petergress, Autor bei Peter Gress

All posts by petergress

Ohne die Digitalisierung verliert das Handwerk an Boden.

Der Smart-Converter

Schaut euch Weird City auf YouTube an, das ist die Zukunft! Oder nicht?

Folge 1 “Weird City”

Ja, schön wär’s natürlich schon, wenn wir keinen Stress mit Veränderung mehr hätten. Alles gemütlich und für lange Zeit gültig, in manchen Köpfen sieht es heute noch so aus. Aber die Zeit langer Gültigkeitsdauer von Zuständen ist vorbei. Weinen wir ihr noch eine verdrückte Träne nach, wischen sie weg und schauen nach vorne. Was erwartet uns da? Die Hölle, weil die Maschinen die Herrschaft über uns arme menschliche Tröpfe übernehmen? Oder das Himmelreich, weil die Maschinen alles für uns erledigen? Utopische Spinner gibt es immer, und auch Bewahrer gibt es viele. Aber wie immer in der Entwicklung gibt es keine Zeitsprünge, alles folgt einer Schritt für Schritt Entwicklung, auch wenn diese Schritte schneller werden.

Maschinen werden nicht um ihrer selbst Willen hergestellt. Sie arbeiten, verrichten Dienste, sie werden zielgerichtet eingesetzt. Jeder Entwicklungsschritt folgt auf den nächsten, das wird sich auch so schnell nicht ändern. Sicher, sie werden lernen, sich weiter entwickeln und irgendwann mal wahrscheinlich (irgendwie) intelligent werden. Technische Intelligenz hat aber nichts mit Menschlichkeit zu tun. Ein menschliches Bewusstsein werden sie nie erreichen, denn sie sind keine Menschen, sondern eine andere Spezies. Und, seinen wir doch mal ehrlich, wer braucht noch mehr Bewusstsein nach menschlichem Vorbild? So erstrebenswert ist das nun auch nicht, wenn wir uns die weltweiten Zustände ansehen. Ich habe den Eindruck, wir Menschen schreiten zwar irgendwie und irgendwohin voran, aber unsere Erbanlagen kommen nicht hinterher. Mit der schnellen digitalen Entwicklung werden wir deshalb noch zu kämpfen haben.

Unsere Handwerks-Jobs können sicher von Maschinen übernommen werden. Komplexe technische Aufgaben lösen, bei denen Rechenleistung und Algorithmen tonangebend sind, das können sie wesentlich besser als wir. Wir Handwerker sind so stolz auf unsere handwerklichen Leistungen. Dabei ist es ja nicht nur die handwerkliche Leistung die uns so außergewöhnlich macht, sondern unsere Kreativität, Anpassungsfähigkeit, sowie unsere emotionale Kompetenz. Ja, bei manchen Zeitgenossen fehlt gerade sie ganz besonders. Wir sind halt nicht perfekt. Was uns generell ausmacht und von den Maschinen ab hebt? Menschen können um die Ecke denken, Maschinen nur geradeaus.

Hoffen wir mal darauf, dass das noch eine Weile so bleibt.

Kaputte Zahnräder

Geschäftlicher Erfolg ist immer ganzheitlich

Ein Unternehmen ist ein System, dessen Räder ineinander greifen. Ändere ich an einer Stellschraube etwas, zieht das Veränderungen im gesamten System hinter sich her

Beginne ich mit der Suche nach Fachkräften, Auszubildenden, Kunden erst wenn ich sie brauche, werde ich keinen Erfolg haben. Suche ich aber immer, ist meine Chance auf Erfolg sehr viel höher. Oft höre ich die Aussage: “Ich brauche kein Marketing, ich habe eh keine Zeit für Neukunden.” Falscher Ansatz! Kunden werden krank, sie ziehen weg, sie verlieren ihren Job oder sie haben irgendwann einfach mal Lust auf was Neues. Dann sind sie weg und es fehlt ein Mosaikstein. Wer so ausgebucht ist, dass er keine neuen Kunden mehr aufnehmen kann ist zu billig. Wenn keine neuen Kunden mehr nachfließen bedeutet das irgendwann mal Stillstand und später Rückschritt. Mit Marketing zu beginnen wann man es braucht ist viel zu spät. Das muss immer durchlaufen. Mit der Suche nach Azubis und Fachkräften zu beginnen, wann man sie braucht, ist viel zu spät. Das muss immer durchlaufen, und ich muss die richtigen Fragen zu den Problemen stellen.

