches Problem ist, aber viele Menschen planen ein Projekt schon im Vorfeld zu Tode.

Sie versuchen es todsicher zu machen, alle Schwachstellen auszuklammern und es möglichst perfekt auf die Umsetzung vorzubereiten. Dabei vergessen sie, dass der erste Kontakt mit der Realität das Fundament schon zum wanken bringen kann. Besser ist es deshalb, weniger perfektionistisch zu planen, früher zu beginnen und aus der Entwicklung heraus zu lernen, wie man die nächsten Schritte optimal gestalten kann.

Kein einziges Start-up wurde eins zu eins von der ursprünglichen Idee her entwickelt. Alle haben sich an den Bedürfnissen der User orientiert und ihre ursprüngliche Ausrichtung so verändert, damit ein Bedürfnis der Zielgruppe befriedigt wird. Dazu muss man die Zielgruppe befragen. Die Zielgruppe sagt dir genau was sie will. Wer sich tot plant und die Zielgruppe nicht fragt, hat eh schon im Vorfeld verloren.

Ein Beispiel dazu kann ich aus eigener Erfahrung beisteuern.
Wir haben ein Konzept für Blondfärbungen aufgestellt. Strategisch sauber entwickelt, alles detailliert in Form gebracht. Als Abschluss haben wir eine Zielgruppenbefragung gemacht, die ich aber falsch interpretier habe. Der Kern, das Ziel unserer Strategie hat zwar gepasst, aber ich habe nicht gut genug nachgefragt, ob sich die Zielgruppe in unserer werblichen Aussagen findet.

Der Name des Konzept hieß Mythos Blond. Bezogen habe ich mich auf die klassischen Blondinen wie Marilyn und andere Zeitgenossinnen. Das ging voll an der jungen Zielgruppe vorbei. Die hat sich darin nicht gefunden. Das ist jetzt schon einige Jahre her, und Mythos Blond wurde durch ein Balayage-Konzept ersetzt.

Von Mythos Blond haben wir den organisatorischen Ablauf bei der Beratung beibehalten, ansonsten wurde das Konzept Mythos Blond in die Schublade der abgelaufenen Projekte einsortiert. Ich lerne nicht nur aus den gut laufenden Projekten, sondern selbstverständlich auch aus den Fehlern. Mit der weniger perfektionistischen  Planung kommen spontanere Projekte zustande.

Ich passe während der Umsetzung besser auf, weil alle Antennen draußen sind. Wenn ich einen vermeintlich perfekten Plan gedanklich ad acta lege, beobachte ich die Entwicklung nicht mehr aufmerksam genug. Das ist ein schwerer Fehler, denn es gibt immer eine Kreuzung, an der ein Projekt falsch abbiegen kann.

Führungs-Dauerthema 4: Menschen als Objekt betrachten

Wenn ich Menschen zu Befehlsempfängern degradiere töte ich die Eigenmotivation. Beim Militär mag es sinnvoll sein, Ergebnisse mit Druck zu erzeugen, weil es um Leben und Tod geht. Manche Führungskräfte sehen das Geschäftsleben wahrscheinlich auch militaristisch, die Sprache gleicht sich ja in vielen Bereichen.

Verkauft wird an der Front, zugeschlagen wird, wenn der Gegner es nicht erwartet, das Unternehmen wird strategisch aufgestellt und Mitarbeiter werden geschleift. Der Modus wechselt momentan, Führungskräfte und Chefs erkennen, dass der Kopf zwischen den Schultern auch zum nachdenken und zum Entscheidungen treffen taugt.

Es wird teamorientierter gearbeitet, die Kommunikation ist auf Augenhöhe, der Mensch gegenüber wird zum Subjekt, zum gleichgestellten Teamplayer. Die Führungskraft ist nur noch dazu da, Impulse zu geben und den Mitarbeitern den Rücken frei zu halten, damit sie ungestört ihren Aufgaben nachgehen können. Die Führungskraft wird immer mehr zum Moderator.

Durch die Pandemie und die damit zusammenhängenden Schließungen unserer Geschäfte konnte ich in Ruhe unsere Mitarbeitersituation reflektieren. Bisher war die Einstellung von Fachkräften und Auszubildenden eher eine einsame Entscheidung. Ich ändere das nun in eine Teamentscheidung. Diese ist zweistufig.

