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Nach Corona kommt noch was

Das Ursache-Wirkungs-Prinzip ist in Coronazeiten außer Kraft gesetzt. Natürlich kommt nach Corona noch was, die Frage ist aber: was? Ich will einen persönlichen Ausblick wagen.

Controlling – Wieviel Geld haben wir verloren

Wie geht es weiter?

Man fragt mich derzeit oft: Wieviel Geld hast Du verloren? Konntest Du alle Mitarbeiter behalten? Wie geht es für euch weiter? Meine Antworten sind stereotyp: Wieviel Geld wir verloren haben kann ich erst sagen, wenn wir nach einem Quartal, also am 31.7.2020 den ersten amtlichen Kassensturz machen.

3 Faktoren entscheiden

Ja, wir konnten alle Mitarbeiter behalten. Unser Umsatz lag im Juni 2020 nur sechs Euro unter dem von 2019. Das ist gut. Wie es für uns weitergeht hängt von drei Faktoren ab:

  • Kommt nochmal ein Lockdown?
  • Wie lange dauert die Kurzarbeit?
  • Wie viele Menschen gehen in die Arbeitslosigkeit?

Käme nochmal ein längerer Lockdown, wäre es wahrscheinlich das Aus für unser Unternehmen. Dann würde sich die ultimative Frage stellen, wieviel von dem Geld das wir reinstecken müssten, in welcher Zeit wieder rauszuholen ist.

Corona-Soforthilfe zurückzahlen

Hinzu kommt, dass wir die Corona-Soforthilfe aller Voraussicht nach wieder in voller Höhe an das Land zurück überwiesen müssen. Das würde die Situation noch weiter erschweren.

Der Stand der Dinge

Kommt kein Lockdown lauert die Gefahr für unseren Friseurbetrieb in der Kurzarbeit und der Arbeitslosigkeit. Wer nur noch 67 Prozent seines Einkommens hat spart sich den Friseurbesuch. Wer arbeitslos wird sowieso.

Strategisch sind wir derzeit sehr gut aufgestellt. 74 Öffnungsstunden, zwei neue Azubis eingestellt, eine neue Teilzeitkraft im Stylisten-Level, Umsatz auf Vorjahresniveau, ein funktionierendes Team, effektives Online-Marketing und genügend Ideen in der Pipeline, um draußen Interesse zu wecken.

Mir ist bewusst, es ist eine Momentaufnahme. Morgen, übermorgen, nächste Woche kann alles anders sein. Die Rädchen drehen sich nicht mehr sauber ineinander, es gibt keine verlässliche Daten, auf deren Basis ich in die Zukunft planen könnte. Es ist in normalen Zeiten schon schwer genug, auf den Daten der Vergangenheit seine Zukunft zu planen.

Störung in Sicht

Störungen sind vorprogrammiert

Niemand weiß zu keiner Zeit, was kommt, egal wie ausgefeilt die Planungs-, Budgetierung- und Produktionsmodelle auch sein mögen. Das fordert meine Anpassungsfähigkeit heraus. Wurde mir je versprochen, dass unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft auf alle Zeiten reibungslos funktionieren? Ohne Störungen? Ich habe mich hinreissen lassen und geglaubt, dass es so wäre.

So kann man sich täuschen! Corona hat uns einen bösen Strich durch die Rechnung gemacht. Von einem auf den anderen Tag hat nichts mehr Bestand. Wir schwimmen im Trüben und Unsicherheit ist unser ständiger Begleiter. Das wird uns auch in Zukunft prägen. Dieses Gefühl wird uns nicht mehr loslassen. Ich bin gespannt, wie die nachfolgende Unternehmergeneration damit umgeht.

Agilität

Agilität ist eine Haltung. Sie wird für uns überlebenswichtig werden, denn jeden Tag kann heute eine unvorhergesehene Wendung den Plan von gestern über den Haufen werfen. Wir haben schon vor Corona gespürt, dass etwas anders wird. Die junge Generation konnte sich mit den Werten der Alten nicht mehr arrangieren, und vieles von dem was uns Älteren lieb und teuer war, hat die Jungen überhaupt nicht interessiert.

Vor Corona waren wir stark damit beschäftigt, den Regelbetrieb so störungsfrei wie möglich zu halten. Wir wollten ja Ziele erreichen, Ziele, die wir auf die Säulen der Vergangenheit gestellt haben. Von denen wir meinten, sie würden uns zum Erfolg führen, was oft gut funktioniert hat. Bis Corona kam.

