Aluminium-Recycling im Friseursalon - wie wir ökologischer wirtschaften
Aluminium Strähnenfolie auf dem Kopf

Aluminium-Recycling im Friseursalon

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es mir mir sehr wichtig, dass Friseure mehr für das Recycling und die Nachhaltigkeit tun. Deshalb sind wir auf die Idee mit dem Alu-Recycling im Friseursalon gekommen. Das ist die am schnellsten umsetzbare Idee gewesen, die wir ohne zusätzliche Investitionen und ohne großen Zeitaufwand im Salon einführen konnten.

Das Team musste sich lediglich daran gewöhnen, alles Alu in einen separaten Sammelbehälter zu stecken. Dies ist ein Plastiksack, der beim Schmelzprozess des Aluminiums verdampft und  keine Rückstände hinterlässt. Im Keller mussten wir etwas Platz schaffen, um die Alusäcke zu lagern.

Das war’s dann auch schon. Die Aktion läuft bei uns seit zweieinhalb Monaten, pro Monat haben wir durchschnittlich 10 Kilogramm Alu gesammelt.

Aluminium Recycling
Aluminium Recycling

Was kann gesammelt werden

Dabei handelt es sich um Alufolien für Strähnen, Aluflaschen für Haarschaum, Haarspray, Stylingdosen und, ganz wichtig, Alutuben der Haarfarbe. Bei der Sammlung von Alu müsst ihr lediglich darauf achten, dass die Plastikkappen der Farbtuben abgeschraubt und im Gelben Sack, beziehungsweise in der Gelben Tonne entsorgt werden.

Dass die Farbtuben mit der Tubenquetsche bearbeitet werden versteht sich von alleine. Das ist ja Rohstoff für die Haarfarbe und entsprechend wertvoll. Dazu gibt es eine einfache Rechnung mit der wir unsere Mitarbeitern über den achtsamen Umgang mit dem Produktionsmaterial umgehen.

Dazu mehr in einem meiner Videos zum Thema Nachhaltigkeit und Geld verdienen mit Haarfarbe. Gerne könnt ihr meinen YouTube Kanal abonnieren.

Gen Z werden unsere Kunden und Mitarbeiter

Für mich als Friseur-Unternehmer ist Ökologie wichtig. Die jungen Menschen der Fridays for Future Generation sind unsere zukünftigen Auszubildenden, Mitarbeiter und nicht zuletzt unsere Kunden. Wenn wir wollen, dass die junge Generation zu uns in den Salon kommt, müssen wir proaktiv handeln.

Wenn wir warten bis die Politik die Rahmenbedingungen schafft, ist der Zug abgefahren. Wir sind Unternehmer und wir handeln aus unserem Antrieb heraus. Dabei habe ich immer das Wohl und die Zukunft meines Unternehmens im Blick. Überlegt einmal, was die Fridays for Future Generation in den letzten vier Jahren geschafft hat.

Das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit ist definitiv in der Gesellschaft angekommen.

Radikalität ist ein Vorrecht der Jugend

Viele aus der älteren Generation sind ob der Frechheit und der Anspruchshaltung der Jugendlichen erbost und verärgert. Dabei vergessen sie, dass Radikalität ein Vorrecht der Jugend ist. Viele der Älteren, die heute vehement gegen diese Kids argumentieren – und das nicht immer jugendfrei – haben vergessen, dass unsere heutige Gesellschaft zu einem großen Teil aus der Radikalität der 68er Generation heraus gestaltet wurde.

Ich selber war damals erst 12 Jahre alt, und deshalb selber nicht aktiv. Aber ich bin im Sog der 68er groß geworden und habe deren Gedankengut aufgenommen. So geht es heute den Kids der Generation Z, die für ihre Zukunft streiken. Daran ist nichts Schlechtes, sofern man sich auf die Diskussion mit ihnen einlässt.

Gen Z – Auszubildende, Fachkräfte und Kunden

Wer nicht ausbildet und gar nicht an jungen Kunden interessiert ist, kann meinen Text ignorieren. Diejenigen aber, die ihr Team weiter aufbauen und wachsen wollen, sind gut beraten, wenn sie auf die Gen Z zugehen.