Neuzugänge stellen sich nicht nur bei mir vor, sondern vor einem Gremium aus Mitarbeitern. Das läuft in einer gemütlichen Sitzecke ab, es gibt keinen Schreibtisch, nichts bossiges. Jedes Gremiummitglied darf fragen, es dürfen sich Gespräch entwickeln,. Die persönliche Ebene darf gerne tiefer ausgelotet werden.

Ich sehe mich hier als Moderator, der das eigentliche Ziel des Gesprächs im Auge behält, nämlich den passenden Mitarbeiter für das Team zu finden. Da ich selber zwar Teil des Teams bin, aber nicht die ganze Zeit direkt mit den Mitarbeitern in Kontakt bin, müssen die Teammates miteinander klar kommen. Mehrere Augen sehen mehr, mehrere Ohren hören mehr, mehrere Menschen haben mehrere Meinungen.

Diese Vielfalt ist ein großer Vorteil, weil ich als Entscheider mehrere Optionen für meine Entscheidung schaffe. So erhöhe ich die Chance, nicht nur irgendeinen Mitarbeiter zu finden, sonder die oder den richtigen.

Die Not To Do Liste ist die Abgrenzung dorthin, wo es dem Individuum persönlich weh tut oder wo es seine ganz speziellen Einstellungen hat. Jeder Mensch hat seine individuellen Schmerzgrenzen, ab der er Nein-Sagen muss, um sich nicht selbst in Zwiespälte zu bringen.

Die Not To Do Liste ist eine Unterstützung zum konsequenten Nein-Sagen.

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017 – Podcast – Local Marketing mit Google My Business

Podcast 017 – Local Marketing mit Google My Business

Heute geht es um lokales Marketing mit Google My Business

Im lokalen Marekting gibt es kein besseres Tool als Google My Business. Google spielt bei der Internetsuche weltweit eine Hauptrolle. In USA beläuft sich der Marktanteil von Google auf 81 Prozent. In Deutschland waren es im Januar 2021  84 Prozent. Selbst in Russland hat Google die Suchmaschine Yandex überholt und ist seit 2019 dort die Nummer 1. In China beißt sich Google allerdings momentan noch die Zähe aus. Dort dominiert die Suchmaschine Sogou den Markt. Den mobilen Markt deckt Google in Deutschland  im Januar 2021 zu 98 Prozent ab.

Zugriffe über Google My Business

Interessanterweise waren die mobilen Zugriffe auf unsere Friseurdienstleistungen vor dem verstärkten Home-Office durchschnittlich um das vierfache höher als die Zugriffe über den Desktop. Jetzt sind es lediglich noch doppelt so viele. Im Perückenbereich verhält es sich fast spiegelbildlich anders herum, hier dominieren die Zugriffe über den Desktop. Während des Lockdowns waren die Zugriffe auf die Webseite um das sechsfache höher als die Telefonate.

Unsere Google Ads hatten während des Lockdowns Pause. Den Zugriffen auf die Webseite hat das nicht geschadet. Wir haben die Webseite während des Lockdowns in eine  Info-Seite zur Coronasituation umfunktioniert, die viele Kunden gerne genutzt haben. Alle Beiträge in Google My Business haben zusätzlich auf die Webseite verwiesen, was wiederum zu höheren Kontaktzahlen geführt hatte.

Wirkungsvolles Tool

Google hat mit My Business ein Tool geschaffen, dass die Kunden im Einzugsgebiet unseres Geschäfts mit Informationen und Neuigkeiten versorgt. Vor allem Bilder sind ein Frequenzbringer. Wir bekommen im Vergleich mit Wettbewerbern durchschnittlich mehr als  1000 Prozent mehr Views auf unsere Bilder.

Warum ein Produkt 3500 mal betrachtet wird und ein anders aus derselben Produktreihe nur 210 mal? Das wird für alle Zeiten das Geheimnis entweder des Algorithmus oder der Kunden bleiben. Unser Titelbild wurde 431.000 mal angeschaut, das nächstbeste Bild eines blonden Bobs immerhin noch knapp 55.000 mal. Das beste Produktbild erreichte über 24.000 Kunden,  ein Weihnachtsbaum knapp 6000. Ein Smiley-Luftballon mit schwarzer Ray-Ban Brille immerhin auch noch 3.500 Kunden innerhalb von 16 Wochen

Da niemand sagen kann welche Bilder bei den Kunden gut ankommen, legen wir mehrere Angeln aus. Momentan sticht mir die Idee ins Hirn, dass ich ab sofort alle Bilder mit unserem Logo branden werde. Gut, dass ich drauf gekommen bin. Es hilft doch, wenn man über Dinge spricht. In der Statistik weisen ähnliche Unternehmen wie unseres lediglich 9 Fotos aus, im Gegensatz zu unseren knapp 700 Stück.