Ende und Anfang

Die Digitalisierung hat Branchen durcheinander gewirbelt. Grenzenloses Wachstum wurde als Fake entlarvt. Globalisierung wurde aufs Rad geflochten und brutal zerpflückt. Wir konnten schon vor dem Virus in Ansätzen ahnen, dass Wandel in der Luft liegt.

Dass der Wandel durch Corona kam werden die Esoteriker als Strafe Gottes deuten, und auf eine krude Art haben sie im tiefsten Kern auch Recht. Nur dass es keine höhere Macht war, die für die Mutation des Virus gesorgt hat, sondern der Mensch. Der sich ja gottgleich sieht. Rückschlüsse sind erlaubt.

Checkliste Gewichtung

Lösungsansatz

So! Was resultiert nun daraus für unseren Betrieb? Wir werden den Fokus noch stärker auf die betriebswirtschaftliche Seite richten. Alle Preise, alle Kosten, alle Investitionen kommen auf den Prüfstand. Die Kostenüberwachung wird in den kommenden Monaten rigoroser sein und die zukunftsgerichteten Investitionen müssen gewichtet und teilweise verschoben werden.

Ausgenommen ist die Ausbildung. Trotz aller Kostenüberwachung dürfen wir bei der Ausbildung nicht sparen. Gut ausgebildete Fachkräfte sind unsere Überlebensgarantie für die Zukunft. Dafür gibt es keine Alternative.

Strategische Ausrichtung

Die strategische Ausrichtung spielt eine größere Rolle. Wir werden uns noch stärker spezialisieren und die Dienstleistungen ausdünnen. Alles, was kein Geld oder nicht genügend Geld bringt, wird ersatzlos gestrichen. Jedes Unternehmen hat solche Leistungen, die man entweder lieb gewonnen oder in der Planung vernachlässigt hat. Weg damit.

Es ist wie der Befreiungsschlag im Kleiderschrank. Weniger Ballast mitschleppen, effektiver schulen können, gezielter investieren und damit mehr Nutzen für die Kunden schaffen – das sind die langfristigen Ziele auf die es bei uns zukünftig ankommt. Ich bin nicht an kurzfristigen Angeboten, Rabatten, Aktionen interessiert. Das ist kurzfristig angelegtes Zuckerwatte-Marketing. Davon werden wir nicht satt. Ständig mit etwas neuem aufwarten zu müssen schadet der Langfristigkeit!

Roter Faden

Unser Roter Faden 2020 wird zum Roten Faden Dauerhaft. Der Fokus muss gnadenlos auf den Kundennutzen getrimmt werden. Alles, was nicht der Verbesserung der Kundenbeziehung und dem Kundennutzen dient darf gar nicht erst in meinen Fokus gelangen. Pro Kunde muss die Devise sein!

Hoher Kundennutzen

Ich glaube daran, dass wir mit radikaler Kundenzuwendung langfristig das beste Geschäft machen.

Leben wo bist Du?

Ich erlebe nichts. Das macht mich nachdenklich. Leben, wo bist Du? Leben, ich will kommen! Aber wohin, das ist derzeit die Gretchenfrage. Vor Corona gab es genug Futtertröge für’s Gehirn. Jetzt sind sie weg!

Peter Gress auf der Suche nach dem Input

Input zu verschenken

Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, allen Trainern, Motivatoren und Seminatoren für ihre unermüdliche Mühe um den Input an Motivation und Inspiration während des Lockdowns, und auch jetzt noch.

Allein, es läuft sich tot. Mein Kopf ist leer, meine Gedanken wollen sich nicht fügen. Kreativität, wo bist Du? Wo bekomme ich dich her? Die letzten Wochen haben mich leer gesaugt und ich hab’s gar nicht richtig bemerkt. Es gab Dringendes zu tun. Nun aber wird es Zeit für das Wichtige.

Neustart

Die Zeit ist reif für einen Neustart. Durch die allgemeine Unsicherheit ist es aber noch schwierig, einen solchen planvoll zu beginnen. Ideen dafür hätte ich schon, aber mir fehlt die solide Basis für die Bewertung. Das nervt am meisten.