Läuft das Kunden- und Mitarbeitermarketing nicht durch gibt es bei jedem Bedarf Unruhe. Man stellt fest und wird aktiv. es gibt aber kein Halterungssystem, in das man seinen Bedarf einhängen kann. Mit Marketing zu beginnen wann man es braucht ist in etwas so, als würde ich meinen Mantel in den Raum werfen und hoffen, dass er irgendwo einen Haken findet. Das wird so nichts. Es macht mehr Sinn, sich Gedanken zu machen, welche Maßnahmen ich grundsätzlich installieren und in meinem System verankern kann. Habe ich die Kundensuche und die Mitarbeitersuche dauernd auf dem Schirm, verhalte ich mich als Unternehmer ganzheitlicher. Alles was ich intern mache ist nach außen gerichtet, denn dort warten Kunden und Mitarbeiter und Auszubildende auf die Informationen.

Nachdenken und genießen

Selbstzweifel

Habe ich das richtige Konzept für mein Unternehmen? Bin ich zu forsch? Bin ich zu lasch? Habe ich überhaupt Talent zum Unternehmer? Liege ich strategisch richtig? Habe ich mein Gespür noch?

Kennt ihr das? Jeden Tag geht das so. Unaufhörlich. Und manchmal nerven diese Fragen – und viele andere – unsäglich, da will ich bloss Ruhe im Kopf. Und dann kommt der Moment, in dem es flutscht. Entweder steigen die Umsätze, oder neue Mitarbeiter fragen an, oder Seminaranfragen kommen rein, oder Menschen interessieren sich für das was ich sage, oder irgendwelche anderen Klicks lösen positive Gefühle aus. Dann ist alles wieder gut und die Zweifel sind vergessen. Aber nur genau bis zu diesem einen Punkt. Und dann geht alles wieder von vorne los. Der Moment des Genusses, des Glücks, exakt am Ende eines durchlebten Prozesses, und das auch nur ganz kurz. Es ist nur ein Moment, ein Blink, ein Gefühl der inneren Ausgeglichenheit und der Bestätigung. Für dieses Gefühl lebe ich, das ist die Droge die mich treibt.

Das Problem dabei: Dieser Glücksmoment, dieser Blink, lässt sich nicht verlängern. Er kann nachhallen, das ja, und ich kann ihn verhältnismäßig lange spüren, aber der Moment ist extrem flüchtig. Und er erreicht mich auch nicht immer in den Situationen, in denen ich gemütlich auf dem Sofa liege und mich auf ihn konzentrieren kann, sondern oft während der Arbeit am Kunden, während eines Gesprächs oder im Kreis meiner Familien oder meiner Freunde. Wenn ich dann versuche zu erklären, was ich grade fühle stelle ich fest, dass ich das verbal gar nicht transportieren kann. Den Menschen um mich herum fehlt die Beziehung zu meinem Moment des Glücks. Sie wissen was ich meine, aber sie können es nicht fühlen. Das kann ein gemeiner Hebel für eine hohe Unzufriedenheit werden, weil man selber meint, die andern wertschätzen nicht was man leiste. Das trügt, und ich tue gut dran, diesen Glücksmoment nur mit mir selber zu genießen und andere daran teilhaben zu lassen, in dem ich einfach ausgeglichen bin.

Ich habe Bücher zu diesem Thema gelesen. Darunter kaum zu ertragender esoterischer Mist, schlaue Analysen von kompetenten Menschen und Küchentischgeplänkel von selbsternannten Lebenshelfern. Das alles hat mich nicht erleuchtet. Ich sage deshalb für mich: “Genieße den Moment, sobald er kommt. Versuche nicht ihn festzuhalten, sondern fange einfach wieder von vorne an und akzeptiere diesen Prozess als ewigen Betazustand.”

1 2 3 39