Fotos produzieren

Im Navigationspunkt Fotos kann ich die Bilder nach Beliebtheit sortieren. Für das fotografieren von Produkten und Kleinteilen hat mein Schreiner eine Fotobox gebaut. Die ist 50 x 50 cm und 70 cm tief und hinten mit einer Holhkehle versehen. Das Deckenlicht ist ein LED-Rundstrahler und vom Eingang her sorgt ein Ringlight für Helligkeit. So kann ich auch mit lichtschwacheren Linsen eines Smartphones gut ausgeleuchtete Fotos schießen. Die Produktfotos stelle ich unter Produkte in die jeweilige Kategorie ein, beschreibe und bepreise sie.

Rezensionen

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Rezensionen oder Bewertungen. My Business bietet einen Link an, den ich in den sozialen Medien und in meinem Newsletter verbreiten kann. Der Link lässt sich auch sehr gut an Mails anhängen und per QR-Code in den geschäftlichen Schriftverkehr einbauen. Wir haben uns zusätzlich Postkarten mit QR-Codes drucken lassen, die wir im Salon auslegen und die Kunden damit bitten, ihre positive Bewertung zu veröffentlichen.

Proven Expert

Weil nicht jeder Internetnutzer ein Google-Konto hat, bieten wir über Proven Expert eine alternative Bewertungsplattform an. Bewertungen sind wichtig. Es muss klar erkenntlich sein, dass es sich nicht um Fakes handelt. Wir bitten Kunden darum, den Namen der Mitarbeiter zu nennen, was leider nicht immer funktioniert. Manche Kunden schreiben nicht gerne, sie drücken auf die 5 Sterne und schicken die Bewertung ab. Das ist zwar auch schön und eine Anerkennung, sie ist aber leider nicht so viel wert wie eine Bewertung mit Namensnennung.

Kauft keine Bewertungen!

Deshalb auch abschließend zu diesem Thema meine Warnung an alle, die Bewertungen kaufen wollen. Macht das nicht, denn wenn Google euch dabei erwischt wird euer Account gesperrt und womöglich nicht mehr aufgemacht. Google mag echte Bewertungen, auf Fakes reagiert das Unternehmen ziemlich radikal. Das mag nicht jedem schmecken, aber es sorgt dafür, dass man den Bewertungen trauen kann. Es macht ja keinen Sinn, wenn jeder Bewertungen kauft, denen er nicht entsprechen kann. Dann könnte man sich den Aufwand sparen.

Also, bleibt bei den Bewertungen auf jeden Fall zum Wohle aller ehrlich. Schau danach, dass du viele Bewertungen erhältst, weil Google Unternehmen mit vielen Bewertungen mehr Sichtbarkeit garantiert. Habe immer im Kopf, dass Google den Nutzern immer aktuelle und ehrliche Leistung bieten will. Je besser Google das macht, desto sicherer kann das Unternehmen sein, dass User nicht zu einer anderen Suchmaschine wechseln. Google und du haben also dasselbe Ziel.

GMB App

Über die My Business App kannst du von Kunden Nachrichten empfangen und chatten. Wenn du die Nachrichtenfunktion nutzt schau danach, dass deine Antwortzeit 24 Stunden nicht übersteigt. Google liebt zeitnahe Kommunikation, was ja bei einem digitalen Tool Sinn macht.

Spontane Informationen an die Kunden

Die App ermöglicht es Dir auch, Bilder aufzunehmen und unkompliziert hochzuladen. Nachdem ich alle meine Bilder mit unserem Logo branden will, erstelle ich eine Vorlage in Canva, in die ich meine Bilder einfüge. Wenn ihr Canva noch nicht nutzt informiert euch über die vielfältigen Möglichkeiten. Den Link stelle ich euch in die Shownotes.

Mit der App bin ich sehr spontan. Mein letzter Kunden hat abgesagt und ich habe noch etwas zu erledigen und schließe den Laden? Kein Problem, ich stelle die Information in die Beiträge und jeder kann es lesen. Du hast einen Sonderpsten bekommen de du schnell abverkaufen willst? Füge ein Angebot hinzu, und stelle es online. Das geht in wenigen Minuten.