Kennt ihr den Wackelwald am Federsee? Man merkt beim laufen, unten drunter ist es nicht fest. Der Wald schwimmt auf dem Moor. Durchbrechen kann man nicht, aber man weiß es eben nicht sicher.

Leben, wo bist Du? ist nicht einfach nur eine Floskel. Der gesellschaftliche und soziale Betrieb fehlt mir wirklich sehr. Es kostet mich viel Mühe, mich zu fokussieren. Möglichkeiten lugen von allen Seiten aus den Ritzen, aber sie wollen sich noch nicht richtig zeigen.

Mir fehlen Konzerte, Theater, Oper, Ausstellungen, Museen. Klar, es gibt Spotify zum Musik stöbern, das Vinyl harrt auf den Plattenspieler, auf YouTube habe ich Konzerte ohne Ende, TikTok bringt mich ab und zu zum lachen, mit Netflix-Serien schlage ich die Zeit tot, meine Buchliste ist etwas kürzer geworden. Dafür stapeln sich die eBooks auf dem Kindle Reader.

Zuckerwatte führt zu Junkie-Mentalität

Zuckerwatte

Mit all den digitalen Ablenkungen ist es wie mit Zuckerwatte. Sie schmeckt lecker, macht aber nicht satt. Sie hinterlässt eine kurzzeitige Befriedigung, aber danach herrscht schnell wieder Leere. Das ist Junkie-Mentalität, sie führt zu Frustration. Ab und zu muss es Live & Echt sein, es muss etwas Habhaftes her. Etwas, das nachhallt und den Speicher füllt.

Das Abgeschnitten sein ist zurzeit mein größtes Problem. Ich stelle mir ab und zu die Frage: “Komme ich jetzt nicht mehr mit mir selber klar?” Doch, das geht noch, sehr gut sogar. Aber wenn so wenig von außen und fast alles aus mir selber kommen muss, wird es schwer, das dauerhaft auf hohem Niveau durchzuhalten.

Nur echt ist gut

Es wird ja langsam wieder besser. An allen Ecken kommen Lockerungen, und der Puls des Lebens steigt wieder an. Ich komme mir aber ausgetrocknet vor, es geht mir zu langsam. Bei allem Verständnis für Vorsicht, die wir tagtäglich im Betrieb, beim einkaufen und sozialen Kontakten einhalten, gefühlt muss jetzt das pralle Leben wieder her.

Corona-App hilft bei der Eindämmung

Aktiv helfen

Deshalb unterstütze ich alles, was uns, der Gesellschaft, hilft, Corona einzudämmen. Wir bewerben die App, nutzen sie selber, empfehlen sie allen die es hören wollen oder auch nicht. Wir desinfizieren und tragen Maske, wir halten Abstand und wundern uns wie alle verantwortungsvollen Bürger, was um uns herum so abgeht.

Ob Feste zum Fastenbrechen, die hygienischen Zustände in der Fleischverarbeitung oder Gesänge in der Kirche – ich sehe, dass wegen wenigen die Gefahr eines lokalen Lockdowns steigt und kleine Geschäfte eventuell in die Insolvenz gehen. Von Eltern, die ihre Kindern wieder aus Schulen und Kitas zuhause behalten müssen ganz zu schweigen. Das ist schwer zu akzeptieren. Vor solchen Hintergründen dauerhaft motiviert in die Zukunft zu schauen fällt mir, ehrlich gesagt, schwer.

Positiv bleiben

So, jetzt habe ich mich ausgejammert. Das muss auch mal sein. Positiv bleiben ist immer noch die wichtigste Aufgabe. Und nicht überdrehen vor lauter Aktionismus. Auf dem Boden bleiben und sich immer wieder zur Geduld ermahnen. Es ist erst rund drei Monate her, seit wir dicht machen mussten.

Wir befinden uns in der Senke der U-Phase. Vielleicht wird es auf die Dauer gesehen eine W-Phase, wer weiß? Im Rückblick hatten wir es über die Jahrzehnte mit den Kondratjew-Zyklen zu tun. Ein Zyklus dauert durchschnittlich 52 Jahre. Hoffen wir, dass wir durch das derzeitige hohe Innovationstempo schneller aus dem Tal kommen.

Teams brauchen eine klare Führung

Ja, Teams brauchen eine klare Führung! Ist jeder Selbstständige, jeder ChefIn, auch automatisch eine gute  Führungskraft? Oder ist ChefIn nur der Manager oder Vorsteher des Teams?