Das sind, wie gesagt, die Kunden der Zukunft. Natürlich ist die Gen Z nicht homogen. Aber immerhin rund 30 Prozent der jungen Menschen finden Nachhaltigkeit und den Schutz der Erde als sehr wichtig, und weitere 35 Prozent sympathisieren mit dem Gedankengut.

Vor kurzem habe ich einen Podcacst mit dem Chef der Deutschen Bank,  Christian Sewing, gehört. Er ist Vater von vier Kindern, und er sagte, dass die Eltern schon alleine durch die Gespräche mit den Kindern am Esstisch zum umdenken gezwungen sind. Es ist ein langsamer pro Ökologie-Prozess der sich in und über die Familien in die Gesellschaft hinein aufbaut.

Bedürfnisse aufgreifen

Sicher wird es immer Menschen geben, die sich nicht für die Umwelt interessieren. Die auch keine gesellschaftliche Verpflichtung zum Erhalt einer lebenswerten Zukunft für die nachfolgenden Generation verspüren. Alle bekommt man nicht ins Boot, aber eben doch immer mehr. 

Wir als Unternehmer im Friseurhandwerk müssen von uns aus auf die Bedürfnisse der Jungen eingehen. Lasst uns den Nutzen für die Kids erhöhen. Wir Friseure müssen als verantwortungsvoll wahrgenommen werden. Ich weiß, dass es unfasslich schwierig ist, sein Leben auf Ökologie zu polen, ohne eine radikale Haltung einzunehmen.

Ich will mich als Weltbewohner nicht selber überflüssig machen, deshalb brauchen wir intelligente Lösungen, wie sie Prof. Dr. Maja Göpel gefordert wird. wir unseren Verbrauch von einer Fließband- in eine Kreislaufwirtschaft bringen. Ich bin selber oft erschrocken, wenn ich die lange Liste an Entscheidungen sehe, die es zu beachten gilt. Aber weiter machen wie bisher ist die schlechteste aller Optionen.

Neues Denken

Viele Fragen tauchen  auf, mit denen ich mich vor Corona gar nicht beschäftigt habe. Ich stelle mir heute Fragen, die für mich vor eineinhalb Jahren noch nicht wirklich relevant waren. Brauche ich die Klamotte? Soll ich mein iPhone noch ein, vielleicht zwei Jahre behalten?

Behalte ich mein Auto bis es auseinander fällt oder muss es unbedingt ein neues sein? Will ich überhaupt ein E-Auto, nachdem ich die damit verbundenen Umweltschäden kenne? Die Liste ist ewig lang und wird nie abgearbeitet sein. Aber man muss halt mal anfangen, nicht wahr?

Wer derzeit mit offenen Augen und Ohren hinschaut und hinhört, und dabei noch offen für eine alternative Argumentation ist, sieht, dass die Veränderung schon sehr, sehr weit gediehen ist. Es ist ein schleichender Prozess, der zwar nicht von der Fridays for Future Generation gestartet wurde, aber verstärkt wird.

Die Corona-Pandemie hat viele Menschen zum umdenken angeregt, mich inkludiert.

Natur mit und ohne Menschen

Dem Planeten und der Natur ist es völlig egal, ob Menschen auf und in ihr leben. Die Natur hat sich in Jahrmilliarden immer wieder neu erfunden. Arten sind gekommen, Arten sind gegangen. Veränderung ist ein stetiger Prozess in der Welt. Die Frage stellt sich, ob wir vernünftig genug sind, dass die Natur uns noch eine lange Zeit ertragen wird.

Wenn wir so weitermachen zerstören wir unsere Lebensgrundlage. Das muss aber so nicht sein. Es gab auch in der Vergangenheit schlaue Menschen, die das Problem der Nachhaltigkeit entdeckt haben. Der sächsische Oberberghauptmann von Carlowitz hatte schon 1713 in der allgemeinen Holznot in Sachsen den Begriff „nachhaltig“ verwendet.

Er hat es durchgesetzt, dass nicht mehr Holz geschlagenen werden durfte, als nachwächst. Das hat sich bewährt. Heute gibt es NGOs wie Plant for the Planet, die für die Wiederaufforstung von Weideland und Rodungsflächen sorgen. Wir bei Gress Friseure wollen dabei sein und helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Bäume zu pflanzen ist ein schneller Weg, um das Fieber der Atmosphäre nicht weiter ansteigen zu lassen.

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