Schnelle und unkompliziert

My Business steht für unkomplizierte Handhabung und die Schnelligkeit, mit der ich Neuigkeiten verbreiten kann. Das Tool ist kostenlos und wir bei Gress Friseure können im lokalen Marketing nicht mehr darauf verzichten. Den neuesten Zahlen zufolge nutzen nur 20 Prozent der Geschäfte in Deutschlnad den Dienst regelmäßig. Das ist schade, denn erstens ist My Business kostenlos und zweitens ist es lokal, das heißt, es gibt so gut wie keinen Streuverlust.

Statistik

Das führt mich zur Statistik. Ihr bekommt bei My Business eine Fülle von statistischen Daten. Alle sind in Schautafeln aufbereitet und sehr übersichtlich angeordnet. Das Google Dashboard zeigt euch eine übersichtliche Zusammenfassung eurer statistischen Daten. Wie viele Telefonate wurden über Maps geführt? Wie viele Kunden haben eure Webseite besucht? Wie viele SMS haben Kunden geschickt? Aus welchen Postleitzahlenbereichen kommen eure Kunden? Ihr erfahrt alles sehr genau.

SEO, Ads und Algorithmus

Nutzt Google My Business intensiv, ihr findet keine bessere lokale Werbeplattform. My Business ersetzt die ehemaligen Gelben Seiten. Gepaart mit dem Suchalgorithmus, Google Ads und SEO habt ihr ein schlagkräftiges Trio an der Hand.

10 Minuten täglich reichen aus, um das Profil zu pflegen. Sehr effektiv, sehr einfach und sehr wirkungsvoll

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016 – Lernen lernen

Heute geht es um das Thema Mindest zum lebenslangen Lernen.

Das erste was du braucht ist ein Impuls. Der kann – vielleicht – aus der Schule kommen, wenn Lehrer es verstehen, bei den Kindern die Lust am lernen zu entfachen. Es kann aber auch später zu Initialzündungen kommen. Lasst mich das an meinem persönlichen Beispiel erklären.

Lernen in der Schule

In der Schule gehörte ich zu den vermeintlichen Schulversagern. Dabei hatte ich lediglich eine Abneigung gegen Frontalunterricht und die Art, wie manche Lehrer diesen gestaltet hatten. Es waren noch einige dabei, die die dunkle Zeit in Deutschland mitgemacht hatten und in ihrer Wissensvermittlung entsprechend ausgerichtet waren.

Stärken werden nicht gestärkt

Das erste Jahr meiner Ausbildungszeit hat auch nicht geholfen, im Betrieb und der Berufsschule herrschten ähnliche Zustände und Regeln. Kaum jemand  hat sich um meine Stärken gekümmert, es ging fast ausschließlich darum, was ich nicht konnte. Auf Dauer tötet das die Motivation. Im staatlichen Schulsystem ist das heute leider immer noch so.

Impuls zum lernen

1974, ein Jahr nach der Schulzeit und am Ende meines ersten Ausbildungsjahres erhielt ich einen wichtigen Impuls. Ein schmales Büchlein war es, das für  mich die Wende brachte. Prof. Dr. Frederic Vesters Begleitbuch zur Fernsehsendung “Denken, lernen, vergessen” war eine Initialzündung.

Hierin habe ich zum ersten Mal gelesen, dass lernen eine individuelle Sache ist. Dass es einen biochemischen Ablauf gibt, der dafür sorgt, dass das Gehirn Wissen speichert. Zum ersten mal habe ich erfahren, dass ich lernen lernen kann.

Seitdem läuft’s. Lernen ist abhängig von der Motivation, dem Thema und auch von  Lerntechnik. Lernen lernen ist der wichtigste Ansatz, den wir unbedingt auch in der Ausbildung unserer Azubis berücksichtigen müssen.

Bildhaftes lernen

Das Gehirn lernt am besten durch Bilder. Wenn ich beispielsweise einen Vortrag vorbereite, male ich mir mit einem Stift die Struktur des Vortrags auf. Dazu bevorzuge ich verschiedene Farben, weil ich die Highlights abheben will.