Das Problem von Variante  zwei: Ein Team möchte nicht gemanagt werden, ein Team will geführt werden. Es muss also jemand da sein, der bei Schlechtwetter entscheidet und die Verantwortung übernimmt. Und dann klar, schnell und direkt entscheidet, was zu tun ist. Auch unter Druck. 

Fehler akzeptieren

Eine gute Führungskraft akzeptiert Fehler und macht sich überflüssig. Als Chef habe ich keine Zeit, mich um jedes Detail zu kümmern. Ich bin nicht für alles verantwortlich. Ich muss nur da sein, wenn ich gebraucht werde.

Je weniger auf dem Schreibtisch liegt, desto besser. Ohne ständige Einmischung des Chefs arbeitet das Team effektiver. Blockieren sie sich also nicht mit vermeidbaren Zeitfressern, die Sie von Ihren eigentlichen Aufgaben abhalten.

Ihr Kernjob ist die Analyse, die Frage nach dem Warum und das strategisch Vorausdenken. Dazu kann durchaus gehören, dass sie zwei Stunden die Beine hochlegen, aus dem Fenster starren und nebenher Gummibärchen naschen und Kaffee oder Tee trinken.

Keine Problem-Rucksäcke annehmen

Lassen sie es nicht zu, dass ihre Mitarbeiter ihnen ihre Problem-Rucksäcke auf den Tisch stellen. Wenn Mitarbeiter ihre Probleme mit ihnen besprechen wollen, müssen sie die Lösung gleich mitbringen. Sonst räumen Sie den Rucksack auf.

Dann wird das Problem abgehakt, und die Durchführung der Lösung verpflichtend vereinbart. Ihrer Mitarbeiter darf seinen Rucksack dann wieder mitnehmen.Wofür Sie sorgen müssen ist folgendes: Zur Führungsaufgabe gehört der Aufbau von Kommunikationsketten. Die Problemlösungen sind ja für das ganze Team interessant.Sie müssen dafür sorgen, dass die Gesprächsergebnisse nicht versickern.

Standards und Routinen

Standards, Checklisten, Routinen und Prozesse sind das Rückgrat ihrer Führung. Sie geben ihnen und ihren Mitarbeitern Sicherheit und sorgen für Kontrolle. Bitte verstehen sie Kontrolle nicht falsch. Es gehört nicht darum, jeden Schritt Ihrer Mitarbeiter zu kontrollieren.

Beim Aufbau neuer Routinen passieren ganz sicher Fehler. Das ist völlig normal. Aus diesen Fehlern lernen Sie und das Team. Mit zunehmender Dauer nehmen die Fehler ab, und die Prozesse festigen sich. Bis es soweit ist müssen Sie die Prozesse kontrollieren, nicht die Menschen.

Menschen mögen Routinen, weil sie das Daily Business einfacher machen.

Vorbild sein

Als Führungskraft haben sie Ziele für ihr Unternehmen definiert. Zeigen Sie Konsequenz und Vorbildfunktion und überzeugen sie so ihre Mitarbeiter von der Wichtigkeit des Ziels. Dafür brauchen Teams eine klare Führung und offene Kommunikation.

Manchmal müssen Chefs starke Zeichen setzen. So wie Jörg Nikutta, ehemaliger Bereichsleiter Instandhaltung für den Fernverkehr der Deutschen Bundesbahn, und Chef von 5000 Mitarbeitern. Er wollte beweisen, dass man eine ICE-Toilette in 30 Minuten austauschen kann. Dazu „schmiss [er] sich in einen weißen Overall, zog sich Gummihandschuhe an – und griff beherzt ins Klo“ (Cristian Schlesiger, Der WC-Navigator, Wirtschaftswoche Ausgabe 23, 29.5.2020).

Offene Gesprächskultur

Führen sie eine offene Gesprächskultur ein. Dazu gehören Tür und Angel Gespräche. Die sind zwar beiläufig, Sie sollten sie trotzdem ehrlich interessiert angehen und aktiv auf die Mitarbeiter zugehen. Fragen sie, wie es ihnen geht. War der Urlaub schön? Wie geht es der Familie? Sind alle gesund und munter? Einem Mitarbeiter geht es nicht gut? Fragen sie was ihm fehlt, interessieren sich sich für den Menschen und seine Sorgen. Das ist wertschätzend und schafft Vertrauen.