Manchmal sieht das aus wie eine Mindmap, ein anderes mal sind es nur Bullets, aus deren Anfangsbuchstaben ich ein Wort bilde. Das Bild und / oder das Wort bleiben mir im Gedächtnis.

Mit der Struktur in der Hand stelle ich mich vor den Spiegel und spreche einen zunächst wilden Text. Das ist wie Gold waschen. Viele Kiesel beinhalten einige Goldstücke. Sobald ich diese Punkte und damit einen roten Fadens habe, bringe ich die Stichworte zu Papier und skizziere Quellen drum herum.

Dieser Rohtext ist dann die Basis für meine Keynote. Und die wiederum führt mich zur endgültigen Ordnung der Highlights. Im übertragenen Sinne male ich mir ein Bild, dessen Szenen ich abrufen kann. Und eines habe ich im Laufe vieler Jahre gelernt: Das Gehirn lernt immer über Bilder. Schaffe Bilder und du lernst besser.

Lernen wollen

Lernen setzt Interesse voraus. Wenn mich etwas nicht interessiert kann ich es nicht lernen. Wenn mich aber jemand mit Leidenschaft von einem Thema überzeugen kann, ist die Chance groß, dass ich Interesse entwickle. Motivatorische Impulse sind deshalb wichtig. Aus diesem Grund scheitern auch so viele Kinder in der Schule.

Die Schule steckt noch immer viel zu tief im “Stopfen-Modus” als in der Wissensvermittlung für das digitalen Zeitalter. Das meiste dessen, was die Schule in die Kinderköpfe stopft vergessen sie wieder, weil vieles keinen Bezug zu ihrer Lebensrealität hat.

Im digitalen Zeitalter ist alles Wissen ständig sowieso imm er und überall verfügbar. Es wäre sinnvoller, Kindern und auch Erwachsenen beizubringen, wo sie welche Informationen finden und wie man die Quellen prüft. Das fachliche Detailwissen holt man sich wann man es braucht.

Neuroplastizität

Je plastischer der Pfad ist, desto besser kann ich ihn memorieren. Die Wissenschaft glaubte lange daran, dass dem Menschen von Geburt an eine begrenzte Anzahl von Gehirnzellen mitgegeben wurde. Heute weiß man, dass sich das Gehirn durch seine Neuroplastizität anpassen kann.

Daraus resultiert: Das Gehirn lernt immer. Es kann nicht anders. Das ist die positive Nachricht. Viele aus dem Berufsleben ausgeschiedene Menschen beginnen im Alter noch erfolgreich zu studieren. Das Gehirn selber wird keinen Menschen daran hindern, Wissen aufzunehmen. Das machen die Menschen selber.

Lernen bringt Veränderung

Für mich ist es eine sehr beruhigende Wahrheit, dass ich ständig neues lernen kann, wenn ich das will. Vielen Menschen macht Veränderung aber Angst. Sie wollen, dass alles so bleibt wie sie es kennen. Jede Änderung ist erst einmal schlecht.

Je schneller die Welt sich dreht, desto größer ist die Angst vor Veränderung. Lernen und daraus resultierende Übersicht und in Erweiterung dann Einsicht kommt bei vielen nicht vor. Wenn alles so bleiben soll wie es ist mache ich mir natürlich auch keine Gedanken darüber, wie etwas sein könnte wenn ich es anders denke.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die Autoindustrie den Sicherheitsgurt eingeführt hat. Jeder war dagegen, obwohl nachgewiesen war, dass der Gurt Leben rettet. Heute ist er selbstverständlich.

Dasselbe Theater beim Katalysator. Die Zusammenbruch der westlichen Welt wurde bei seiner Einführung befürchtet, und das alles nur wegen diffusen Ängsten. Heute ist es der Elektroantrieb und morgen wieder etwas anderes Neues.

Ein weiteres gutes Beispiel ist auch das Stuttgarter Wahrzeichen – der Fernsehturm. Er wurde am 5.Februar 1956 eröffnet. Viele Stuttgarter beschimpften ihn als Bohnenstange mit Bienenkorb, als Schandmal und als Fremdkörper in der Waldlandschaft und keiner wollte ihn haben. Heute können die Stuttgarter nicht mehr ohne ihn.

Tiefgreifende Änderungen und neue Ideen bergen immer auch Konfliktpotential.