Führen sie Zeitlimits für Meetings und Gespräche ein. Verschwenden sie keine Zeit mit Geplapper und philosophischen Exkursen. Denken sie lösungsorientiert. Probleme sollen zwar benannt werden, weil Sie wissen wollen, warum es überhaupt aufgetaucht ist. Wäre es nicht toll, wenn wir uns die Frage so stellen: “Was müssen wir tun, damit Probleme erst gar nicht auftauchen?”

Suchen sie nach dem Warum. Warum ist das Problem aufgetaucht? Warum an dieser Stelle? Warum in diesem Zusammenhang? Warum konnten wir es nicht verhindern? Was hab der Mitarbeiter daraus gelernt? Wie können sie diese Erfahrung zum Wohle aller Mitarbeiter einsetzen? Über die Kommunikationsprozesse sorgen Sie für die Verteilung des neu gewonnen Wissens an alle Teammitglieder.

Führung im Friseurbetrieb

Im Friseurhandwerk vermischt sich Führung gerne mit Freundschaft. Daraus kann ungesunde Nähe entstehen, wenn man sein Konzept nicht konsequent genug gegenüber seinen Mitarbeitern vertritt. Friseure sind meist sehr emotional und sie lieben den Kuschelfaktor. Frei nach dem Motto: Wir sind eine große Familie. Jedoch: Freundschaft muss für die Führung des Teams hinten anstehen.

Irgendwann müssen auch mal unangenehme Themen auf den Tisch. Dann wird es schnell schwierig. Meist schlagen die Emotionen hohe Wellen und es kommt zu Verstimmungen oder Streit. Dazu kommt noch ein sehr wichtiger Faktor on top. Sie müssen sich unbedingt darauf verlassen können, dass ihnen die Menschen In ihrer Umgebung sagen, was sie wissen sollen, und nicht, was sie hören wollen.

Freundschaft schließt Kritik nicht aus.

Wenn es mal nicht passt

Je näher Mitarbeiter zum Chef stehen, desto schwerer fällt beiden Seiten die Wahrung der Distanz. Hier müssen sie als Führungskraft klare Grenzen ziehen. Freundschaftlicher und wertschätzender Umgang? Ja, auf jeden Fall! Unklare Aussagen? Keine klaren Ergebnisse? Nein. Definitiv nein! Zeigen sie hier klare Kante, auch auf die Gefahr hin, dass es Verstimmungen gibt. Manche Themen stehen einfach nicht zur Diskussion! 

Grundsätzlich gilt: Wer fragt, führt. In einem Konfliktgespräch müssen sie als Führungskraft durch Fragen erkunden, welche Situation(en) zum Konflikt geführt haben. Sie wollen ja gemeinsam eine Lösung für die Störung finden, dafür brauchen Sie einen vollständigen Eindruck der Situation.

Führung ist Kommunikation

Je mehr sie mit ihren Mitarbeitern reden, desto mehr erfahren sie von ihnen. Worte sind jedoch flüchtig. Am Ende eines Gesprächs muss die Lösung und die Umsetzung verbindlich vereinbart werden. Stichwort Protokoll.

Auch die Vorbereitung auf ein wichtiges Gespräch muss entsprechend vorbereitet sein. Das Ziel, das am Ende des Gesprächs erreichen werden soll, habe ich auf meinem Gesprächsleitfaden notiert. So kann ich das Gespräch thematisch unter Zug halten, und die Kontrolle über das Gespräch bleibt gewährleistet. Je besser sie sich auf ein Gespräch vorbereiten, desto effektiver und zeitökonomischer kommen sie ans Ziel.

Gesprächzeit begrenzen

Bedenken sie bitte immer, dass Führungsgespräche zeitlich nicht ausufern. Sie sitzen nicht am Lagerfeuer und singen gemeinsam Lieder. Ihr Ziel aus allen Führungsgesprächen müssen verwertbare Ergebnisse sein, die das Team und das Unternehmen näher ans Ziel bringen. Abschließender Small Talk rundet das Gespräch ab, kommt aber erst dann, wenn alle Punkte auf der Agenda geklärt sind.

Ein Gespräch brauch immer eine festgelegte Anfangszeit und ein verbindliches Ende.

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