Wissensgesellschaft braucht neue Ansätze

Viele Denker haben ab den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts einen radikalen Wandel innerhalb der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung hin zur Wissensgesellschaft voraus gesagt. Sie haben ihn als mindestens so tiefgreifend beschrieben wie den Wechsel von der Agrar- zur Industriegesellschaft. 

Die alten Geschäftsmodelle des Industriezeitalters funktionieren heute nicht mehr. Henry Ford sagte bei der Einführung seines Fließbands:” Jedes Mal wenn ich zwei Hände brauche, bekomme ich leider einen Kopf dazu.” Im Industriezeitalter waren denkende Köpfe  eher hinderlich. Manche Unternehmer und Politiker sehen das heute leider immer noch so.

Wissensarbeiter wollen ihr Leben selbstverwaltet gestalten, sie wollen lernen und sich verwirklichen. Für die meisten top ausgebildeten Jungen ist lebenslanges Lernen selbstverständlich. Der Takt der Veränderung ist in heutiger Zeit sehr schnell geworden.

Schaut euch mal Filme aus den 50er, 60er und 70er Jahren an. Die Schnitte waren lang, man wähnte sich auf einem langsam dahin fließenden Strom. Heute sind Filme wie wilde Bergbäche geschnitten. Auch die Wissensgesellschaft unterliegt einem rasend schnellen Takt.  Wenn dir schwindlig wird, fliegst du raus.

Verweigerung hilft nicht

Verweigerung, schützt dabei nicht, sondern nur Akzeptanz und Anpassung. Das Gehirn kann das, viele Menschen nicht. Aber es liegt eben nicht an der Konstruktion des Gehirns selber, sondern am Wollen der Besitzer. Die Bewahrer sind das eigentliche Hindernis der Wissensgesellschaft. Wir hatten in einem Pub in Südengland ein interessantes Gespräch mit einem Unternehmer und seiner Frau aus Exeter. Im Verlauf des Gesprächs sagte die Frau einen Satz, der bei mir immer noch nachklingt: “Tradition is killing us.”

Das limbische System

Unsere archaischer Code ändert sich nur langsam. Das limbisches System dient der Verarbeitung von Emotionen und steuert das Triebverhalten. Alle lebenssichernden Verhaltensweisen aus der Zeit unserer Aufrichtung sind dort gespeichert. Wir sind keine rationalen Wesen, sondern emotionale.

Wir glauben zwar, dass wir rational entscheiden, aber  bis wir diese rationale Ebene erreichen haben die Emotionen schon entschieden. Das limbische System entscheidet natürlich nicht abgekoppelt von den anderen Gehirnregionen, es ist immer ein Zusammenspiel aller Bereiche.

Je emotionaler und bildlicher jedoch wir einen Lernstoff aufbereiten, desto besser setzt er sich fest. Viele Schauspieler lernen ihren Text in Bewegung, sie schaffen durch Gesten eine emotionale Verbindung zu den Worten. Worte und Bewegung gehen eine Symbiose ein. Das funktioniert bei allen Menschen.

Nehmen wir das Beispiel Stuhl. Niemand denkt an das Wort Stuhl, sondern hat immer ein Bild eines Stuhl vor dem inneren Auge. Der Stuhl sieht für jeden anderes aus, das Bild ist individuell. Mnemotechniken helfen uns Sprachen zu lernen, neue Techniken  oder Verhaltensweisen. Es kommt auf die neuronalen Verknüpfungen an, und je mehr Synapsen getriggert werden, desto mehr Halt bekommt neues Wissen. Im  Grunde genommen geht es also darum, so viele Haltegriffe wie möglich zu schaffen, damit sich neues Wissen dauerhaft festsetzen kann.

Spielerischer Lern-Ansatz

Wir sollten mehr darauf schauen, wie lernen biochemisch funktioniert. Aus diesem Wissen lassen sich alternative Lernkonzept entwickeln. Es wäre ein großer  und wichtiger Schritt, wenn die Lehrer den Kindern beibringen würden, wie lernen generell funktioniert. Der spielerische Ansatz in den Grundschulklassen ist schon ein guter Ansatz, schade, dass dieser Effekt im Lauf der folgenden Jahre sukzessive dem “Wissen stopfen” geopfert wird.

Jeder Mensch kann unabhängig seines Alters immer weiter lernen. Ich stehe für lebenslanges lernen und ständige persönliche Weiterentwicklung. Diesen Ansatz möchten ich in der Erwachsenenbildung zukünftig verstärkt unterstützen.

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